Dürrenmatt, Friedrich - Zur Beliebtheit Dürrenmatt`scher Dramen


Facharbeit (Schule), 2000
15 Seiten

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Inhalt

1. Einleitung
1.1. Erläuterung der Vorgehensweise
1.2. Begründung der Auswahl des Werkes

2. Der Autor und das Werk
2.1. Biographie Friedrich Dürrenmatts
2.2. Inhaltsangabe ,,Die Physiker"
2.3. Hintergründe

3. Dramentheoretische Aspekte
3.1. Intention des Autors

4. Rezeptionsästhetische Aspekte anhand einer Umfrage
4.1. Statistische Ergebnisse
4.2. Auswertung

5. Bibliographie

1. Einleitung

Diese Facharbeit beschäftigt sich mit Autorintention und Wirkung des Dramas ,,Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt. Zur Intention wurde Fachliteratur über das Drama zur Hilfe genommen. Um die Beliebtheit des Stückes bei den Lesern zu ermitteln, habe ich einen Fragebogen von Schülern, die dieses Drama im Schulunterricht behandelt haben, ausfüllen lassen. So kann man vergleichen, wie das Stück vom Leser aufgenommen und ob es richtig verstanden wird.

1.1. Erläuterung der Vorgehensweise

Zum ersten Teil der Facharbeit habe ich erst einmal eingehend die themenbezogene Fachliteratur über ,,Die Physiker" studiert. Die Ergebnisse aus diesen einzelnen Interpretationen und Hintergrundinformationen findet man in dieser Facharbeit in den Kapiteln zwei und drei.

Den zweiten Teilaspekt, die wirkliche Beliebtheit des Dramas, habe ich durch eine Umfrage überprüft. Hierzu lies ich einen Fragebogen von zwei Klassen, die ,,Die Physiker" schon im Deutschunterricht durchgenommen hatten, ausfüllen und habe diesen in Kapitel vier ausgewertet. Natürlich sollte man davon ausgehen können, dass eine im schulischen Unterricht behandelte Lektüre von den Schülern verstanden wird, aber in den Ergebnissen der Umfrage wird deutlich, dass dies nicht grundsätzlich der Fall ist.

1.2. Begründung der Auswahl des Werkes

Ich habe Thema und Werk gewählt, da ich die Tragikomödie ,,Die Physiker" selbst sehr ansprechend und interessant finde. Ich musste sie nicht im Rahmen des Deutschunterrichtes lesen und stand ihr deshalb vollkommen unvoreingenommen gegenüber. Da mir das Drama aufgrund Dürrenmatts grotesken Stils und der unberechenbar-spannenden Handlung sehr gut gefallen hat und ich noch zwei weitere Werke des schweizer Autors gelesen habe, die auch wiederum meinem bevorzugten Stil entsprechen, schreibe ich die Facharbeit zu diesem Thema.

2. Der Autor und das Werk

2.1. Biographie Friedrich Dürrenmatts

Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 in Konolfingen, Kanton Bern, geboren. Sein Vater war protestantischer Pfarrer, sein Großvater Ulrich Dürrenmatt war Berner Nationalrat, Zeitungsredakteur und Verfasser satirischer Gedichte. Nach Freiem Gymnasium und Humboldtianum studierte Friedrich Dürrenmatt Philosophie, Germanistik und Naturwissenschaften in Zürich und Bern. Zu seinen Favoriten gehörten zu dieser Zeit besonders Kant, Plato, Kierkegaard sowie die griechischen Tragiker, Aristophanes, Shakespeare, später auch Kafka, Jünger und Wedekind. Aus diesen Jahren stammen auch seine ersten schriftstellerischen Versuche. Dann arbeitete er als Zeichner und Graphiker und schrieb Literatur- bzw. Theaterkritiken für die Zürcher Weltwoche. 1946 heiratete Dürrenmatt die Schauspielerin Lotti Geißler, mit der er drei Kinder hatte. Aus den folgenden Jahren stammen seine großen Werke, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreuten. Nach dem Tod seiner ersten Frau ging Dürrenmatt 1984 eine Verbindung mit Charlotte Kerr ein. Der Autor starb am 14. Dezember 1990 in Neuchâtel an den Folgen eines Herzinfarkts. Dürrenmatt erhielt viele Auszeichnungen, darunter auch denösterreichischen Staatspreis für europäische Literatur und den Georg-Büchner-Preis.

