In dieser Arbeit werden zwei relevante Aspekte der Frühpädagogik detailliert und wissenschaftlich erarbeitet. Depressionen im Kindesalter werden immer häufiger, wodurch eine Ursachenanalyse notwendig ist. Auch der überbehütende Erziehungsstil von Eltern tritt immer öfter in Vorschein, wodurch es möglich ist, die Entstehung sowie Auswirkungen beider Themenfelder in einem Zusammenhang zu bringen.
Aus der Erarbeitung der Thematik 'Depression' sowie der Thematik 'Überbehütung' werden spezifische Erkenntnisse gewonnen, um diese miteinander zu verknüpfen. So werden neue Handlungsvorschläge für die Frühpädagogik erarbeitet. Depressionen im Kindesalter werden leicht verständlich erklärt und der überbehütende Erziehungsstil als solcher erläutert.
Laut der Stiftung 'Deutsche Depressions-Hilfe' gilt die Depression als eine, der am meist unterschätzten, Erkrankungen in Deutschland. Hier wird aufgeführt, dass 5,3 Millionen Erwachsene in Deutschland, in einem Zeitraum von einem Jahr an einer depressiven Störung erkranken. Bei dieser durchgeführten Studie handelt es sich allerdings ausschließlich um Menschen in einem Alter von 18 bis 79 Jahren.
So kann man sichergehen, dass diese Zahl sich drastisch erhöht, wenn man Erkenntnisse zum Vorkommen von Depressionen bei Kindern und älteren Menschen hinzuzieht. Denn rund ein Prozent aller Kinder im Vorschulalter sind von psychischen Erkrankungen im Rahmen depressiver Verstimmungen bis hin zu massiven depressiven Störungen betroffen. Im Grundschulalter steigt die Zahl der Erkrankten bereits auf zwei Prozent, wobei der Wert bei Kindern im Jugendalter, mit einer Prozentzahl von 3 bis 10 % der Betroffenen, abermals ansteigt.
Unter einer Depression versteht man eine psychische Erkrankung oder auch Störung, welche mit einer vielschichtigen Symptomatik einhergeht. Häufig sind Erkrankte unter anderem von Traurigkeit, Interesselosigkeit, Schuldgefühlen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und einem verringerten Selbstwertgefühl betroffenen. Durch die verschiedenen und individuellen Erscheinungsformen einer Depression liegt die Problematik häufig nicht bei der Behandlung, sondern bei der Identifizierung der Erkrankung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung- Depressionen und Überbehütung auf den ersten Blick
2. Depressionen in der Kindheit
2.1 Symptomatik einer Depression
2.2 Klassifizierung von Depressionen
2.3 Ursachen, sowie Risikofaktoren für die Entstehung einer Depression in der Kindheit
2.4 Kognitiv- psychologische Modelle zur Entstehung einer Depression
2.5 Elterliches (Erzieher-)Verhalten zur Unterstützung der Rehabilitation
3. Der überbehütende Erziehungsstil
3.1 Begriffsklärung
3.2 Die Ursachen einer überbehütenden Erziehung
3.3 Die Auswirkungen einer überbehütenden Erziehung auf das Kind
3.4 Das kindliche Selbst- Im Spannungsfeld der überbehütenden Erziehung
4. Zusammenhänge der Entstehung von Depressionen in der Kindheit und dem überbehütenden Erziehungsstil
4.1 Resümierender Rückblick
4.2 Zusammenhangsanalyse von Depressionen und Überbehütung in der Kindheit
4.3 Ein erster Ausblick- Bedeutung der Ergebnisse für das Umfeld des Kindes
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen einem überbehütenden Erziehungsstil der Eltern und der Entstehung von Depressionen bei Kindern. Es wird analysiert, inwiefern die Einschränkung kindlicher Autonomie und die Projektion elterlicher Ängste die psychische Entwicklung und das Selbstkonzept von Kindern negativ beeinflussen.
- Symptomatik und Klassifizierung von Depressionen im Kindesalter
- Theoretische Modelle zur Entstehung von Depressionen
- Merkmale und Ursachen überbehütender Erziehung
- Auswirkungen von Überbehütung auf die neuronale Entwicklung und das Selbstbild
- Zusammenhangsanalyse zwischen Erziehungsstil und depressiver Symptomatik
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsklärung
Der überbehütende Erziehungsstil ist eine Form der elterlichen Handlungen in der Erziehung, welche durch gewisse Merkmale gekennzeichnet ist. Generell ist der Begriff der Behütung sehr negativ behaftet. Er wird mit Merkmalen wie der Einschränkung und einem gewissen Maße an Autonomieverlust in Verbindung gebracht.
