Ethik im Wandel


Hausarbeit, 2002

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Transzendentale Motivationen
a. Die religiöse Motivation
b. Die eudämonistische Motivation
c.cc. Die axiologische Motivation
d. Die deontologische Motivation

3. Subjektive Motivationen
a. Die rationale Motivation
b. Die voluntative Motivation
c. Die emotivistische Motivation
d. Die personale Motivation

4. Objektive Motivationen
a. Die soziale Motivation
b. Die institutionelle Motivation
c. Die geschichtliche Motivation

5. Ethik im Wandel

6. Schlussbemerkung

1. Einführung

Der Begriff stammt aus dem Griechischen, wurde erstmals von Aristoteles verwendet und bedeutete zunächst die geltende Lebensordnung innerhalb einer Menschengruppe. Sie kann im allgemeinen Sinn als die Wissenschaft vom Sittlichen verstanden werden, als Darstellung des Gemeinbewusstseins. Vom griechischen Wortstamm her betrachtet hat Ethik seine Bestimmtheit vom Gewohnten, Althergebrachten, also der Sitte zu tun. Ebenso ist in dem griechischen Wortstamm eine Geschichtlichkeit zu erkennen, die einen ganz deutlichen Bezug, zur Zeit und der damit verbunden Veränderung durch die Zeit herstellt (vgl. Schrey, 1977, S15). Der Begriff „Moral“, abgeleitet vom lateinischen Wort mores (Sitte), ist die lateinische Übersetzung des griechischen Wortes Ethik und hat eher deskriptiven, also beschreibenden Charakter und stellt ein vorhandenes Verhalten fest, während das Wort Ethik den präskriptiven (vorschreibenden) Aspekt betont und die den Gegebenheiten mehr oder weniger fremd gegenüberstehende Sollnorm aufrichtet.

Der Begriff der Sittenlehre (philosophia moralis) wird seit dem 18. Jahrhundert verwendet ebenso wie der Begriff der Lehre von den Pflichten (vgl. Schrey, 1977, S18). Vielfach wird Ethik als Motivationslehre verstanden, wobei die Frage nach der Antriebskraft aus theologischer oder philosophischer Richtung unbeantwortet bleibt. Ethik aus der Sicht der Motivationslehre lässt sich in drei große Bereiche unterteilen, die ihre Definition durch die Richtung aus der die Antriebskraft erfolgt, hergeleitet wird. Diese drei Teilbereicht sind die Transzendentale Motivation, die Subjektive Motivation und die Objektive Motivation.

In der weiteren Ausführung werde ich darzustellen versuchen, dass zwischen den unterschiedlichen Motivationen Konflikte auftauchen. Ich möchte des weiteren ausführen, dass das Gebiet der Ethik keine Antworten über Gut und Böse liefert und uns sehr wenig Verhaltensmethoden liefert um in Konfliktsituationen „richtig“ zu reagieren. Vielmehr soll aufgezeigt werden, dass gerade die Unterschiede in der individuellen, postmodernen Gesellschaft vermehrt ethisches Denken fordern und die Notwendigkeit zeigt, wie der Weg der Entscheidungsfindung beschritten wird, und uns keine Entscheidungshilfen zur Definition von Gut und Böse, Richtig oder Falsch und Wertvoll oder Wertlos liefert. Des weiteren werde ich ausführen, dass bei eingehender Untersuchung der ethischen Standpunkte eine Entscheidung über richtiges Verhalten nicht leichter gemacht wird. Vielmehr werde ich darlegen, dass bei genauerem Hinschauen, und Abwägen der einzelnen Beweggründe eine Entscheidung eher schwerer fällt, weil sich zum ersten unterschiedliche Interessen darstellen, die es zu berücksichtigen gibt, des weiteren sind wir immer öfter gefordert, ein größer werdendes Konglomerat an multikultureller Vielfalt zu verwalten und zu entwirren, nicht zuletzt steht der Sozialarbeiter immer öfter vor der Aufgabe zwischen wirtschaftlich vertretbarem Handeln und sozialer Verantwortung zu entscheiden.

In meinen weiteren Ausführungen werde ich versuchen die einzelnen Motivationen gegeneinander abzugrenzen, geschichtliche und kulturelle Hintergründe zu erleuchten und Konfliktpotentiale zu beschreiben. Zum anderen werde ich mich bemühen, die Bedingtheit der geschichtlichen Veränderung der Ethik aufzuzeigen.

