Der Alltag vieler Menschen wird von Social Media begleitet. Instagram und Co. bieten Ihnen die Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, Einblicke in das eigene Leben zu gewähren und sich unterhalten zu lassen. Doch der übermäßige Konsum kann auch zur Belastung werden, wenn er zu viel Zeit und Energie raubt. Ein „Ausstieg“ ist oft gar nicht so leicht, wenn der Blick in die sozialen Medien fest zum Alltag gehört und Sie vom Aufstehen bis zum Schlafengehen immer wieder fesselt. Wir stellen Ihnen fünf Schritte vor, wie Sie Ihren Konsum auf ein gesundes Maß reduzieren können.

Den eigenen Konsum kritisch hinterfragen

Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Wer erkennt, dass er oder sie zu viel Zeit auf Social Media verbringt, der wird eher Maßnahmen treffen als jemand, der keinen Handlungsbedarf sieht. Überlegen Sie sich, an welchen Stellen der Konsum für Sie persönlich zur Belastung wird. Vielleicht bringen die Social-Media-Pausen Sie beim Lernen zu sehr aus dem Thema heraus? Oder Sie verbringen abends so viel Zeit am Smartphone, dass der Schlaf zu kurz kommt? Welcher Content zieht Sie in einen Strudel, für den Sie in dem Moment vielleicht gar keine Zeit oder Kraft haben? Überlegen Sie, in welchen Momenten am Tag Social Media zum Einsatz kommt und warum. Oft werden die sozialen Medien nur zur Ablenkung genutzt und bringen keinen echten Mehrwert. Wer „nur schnell bei Instagram reinschaut“, um die S-Bahnfahrt oder das Mittagessen zu überbrücken, verpasst die Chance auf Ruhephasen. Und die haben wir in der modernen Welt ohnehin selten. Lassen Sie die Möglichkeit auf Entspannung und Langeweile zu, die das Gehirn von Zeit zu Zeit braucht, um gute Leistungen ohne größere Anstrengung vollbringen zu können.

Apps und Accounts löschen, die Ihnen nicht guttun

Wenn Sie Ihren Social-Media-Konsum generell hinterfragt haben, können Sie sich an die Details machen. Welche Apps und Accounts bereiten Ihnen wirklich Freude und Unterhaltung und welche sorgen dagegen nur für Genervtheit, Neid oder Wut? Es gibt mittlerweile schier unendlich viele professionelle und private Accounts. Jedes noch so nischige Thema findet in den Weiten des Netzes seinen Platz. Aber nicht alle Influencer und Content Creator bringen Ihnen unbedingt einen persönlichen Mehrwert. Vielleicht folgen Sie manchen von ihnen nur aufgrund ihrer Berühmtheit und nicht, weil sie deren Content inspiriert oder unterhält. Sortieren Sie also großzügig aus und beschränken Sie sich auf die Accounts, die Ihnen tatsächlich guttun, anstatt sie runterzuziehen. So vermeiden Sie direkt unnötig langes Scrollen durch Inhalte, die Sie im Grunde nicht interessieren. Gleiches gilt auch mit Apps. Instagram weckt in Ihnen mehr ungute als gute Emotionen? Auf Facebook werden Sie mit kruden Inhalten überschüttet? YouTube zieht sie regelmäßig in einen Sog aus unnützen Videos? Dann wird es Zeit, die Apps zu löschen. Und keine Sorge: In den seltensten Fällen verpassen Sie dadurch etwas Wichtiges.

 

Push-Benachrichtigungen ausschalten

Ihr Display blinkt bei jeder Nachricht auf und lenkt Sie von Ihrer eigentlichen Tätigkeit ab? Kein Wunder, denn wenn etwas im Sichtfeld blinkt, reagiert das Auge sofort und die Neugierde wird geweckt. Wer jetzt nachsieht, wer geschrieben hat oder was los ist, hängt oft erstmal für längere Zeit am Smartphone fest, um Nachrichten zu beantworten, Live-Auftritte auf Instagram oder YouTube zu verfolgen oder die neuesten Kommentare unter einem Post zu lesen. Danach wird es schwierig, wieder in die vorherige Tätigkeit einzusteigen. Das gilt besonders, wenn Sie gerade an einer Aufgabe saßen, die viel Konzentration erfordert. Doch aus diesem Dilemma gibt es einen einfachen Ausweg: Sie können die Push-Benachrichtigungen ausschalten. So vermeiden Sie, ständig mit den neuesten Entwicklungen auf den diversen Apps konfrontiert zu werden. Sie müssen Ihre Neugierde nicht zügeln, da diese gar nicht erst auf die Probe gestellt wird. Wer noch sicherer gehen möchte, kann das Smartphone direkt außer Sichtweite legen. So vermeiden Sie, unbewusst oder bewusst doch noch zum Handy zu greifen und die aktuellen Benachrichtigungen zu checken.

