Zimmer-Bradley, Marion - Die Nebel von Avalon - Eine kritische Auseinandersetzung mit Personengestaltung und Erzählweise


Facharbeit (Schule), 2001

17 Seiten


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Gliederung:

1. Der Mythos um König Artus im Wandel der Zeit

2. Eine kritische Auseinandersetzung mit Personengestaltung und Erzählweise in ,,Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley
2.1 Personengestaltung: Innere und äußere Merkmale von
2.1.1 Morgaine, der Schwester von König Artus
2.1.2 Viviane, der Herrin vom See, und Morgaines Tante
2.1.3 Gwenhwyfar, der Gemahlin von Artus
2.1.4 Artus, dem König von Britannien
2.2 Erzähltechnische Mittel und ihre Funktion
2.2.1 Die Erzählsituation und ihre Wirkung
2.2.2 Der innere Monolog zur Wiedergabe der Gedanken
2.2.3 Zeitstruktur
2.2.4 Besondere Stilmittel und ihre Funktion

3. Kennzeichen eines Bestsellers
3.1 Was genau ist ein Bestseller?
3.2 ,,Die Nebel von Avalon" als Bestseller

4. Kennzeichen der Trivialliteratur
4.1 Definition
4.2 Ist der Roman ,,Die Nebel von Avalon" Trivialliteratur?

5. Die Artussage im Film ,,Der Merlin"

6. Zitatnachweise und Anmerkungen

7. Literaturverzeichnis

1. Der Mythos um König Artus im Wandel der Zeit

Der Mythos um König Artus begeistert die Menschen schon seit Jahrhunderten. Bereits im 9. Jahrhundert findet man den Namen Arthur in der ,,Historia Brittonum" des Nennius, eines britischen Histographens, und in den ,,Annales Cambriae" eines anonymen Autors1. In Frankreich entstand im 13. Jahrhundert der erste große Prosaroman über die Gralsritter, von dem sich der Engländer John Malory zu seiner Artusdichtung inspirieren lässt. Diese bietet uns heute noch die umfassendste Darstellung 2. Bekannter dagegen sind Wolfram von Eschenbachs ,,Parzival" und Gottfried von Straßburgs ,,Tristan", die im Mittelalter ihren Platz in der deutschen Dichtung fanden. Die Geschichte des Königs ist die wichtigste Legende der Briten. Schon viele Schriftsteller wagten sich an dieses Thema und schufen atemberaubende Literatur, die damals wie heute gerne gelesen wird. Sogar der Komponist Richard Wagner lässt sich von diesem Mythos fesseln und schreibt eine Oper über Artus. Ebenso ist die amerikanische Fantasy-Autorin Marion Zimmer Bradley, die 1930 in Albany, New York geboren wurde, von dieser Thematik fasziniert. Sie schrieb mehrere Geschichten für Science Fiction Magazine, bekannt wurde sie aber erst mit ihrem ,,Darkover-Zyklus", der 1972 veröffentlicht wurde. Im September 1999 erliegt sie im Alter von 69 Jahren einem Herzinfarkt. In ihrem Buch ,,Die Nebel von Avalon", das 1982 erschienen ist, erweckt sie Artus und seine Gefährten erneut zum Leben. Obwohl die Thematik schon so alt ist, bringt Frau Bradley tatsächlich Neues: Sie erzählt die Geschichte aus der Perspektive der daran beteiligten Frauen und wie sie das Leben der Ritter beeinflussen. Dadurch, dass Frauen erzählen, werden die Schwerpunkte anders gelegt als in allen bisherigen Werken. Hier werden Beziehungen und Emotionen erläutert und mehr vom Weg als vom Ziel beschrieben. Vom Umfang des Buches, nämlich 1116 Seiten, sollte sich niemand abschrecken lassen. Dieser ,,epische Roman über Leidenschaft und Kampf, Lust, schmerzliche Loyalität und quälende Zaubereien" 3 ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, so dass man nicht eher aufhören kann zu lesen, bis man endlich am Ende angelangt ist. Anschließend folgt nun eine Romananalyse, wobei der Schwerpunkt auf eine kritische Auseinandersetzung mit Personengestaltung und Erzählweise gesetzt wird. Außerdem soll festgestellt werden, ob dieses Buch die Kriterien für einen Bestseller erfüllt oder nur Trivialliteratur ist.

2.1 Personengestaltung

2.1.1 Innere und äußere Merkmale von Morgaine

Morgaine, die auch Morgan le Fay oder die Fee Morgana genannt wird, ist eine der wichtigsten Figuren in ,,Die Nebel von Avalon". Ihr Name bedeutet ,,Die Frau, die aus dem Meer kommt." Sie ist die Tochter von Igraine und dem Herzog Gorlois und wird auf der Burg Tintagel in Cornwall geboren. Sie ist klein, dunkel, zart und feingliedrig und sieht aus wie eine Fee. Ihr Haar ist dunkel, dicht und glatt. Ihre Mutter wundert sich oft, woher sie dieses Aussehen hat, da sie selbst groß und rothaarig ist. Auch ihrem Vater Gorlois sieht Morgaine kaum ähnlich. Schon als Kind ist sie sehr selbstbewusst und beharrt auf Selbstständigkeit, fällt aber wegen ihrem ruhigen Wesen keineswegs auf. Als der Herzog stirbt, heiratet Igraine Uther Pendragon, der Großkönig von Britannien wird. Morgaine hasst Uther, weil sich ihre Mutter nur noch um ihn kümmert und sie sich vernachlässigt fühlt. Sie ist es auch, die immer auf ihren Halbbruder Gwydion aufpassen muss. Als dann ihre Tante Viviane den Vorschlag macht mit ihr nach Avalon zu gehen, stimmt sie bereitwillig zu. Denn Viviane findet auch, dass Morgaine zu klug und zu ernsthaft für ein Leben am Hof ist. Obwohl Morgaine damals erst elf Jahre alt ist, ist sie ergriffen und voller Ehrfurcht, als sie Avalon zum ersten Mal sieht. Sie hat das Gefühl nach Hause zu kommen und vergisst den ersten Anblick nie. Während ihrer sieben Jahre dauernden Ausbildung zur Priesterin lernt sie Harfe spielen, die Gabe des Gesichts zu nutzen, sich geräuschlos zu bewegen und vieles mehr. Danach erhält sie nach bestandener Prüfung den blauen Halbmond auf die Stirn, das Zeichen der Priesterinnen. Wegen all diesem Wissen, auch über Kräuter und Magie, halten sie viele Menschen für eine böse Hexe.