2.2. ,,Die Physiker"

Das zentrale Thema dieser Dürrenmatt'schen Komödie ist die unausweichliche Gefährdung der Welt durch die moderne Kernphysik. Sie spielt in der Schweiz in eine Nervensanatorium, in welchem die berühmte Psychiaterin ,,von Zahn" drei verrückte Physiker behandelt. Der erste, Heinrich Ernesti, hält sich für Einstein, der zweite, Herbert Georg Beutler, glaubt er sei Newton, und dem dritten schließlich, Johann Wilhelm Möbius, erscheint König Salomon, welcher ihm diktiert, was er zu tun habe. In diesem Nervensanatorium ereignen sich in kürzester Zeit drei Morde, die Inspektor Voss zu untersuchen hat. Die drei Irren ermorden jeweils ihre Krankenschwester. Doch am Ende kommt die Wahrheit zum Vorschein. Die Physiker haben ihre Pflegerinnen nur umgebracht, weil diese hinter ihr wahres Geheimnis gekommen sind: zwei der Physiker, Beutler (der in Wirklichkeit Kilton heißt) und Ernesti (dessen Name wiederum Eisler ist) sind keineswegs verrückt und wurden jeweils von den beiden größten Geheimdiensten der Welt beauftragt, die Weltformel, die Möbius herausgefunden hat, für ihr Land zu gewinnen. Möbius, der größte Physiker der Welt, hat es geschafft, die Formel für das System aller möglichen Erfindungen - eben für alles - aufzustellen, aber er hat sich in das Irrenhaus zurückgezogen, damit diese Weltformel nicht an dieöffentlichkeit gerät und nicht von Politikern ausgenutzt werden kann. So versuchen die beiden Geheimdienstler den Physiker zu überreden, ihnen die Manuskripte mit der Formel auszuhändigen. Möbius jedoch hat diese schon in weiser Voraussicht vernichtet. In diesem Moment erscheint Mathilde von Zahnd. Diese klärt ihre Patienten darüber auf, dass diese die Manuskripte schon längst photokopiert hatte bevor sie Möbius verbrannte. Die drei werden somit ihre Gefangenen und die Welt fällt unter die Herrschaft einer buckligen, alten Irrenärztin.

2.3. Hintergründe

Friedrich Dürrenmatt thematisiert in seinen Dramen oft Probleme, die von seiner weltanschaulichen Vorstellung herkommen. Er sieht die Welt als Chaos. Zu diesem Zustand führen seiner Meinung nach das Bevölkerungswachstum, die Technisierung, die Medien und - wie es auch stark in ,,Die Physiker" zu sehen ist - die Bedrohung durch die Massenvernichtungsmittel, wie z.B. die Atombombe. Dürrenmatt lehnt auch die Erklärungsversuche der historischen Entwicklung ab, die Katastrophen und Zerstörungen relativieren sollen (z.B. göttlicher Wille). Um diese Sachverhalte der ,,Welt als Labyrinth"1 darzustellen versucht Dürrenmatt immer wieder ,,eine Welt der Sinnlosigkeit darzustellen, in der ein Sinn gesucht wird, den es nicht gibt, ohne den sie jedoch nicht ausgehalten werden kann" 2.

Im Gegensatz zu anderen Schriftstellern, wie z.B. Brecht, enagagiert sich Dürrenmatt nicht für bestimmte politische Ideologien, weil er die Welt nicht verändern, sondern nur zum Denken anregen und die Wirklichkeit durchschaubar machen will. Nach Dürrenmatt soll das Theater eine ,,Schule der Menschenkenntnis"³ sein, die die Zuschauer provoziert und sie dadurch zum Überdenken ihrer Standpunkte zwingt. Er will ein Gefühl der Verantwortlichkeit hervorrufen.