Der überbehütende Erziehungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass die Erziehung des Kindes von elterlicher Kontrolle und übermäßiger Fürsorge durchzogen ist. In dieser Erziehung wird darauf Wert gelegt, dem Kind jegliche Wünsche zu erfüllen und es in übermäßiger Form zu begleiten oder auch zu bewachen. Eltern sehen das Kind häufig als „Projekt“ an, weil die Annahme besteht, die elterlichen Kompetenzen anhand von der Liebe und dem Erfolg der Kinder zu messen. Außerdem kommt häufig die Sorge hinzu, dass die Kinder im intellektuellen Vergleich weniger gut abschneiden könnten als andere Kinder (vgl. Moser, 21.02.2012). Daraus entstehen eine konfliktfreie Umgebung und eine übermäßige Nähe zum Kind. Überbehütenden Eltern fällt es schwer sich vom Kind zu lösen und es unbeobachtet zu lassen. Ihnen geht das Bedürfnis nahe, die Kinder nicht zu gefährden und reagieren darauf mit einem Verzicht auf Regeln, Konsequenzen und Durchsetzung. Die Kinder dieser Eltern werden zum Mittelpunkt des Familiengeschehens, was eine Verantwortung mit sich bringt, welche die Kinder selten tragen können. Die Eltern nehmen das Kind in die Verantwortung, diese zu beruhigen und dessen Liebe immer wieder zu bestätigen (vgl. Unverzagt 2015, S. 7f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung- Depressionen und Überbehütung auf den ersten Blick: Einführung in die Problematik der Unterschätzung von Depressionen bei Kindern und die steigende Relevanz des überbehütenden Erziehungsstils.
2. Depressionen in der Kindheit: Detaillierte Darstellung der Symptome, Klassifizierungen und theoretischen Ursachenmodelle von Depressionen bei Kindern sowie Ansätze für rehabilitatives Verhalten.
3. Der überbehütende Erziehungsstil: Analyse der Begriffsdefinition, der Entstehungsursachen durch elterliche Ängste sowie der tiefgreifenden negativen Auswirkungen auf die Entwicklung und das Selbstkonzept des Kindes.
4. Zusammenhänge der Entstehung von Depressionen in der Kindheit und dem überbehütenden Erziehungsstil: Synthese der Ergebnisse aus den vorherigen Kapiteln zur Prüfung der Hypothese, dass Überbehütung die Entstehung von Depressionen begünstigt.
Schlüsselwörter
Depression, Überbehütung, Erziehungsstil, Kindheit, Kindeswohl, Selbstbild, Selbstkonzept, Autonomie, Hilflosigkeit, Stress, Kortisol, Elternhaus, Bildungspartnerschaft, Psychische Störung, Exploration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des überbehütenden Erziehungsstils auf die Entstehung von Depressionen im Kindesalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Symptomatik und Ursachen von Depressionen bei Kindern sowie die Auswirkungen von elterlicher Überfürsorge und Kontrolle auf die kindliche Persönlichkeitsentwicklung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Kernfrage lautet: „Inwiefern beeinflusst der überbehütende Erziehungsstil von Eltern die Entstehung von Depressionen bei Kindern?“
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller psychologischer Modelle mit beobachtbaren Auswirkungen auf das kindliche Erziehungsverhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Definition von Depressionen, kognitionspsychologische Modelle (wie das Modell der erlernten Hilflosigkeit), die Charakteristika überbehütender Elternschaft und deren neurobiologische sowie psychologische Folgen für das Kind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Depression, Überbehütung, Selbstbild, Selbstwirksamkeit, Autonomie, elterliche Ängste und Kindesentwicklung.
Warum spielt das Selbstkonzept des Kindes eine so wichtige Rolle?
Das Selbstkonzept ist laut Arbeit eng mit der Fähigkeit verknüpft, Herausforderungen zu bewältigen; wird diese Entwicklung durch Überbehütung gehemmt, begünstigt dies Gefühle von Hilflosigkeit und somit depressive Episoden.
Was bedeutet „Verinselung und Institutionalisierung der Kindheit“ im Kontext der Arbeit?
Dieser Begriff beschreibt das Phänomen, dass die Zeit der Kinder durch übermäßige Förderprogramme fremdgesteuert wird, wodurch das häusliche Umfeld seine Bedeutung verliert und das Kindesleben in zerstückelte, reglementierte Bereiche zerfällt.
Welche Empfehlungen gibt die Autorin für das pädagogische Fachpersonal?
Fachkräfte sollten in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft Eltern aktiv über die Risiken überbehütender Haltungen informieren und alternative Handlungsstrategien vermitteln, um die kindliche Exploration zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Maxine Wolff (Autor:in), 2019, Depressionen in der Kindheit. Einfluss des überbehütenden Erziehungsstils auf die Entstehung von Depressionen im Kindesalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000683