Bei einem alten Ritual muss Morgaine als jungfräuliche Jägerin teilnehmen und mit dem Hirschkönig schlafen. Am nächsten Morgen findet sie heraus, dass Artus, ihr Bruder, ihr Gefährte war. In dieser Nacht wird ihr gemeinsamer Sohn Mordred gezeugt, von dem Artus erst viele Jahre später erfährt.

Als König Uther stirbt, bestickt Morgaine eine Scheide für das Zauberschwert Excalibur, das Artus zu seiner Krönung bekommt. In die Scheide sind Zaubersprüche gewebt, die Artus bei all seinen Kämpfen schützen sollen. Nach diesem Auftrag verlässt Morgaine Avalon, um zu ihrer Tante Morgause zu gehen. Dort bringt sie ihren Sohn Mordred zur Welt, den sie bei ihrer Tante lässt, als sie deren Hof verlässt. Morgaine geht an den Hof von Caerleon, an dem sie die erste Hofdame Gwenhwyfars, der Gemahlin von König Artus, wird. Hier trifft sie Vivianes Sohn Lancelot wieder, den sie zutiefst verehrt. Dieser hat aber nur Augen für Gwenhwyfar. Morgaine erträgt dies nicht und verlässt Caerleon. Eigentlich will sie zurück nach Avalon, verirrt sich aber stattdessen im Feenland. Dort ist sie zu Gast auf Burg Chariot. Sie meint etwa fünf bis dreizehn Tage an diesem geheimnisvollen Ort verbracht zu haben, in der wirklichen Welt sind aber fünf Jahre vergangen. Inzwischen ist ihre Mutter Igraine verstorben und Artus ist mit seinem gesamten Hofstaat auf seine neue Burg Camelot gezogen. Weil sie noch immer nicht verkraften kann, dass Lancelot in Gwen verliebt ist, wendet sie eine List an, damit Lance Elaine, eine Hofdame Gwens, heiratet. Seitdem hasst Gwenhwyfar Morgaine. Darauf muss Morgaine, nach einer Intrige Gwens, den alten Uriens von Nordwales heiraten, obwohl sie eigentlich dessen Sohn Accolon will. Sie ist nun Herzogin von Cornwall und Königin von Nordwales. Uriens ist viel zu alt für Morgaine und ihre Sehnsucht nach Avalon wächst immer mehr. Erst als Accolon wieder an ihren Hof zurückkehrt, fühlt sich Morgaine besser. Sie verlieben sich ineinander. Durch ihn erkennt sie, dass sie immer noch eine Priesterin ist und versucht deshalb, sich wieder an alles zu erinnern, was sie damals gelernt hat. Morgaine will Accolon auf den Thron bringen, wenn sein Vater stirbt. Denn nur durch ihn wird der alte Glaube aufrecht erhalten.

Als Artus einen christlichen Eid auf Excalibur schwört, wird Morgaine wütend und fordert von Artus das Schwert zurück, wenn er seinen Schwur an Avalon bricht. Artus weigert sich und ein Kampf zwischen ihm und Accolon bricht aus, bei dem Accolon stirbt. Morgaine ist verzweifelt, nimmt Artus die Schwertscheide ab, geht nach Avalon und wirft sie dort in den See. Danach geht sie nach Tintagel und kapselt sich vollkommen von der Welt ab, weil ihr nach Accolons Tod alles egal ist. Der Merlin Kevin überzeugt sie aber davon, dass sie in Avalon gebraucht wird. Morgaine ist jetzt Herrin vom See. Sie erlebt, wie Artus Mordred im Kampf tötet und kurz darauf selbst stirbt. Auf Morgaines Befehl wirft Lancelot das Schwert Excalibur in den See.

Avalon verschwindet immer weiter in den Nebeln und Morgaine bleibt dort bis zu ihrem Tod. Sie muss einsehen, dass das Christentum über ihre alte Religion gesiegt hat.

2.1.2 Innere und äußere Merkmale von Viviane

Viviane ist die Herrin vom See und somit die höchste Priesterin auf Avalon. Sie ist die Tochter von Taliesin, dem Merlin, und einer hohen Priesterin. Ihr Aussehen gleicht dem Morgaines. Sie ist nicht viel größer als ein gutgewachsenes acht- oder zehnjähriges Mädchen. Ihr Gesicht ist klein, dunkel und dreieckig mit einer niedrigen Stirn unter schwarzen Haaren, die dunklen Augen wirken groß. Ihre Größe gleicht sie aber durch ihre tiefe, volle Stimme wieder aus. Da auch sie Priesterin ist, ist sie sehr heilkundig. ,,Gott hat mich für würdig befunden, mir die Kunst des Heilens zu schenken." So rechtfertigt sie ihr Wissen immer vor den Menschen.

Viviane hat zwei Söhne, Balan und Galahad (= Lancelot), die aber beide bei Zieheltern aufwachsen. Sie liebt alle beide, ist aber oft traurig, weil sie keine Tochter hat. Deshalb ist sie sehr froh als Morgaine sich bereit erklärt mit nach Avalon zu gehen. Viviane sieht Morgaine oft als ihre Tochter an. Vivianes Sohn Lancelot wächst bei seinem Vater Ban in der Bretagne auf. Sie möchte, dass Lance zum Druiden erzogen wird, er weigert sich aber, weil er Ritter werden will. So entfremden sich beide voneinander.