3. Dramentheoretische Aspekte

3.1. Intention des Autors

Das zentrale Thema in Friedrich Dürrenmatts ,,Die Physiker" ist die nukleare Bedrohung durch die Entwicklung der Atombombe. Er fürchtet, dass die Menschen viel zu blauäugig durch das Leben gehen. Daher will er sie mit dieser Tragikomödie wachrütteln und zum Nachdenken anregen. Am Anfang erzeugt er ein Gefühl von Normalität, damit sich der Leser ,,wohlfühlt": ein Inspektor ermittelt an einem Mordfall in einem Nervensanatorium. Dies ist keine außergewöhnliche Szene für einen Krimi. Dann nimmt die Handlung ihren Lauf: es passiert noch ein Mord, im gleichen Sanatorium mit fast dem gleichen Tathergang. Immer noch nichts Anormales. Doch dann leitet Dürrenmatt die Handlung zum Ende hin so, wie es niemand vorher erwartet hätte. Die drei Verrückten sind in Wahrheit ein Physiker und zwei Geheimdienstler. Letztere wollen die Weltformel, die der Physiker herausgefunden hat, für ihr Land gewinnen. Dies ist schon unerwartet, aber es kommt noch schlimmer. Am Ende stellt sich heraus, dass die Ärztin Mathilde von Zahnd selbst die geheimen Dokumente des Physikers kopiert hat, bevor er diese vernichten konnte.

Dürrenmatt will zeigen wie gefährlich die Entwicklungen der modernen Physik sein können. Hauptperson ist der gewissenhafte Möbius, der über alles sehr gut nachgedacht hat und die Verschanzung in der Nervenklinik als einzigen Ausweg vor dem Mißbrauch der Weltformel sieht. Aber trotzdem fällt die Formel und somit auch die Weltmacht in die Hände einer Irren. Dies ist der Punkt, den Friedrich Dürrenmatt in ,,Die Physiker" zum Ausdruck bringen will: auch wenn man glaubt, alles bestmöglich überdacht zu haben, kann es noch schlimmer kommen. Dies ist mit der Entwicklung in der nuklearen Kriegsführung in Verbindung zu bringen. Hier befürchtet Dürrenmatt den Mißbrauch der neuen Technologien durch die Großmächte. Damit dies nicht geschieht und das Chaos, das er auf der Welt sieht nicht noch größer wird, versucht er den Menschen mit seinen Stücken die Augen zuöffnen, dass sie selber einmal darüber nachdenken.

Hierzu benutzt er verschiedene Mittel:

- Paradoxie : Für Dürrenmatt ist das Paradoxe ein Kennzeichen der modernen Welt. Es besteht aus Widersprüchen und Widersinnigkeiten, die den Zuschauer enttäuschen, da sie nicht seiner Erwartung entsprechen. Bestes Beispiel ist in ,,Die Physiker", dass am Ende die eigentlichen Patienten normal sind und die Irrenärztin die eigentlich Verrückte ist.
- Groteske : Die Groteske ist das wichtigste Stilmittel um das Paradoxe darzustellen. Durch die groteske Darstellung bildet er gesellschaftliche Mißstände so verzerrt und verfremdet ab, dass sich der Zuschauer vom Geschehen distanziert und mögliche Folgen und Konsequenzen selbst erkennen kann.
- Provokation : Der Autor versucht die Leute zu provozieren, damit sie sich mit der Problematik auseinandersetzen. Wenn sich der Zuschauer provoziert fühlt, denkt er automatisch darüber nach.
- Parodie : Diese Form des ,,Spotts" ist eine Art der Dichter, Personen und Objekte, die eigentlich Autorität und Respekt beanspruchen, zu erniedrigen.
- Zufall : Der Zufall ruft am Ende von ,,Die Physiker" die schlimmstmögliche Wendung hervor: der eigentlich perfekte Plan Möbius` scheitert an der verrückten Ärztin. Dies kann nur passieren, weil Möbius alleine gegen die Zerstörung der Welt ankämpft. So schreibt Dürrenmatt in den ,, 21 Punkten zu den ,,Physikern" ": ,, Was alle angeht kö nnen nur alle lö sen. Jeder Versuch eines einzelnen, für sich zu lö sen, was alle angeht, muss scheitern. "3
- Einfall : Der Einfall legt die Grundgegebenheiten fest (Ort, Zeit, Handlung). Das große Aufkommen an Einfällen gibt der Handlung Tiefe und macht das Drama spannend.

