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Verarbeitung persönlicher Erlebnisse in fiktiven Werken im Kontext einer politischen Autorschaft

Ein Vergleich zwischen der Autobiografie "Zonenkinder" und dem fiktiven Roman "Keinland"

Title: Verarbeitung persönlicher Erlebnisse in fiktiven Werken im Kontext einer politischen Autorschaft

Academic Paper , 2020 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nils Häußinger (Author)

Literature - Comparative Literature
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Müssen sich Autoren politisch bekennen? Sind es denn wieder Zeiten wie jene der Nachkriegszeit, als inmitten der gesellschaftlichen Umwälzungen die Gruppe 47 mit Autoren wie Günter Grass und Heinrich Böll zu jenen Debattenträgern avancierten? Können, sollen und wollen Autoren auch im 21. Jahrhundert noch eine solche gesellschaftliche Rolle spielen? Müssen sich Autoren politisch bekennen?

Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit behandelt, in der die politische Autorschaft der ostdeutschen Journalistin und Autorin Jana Hensel, als auch das Einbinden ihrer Geschichte und ihrer Ansichten in fiktiven Werken betrachtet und analysiert wird. Zunächst wird die theoretische Grundlage anhand des Autorschaftsbegriffs von Pierre Bourdieu näher erläutert. Daraufhin wird die Person Jana Hensel als auch ihr Autorschaftskonzept in Bezug auf Bourdieu kurz vorgestellt und die Auswahl der Bücher "Keinland" und "Zonenkinder" legitimiert. Danach folgt eine Argumentation verschiedener Themenbereiche, die die These stützen soll, dass Jana Hensel als politisch engagierte Autorin auch ihre eigene Vita und eigene politische Werte in fiktive Werke einfließen lässt. Diese These wird unter Berücksichtigung von Pierre Bourdieus Autorschaftsbegriff nun erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz eines politischen Engagements junger Autorinnen und Autoren

2 Bourdieus Autorschaftskonzept als theoretisches Fundament

3 Vergleich der Bücher unter Berücksichtigung des Autorschaftsbegriffs

3.1 Analyse des Autorschaftsbegriffs für Jana Hensel

3.2 Vorstellung und Begründung der Bücher

3.3 Argumentativer Vergleich beider Bücher

3.3.1 Veränderung der Lebensbedingungen nach der Wende

3.3.2 Thematik Kindheit und Jugend

3.3.3 Entstehende Generationenkonflikte in „Ostfamilien“

3.3.4 Umgang mit dem System DDR

3.4 Abschließendes Fazit und Überprüfung der These

4 Aktuelles politisches Engagement

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die ostdeutsche Autorin Jana Hensel persönliche Erlebnisse und ihre politische Weltanschauung in ihre fiktiven Werke einfließen lässt. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine politisch engagierte Autorschaft auch jenseits explizit autobiografischer Texte im fiktiven Roman „Keinland“ unter Rückgriff auf theoretische Konzepte von Pierre Bourdieu nachweisbar ist.

  • Analyse des Autorschaftsbegriffs nach Pierre Bourdieu
  • Vergleich der Autobiografie „Zonenkinder“ mit dem Roman „Keinland“
  • Reflexion der DDR-Vergangenheit und ostdeutscher Identitätsbildung
  • Untersuchung von Generationenkonflikten in ostdeutschen Familien
  • Diskurs über die politische Rolle zeitgenössischer Schriftsteller

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Veränderung der Lebensbedingungen nach der Wende

Am Beginn dieser Argumentationskette wird das Leben und die Lebensumstände in der vergangenen Deutschen Demokratischen Republik mit den Lebensbedingungen im vereinten Deutschland betrachtet. Hensel führt zu Beginn in „Keinland“ an, als die Umgebung der Protagonistin – Nadja – beschrieben wird, dass sich sichtbare Veränderungen im Vergleich zu der Zeit vor der Wiedervereinigung wahrnehmen lassen: Die Landschaft, die Städte und auch markante Orte – hier in Berlin – haben nun eine Bedeutungsänderung erfahren. Und die Mentalität ist „hier“ im alten Teil, der zum Staatsgebiet der DDR gehört hat, freundlicher und offener als „dort“ – im westlichen Teil. Doch nicht nur die Landschaft in Deutschland erinnert die Protagonistin an ihre alte Heimat, sondern auch die Sperranlagen in Israel. Weiterhin führt sie die Thematik des Untergans an, die immer im Denken alter DDR-Bürger und -Bürgerinnen verankert ist. Neben diesen Gedankenspielen steht zweifelsohne die deutsche Wiedervereinigung als ein einschneidendes Ereignis, dass etliche Folgen mit sich bringt: Einerseits haben die ehemaligen Bürgerinnen und Bürger der DDR gewisse Konflikte mit der Akzeptanz des Regimewechsels, die sich vor allem in der Ausblendung der Vergangenheit, aber auch der Zukunft erkennen lassen. Ebenso haben Stereotype den Alltag nach der Wende dominiert und allzu oft haben die jeweiligen Seiten, DDR oder BRD, genau diese Stereotype erfüllt. Ganz konkrete Beispiele führt die Autorin durch den Verlust der Arbeitsstelle von Nadjas Vater an, der im vereinten Deutschland seine alte Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte und dadurch natürlich soziale und finanzielle Probleme entstanden sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Relevanz eines politischen Engagements junger Autorinnen und Autoren: Das Kapitel führt in die gesellschaftliche Debatte um die politische Verantwortung moderner Schriftsteller ein und definiert das Forschungsinteresse der Arbeit.