Weil ihr immer nur Furcht, Ehrfurcht oder Ehrerbietung entgegen gebracht wird, beneidet Viviane Igraine, ihre Halbschwester, um die Liebe, die sie erleben durfte. Viviane hat nie erfahren, was es heißt von einem Mann wirklich geliebt zu werden.

Merlin und Viviane arbeiteten eng zusammen, um Artus auf den Thron zu bringen, weil sie glauben nur durch ihn werde der alte Glaube erhalten. Sie legen Artus die Prüfung als Hirschkönig auf und Viviane sucht Morgaine als jungfräuliche Jägerin aus, obwohl sie weiß, dass die beiden Geschwister sind. Viviane tut dies, weil sie zu wissen glaubt, was für jeden Mann und jede Frau das Beste ist. Sie ist sich zu sicher, den Willen der Göttin allein zu kennen.

Als Artus erkennen lässt, dass er dem alten Glauben abtrünnig wird, holt Viviane Morgaines Sohn Mordred nach Avalon, um ihn zum Druiden erziehen zu lassen. Er soll außerdem darauf vorbereitet werden, Artus' Nachfolge anzutreten. Dies könne man erreichen, weil Gwenhwyfar immer noch keinen Erben zur Welt gebracht hat.

Viviane geht an einem Pfingstfest nach Camelot, um Artus noch einmal an seinen Eid auf Avalon zu erinnern. Dort wird sie aber von Balin, dem Stiefbruder ihres Sohnes Balan, ermordet. Dieser glaubt nämlich, sie habe seine Mutter Priscilla durch üble Zauberei getötet. Priscilla war aber in der Tat sehr krank und Viviane konnte ihr trotz ihrer Heilkundigkeit nicht helfen.

Obwohl sich Morgaine heftig dagegen wehrt, wird Viviane auf Artus' Wunsch auf der Insel Glastonbury und nicht auf Avalon beerdigt.

2.1.3 Innere und äußere Merkmale von Gwenhwyfar

Gwenhwyfar ist die älteste Tochter von König Leodegranz. Sie ist schon als Kind von bezaubernder Schönheit. Sie hat blasse Haut wie Elfenbein mit einem Anflug von rosa, himmelblaue Augen und lange, blonde Haare. Ihre Kindheit verbringt sie hauptsächlich im Kloster von Glastonbury. Glastonbury befindet sich auf derselben Insel wie Avalon, aber beide gehören verschiedenen Welten an. Einmal verirrt sich Gwenhwyfar nach Avalon, als die Nebel dünn sind. Morgaine und Lancelot finden sie und bringen sie wieder in ihre Welt zurück. Schon hier, bei ihrem ersten Treffen, verlieben sich Lancelot und Gwenhwyfar ineinander.

Als sie fast 18 Jahre alt ist, wird sie mit König Artus verheiratet. Sie ist nicht glücklich mit dieser Heirat und würde lieber Nonne werden und im Kloster leben, aber sie muss sich dem Willen ihres Vaters beugen. Auf der Reise nach Caerleon, wo Artus sie erwartet, fühlt sie sich krank und unwohl, weil sie Angst vor dem weiten Land hat. Der Himmel scheint sie mit seinem Gewicht zu erdrücken und so verbringt sie die ganze Reise in einer Sänfte. Gwen fühlt sich nur im Haus und hinter dicken Mauern sicher. Nach ihrer Ankunft an Artus' Hof fügt sie sich aber schnell in die Rolle der Königin und sie ist ebenfalls eine gute Hausfrau. Außerdem ist Gwenhwyfar sehr christlich und fromm. Sie glaubt, dass Frauen sich besonders darum bemühen müssen, dem Willen Gottes zu gehorchen, weil durch die Frau die Erbsünde in die Welt gekommen war. ,,Keine Frau durfte je vergessen, daß es ihre Pflicht war, das Vergehen im Garten Eden zu sühnen. (...) Alle Frauen waren Sünderinnen; sie hatten nie die Möglichkeit gehabt, etwas anderes zu sein." Deshalb überredet sie Artus auch, seinen Schwur an Avalon zu brechen. Sie hält diesen Eid an Avalon für gefährlich und Gottes Strafe dafür ist, dass sie nicht schwanger wird. Gwen macht sich große Vorwürfe deswegen und überzeugt Artus letztendlich, unter einem christlichen Banner in die Schlacht zu ziehen. Insgesamt wird Gwenhwyfar nur dreimal schwanger, verliert aber das Kind jedes Mal. Dadurch entwickelt sie sich zu einer stillen und nachdenklichen Königin. Sie ist sogar schon so verzweifelt, dass sie Morgaine um einen Zauber bittet, damit sie ein Kind austragen kann. An ihren Fehlgeburten ist aber Morgaines' Tante Morgause schuld, die Gwen jedes Mal, wenn sie schwanger ist, Gift ins Essen tun lässt, damit sie ihr Kind verliert. Morgause hat nämlich die Absicht, ihre Söhne auf den Thron zu bringen. Währenddessen aber überredet Artus Gwen, an Beltane mit Lancelot zu schlafen. Eine Affäre zwischen den beiden beginnt. Als Artus bei einer Schlacht gegen die Sachsen ist, wird Gwen von ihrem Halbbruder Meleagrant entführt, vergewaltigt und gefangengenommen. Meleagrant will das Königreich, das Gwenhwyfar nach dem Tod ihres Vaters geerbt hat. Lancelot rettet sie aus dieser Notlage und bringt ihren Halbbruder um. Danach sind sie während Artus' Abwesenheit öffentlich Geliebte.

