Zur Marktsituation im wirtschaftsprüfenden Berufsstand unter besonderer Berücksichtigung von Konzentrationstendenzen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002
53 Seiten, Note: noch keine, aber ziemlich gut

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitender Teil
1.1 Begriffsabgrenzungen
1.1.1 Prüfung
1.1.2 Wirtschaftsprüfer
1.1.3 Wirtschaftsprüfung / Wirtschaftsprüfender Berufsstand
1.1.4 Konzentration
1.2 Einleitung
1.2.1 Problemstellung

2 Rahmenbedingungen des Wirtschaftsprüfungsmarktes in Deutschland
2.1 Die Geschichte des Wirtschaftsprüfungsmarktes in Deutschland
2.1.1 Von den Anfängen bis zum zweiten Weltkrieg
2.1.2 Von der Nachkriegszeit bis heute
2.1.3 Absehbare Entwicklungen der nächsten Jahre
2.2 Zahlen und Daten zum Wirtschaftsprüfungsmarkt in der BRD
2.3 Veränderte Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsprüfung
2.3.1 Veränderung des Prüfungsmarktes, Konzentration vs. Diversifizierung
2.3.2 Low-Balling
2.3.3 Erweiterung der Prüfungskompetenz
2.3.4 Risikoorientierter Prüfungsansatz
2.3.5 Internationalisierung / Globalisierung
2.3.6 Technologisierung / Einfluss neuer Informationstechnologien
2.3.7 Verstärkte Kapitalmarktorientierung
2.3.8 Reaktion des Gesetzgebers / Gesetzliche Maßnahmen

3 Konzentration auf dem deutschen Wirtschaftsprüfungsmarkt
3.1 Das Konzentrationsphänomen
3.2 Interesse an der Konzentrationsmessung
3.3 Messung der Unternehmenskonzentration
3.3.1 Beurteilung der Konzentration anhand der Prüfungshonorare
3.3.2 Maßgrößen der Konzentration
3.3.2.1 Konzentrationsrate
3.3.2.2 Herfindahl-Index
3.3.2.3 Gini-Koeffizient
3.4 Untersuchte Unternehmen
3.5 Marktsituation
3.5.1 Allgemeine Beobachtungen
3.5.2 Differenzierung nach Marktsegmenten
3.5.3 Marktsegmente Banken und Versicherungen
3.5.4 Differenzierung nach Größe
3.6 Tendenzen und Beobachtungen im europäischen und globalen Prüfungsmarkt
3.7 Von den Big 8 zu den Big
3.8 Kritische Würdigung
3.9 Schluss und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Marktanteile der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bei 585 börsennotierten allgemeinen AG

Abbildung 2: Marktanteile der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bei DAX-100 und DAX-100 allgemeinen AG

Abbildung 3: Verteilung der Wirtschaftsprüfungsmandate auf den deutschen Versicherungs- bzw. Bankenmarkt (1995)

Abbildung 4: Marktanteile der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bei Gruppen unterschiedlich großer AGs

Abbildung 5: Prüfungsmandate der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften an den 500 größten Unternehmen weltweit (2001)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitender Teil

1.1 Begriffsabgrenzungen

In derm ersten Teil sollen die für das Verständnis dieser Hausarbeit relevanten Begrifflichkeiten erläutert werden.

1.1.1 Prüfung

Bis heute findet man in betriebswirtschaftlichen Standardwerken keine einheitliche Beschreibung des Begriffes „Prüfung“.

Bernd Meisel begegnet dieser Ermangelung einer einheitlichen Definition in seinem Werk ‚Geschichte der deutschen Wirtschaftsprüfer’ damit, dass er mehrere Definitionen aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jh. aufführt und daraus eine Schnittmenge bildet. Dementsprechend lässt sich Prüfung wie folgt einordnen. Den Oberbegriff bildet die ,Überwachung‘, welche sowohl die Begriffe Prüfung als auch Kontrolle umschließt. Die prozessabhängige Überwachung wird daraus folgend als ,Kontrolle‘, die prozessunabhängige als ,Revision‘ oder ,Prüfung‘ bezeichnet.