4. Rezeptionsästhetische Aspekte anhand einer Umfrage

4.1. Statistische Ergebnisse

Frage 1: Wie gefallen Dir folgende Personen ? (Schulnoten 1-6: 1=sehr gut, 6= überhaupt nicht)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frage 2: Welche Eigenschaften passen am besten zu ,,Die Physiker"?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frage 3: Welche Themen spricht Dürrenmatt in diesem Drama an?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frage 4: Bewerte folgende Aussagen. (Aussagen siehe Fragebogen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frage 5: Was will Dürrenmatt durch das

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stilmitte l der

Paradoxie ausdrücken?

(genauer Wortlaut siehe Fragebogen)

Frage 6: Wie hat Dir das Stück insgesamt gefallen? (Schulnoten: 1=sehr gut, 6=überhaupt nicht)

4.2. Auswertung

Zu Frage 1:

Die Antworten auf die Frage nach der Beliebtheit der Charaktere sind recht normal ausgefallen. Möbius gefällt den meisten gut. Er ist die Figur, die am sinnvollsten handelt und am Ende trotzdem verliert; das erzeugt Mitleid beim Leser. Er versucht der Welt Gutes zu tun und ist in keinem Falle ein böser Charakter. Deshalb hat er wohl auch größtenteils gute Bewertungen bekommen. Durchschnittlich wurde ihm die Note 2,1 gegeben. Bei ,,Newton" und ,,Einstein" hatte ich eigentlich ungefähr die gleiche Wertung erwartet, da in Dürrenmatts Drama eigentlich nicht großartig unterschieden wird. Entgegen meiner Erwartung liegt Einstein (2,0) um 0,8 Notenpunkte vor Newton (2,8).

Mit Mathilde von Zahnd hat Dürrenmatt auch wieder sehr gut erreicht, was er wollte. Sie ist sehr unbeliebt bei den Schülern. Sie spielt ja auch schließlich die Rolle der ,,bösen Hexe", die am Ende alle überlistet hat und sie gefangen nimmt. Deshalb kommt sie auch nur auf einen Notendurchschnitt von 4,0.

Die Noten des für den Handlungsverlauf nicht sehr wichtigen Inspektor Voß sind relativ gleichmäßig auf alle Notenstufen verteilt. Er ist genau so unbeliebt wie beliebt, da er eigentlich nur Ermittler in seinem Fall ist und mit dem Geschehen um den Physiker Möbius wenig zu tun hat. Rechnerisch kommt man bei ihm auf einen Druchschnittswert von 2,9.

Zu Frage 2:

Die Frage nach den Eigenschaften des Dramas entsprach wiederum in wenigen Punkten meinen Erwartungen. Ich hätte viel mehr Stimmen bei tragisch, komisch und grotesk erwartet. Erstaunt hat mich auch, dass so wenige die Tragikomödie spannend fanden, da ich beim Lesen des Dramas sehr gespannt war, was als nächstes passieren würde. Weniger Stimmen habe ich bei emotional und poetisch erwartet, da eigentlich wenig Emotionen im Spiel sind, sondern nur rational gedacht wird und da auch keine poetischen Elemente in dem Stück vorkommen. Dürrenmatts eigentliche Aufgabe, die Leser zum Nachdenken zu inspirieren hat das Stück wohl bei den befragten Schülern verfehlt.