Gwen ist erschüttert, als Artus von seinem Sohn Mordred erfährt. Sie glaubt, weil Artus gesündigt hat, straft sie Gott mit Unfruchtbarkeit. Beide streiten sich miteinander, weil Artus seinen Sohn kennen lernen möchte.

Mordred kommt aber unerwartet nach Camelot, um ein Ritter der Tafelrunde zu werden. Er durchschaut das Verhältnis von Lancelot und Gwen und wendet eine List an, damit die beiden im Bett erwischt werden. Darauf flieht Lancelot und Gwenhwyfar geht ins Kloster, um für immer dort zu bleiben.

2.1.4 Innere und äußere Merkmale von Artus

Artus ist das einzige Kind von König Uther und Igraine. Sein eigentlicher Name ist Gwydion, was soviel wie ,,der Strahlende" bedeutet. Da dies aber kein christlicher Name ist, lässt Uther ihn auf den Namen Artus taufen. Er ist blond und hat graue, ernste Augen. Schon als Kind ist er kräftig und wagemutig, aber auch gehorsam. Als er als Junge von einem Pferd stürzt und fast daran stirbt, vermutet man einen Mordanschlag. Auf Anraten Morgaines wird er mit sechs Jahren zu Ectorius, einem treuen Gefolgsmann Uthers geschickt. Artus wird von Ectorius nach römischer Art erzogen und lernt bei ihm das Kriegshandwerk. Auf Anweisung Merlins lernt er aber auch beim Kleinen Volk die uralten Bräuche Britanniens. Nach Uthers Tod folgt ihm Artus auf den Thron. Zuerst muss er aber einige Prüfungen bestehen, die ihm Viviane und der Merlin auferlegen. Er muss als Hirschkönig mit den Hirschen rennen und mit der jungfräulichen Jägerin schlafen. Als Artus nach dieser Nacht erkennt, dass Morgaine seine Gefährtin war, ist für ihn sicher, dass er nie eine Frau mehr lieben kann. ,,Du wirst immer alle Frauen für mich sein. In dir werde ich immer die Göttin sehen." Dies sind seine Worte zu Morgaine.

Zu seiner Krönung erhält er das Schwert Excalibur, das ihn sicher durch alle Kämpfe mit den Sachsen bringen soll.

Artus ist ein guter König und möchte, dass alle glücklich sind. Er weckt in allen Liebe und Treue, das ist das Geheimnis seiner Herrschaft. Aber auch er leidet darunter, dass Gwenhwyfar ihm keinen Erben zur Welt bringt. Er sagt sogar einmal zu ihr, sie könne alles von ihm verlangen, was in seiner Macht stehe, wenn sie nur einen Sohn zur Welt bringe. Da er nicht weiß, dass er schon einen Sohn hat, glaubt er, er sei unfruchtbar und bittet deshalb Gwen mit Lancelot zu schlafen. Er ahnt nämlich nicht, dass die beiden unsterblich ineinander verliebt sind. Lancelot ist Artus' bester Freund und er würde nie etwas Schlechtes von ihm denken.

Als Artus von seinem Sohn Mordred erfährt ist er zuerst schockiert, aber danach ist er auch glücklich, weil er jetzt endlich weiß, das er zeugungsfähig ist. Er möchte Mordred gerne kennen lernen. Sie treffen sich zum ersten Mal, als Mordred unerwartet nach Camelot kommt. Dort wird er zum Ritter geschlagen und als Lancelots Sohn Galahad stirbt, wird er offizieller Thronerbe. Inzwischen schwört Artus einen christlichen Eid auf Excalibur und fordert damit Morgaines Zorn heraus, die auch sofort das Schwert zurückfordert, weil er seinen Eid an Avalon endgültig gebrochen hat. Im Feenreich kämpfen Accolon und Artus um Excalibur, wobei Accolon stirbt.

Nachdem Mordred Lancelot und Gwen entlarvt hat, ist Artus furchtbar wütend auf ihn.

Zwischen den beiden bricht ein Kampf aus, bei dem Artus Mordred tötet. Aber auch Artus wird schwer verwundet und stirbt kurz darauf.

2.2 Erzähltechnische Mittel und ihre Funktion

2.2.1 Die Erzählsituation und ihre Wirkung

Der Roman ,,Die Nebel von Avalon" ist aufgeteilt in vier Bücher, die jeweils ein Hauptthema haben. Das erste Buch trägt die Überschrift ,,Die Hohepriesterin" und gibt uns Auskunft über das Leben Igraines und danach über Morgaines Werdegang zur Priesterin. Als nächstes folgt das Buch mit dem Titel ,,Die Königin", das hauptsächlich von Gwenhwyfar handelt. Diesem folgt ein weiterer Abschnitt, der die Überschrift ,,Der Hirschkönig" trägt. Morgaine steht hier im Mittelpunkt, aber auch Artus, weil er zum ersten Mal von seinem Sohn erfährt. Das letzte große Kapitel heißt ,,Der Verräter", in dem Mordred nach Camelot kommt. Der Prolog am Anfang führt zur Thematik hin und der Epilog am Schluss rundet das Buch ab. Im Prolog, der von Seite sieben bis neun reicht, erzählt Morgaine aus ihrem Blickwinkel das vergangene Geschehen. Es ist eine Ich-Erzählung und die neutrale Erzählsituation ist überwiegend vorherrschend. Morgaine wendet sich direkt an den Leser, indem sie sagt, ,,und ich erzähle euch diese Dinge" , und somit ist der Leser nicht unmittelbar anwesend. Es wird eine gewisse Distanz erzeugt. Der Rest des Romans ist hauptsächlich personal erzählt. Das fortlaufende Geschehen wird aber immer wieder durch Einschübe unterbrochen, die, wie auch der Prolog, mit ,,Morgaine erzählt..." anfangen. In diesen Passagen gibt Morgaine, die einzige Ich-Erzählerin im Buch, aus ihrer subjektiven Sicht Ereignisse kurz zusammengefasst wieder oder äußert ihre Gedanken und Gefühle zu einem Thema.