Betriebswirtschaftliche Prüfungen weisen bestimmte, sie kennzeichnende Merkmale auf und werden immer an einem Prüfungsgegenstand (Prüfungsobjekt) durch einen Prüfungsträger/-organ (Prüfungssubjekt) durchgeführt. Prüfungen unterliegen einem gesetzlich definierten Prüfungsmaßstab (Prüfungsnorm) und haben das Ziel, zu einem bestimmten Prüfungsurteil (Prüfungsergebnis) zu führen.[1]

1.1.2 Wirtschaftsprüfer

Die Wirtschaftsprüfer sind Element der externen Prüfungsorgane. Neben den Wirtschaftsprüfern werden auch die vereidigten Buchprüfer als Wirtschaftsprüfer bezeichnet, aber in dieser Definition vernachlässigt[2], da Buchprüfer seit 1931 nicht mehr das Recht haben, Jahresabschlüsse von Aktiengesellschaften zu prüfen.[3] Zu den Aufgabengebieten des Wirtschaftsprüfers gehören die Prüfung, Beratung und Begutachtung von Unternehmen, sowie Treuhandtätigkeiten.[4] Die Stellung der Wirtschaftsprüfer begründet sich aus §316, Abs. 2 des HGB: „Der Konzernabschluß und der Konzernlagebericht von Kapitalgesellschaften sind durch einen Abschlußprüfer zu prüfen.“

Neben der Verankerung im HGB regelt das Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (Wirtschaftsprüferordnung) den Wirkungsbereich der Wirtschaftsprüfer. §2 WPO besagt, dass Wirtschaftsprüfer die Aufgabe haben, Abschlussprüfungen durchzuführen und Bestätigungsvermerke über das Ergebnis ihrer Prüfungen zu erteilen. Dies bedeutet, dass Wirtschaftsprüfer in den wesentlichen und unternehmerisch interessanten Bereichen des wirtschaftlichen Prüfungswesens eine Exklusivposition innehaben.[5]

Die Erwartungen an und das Selbstverständnis des wirtschaftsprüfenden Berufsstandes wurden im Jahre 1932 durch den damaligen Präsidenten des Industrie- und Handelstages Grund folgendermaßen formuliert: „Offenheit, die, wenn es erforderlich (ist), vor Niemandem Halt macht, und Schonungslosigkeit, wenn offenbare Verfehlungen festgestellt werden. Sie erwartet die völlige Unabhänigkeit des Denkens und Urteilens, die Niemandem zuliebe und Niemandem zuleide wie eine Magentnadel sich stets selbsttätig auf den Pol der Lauterkeit und Ehrbarkeit einstellt.“[6]

1.1.3 Wirtschaftsprüfung / Wirtschaftsprüfender Berufsstand

Im Gegensatz zu dem schon länger bekannten Begriff des ,Revisions- und Treuhandwesens‘ hat sich der Begriff der ,Wirtschaftsprüfung erst seit Beginn der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der Konstituierung des Wirtschaftsprüfers als eigenständiges Berufsbild etabliert.[7]

Auch der Begriff der Wirtschaftsprüfung wird in der Literatur unterschiedlich definiert. Dennoch lässt sich der gesamte Tätigkeitsbereich des Wirtschaftsprüfers unter institutionellen Gesichtspunkten als Wirtschaftsprüfung bezeichnen. Unter funktionellen Gesichtspunkten bezeichnet Wirtschaftsprüfung alle Prüfungen des wirtschaftlichen Bereichs und lässt sich dann weiter, auf die Tätigkeiten von Prüfern reduzieren, die nicht durch Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen verbunden sind und damit die Stellung eines externen Prüfungsorgans einnehmen.[8]

1.1.4 Konzentration

Wirtschaftspolitisch bezeichnet man als Konzentration die Ballung ökonomischer Größen, einschließlich der Verfügungsmacht darüber. Konzentrationen finden in vielen Bereichen statt. Ein Teilbereich ist die Unternehmenskonzentration; die sowohl horizontal[9], vertikal[10] als auch international[11] erfolgen kann.[12] In der vorliegenden Hausarbeit sind hauptsächlich die vertikale als auch die internationale Unternehmenskonzentration von Relevanz.