Zu Frage 3:

Bei der Frage nach den Themen, die Dürrenmatt in ,,Die Physiker" anspricht, waren die Schüler fast einer Meinung. Krieg (Atomwaffen), Wirtschaft und Politik kreuzte über die Hälfte der Befragten an, wobei Politik nicht unbedingt vollkommen richtig ist, da Dürrenmatt sich ja selbst nicht in politische Dinge einmischen wollte. Gentechnik kommt nicht in der Tragikomöde vor und wurde auch nur von drei Leuten gewählt. Verwunderlich ist, dass nur 2/3 Gesellschaftskritik angekreuzt haben, obwohl Dürrenmatt gerade die Gesellschaft durch seinen grotesken Stil kritisiert. Fast alle erkannten das Thema Verantwortung (Verantwortung der Physiker gegenüber der Welt) und alle 31 entschieden sich für Macht als Thema des Stückes. Hier ist klar die Macht Möbius` bzw. der Ärztin durch den Besitz der Weltformel ausschlaggebend. Religion bringt Friedrich Dürrenmatt in ,,Die Physiker" nicht unter (2 Stimmen) und Liebe wird auch nur nebensächlich erwähnt. Letzteres wählten trotzdem 14 Personen, also knapp die Hälfte der Befragten. Beim letzten Punkt waren sie sich wieder einig: 30 der 31 Schüler entschieden sich für Fortschritt (Entwicklung von Atomaren Technologien) als eines der Hauptthemen.

Zu Frage 4:

Die erste Frage ist eine sehr subjektive Frage. Genau so ist sie auch beantwortet worden: sehr verschieden. Alle Notenstufen kommen vor, wahrscheinlich stellen viele keine hohen Erwartungen an Schullektüren. Andererseits sind die meisten Noten im zweier- bis viererBrereich angesiedelt, d.h. es ist eben ein durchschnittliches Drama.

Das Ende kam für über 50% (18 mal Note 1) sehr überraschend. Diesen Überraschungseffekt will Dürrenmatt auch gerade anwenden, um die Leute zum Nachdenken anzuregen. Ungefähr genau so viele hätten wie Möbius gehandelt, wie es auch wiederum nicht getan hätten. Dazwischen liegen ein paar, die unentschlossen sind. Ich hätte mehr erwartet, die genauso wie Möbius gehandelt hätten, da er der Held der Tragikomödie ist und die Welt retten will. Er kann ja nichts dafür, dass er von Mathilde von Zahn überlistet wurde. Dass das Stück noch für zeitgemäß befunden wird, sieht man daran, dass knapp 60% der Befragten die Noten fünf und sechs dagegen ankreuzten, dass es veraltert sei. Noch krasser ist die Bewertung bei der Frage ausgefallen, ob man über solche ernste Themen wie Macht und Verantwortung nicht auch ernst schreiben sollte. Hier waren sich über 60% einig, dass Dürrenmatts Komödien-Stil der richtige Weg sei, ein solches Problem anzugehen. Den meisten befragten Schülern kam die Handlung nicht zu unwahrscheinlich vor. Bei über 50% beeinträchtigte die Unwahrscheinlichkeit der Handlung nicht die Nähe zum Text und den Bezug zu diesem (Noten 5 und 6). Knapp 10% hatten keinen Bezug zu den Themen. Bei der letzten Aussage hätte ich auch mehr schlechte Noten erwartet, da das Stück keinen geradlinigen Aufbau besitzt und größtenteils durch Zufälle bestimmt wird. Gerade mal 40% gaben dieser Aussage die schlechteste Note und weniger als 10% bewerteten sie mit der fünf. Der drittgrößte Teil liegt bei der Note drei mit ca. 20%.

Zu Frage 5:

Diese Frage wurde recht gut beantwortet. Durch das Stilmittel der Paradoxie will Dürrenmatt vor allem die Wirklichkeit darstellen. Damit stellt er also auch gleichzeitig die Verworrenheit des Lebens und die Unberechenbarkeit der ganzen Welt bzw. des Geschehens auf der Welt dar. Die Schönheit der Natur kommt nicht in diesem Stück vor und dieses romantische Bild ist auch kein für Dürrenmatt typisches Thema. Dürrenmatt will aber gerade dadurch, dass er eine so unwahrscheinliche Handlung wählt, die Welt als Chaos und die Unberechenbarkeit darstellen. Richtigerweise kreuzten deshalb auch nur 3 Personen ,,Die Unmöglichkeit des Geschehens in ,,Die Physiker"" an.

Zu Frage 6:

Die letzte Frage zur Gesamtbewertung des Stückes bestätigt die These, dass sich die Stücke von Dürrenmatt insgesamt einer großen Beliebtheit erfreuen. Zwar gaben nur 13% die Note ,,sehr gut", aber darauf folgen die Noten ,,gut" und ,,befriedigend" mit jeweils 39%. Nur 9% der Befragten gaben dem Stück schlechtere Bewertungen (Note vier - 6% und Note sechs - 3%).

Fazit:

Die Umfrage wurde im Großen und Ganzen so beantwortet, wie ich es erwartet hatte und bestätigt die relative hohe Beliebtheit der Lektüre. Erfreulich finde ich hierbei auch, dass bis auf vier Schüler alle ihre Fragebögen gewissenhaft ausgefüllt haben. Bei den besagten vier Fragebögen finden sich Begründungen wie z.B. das Stück sei eine ,,schwule Geschichte" weil ,,nur Idioten mitspielen". Diese absichtlich falsch ausgefüllten Bögen habe ich trotzdem in die Bewertung einbezogen, da sie unter 31 Personen die Ergebnisse nicht zu stark beeinflussen. ,,Die Physiker" wurde von den meisten Schülern verstanden und kam bei diesen auch gut an. Dies bestätigt meine Auffassung, dass diese Art von Literatur nicht nur in der Schule durchgenommen werden muss, sondern auch mit Freude freiwillig gelesen werden kann ohne den Druck des Zwanges auf sich lasten zu haben.

5. Bibliographie

Primärliteratur:

- Dürrenmatt, Friedrich, Die Physiker, Zürich, Diogenes, 1999

Sekundärliteratur:

- Berger, Thomas, Analysen und Reflexionen Band 65 : Friedrich Dürrenmatt ,,Die Physiker" Interpretationen und Materialien, Hollfeld, Beyer, 1998
- Bompiani, Valentino, Kindlers Literatur Lexikon, Weinheim, Zweiburgen Verlag, 1981
- Einsenbeis, Manfred, Lektürehilfen Friedrich Dürrenmatt ,,Die Physiker", Stuttgart, Klett, 2000
- Keller, Oskar, Friedrich Dürrenmatt ,,Die Physiker" : Interpretation von Oskar Keller, München, Oldenbourg, 1998
- Knapp, Gerhard P., Grundlagen und Gedanken ,,Die Physiker", Frankfurt a. Main, Diesterweg, 1999

Fragebogen zu Friedrich Dürrenmatts ,,Die Physiker"

1. Wie gefallen Dir folgende Personen? (Schulnoten: 1=sehr gut, 6=gar nicht)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Welche Eigenschaften passen am besten zu ,,Die Physiker"?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Welche Themen spricht Dürrenmatt in diesem Drama an?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Bewerte folgende Aussagen (nach Schulnoten: 1=Übereinstimmung, 6=Ablehnung).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Was will Dürrenmatt durch das Stilmittel der Paradoxie ausdrücken?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Wie hat Dir das Stück insgesamt gefallen? (Schulnoten: 1=sehr gut, 6=gar nicht)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ERKLÄRUNG

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe.

Insbesondere versichere ich, dass ich alle wörtlichen und sinngemäßen Übernahmen aus anderen Werken als solche kenntlich gemacht habe.

[...]


1 Vgl. Eisenbeis S.67 ³ Vgl. Eisenbeis S.68

2 siehe Eisenbeis S.67

3 siehe Berger, S.86

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Dürrenmatt, Friedrich - Zur Beliebtheit Dürrenmatt`scher Dramen
Veranstaltung
LK Deutsch
Autor
Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V100026
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
dramentheoretische und rezeptionsästhetische Überlegungen anhand des Dramas ,,Die Physiker"
Schlagworte
Dürrenmatt, Friedrich, Beliebtheit, Dürrenmatt`scher, Dramen, Deutsch
Arbeit zitieren
Jan Philipp Giel (Autor), 2000, Dürrenmatt, Friedrich - Zur Beliebtheit Dürrenmatt`scher Dramen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100026

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