,,Morgaine erzählt...

Selbst in dieser Mittsommernacht, als wir unter den Sternen beisammen lagen, wusste ich, daßmich weniger die Liebe leitete, als die leidenschaftliche Macht zur magischen Handlung. (...)" Sie erzählt sowohl über sich, als auch über andere. Morgaine gibt aber keine Wertungen ab, sie drückt alles nur so aus, wie sie es sieht.

In den personalen Abschnitten ist der Leser unmittelbar dabei. Die Erzählperspektiven wechseln aber im Lauf des Romans häufig. So lernt man die Gefühle und Ansichten vieler Personen kennen. Man kann sich ein abgerundetes Bild von der Geschichte machen und selbst entscheiden, auf welcher Seite man steht. Hier dominiert, im Gegensatz zu den Einschüben, immer ein Er-Erzähler. Innen- und Außensicht wechseln dabei ständig ab, wobei die Gedankengänge immer durch Schrägdruck gekennzeichnet sind, was im Folgenden noch genauer erläutert wird.

Abschließend kann man sagen, dass die Erzählsituation einsichtig ist und sich der Leser dadurch gut in das Geschehen hineinversetzten kann.

2.2.2 Der innere Monolog zur Wiedergabe der Gedanken

Wie schon oben kurz erwähnt, werden Gedanken und innerer Monolog in diesem Roman immer schräg gedruckt dargestellt. Dies hat den Vorteil, dass der Leser schon ohne zu lesen weiß, dass die Innensicht einer Person folgt. Die inneren Monologe bestehen manchmal nur aus einem Satz, können sich aber auch bis auf fast eine Seite ausdehnen. Es zieht sich vollständig durch das ganze Buch und die wechselnden Perspektiven. Man lernt die Gefühle Morgaines, Vivianes und auch Gwenhwyfars kennen und kann sich dadurch bestens in das Geschehen hineinversetzen und sich bildlich vorstellen was passiert. Gedanken, Ahnungen und Assoziationen der Person werden durch den inneren Monolog in der Ich-Form und im Präsens wiedergegeben. Dies bewirkt, dass die Erzählzeit länger als die erzählte Zeit wird.

,,Vielleicht ist es das Schwert selbst, das sich mit Artus' Seele und Königtum verbunden hat. Vielleicht wird es mich töten, wenn ich versuche, es ihm wegzunehmen... Wage ich, mich dem Willen eines magischen Zeichens entgegenzustellen?" 10

Dies sind die Gedanken Morgaines, als König Artus auf Excalibur einen christlichen Eid geschworen hat. Es ist ein perfektes Beispiel für inneren Monolog. Ohne hinführende Worte wie ,,sie dachte" oder Ähnliches, stehen diese Sätze mitten im Text. Marion Zimmer Bradley schafft durch diesen Stil einen andauernden Wechsel zwischen Innen- und Außensicht, was die Handlung abwechslungsreich und spannend macht. Das Buch wird durch das geschickte Einsetzten von inneren Monologen nie langweilig.

2.2.3 Zeitstruktur

Das Geschehen in diesem Roman ist chronologisch erzählt. Rückblicke erfolgen nur im Prolog und in den Einschüben, in denen Morgaine schon sehr alt ist, als sie erzählt. Sie blickt auf die vergangenen Ereignisse zurück und fängt an zu berichten. Dies zeigt sich auch mitten im Buch, z.B. ,,Wenn die Menschen feststellten, dass ich jung blieb, nannten sie mich immer öfter Fee oder Hexe. Aber das war lange, lange danach." 11

Das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit ist ziemlich gleich, das heißt es herrscht hauptsächlich Zeitdeckung vor. Man braucht etwa dieselbe Zeit um den Text zu lesen, wie er in Wirklichkeit auch brauchen würde. Das zeitdeckende Erzählen wird manchmal auch durch szenische Darstellung unterstützt, wie zum Beispiel in Dialogen.

Dies ändert sich nur in den Einschüben wenn ,,Morgaine erzählt...". Hier fasst sie oft mehrere Jahre oder Geschehnisse kurz zusammen und leitet zu einem neuen Thema über. In diesen Passagen überwiegt die Zeitraffung, was bedeutet, dass die Erzählzeit viel kürzer ist als die erzählte Zeit. Diese Zusammenfassungen sind notwendig, da der Roman sonst noch größere Ausmaße eingenommen hätte.

Im Großen und Ganzen ist die Zeitstruktur nicht allzu kompliziert, da kein zu häufiger Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit herrscht. Der Leser kann sich leicht auf den gewählten Stil einstellen.

2.2.4 Besondere Stilmittel und ihre Funktion

Als besonderes Stilmittel kann man den Symbolgehalt der Insel Avalon ansehen. Avalon ist ein Rückzugspunkt für alle, welche die Insel erreichen können. Hier herrscht immer Frieden und man wird von den Problemen der Außenwelt nicht belastet. Aber trotzdem ist man nicht abgeschottet. Die Priesterinnen und Druiden können durch die Gabe des Gesichts immer erfahren, was in der anderen Welt geschieht. Marion Zimmer Bradley setzt diesen Ort geschickt in das Geschehen ein. Obwohl der Ort nicht real ist, wird er als normaler Zufluchtsort dargestellt. Erst gegen Ende des Buches, als das Christentum über den alten Glauben siegt, entrückt Avalon immer mehr unserer Welt und gerät so in Vergessenheit. Avalon steht für den Unterschlupf, den jeder Mensch hat, um nachzudenken, abzuschalten oder Pläne zu schmieden.