1.2 Einleitung

Weltweit rücken die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Jahr für Jahr enger zusammen. Nachdem 1998 Price Waterhouse und Coopers & Lybrand den weltweit tätigen ,Club’ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften durch ihre Fusion auf fünf reduziert haben, ist dieser Prozess scheinbar dennoch nicht beendet.[13] 2002 wurden aus den fünf, weitaus größten Gesellschaften, ,Big 5’, die ,Big 4’, nachdem Mitte 2002 die Fusion der, durch das Enron-Debakel stark angeschlagenen Andersen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Ernst&Young genehmigt wurde[14]. Wie lange sich dieses „Konzentrationskarussell“ noch weiter drehen wird, ist momentan nicht abzusehen, es scheint sich aber langsamer zu drehen. Ist der aufkommende Widerstand gegen diese Fusionen berechtigt, oder sollte man dem Markt die Regulierung selbst überlassen, da ja alles doch gar nicht so dramatisch ist.[15] Überall liest man von der Wirtschaftsprüfung im Wandel.[16] Was wird sich alles noch ändern und was für Auswirkungen wird dies auf uns und unsere Wirtschaft haben? Auf diese Fragen versucht die vorliegende Hausarbeit eine Antwort zu geben und anhand von erkennbaren Tendenzen eine grobe, sich daraus ableitbare Marschroute für den Markt der Wirtschaftsprüfungsleistungen in Deutschland zu skizzieren.

1.2.1 Problemstellung

Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, die Marktsituation des Wirtschaftsprüfungsmarktes zu analysieren und zu bewerten. Hierbei wird ein besonderer Focus auf die erkenbaren Konzentrationstendenzen sowie auf Hinweise für die weitere Marktentwicklung gerichtet werden.

Aus Komplexitätsgründen beschränkt sich die vorliegende Hausarbeit auf den deutschen Wirtschaftsprüfungsmarkt und legt einen Schwerpunkt auf die Betrachtung der Prüferkonzentration bei deutschen Aktiengesellschaften.

2 Rahmenbedingungen des Wirtschaftsprüfungsmarktes in Deutschland

2.1 Die Geschichte des Wirtschaftsprüfungsmarktes in Deutschland

2.1.1 Von den Anfängen bis zum zweiten Weltkrieg

Obwohl die Entwicklung der Wirtschaftsprüfung verstärkt erst Ende des 19. Jh. begann, wurden die ersten internen Prüfungsorgane schon zu den Glanzzeiten der deutschen Hanse durch die Fugger eingeführt.

1870 wird dann ein Gesetz verabschiedet, das den Aufsichtsrat von Aktiengesellschaften dazu verpflichtet, den Jahresabschluss der Unternehmung aufzustellen und zu überprüfen.[17] Diese Grundsteinlegung für die externen Prüfungsorgane wird 1884 um die Einführung der Gründungsprüfung für Aktiengesellschaften ergänzt.

Infolgedessen wurden von den unabhängigen Gerichten so genannte „Bücherrevisoren“ als vereidigte Sachverständige in Buchhaltungsfragen ernannt, die den Wirtschaftsprüfern im heutigen Sinne entsprachen. Nachdem sich in den ersten Jahren verschiedene regionale Interessenvertretungen von Bücherrevisoren gebildet hatten, entstand 1900 aus einem Zusammenschluss derselben der „Verband deutscher Bücherrevisoren“ (VDB).

Zu Beginn des 20. Jh. gründeten amerikanische und britische Gesellschaften ihre ersten Niederlassungen in Berlin. Im Jahr 1929 zählte der VDB 853 Bücherrevisoren Mitglieder.

Das 1930 gegründete Institut für Revisions- und Treuhandwesen, eine private Vereinigung ohne öffentlich-rechtlichen Charakter, wird 1932 zum Institut der Wirtschaftsprüfer umbenannnt, mit der Absicht, aus dieser Interessensvertretung eine Berufsvertretung für die gesamte Berufsgruppe der Wirtschaftsprüfer zu gründen. Dieses Ziel wird 1934 mit der Einführung einer Pflichtmitgliedschaft für alle Wirtschaftsprüfer erreicht.[18]

2.1.2 Von der Nachkriegszeit bis heute

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges organisiert sich der Berufsstand unter den geänderten Gegebenheiten neu und erhöht seine internationale Ausrichtung. Demzufolge ist 1954 die mittlerweile in ,Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.’ umbenannte Berufsorganisation maßgeblich an der Gründung der europäischen Interessensvertretung ,Union Européenne des Experts Comptables Economiques et Financiers’ beteiligt.[19]

Die bundeseinheitliche WPO, die 1961 in Kraft tritt, regelt alle relevanten Aspekte der Wirtschaftsprüfung und sieht eine Wirtschaftsprüferkammer (WPK) vor, die berufsrechtliche Aufgaben übernimmt.[20]