2 Bourdieus Autorschaftskonzept als theoretisches Fundament: Hier werden die soziologischen Grundlagen nach Pierre Bourdieu dargelegt, insbesondere die Konzepte der literarischen Felder und der verschiedenen Kapitalarten.

3 Vergleich der Bücher unter Berücksichtigung des Autorschaftsbegriffs: Das Hauptkapitel widmet sich dem inhaltlichen und strukturellen Vergleich von „Keinland“ und „Zonenkinder“ unter Einbeziehung der biographischen Hintergründe der Autorin.

4 Aktuelles politisches Engagement: Das abschließende Kapitel ordnet Jana Hensels Wirken in den breiteren Kontext gegenwärtiger politisch aktiver Autoren ein und unterstreicht die Relevanz gesellschaftlicher Partizipation durch Literatur.

Schlüsselwörter

Jana Hensel, Keinland, Zonenkinder, Pierre Bourdieu, Autorschaft, politische Literatur, DDR, Wiedervereinigung, ostdeutsche Identität, Generationenkonflikt, Identitätsbewältigung, literarisches Feld, Erinnerungsarbeit, Systemwechsel, Kulturproduzenten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen den persönlichen Erfahrungen der Autorin Jana Hensel und deren Verarbeitung in ihren literarischen Werken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, die Auswirkungen der Wiedervereinigung auf ostdeutsche Identitäten und das Konzept der politischen Autorschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte belegen, dass Jana Hensel trotz des Wechsels vom autobiografischen zum fiktionalen Genre als politisch engagierte Autorin agiert, die eigene Lebenswelt reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Analyse stützt sich auf die Literaturwissenschaft in Verbindung mit soziologischen Theorien, insbesondere dem Autorschaftskonzept von Pierre Bourdieu.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert vergleichend die Texte „Keinland“ und „Zonenkinder“ hinsichtlich Themen wie Lebensbedingungen nach der Wende, Generationenkonflikte und den Umgang mit dem ehemaligen DDR-System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den Werktiteln und dem Namen der Autorin vor allem ostdeutsche Identität, Bourdieus Autorschaftskonzept und die politische Rolle von Literatur.

Inwiefern beeinflusste die DDR-Vergangenheit die Protagonistin in „Keinland“?

Die Protagonistin Nadja erlebt einen Identitätsbruch, da ihre ostdeutsche Prägung im vereinten Deutschland auf ein System trifft, das sie als „falsches Land“ wahrnimmt.

Wie unterscheiden sich die Generationen in ostdeutschen Familien laut der Analyse?

Die Arbeit zeigt auf, dass Kinder nach der Wende oft schneller im neuen System Fuß fassten als ihre Eltern, was zu Kommunikationsbrüchen und einer kritischen Distanz zwischen den Generationen führte.

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Details

Title
Verarbeitung persönlicher Erlebnisse in fiktiven Werken im Kontext einer politischen Autorschaft
Subtitle
Ein Vergleich zwischen der Autobiografie "Zonenkinder" und dem fiktiven Roman "Keinland"
College
University of Regensburg
Grade
1,7
Author
Nils Häußinger (Author)
Publication Year
2020
Pages
20
Catalog Number
V1000016
ISBN (eBook)
9783346375063
ISBN (Book)
9783346375070
Language
German
Tags
verarbeitung erlebnisse werken kontext autorschaft vergleich autobiografie zonenkinder roman keinland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Häußinger (Author), 2020, Verarbeitung persönlicher Erlebnisse in fiktiven Werken im Kontext einer politischen Autorschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000016
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