Darüber hinaus setzt die Autorin geschickt Vergleiche ein, die zum besseren Vorstellungsvermögen dienen. Eine Insel sieht z.B. aus ,,wie ein schlafender Drache" 12 oder Morgaine wird einmal als ,,wie schmelzendes Eis" 13 bezeichnet. Der Leser kann sich dadurch leichter in das Geschehen hineinversetzten und sich alles bildlich vorstellen. Ein weiteres stilistisches Merkmal ist, dass Morgaine sich an die Geschichte des König Ödipus erinnert, die Taliesin, der Merlin einmal erzählt hat. Der Name Ödipus wird zwar nicht genannt, man erkennt aber trotzdem sofort, dass es sich um diese Geschichte handelt. Morgaine denkt daran, als ihr einfällt, dass kein Mann und auch keine Frau dem Schicksal entgehen kann und dass sie und Artus wie Ödipus aus Unwissenheit gehandelt haben. ¹ Diese Stilmittel haben alle die Funktion, die Handlung lebendiger und wirklicher erscheinen zu lassen. Außerdem werden bestimmte wichtige Ereignisse dadurch hervorgehoben und anschaulicher gemacht oder auch ausgeschmückt.

3. Kennzeichen eines Bestsellers

3.1 Was genau ist ein Bestseller?

Es gibt viele Definitionen des Wortes ,,Bestseller". ,,Der Grosse Brockhaus" zum Beispiel, erläutert Bestseller als ,,besonders erfolgreiche Bücher, die schnell große Auflagen erleben, meist Romane" ¹

Wenn ein Buch sachkundig und lebendig dargestellt ist und die Thematik breiteste Leserschichten anrührt, hat man schon gute Voraussetzungen, damit das Buch auf die Bestsellerlisten kommt. Denn erst die breite Masse kann literarischen Massenerfolg heraufführen. Dieser Durchschnitt versucht in der Lektüre Wünsche zu befriedigen, die das reale Leben nicht erfüllt. Sinn und Emotionen müssen bis zum Schluss fesselnd sein, dann ist ein Buch schön. ,,Erst in zweiter Linie tritt dahinter die literarische Wertung beim Erfolgsbuch in Erscheinung." ¹ Die Empfehlung von Mensch zu Mensch hat für den Durchschnittsleser mehr Gewicht, als alle öffentlichen Besprechungen. ,,Der Eindruck, dieselben Gedanken gehabt, dieselben Gefühle empfunden, dieselben Erlebnisse gehabt zu haben, wird am Häufigsten von Lesern eines Erfolgsbuches erwähnt." ¹

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob sich Bestseller machen lassen. Peter Uwe Hohendahl sagt: ,,Der zeitgenössische Bestseller ist nicht mehr, wie noch im 19. Jahrhundert zufälliger, sondern geplanter Erfolg, bei dem alle Möglichkeiten des Marketing und der Promotion eingesetzt werden." ¹ Siegfried Sterner dagegen behauptet, dass man Bestseller nicht machen kann. Man könne zwar viel zum Erfolg eines Buches beitragen, aber nicht schon von vorneherein bestimmen, ob es den Rang eines Bestsellers erhält. ¹

Ich persönlich bin auch der Ansicht, dass man Bestseller nicht machen kann. Wenn man ein Buch schreibt, kann man zwar bestimmte Kriterien beachten, aber man weiß nicht, ob der Stoff und der persönliche Stil viele Leser ansprechen. Ich würde sagen, das hat auch viel mit Glück zu tun.

3.2 ,,Die Nebel von Avalon" als Bestseller

Im folgenden wird nun analysiert, ob der Roman ,,Die Nebel von Avalon" wirklich ein Bestseller ist. Laut der Definition des ,,Grossen Brockhaus", hat das Buch den Titel verdient, da es sich millionenmal verkauft hat und auch monatelang in den Bestsellerlisten war, sowohl in Amerika, als auch in Deutschland.

Der fantastische Erfolg lässt sich hauptsächlich darauf zurückführen, dass das Buch spannend ist vom Anfang bis zur letzten Seite. Es ist so fesselnd geschrieben, dass man sich nicht davon losreißen kann. Man ist fasziniert davon, wie die Frauen im Hintergrund die Männer beeinflussen und man fiebert mit im Konflikt von Naturreligion und Christentum. Durch diesen Roman kann sich der Leser aus dem oft grauen und langweiligen Alltagsleben in eine bunte, schillernde Fantasiewelt flüchten.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch aber kein geplanter Bestseller. Marion Zimmer Bradley war einfach begeistert von der Artussage und wollte nur die Schwerpunkte anders setzten. Ich denke nicht, dass sie damit gerechnet hat, soviel Erfolg zu erzielen. Denn schon allein der Umfang lässt annehmen, dass sie nicht von vorneherein einen Bestseller schreiben wollte.

Für mich persönlich glaube ich aber, dass hauptsächlich Frauen ,,Die Nebel von Avalon" schätzen, da das Buch aus der Perspektive der Frauen erzählt ist und Männer sich damit nicht identifizieren können. Es ist kein ,,Emanzen-Roman", aber ich denke es fällt Männern schwerer von diesem Buch fasziniert zu sein.

4. Kennzeichen der Trivialliteratur

4.1 Definition

Was genau ist Trivialliteratur? Das Wort trivial stammt von dem lateinischen Wort ,,trivialis" ab, was soviel wie gewöhnlich bedeutet. Man verwendet heute trivial auch noch als Fremdwort und man meint damit abgedroschen, belanglos oder alltäglich. Als Trivialliteratur wird hauptsächlich Unterhaltungsliteratur bezeichnet, was durchaus auch abschätzig gemeint sein kann. Vor allem in früheren Zeiten wurde Triviales einfach als Schund abgeurteilt. Inhaltlich hatte man die Trivialerzählungen wiederholt in die Nähe des Volksmärchen gerückt.

Heute ist man nicht mehr so streng. ,,Trivialliteratur kann nicht als Spezialgebiet mit eigenen literarischen Gesetzmäßigkeiten aufgefasst werden, sondern muss im Rahmen ästhetischer Literatur überhaupt behandelt werden." 20

Trivialliteratur wird geschrieben und gelesen, um zu unterhalten. Der Autor befreit sich aus arbeitstechnischen und sozialen Zwängen und schreibt ein Buch, in dem sich der Leser mit den Figuren identifizieren kann, meistens mit Happy End. Aufbau, Inhalt und Sprache sind einfach, damit man ohne groß nachzudenken das Buch lesen kann. Inhaltlich werden oft Extreme dargestellt, wie sehr gut gegen sehr schlecht. Typisch für Trivialliteratur sind Liebes, Abenteuer- und Familienromane aber auch Krimis a la Agatha Christie. ,,Die Trivialliteratur verdankt ihre massenhafte Verbreitung der Tatsache, dass sie elementare Bedürfnisse ihrer Konsumenten befriedigt."21

Viele Menschen benötigen ein Medium wie Unterhaltungsliteratur, um Ablenkung und Ausgleich von ihrer Lebens-, Schul- und Arbeitswelt zu finden.

4.2 Ist der Roman ,,Die Nebel von Avalon" Trivialliteratur?

Für mich ist ,,Die Nebel von Avalon" mehr als nur Trivialliteratur. Obwohl man dieses Buch zur Unterhaltung und zur Ablenkung vom Alltag liest, hat es auch anspruchsvolle Passagen. Der Leser muss sich teilweise stark konzentrieren, um die alte Naturreligion und ihre Mythen zu verstehen. Auch der Werdegang einer Priesterin ist nicht verständlich, wenn man ihn nur überfliegt. Nach einer gewissen ,,Einlesezeit" gewöhnt man sich aber an den Stil und ist gefesselt von diesem Roman.

Das für Trivialliteratur übliche Happy End fehlt hier. Morgaine muss sich nämlich eingestehen, dass das Christentum gesiegt hat und ihre Religion immer mehr in Vergessenheit gerät. Bei einem Happy End wäre das genau umgekehrt. So zieht sich Morgaine auf Avalon zurück, das immer mehr in den Nebeln versinkt und sich deswegen von der realen Welt unaufhörlich entfernt.

Auch der Aufbau des Buches ist für Trivialliteratur eher untypisch, wegen den Einschüben, in denen Morgaine erzählt. Der Leser muss sich erst wieder auf den Wechsel der Perspektive und des Er- und Ich-Erzählers umstellen. Der Fluss des Geschehens wird dadurch unterbrochen.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch eher ein historischer Roman, ein Ritter- oder Mythenroman, als ein Trivialroman. Außerdem kann man ihn in die Stilrichtung Moderner Romane einordnen. Ein Kennzeichen dafür sind die Bewusstseinsströme, durch die Gedanken ausgedrückt werden, aber auch, dass immer wieder Rückblicke stattfinden, obwohl die Geschichte hauptsächlich chronologisch ist.

Darüber hinaus glaube ich nicht, dass reine Unterhaltungsliteratur so lange einen Platz in den Bestsellerlisten finden würde, wie dieses Buch. Abschließend kann man sagen, dass ,,Die Nebel von Avalon" ein Bestseller ist, der zwar einige Kriterien von Trivialliteratur erfüllt, aber nicht wirklich dazu zählt.

5. Die Artussage im Film ,,Der Merlin"

Wie schon gesagt, begeistert der Mythos um König Artus die Menschen schon seit Jahrhunderten und zwar nicht nur Schriftsteller, sondern auch Drehbuchautoren und Filmproduzenten. Filme wie ,,Camelot", ,,Excalibur" und ,,Der Erste Ritter" sind wohlbekannt. 1998 entstand in den USA ein weiterer Film um diese Sage mit Sam Neill, Miranda Richardson und Isabella Rossellini in den Hauptrollen. Sein Titel ist ,,Der Merlin". Es ist einer der wenigen Filme, der Parallelen zu ,,Die Nebel von Avalon" aufweist, obwohl auch hier wieder aus der Perspektive eines Mannes berichtet wird. Merlin, die Hauptfigur, wurde von der bösen Königin Mab erschaffen, um die Menschen auf den Weg der alten Religion zurück zu führen. Merlin aber hasst Mab und schwört, seine Zauberkraft nur gegen sie einzusetzen. Von der Herrin vom See, die hier ganz aus Wasser besteht, erhält er das heilige Schwert Excalibur. Dies übergibt er Uther, der nach Fortigan neuer König in England wird. Als Merlin aber merkt, dass Uther kein guter König ist, nimmt er ihm Excalibur ab und steckt es in einen Stein. Nur ein Mann mit reinem Herzen kann das Schwert an sich nehmen. In der Zwischenzeit wird Igraine von Uther schwanger und bringt Artus zur Welt. Als Artus alt genug ist, zieht er Excalibur aus dem Stein und wird dadurch Großkönig von Britannien.

Da seine Halbschwester Morgan le Fay sich vernachlässigt fühlt, verbündet sie sich mit Mab.

Die beiden hecken einen gemeinen Plan aus, damit Morgan von Artus schwanger wird. So wird ihr Sohn Mordred geboren. Da Mab nur an Mordred interessiert ist, tötet sie Morgan le Fay und nimmt ihren Sohn mit sich. Als Mordred alt genug ist, schickt ihn Mab nach Camelot, um seinem Vater zu sagen, dass Guinivere ein Verhältnis mit Lancelot hat. Die Königin wird wegen Verrats verurteilt, aber Lancelot rettet sie. Danach wirft Artus Mordred aus Camelot. Dies lässt sich Mordred nicht gefallen und greift Camelot an. Artus wird im Zweikampf mit seinem Sohn schwer verwundet und stirbt kurz darauf. Aber auch Mordred stirbt an seinen Wunden. Merlin kommt und wirft Excalibur in den See vor Avalon. Währenddessen erscheint Mab und fordert ihn zu einem Zaubergefecht auf. Merlin gewinnt, aber nicht durch Zauberei.

Obwohl hier Morgan le Fay nur eine Nebenrolle spielt, ist es einer der wenigen Filme, in denen sie überhaupt vorkommt. Ansonsten werden die wichtigsten Geschehnisse, die in ,,Die Nebel von Avalon" eine Rolle spielen, auch hier umgesetzt. Eine wichtige Parallele ist, dass auch der Film kein wirkliches Happy End hat. Denn obwohl Merlin Mab besiegt hat, kann er zu seiner Geliebten Nimue nie mehr zurück.22

Eine gute Nachricht ist, dass SAT.1 ,,Die Nebel von Avalon" verfilmt. Produzent Bernd Eichinger dreht einen zweiteiligen Fernsehfilm über das Bestsellerbuch. So wird dies der erste Film über die Artussage, indem eine Frau die Hauptrolle spielt. 23

6. Zitatnachweise und Anmerkungen

7. Literaturverzeichnis

- Primärliteratur:

Zimmer Bradley, Marion: Die Nebel von Avalon. Fischer Taschenbuchverlag GmbH, Frankfurt am Main Juni 1987

- Sekundärliteratur:

Birkhan, Helmut: Keltische Erzählungen vom Kaiser Arthur. Teil 1, Mundus

Verlag 2000

Ellwein, Ingeborg: Buchbesprechungen Mosaik Nr. 2/84, Verlagsinformationen

Wolfgang Krüger Verlag

Escarpit, Robert: Das Werk und das Publikum. Der Erfolg. In: Popp, Helmut: Der

Bestseller, Oldenbourg Verlag GmbH, München 1975, S. 23

Hohendahl, Peter Uwe: Promoter: Konsumenten und Kritiker. In: Popp, Helmut:

Der Bestseller, Oldenbourg Verlag GmbH, München 1975, S27

http://212.172.17.8/newsarchiv/bh27eichinger.htm

Knopf, Literary Guild alternative: Rezensionen und Stimmen zu ,,Die Nebel von

Avalon", Publishers Weekly Januar 1982, Verlagsinformationen Wolfgang

Krüger Verlag

Sterner, Siegfried: Ein großer Verlag braucht den Bestseller. In: Popp, Helmut: Der Bestseller, Oldenbourg Verlag GmbH, München 1975

Waldmann, Günter: Theorie und Didaktik der Trivialliteratur. Willhelm Fink

Verlag, München 1973

Wallraff, Karl-Heinz: Der literarische Massenerfolg. In: Popp, Helmut: Der Bestseller, Oldenbourg Verlag GmbH, München 1975

www.visor.unibe.ch/SSOO/Bestseller/Folien/Werner%20Faulstich.pdf

- Film:

Jones, Trevor: Merlin, USA 1998

[...]


1 nach Birkhan, Helmut, a.a.O., S. 14

2 nach Ellwein, Ingeborg, a.a.O.

3 Knopf, a.a.O.

4 Zimmer Bradley, Marion, a.a.O., S. 162

5 ebenda, S.348

6 ebenda, S.366

7 nach Zimmer Bradley, Marion, a.a.O., S. 540

8 Zimmer Bradley, Marion, a.a.O., S. 9

9 ebenda, S.752

10 ebenda, S. 953

11 ebenda, S. 524

12 ebenda, S. 547

13 ebenda, S. 846

14 nach Zimmer Bradley, Marion, a.a.O., S. 711

15 Faulstich, Werner, a.a.O., S. 1

16 Wallraff, Karl-Heinz, a.a.O., S. 15

17 Escarpit, Robert, a.a.O., S.23

18 Hohendahl, Peter Uwe, a.a.O., S. 27f

19 nach Sterner, Siegfried, a.a.O., S. 31ff

20 Waldmann, Günter, a.a.O., S.8

21 ebenda, S. 50

22 nach Jones, Werner, a.a.O.

23 nach http://, a.a.O.

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Zimmer-Bradley, Marion - Die Nebel von Avalon - Eine kritische Auseinandersetzung mit Personengestaltung und Erzählweise
Veranstaltung
Lk Deutsch 13/1
Autor
Jahr
2001
Seiten
17
Katalognummer
V100042
Dateigröße
472 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zimmer-Bradley, Marion, Nebel, Avalon, Eine, Auseinandersetzung, Personengestaltung, Erzählweise, Deutsch
Arbeit zitieren
Miriam Roth (Autor), 2001, Zimmer-Bradley, Marion - Die Nebel von Avalon - Eine kritische Auseinandersetzung mit Personengestaltung und Erzählweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100042

Kommentare

  • Gast am 3.1.2002

    Persönlicher Kommentar.

    Ich finde diese Arbeit alles in allem durch aus gelungen, aber es fehlt meiner Meinung nach an Objektivität und Skepsis. Ich kann das aber gut nachvollziehen denn ich bin genauso begistert von diesem Roman.
    Ich hätte als Quelle noch "der Hexenkult" von Starhawk herangezogen (hat MZB selbst als Quelle angegeben!). Das hätte ein besseres Verständnis für "die alte Religion" vermittelt. Aber ich habe ja auch leicht reden, ich musste die Arbeit ja nicht schreiben.

  • Gast am 7.1.2002

    Anerkennung & Gratulation.

    Ich habe mit Hingabe Deinen Aufsatz gelesen und erkenne in einigen Zuegen meine Denkweisen. In jeglicher Hinsicht ist

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Titel: Zimmer-Bradley, Marion - Die Nebel von Avalon - Eine kritische Auseinandersetzung mit Personengestaltung und Erzählweise



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