2. Transzendentale Motivationen

Unter dem Begriff der transzendentalen Motivationen fasse ich alle Motivationsreihen zusammen die im weiteren Sinne nicht nur religiös sind sondern auch alle Beweggründe, die sich auf „Höheres“ (Gott, das Sein, der Wert, das Glück, etc.) beziehen.

a. Die religiöse Motivation

Der Bezug zwischen Religion und Ethik lässt sich in allen Kulturen und Religionen feststellen und ist nicht nur auf unseren abendländisch- christlichen Kulturkreis beschränkt. Religion lässt sich als Wertebewusstsein einer Gesellschaft definieren und meint immer ein Verhältnis der Abhängigkeit der Menschen von nicht-menschlichen Mächten, seien diese nun unpersönliche Kräfte oder personal vorgestellte Gottheiten. (vgl. Schrey, 1977, S22). Wird die „Gottheit” dualistisch gedacht, d.h. steht eine Macht des Guten einer Macht des Bösen gegenüber, dann ergibt sich daraus eine Ethik des Kampfes, und der Mensch ist aufgefordert, sich an diesem Kampf zu beteiligen und die Partei ihres Gottes zu übernehmen.

Im Gegensatz dazu steht bei der Religion der Ruhe das Einswerden mit Gott, und das Entsagen der Welt als erstrebenswertes Ziel vor Augen. Hier will der Mensch nicht herrschen oder die Welt gestalten, sondern er möchte sich in Gott hinein entleeren und die Welt wird ihm als Objekt ethischer Gestaltung uninteressant.

Aus dieser Sicht kann eine grobe Unterteilung der Religionen in Weltbejahende Religionen und damit der (ethischen) Weltbegründung und -gestaltung, und eine Weltverneinende Religion und damit der Flucht aus der Weltverantwortung in eine transzendente Erlösung gemacht werden.

Es ist naheliegend, dass sich eine weltbejahende Religion eher nach außen richtet, d.h. ihre ethischen Interessen auf ein Funktionieren der Gesellschaft richtet, während eine weltverneinende Religion an einer Festigung innerer Werte des Menschen interessiert ist. Allen Religionen aber ist gemein, dass sie Verhaltensregeln geben um ein besseres Zusammenleben zu gewährleisten und großen Wert auf innere Heiligung legen.

b. Die eudämonistische Motivation

„Man bezeichnet diejenigen Richtungen der Ethik, welche die Erreichung des Glücks als oberstes Ziel menschlichen Handelns und Strebens lehren als Eudämonismus... Wird das Wesen des Glücks in der Erreichung von Lust gesehen, spricht man vom Hedonismus. Wird die Nützlichkeit als Motiv betont, spricht man vom Utilitarismus. Alle drei Begriffe haben gemeinsam, dass sie das ethische Verhalten von einem objektiven Gut her definieren, das ein höchstmögliches Maß an Wohlbefinden des Subjekts meint“ (Schrey, 1977, S46).

Dieses Wohlsein kann in verschiedener Weise bestimmt sein. Auf der Stufe der archaischen Ethik gehört zum Wohlsein großer Besitz, öffentliches Ansehen und Prestige, Macht und Einfluss. Bei Demokrit (5. Jh. v. Chr.) wird das Glück als Seelenfrieden und Heiterkeit des Gemüts postuliert, wobei geistige Güter den leiblichen und vergänglichen vorzuziehen sind, und Plato sieht die Vollendung des Menschen in der Verähnlichung mit Gott als entscheidenden Aspekt der Glücksidee. (vgl. Schrey, 1977, S46).

Auch im Neuen Testament ist der Glücksgedanke nicht ganz fremd. Doch wird die Glückszusage den Armen zuteil und in Zusammenhang mit dem Anbruch des künftigen Heils gebracht. (Bergpredigt Math. 5, 3-12).

Im Hedonismus heißt Glück möglichst großer Lustgewinn durch Vermeidung von Unlust und Schmerz. Wobei auch hier wieder unterschieden wird zwischen Selbstliebe, und erleuchtetes Selbstinteresse, die durch Erziehung zur Synthese mit den Interessen der Gesamtheit gebracht wird, so dass schließlich ein Zustand sozialer Harmonie entsteht(vgl. Schrey,1977, S51).

Der Utilitarismus setzt die Nützlichkeit aller Dinge als Maßstab für deren Güte ein. Unterschieden wird hier ob der Nutzen sich auf das Individuum beschränkt oder ob er zum Gesamtwohl der Gesellschaft dient. Die Nützlichkeitsethik geht davon aus, dass Funktion und Gebrauch der Dinge darüber entscheiden, ob sie gut oder schlecht sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ethik im Wandel
Hochschule
Fachhochschule Heidelberg  (SRH Gruppe)
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V10007
ISBN (eBook)
9783638165730
ISBN (Buch)
9783656562191
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik, Wandel
Arbeit zitieren
Reinhard Bracke (Autor), 2002, Ethik im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10007

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