Mit dem Ziel, vergleichbare, einheitliche und nachvollziehbare Konzernabschlüsse zu erhalten, werden in den 60iger Jahren zwei Gesetze verabschiedet. Das Aktiengesetz 1965, welches die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage zur Konzernrechnungslegung regelt und das Publizitätsgesetz 1969, welches die Aufstellungspflicht von Konzernabschlüssen ausweitet.[21]

In den folgenden Jahren werden verschiedene internationale Gremien, wie der Ausschuss für internationale Zusammenarbeit (1973) und das International Accounting Standards Committee (1973) gegründet.[22]

Anknüpfend an Aktiengesetz und Publikationsgesetz wird 1983 die erste EG-Richtlinie, die sogenante Konzernbilanzrichtlinie, mit dem Ziel, die Entwicklung hin zu einem europäischen Binnenmarkt zu unterstützen und eine vergleichbare, einheitliche Konzernrechnungslegung innerhalb der EG-Staaten zu gewährleisten, verabschiedet. Die Umsetzung der EG-Richtlinie in deutsches Recht erfolgt 1985.[23]

1998 folgt das ,Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich’, welches dem Berufsstand wesentlich erhöhte Haftungssummen und die Pflicht zur sogenannten internen Rotation bei börsennotierten Unternehmen auferlegt. Im selben Jahr wird ebenfalls das Kapitalaufnahmeerleichtungsgesetz verabschiedet, welches es börsennotierten Unternehmen ermöglicht, Konzernabschlüsse auch nach IAS oder US-GAAP Bilanzierungsmethoden abweichend von der bis dahin verpflichtenden HGB-Bilanzierung, abzulegen, und welches damit eine Eigenkapitalaufnahme von börsennotierten Mutterunternehmen an aus- und inländischen Marktplätzen erleichtert.

Hier lässt sich erneut die immer stärker zunehmende internationale Ausrichtung der Gesetzgebung und folglich der gesamten Wirtschaftsprüfung erkennen.

Eine weitere Neuerung in der Gesetzgebung, das ,Kapitalgesellschaften- & Co.-Richtlinie-Gesetz’ (2000), unterwirft auch haftungsbeschränkte Personen-gesellschaften denselben Anforderungen wie Aktiengesellschaften. Sie erhöht damit die Anforderungen an die Wirtschaftsprüfer, da einerseits die zu prüfenden Gesellschaften wachsen und andererseits die Internationalisierung große Veränderungen mit sich bringt.

2002 setzt sich dieser Prozess durch die Verabschiedung des Transparenz- und Publizitätsgesetzes fort, welches eine weitere Annäherung der deutschen Konzernrechnungslegung an die internationalen Bilanzierungsnormen hevorruft.[24]

Als Reaktion auf die internationalen Kritikpunkte an der deutschen Unternehmensverfassung, auch aufgrund der eingeschränkten Unabhängigkeit der Abschlussprüfer, verabschiedet eine dafür eingesetzte Regierungskomission 2002 den ,Deutschen Corporate Governance Kodex’, der die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und –überwachung für nationale wie internationale Investoren transparent machen soll, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken.[25]

2.1.3 Absehbare Entwicklungen der nächsten Jahre

2002 wird von der europäischen Union eine Verordnung erlassen, die vorsieht, ab 2005 kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen dazu zu verpflichten, ihre Konzernabschlüsse nach IAS aufzustellen.[26]

Der Auszug aus dem Vorschlag des DRSC zur Reform der 7. EG-RL drückt aus, dass auch in den nächsten Jahren der Prozess der Globalisierung und Vereinheitlichung der Rechnungslegung anhalten wird und sich damit auch die Anforderungen an den wirtschaftsprüfenden Berufsstand weiterhin tiefgreifend verändern werden.

2.2 Zahlen und Daten zum Wirtschaftsprüfungsmarkt in der BRD

Im Deutschland umfasst der Markt für Wirtschaftsprüfungsleistungen etwas mehr als 100.000 zu prüfende Unternehmen, die zusammen eine Marktgröße von 43.493 Mio. € haben.[27]

Die Prüfung dieser Unternehmen wird von momentan ca. 10.000 Wirtschaftsprüfern, die in knapp 2.000 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig sind, durchgeführt, wobei die Zahl der Wirtschaftsprüfer innerhalb der letzten 20 Jahre auf mehr als das Dreifache anwuchs.