 

Zeitlimits für bestimmte Apps einrichten

Wenn Sie täglich mehrere Stunden auf und mit Social Media verbringen, deutet das auf einen übermäßigen Konsum hin. Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die tatsächliche Screen Time. Viele Apps bieten einen detaillierten Überblick über das eigene Nutzungsverhalten an. Oft wird einem erst dadurch bewusst, wie viel Zeit man am Smartphone verbringt. Wer immer mal wieder „nur“ eine halbe Stunde online geht, kann dennoch über den Tag verteilt viele Stunden am Bildschirm hängen. Legen Sie nach der Bestandsaufnahme fest, wie viel Zeit Sie sich täglich für Social Media nehmen möchten und stellen Sie sich einen Timer. Alternativ gibt es auch Apps, mit denen sie Instagram und andere Apps ab einem bestimmten Zeitpunkt sperren lassen können. Das kann nach einer gewissen Zeitspanne oder einer festgelegten Uhrzeit sein. So können Sie Ihre Konsumgewohnheiten durchbrechen und bekommen ein Gefühl dafür, wie viel Zeit Ihnen guttut.

 

Digital-Detox-Tage einlegen

Haben Sie Ihren Social-Media-Konsum erstmal reduziert, können Sie noch einen Schritt weitergehen und einen oder mehrere Digital-Detox-Tage einlegen. Legen Sie diese zunächst auf Tage, an denen Sie Social Media ohnehin nicht allzu viel verwenden würden. Das gilt zum Beispiel für ein ereignisreiches Wochenende, an dem Sie sich mit Freunden treffen oder einem Hobby nachgehen. Sie können einen Testlauf starten, indem Sie vorerst nur auf Instagram und/oder andere Unterhaltungsmedien verzichten. Wenn Sie in die Vollen gehen möchten, können Sie auch gleich alle sozialen Medien für einen bestimmten Zeitraum von Ihrem Smartphone löschen. Informieren Sie Ihre Liebsten vorab, dass sie erstmal nicht mehr über WhatsApp und Co. erreichbar sind, damit sich niemand Sorgen macht. Vielleicht schaffen Sie es sogar, das Smartphone komplett auszuschalten und lediglich über das Festnetz erreichbar zu bleiben. An manchen Tagen ist aber nicht mal das notwendig. Die ständige Erreichbarkeit ist eine Erfindung der Neuzeit und eine Auszeit davon kann sehr erholsam sein. Und während Sie das „analoge“ Leben genießen, wird Ihnen vielleicht noch einmal mehr bewusst, dass Sie in dieser Auszeit nichts Wichtiges verpassen und dass Social Media ein schöner Zeitvertreib, aber kein Lebensmittelpunkt ist.

 

Quellen:

  • https://www.ins-netz-gehen.de/social-media/weniger-zeit-auf-social-media-verbringen-so-klappts/
  • https://www.klarafuchs.com/8-tipps-um-weniger-zeit-auf-social-media-zu-verbringen/
  • https://www.edenbooks.de/7-tipps-wie-du-weniger-zeit-auf-instagram-verschwendest/

GRIN-Bücher zum Thema:

Macht Social Media uns glücklich? Auswirkungen des Nutzungsverhaltens in sozialen Medien auf das Glücksempfinden und das Selbstwertgefühl der Nutzer

Macht Social Media uns glücklich? Auswirkungen des Nutzungsverhaltens in sozialen Medien auf das Glücksempfinden und das Selbstwertgefühl der Nutzer

24,99 €

Soziale Medien haben einen großen Stellenwert im Privatleben vieler Menschen erlangt. Die Gründe für die Nutzung von Social Media sind vielfältig. Zumeist stehen Unterhaltung oder soziale Kontakte im Vordergrund.

Nina Stangl untersucht, wie sich das Nutzungsverhalten in sozialen Netzwerken auf das Glücksempfinden und das Selbstwertgefühl der Nutzer auswirkt. Aus ihren Ergebnissen leitet sie Empfehlungen für den zukünftigen Gebrauch von Social Media im Alltag ab.

In dieser Arbeit wird untersucht, warum die Menschen das Bedürfnis verspüren, eine Online-Identität zu konstruieren und auf welche Art und Weise sie eine Selbstpräsentation vorführen, und ob sie dabei eine völlige Agens haben. Außerdem geht diese Arbeit auch auf die Frage ein, was für Auswirkungen die digitale Identität auf die Offline-Identität und das Leben der Menschen haben oder ob sie überhaupt einen Einfluss auf die Offline-Identität des Menschen übt.

Soziale Medien und Identität. Identitätskonstruktion in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen

Soziale Medien und Identität. Identitätskonstruktion in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen

12,99 €

Die Wechselwirkung von Selbstdarstellungen in Sozialen Medien und dem Schönheitsempfinden in der westlichen Gesellschaft

Die Wechselwirkung von Selbstdarstellungen in Sozialen Medien und dem Schönheitsempfinden in der westlichen Gesellschaft

16,99 €

Die Arbeit gibt einen Einblick in die Wechselwirkung zwischen individuellem Schönheitsempfinden und der Selbstdarstellung auf Sozialen Medien, sowie in die Einflüsse, die im Internet prominente Personen auf das individuelle Körperbild haben können. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen auf Frauen der westlichen Gesellschaft gelegt. Die Auswirkungen wurden anhand der Vorbildwirkung und des Prozesses des sozialen Vergleichs aufgezeigt und potenzielle negative und positive Folgen der Selbstpräsentation erläutert.

Hier finden Sie weitere Artikel für Studierende: