Keller, Gottfried - Kleider machen Leute


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten


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Kleider machen Leute - eine Erzählung von Gottfried Keller

Die Geschichte

Die Erzählung handelt von einem armen Schneider, der durch eine Verwechslung für einen Graf gehalten wird.

Der Schneider, Wenzel Strapinski ist auf dem Weg von Seldwyla nach Goldach, weil er hofft dort eine neue Arbeitsstelle zu finden. Sein einziger Besitz sind seine schönen Sonntagskleider die er trägt, und einen Fingerhut. Als er so wandert, trifft er auf eine Kutsche. Der Kutscher bietet ihm an mitzufahren, und da es so nass und kalt ist, nimmt Wenzel das Angebot gerne an.

In Goldach angekommen, hält der Kutscher vor dem Gasthof zur Waage. Die Leute, die dort arbeiten, sind neugierig herangekommen, und als der grosse, blasse Wenzel aussteigt, sind sie überzeugt, einen grossen Herrn vor sich zu haben. Der Wirt führt ihn in den Speisesaal und bringt ihm die besten Speisen. Währenddem haben die Angestellten den Kutscher gefragt, wer denn dieser Herr sei, und der Kutscher hat wie durch Zufall gesagt, dies sei der Graf Strapinski. Als der Wirt also den armen Schneider so anspricht, ist dieser überrascht und kann kein Wort sagen.

An Nebentisch haben sich inzwischen die Dorfherren von Goldach niedergelassen und betrachten Wenzel neugierig. Sie wickeln Wenzel in ein Gespräch und laden ihn ein, mit ihnen den Herrn Amtsrat zu besuchen. Er nimmt das Angebot an, und als sie dort ankommen, wird er freudig aufgenommen. Alle Herren glauben, dass Wenzel ein Graf sei, nur Herr Melchior Böhni hat seine Zweifel. Aber da er sich an diesem Spiel erfreut, sagt er nichts. Der Amtsrat lädt Wenzel zum Abendessen ein, und stellt ihm seine Tochter Nettchen vor. Die beiden jungen Leute sind sofort voneinander angetan So lebt der Schneider eine Zeitlang in Goldach, doch sein schlechtes Gewissen lässt ihn nicht in Ruhe. Mehrere Male versucht er sich davonzuschleichen und jedes Mal hindert ihn jemand daran. Eines Abends ringt er sich durch und gibt bekannt, er müsse auf eine längere Geschäftsreise gehen. Als Nettchen dies hört, wird sie blass und läuft aus dem Raum. Wenzel geht ihr hinterher und bittet sie, seine Frau zu werden. Sie willigt freudig ein und auch der Amtsrat gibt seine Zustimmung.

Am Tag der Verlobung bricht die ganze Gesellschaft auf, um das Paar zu feiern. Leider ist der Amtsrat verhindert und auch Böhni erscheint nicht. Wie durch Zufall feiern Leute aus Seldwyla im gleichen Gasthof den Beginn des Faschings. Der alte Arbeitgeber von Wenzel entlarvt ihn als Lügner. Beschämt verlässt Wenzel die Gesellschaft und läuft gegen Seldwyla. Als Nettchen aus ihrem schockartigen Zustand endlich erwacht und begreift, was geschehen ist, macht sie sich auf den Weg, um Wenzel zu suchen. Sie findet ihn zusammengebrochen im Schnee.

Sie fahren zu einem nahegelegenen Bauernhof und dort erzählt Wenzel Nettchen die ganze Wahrheit. Nettchen begreift plötzlich, dass nur der Mensch selbst wichtig ist und nicht das äussere Aussehen. Sie will Wenzel trotz seines armen Daseins heiraten. Durch Fleiss und Sparsamkeit bauen Sie sich ein gutgehendes Geschäft in Seldwyla auf. Nach zwölf Jahren kehren die beiden zurück nach Goldach.

Die Personencharakterisierung

Wenzel Strapinski

Wenzel ist ein grundehrlicher, unsicherer und naiver Mensch. Er lässt sich schnell einschüchtern und geniesst als armer Schneider wenig Ansehen. Mit seiner neuen, zufälligen Rolle als Graf Strapinskiöffnet sich ihm eine bessere Welt. Ich denke, er geniesst es auch, obwohl er ein schlechtes Gewissen hat. Doch von sich aus hat er nie behauptet jemand anders zu sein. Da ihn sein schlechtes Gewissen nicht in Ruhe lässt versucht er sich dreimal davonzustehlen, doch es gelingt ihm nicht. Meistens ist es Nettchen die immer seinen Weg kreuzt, wenn er gehen will. Wenzel ist in Nettchen verliebt und darum ist es so schwer für ihn zu gehen.

Nettchen

Nettchen ist am Anfang ein stolzes, vom Vater verwöhntes Mädchen. Durch die Entdeckung des wahren Wenzels wächst sie. Sie lernt Menschen nicht mehr durch ihr Äusseres zu beurteilen, sondern auf den inneren Wert zu achten. Sie wird durch Wenzel zu einer erwachsenen und entschlossenen Frau.

Melchior Böhni

Er ist der verschmähte Verehrer von Nettchen und ein geborener Zweifler. Melchior hofft, Nettchen heiraten zu können, um an ihr Vermögen zu kommen. Er ist der einzige, der nicht glaubt, dass Wenzel ein Graf ist. Er findet die richtige Identität von Wenzel heraus, indem er nach Seldwyla geht und dort schnüffelt. Ich denke, durch seine Einwirkung haben sich die Seldwyler entschieden, in dem gleichen Gasthof zu feiern, wo auch die Goldacher die Verlobung feiern. Er möchte seinen Nebenbuhler vor allen Leuten entlarven, was ihm auch gelingt.

Der Amtsrat

Er ist der Vater von Nettchen. Er ist stolz darauf, dass so ein hoher Mann seine geliebte Tochter heiraten will. Er versäumt es jedoch, die genaue Herkunft von Wenzel nachzuprüfen und lässt sich vom äusseren Schein blenden.

Die Dorfherren

Sie sind tüchtig, geldgierig und egoistisch. Ich finde sie verändern sich während der ganzen Geschichte nicht. Sie denken sie wissen über alles und jeden Bescheid, aber sie beurteilen nur aufgrund des Äussern eines Menschen.

Zwischen ihnen und den Leuten aus Seldwyla lässt sich eine Parallele ziehen. Sie haben praktisch die gleichen Charakterzüge und trotzdem denken beide Gruppen, sie seien reicher und besser als die andere.

Interpretation

Die Geschichte gehört zu den Erzählungen von Seldwyla und ist gut verständlich geschrieben. Sie zeigt ironisch und doch humorvoll, wie manche Leute andere beurteilen. Ich denke Keller wollte mit dieser Erzählung die damaligen gesellschaftlichen Zustände kritisieren.

Wenzels Verhalten und Aussehen passt bestens ins Bild, das sich die Goldacher von einem Grafen machen. Sie haben einen Grund gesucht und auch bekommen, sich besser zu fühlen als die Seldwyler. Wenzel ist ihnen Mittel zum Zweck. Also macht sich Wenzel nicht selbst zum Grafen, sondern die Goldacher machen ihn dazu und bringen ihn damit in eine äusserst verzwickte Situation.

Kommentar

Als ich dieses Buch las, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass sich diese Geschichte vielleicht so um 1930 abgespielt haben könnte. Und ich war echt erstaunt, als ich las, dass Gottfried Keller dieses Buch 1874 geschrieben hat. Die Parallele zur heutigen Welt ist sehr stark vorhanden und genau das macht es so interessant. Denn auch in unserer Gesellschaft wird immer noch stark auf das Aussehen geachtet. Wir beurteilen Menschen auchöfters nur nach dem äusseren Schein und fast nie nach dem inneren Sein. Obwohl die Handlung selber veraltet ist, hätte sich diese Geschichte auch in unserer Zeit abspielen können. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen.

Autor

Gottfried Keller ist am 19. Juli 1819 in Zürich geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1824 muss er die Armenschule besuchen

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Keller, Gottfried - Kleider machen Leute
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V100033
Dateigröße
374 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Keller, Gottfried, Kleider, Leute, Thema Kleider machen Leute
Arbeit zitieren
Ladina Blum (Autor), 2000, Keller, Gottfried - Kleider machen Leute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100033

Kommentare

  • Gast am 26.5.2001

    LOB.

    alles sehr gut!
    ich muss ein vortrag darüber schreiben und ich habe genau die gleiche meinung!!

    Phil

  • Gast am 18.4.2002

    not bad.

    Deie vorstellungen von den Figuren stimmen mit meinen einigermaßen überein. Ich denke es wird mir helfen, da ich eine Charakterisierung irgend einer Person machen muss.
    Deutscharbeit *heul*

  • Gast am 4.3.2003

    kein tiefgang.

    Dieses Schriftstück mag zwar als einstimmung auf das Werk brauchbar sein aber der Tiefgang fehlt.
    Es wird in keiner Weise auf den hintergrund der Novelle noch der Zeit eingegangen.
    Es wird weiterhin weder das Werk Interpretiert noch auch nur Ansätze dafür gegeben.

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Titel: Keller, Gottfried - Kleider machen Leute



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