Parallel dazu sank allerdings der Anteil der selbstständigen Wirtschaftsprüfer seit 1989 von 66% auf 37,6%.[28]

95% der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind in Form von Kapitalgesellschaften organisiert.[29]

Die fünf größten WP-Gesellschaften in Deutschland mit einem außerordenlich hohen Marktanteil sind KPMG, PWC, AA (Stand vor der Fusion), EY und D&T.[30] [31]

2.3 Veränderte Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsprüfung

2.3.1 Veränderung des Prüfungsmarktes, Konzentration vs. Diversifizierung

Der verstärkte Wettbewerbsdruck zwingt Wirtschaftsprüfungsgesellschaften über Zukunftsstrategien nachzudenken. Besonders aktuell ist dies für die kleinen Prüfungsgesellschaften, die sich gegen die ,Big 4’ behaupten müssen.

Als eine Alternative bietet sich hier die Diversifizierung, um so mit einem hohen Grad an Fachkompetenz und Spezialisierung in einem eigenständigen Bereich tätig werden zu können und dadurch Wettbewerbsvorteile gegenüber den trägen Gesellschaften zu erlangen.[32] Dies kann bei kleinen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bedeuten, dass ihre Stärke darin liegt, vor allem bei mittelständischen Unternehmen auf spezifischie Belange intensiv eingehen zu können und so ihren größten Vorteil, die Flexibilität, ausspielen können.[33]

2.3.2 Low-Balling

Als eine Folge der Konzentrationstendenzen auf dem Wirtschaftsprüfungsmarkt ist der Wettbewerb nicht eingeschränkt worden, sondern hat sich vielmehr noch verstärkt. Zusätzlich steigern auch die infolge von Fusionen entstehenden Überkapazitäten den Wettbewerb.[34] Häufig wird die Prüfungsleistung, um neue Clienten zu gewinnen unter Selbstkosten angeboten, um die sehr seltenen Prüferwechsel zu erreichen. Dies wiederum führt zu einer weiteren Absenkung der erzielbaren Prüfungshonorare. Der hier erkennbare Porzess wird als Low-Balling bezeichnet.[35] Teilweise wird die Prüfungsleistung in der ersten Prüfungsperiode unter den Einstandskosten angeboten.

[...]


[1] Vgl. Meisel, S.-B.; Geschichte der deutschen Wirtschaftsprüfer; Verlag Dr. Otto Schmidt KG; Köln 1992; S. 9-15.

[2] Vgl. Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer/vereidigte Buchprüfer – BS WP/vBP; in: http://www.wpk.de/pdf/bs-wpvbp.pdf; (2003-01-12).

[3] Vgl. Kornförfer, W.: Einführung in das Prüfungs und Revisionswesen; 3. Auflage; Gabler Verlag München; S. 63.

[4] Vgl. Meisel, S.-B.; Geschichte der deutschen Wirtschaftsprüfer; Verlag Dr. Otto Schmidt KG; Köln 1992; ebenda; S. 13-15.

[5] So auch Schmidt, P.J.: Der Beruf des Wirtschaftsprüfers – quo vadis?; in: Die Wirtschaftsprüfung; Heft 7/1998; S. 319.

[6] Grund (Präsident des deutschen Industrie und Handelstages): ,Was erwartet die Wirtschaft vom Wirtschaftsprüfer?’; Der Wirtschaftsprüfer, Düsseldorf 1932; S. 5.

[7] Vgl. Meisel, S.-B.; Geschichte der deutschen Wirtschaftsprüfer; Verlag Dr. Otto Schmidt KG; Köln 1992; S. 11.

[8] Vgl. Sellhorn, T.; Definition ,Wirtschaftsprüfung’ in: Gabler PC Wirtschaft-Lexikon; Wiesbaden 2000.

[9] Vereinigung von Unternehmen, die auf der gleichen Produktionsstufe und dem gleichen relevanten Markt tätig sind.

[10] Vereinigung von Unternehmen, die in aufeinander folgenden Produktionsstufen tätig sind.

[11] Ausdehnung von Unternehmensverflechtungen über mehrere Volkswirtschaften.

[12] Vgl. Sellhorn, T.; Definition, Unternehmenskonzentration’ in: Gabler PC Wirtschaft-Lexikon; Wiesbaden 2000.

[13] Vgl. Hüsgen, J.: In einem Boot; in: Wirtschaftswoche; Nr. 46; 1997; S.102.

[14] Vgl. Dunkel, M.; Leenertse, J.: Nicht überlebensfähig; in: Wirtschaftswoche; Nr. 13; 2002; S. 62f.

[15] Dörner, D.; Vorstandssprecher von Schitag Ernst &Young in einem Interview; in: Wirtschaftswoche,; Nr. 46; 1997; S. 104.

[16] Vgl. Helbig, Karl.: Wirtschaftsprüfung im Wandel; in: Der Treuhänder; Nr. 3; 2001; S.163f.

[17] So auch Hohloch, W.: Around the Globe, Germany in: International Auditor; October 2001; S.19.

[18] Vgl. IDW: Geschichte des Berufsstandes und des IDW; in: http://www.idw.de/wir/geschichte2.htm; (2002-12-27).

[19].Vgl. ebenda.

[20] Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer; § 4.

[21] Vgl. Graßhoff, J.: „Vom Aktiengesetz a.F. zum Transparenz- und Publizitätsgesetz - Entwicklungstendenzen in der deutschen Konzernrechnungslegung; in: http://www.wiwi.uni-rostock.de/~rewe/Material/Unterlagen_Vorlesung/TransPuG.pdf; (2002-12-28).

[22] Vgl. IDW: Geschichte des Berufsstandes und des IDW; in: http://www.idw.de/wir/geschichte2.htm; (2002-12-27).

[23] Vgl. Graßhoff, J.: „Vom Aktiengesetz a.F. zum Transparenz- und Publizitätsgesetz - Entwicklungstendenzen in der deutschen Konzernrechnungslegung; in: http://www.wiwi.uni-rostock.de/~rewe/Material/Unterlagen_Vorlesung/TransPuG.pdf; (2002-12-28).

[24] Vgl. Graßhoff, J.: „Vom Aktiengesetz a.F. zum Transparenz- und Publizitätsgesetz - Entwicklungstendenzen in der deutschen Konzernrechnungslegung; in: http://www.wiwi.uni-rostock.de/~rewe/Material/Unterlagen_Vorlesung/TransPuG.pdf; (2002-12-28).

[25] Regierungskommission: Deutscher Corporate Governance Kodex; in: http://www.corporate-governance-code.de/ger/download/DCG_K_D.pdf; (2002-12-29).

[26] Vgl. IDW: Geschichte des Berufsstandes und des IDW; in: http://www.idw.de/wir/geschichte2.htm; (2002-12-27).

[27] Vgl. Anhang 3.

[28] Vgl. Anhang 7.

[29] Vgl. Gloßner, V.: Eine Konzentrationsmessung von Pflichtprüfungsmandaten börsennotierter Aktiengesellschaften; in: Die Wirtschaftsprüfung; Heft 6; 1998; S.221.

[30] Vgl. Anhang 4.

[31] Vgl. Anhang 5.

[32] Vgl. Marten, K.-U.; Schmöller, P.: Das Image der Wirtschaftsprüfer; in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft; Heft 2; 1999; S.171.

[33] Vgl. Geisendörfer, U.: Die Entwicklung des Wirtschaftsprüferberufs im Hinblick auf den Europäischen Binnenmarkt 92; Die Wirtschaftsprüfung; Heft 23/24; 1989; S. 669.

[34] Vgl. Quick, R.: Die Risiken der Jahresabschlußprüfung; IDW Verlag; Düsseldorf 1999; S. 18.

[35] Vgl. Ferguson, A.; Evidence of Audit Leader Strategic Price-Cutting Fee Recovery in Non-Audit Services: Implications for Independence; in: http://www.business.uts.edu.au/accounting/research/workingpapers/papers/2002_55.pdf; (01.01.2003).

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten

Details

Titel
Zur Marktsituation im wirtschaftsprüfenden Berufsstand unter besonderer Berücksichtigung von Konzentrationstendenzen
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule  (Fachhochschule für Oekonomie und Management)
Veranstaltung
Accounting / Auditing
Note
noch keine, aber ziemlich gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
53
Katalognummer
V10006
ISBN (eBook)
9783638165723
Dateigröße
1241 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marktsituation, Berufsstand, Berücksichtigung, Konzentrationstendenzen, Accounting, Auditing
Arbeit zitieren
Michael Rockel (Autor), 2002, Zur Marktsituation im wirtschaftsprüfenden Berufsstand unter besonderer Berücksichtigung von Konzentrationstendenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10006

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