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Vergleich der Ordensgründer Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani. Weshalb haben sich ihre Orden nicht vereint?

Title: Vergleich der Ordensgründer Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani. Weshalb haben sich ihre Orden nicht vereint?

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jonathan Stumpf (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Diese Arbeit unternimmt den Versuch, anhand der Lebenswege des Ignatius und des Hieronymus sowie insbesondere der programmatischen Ausrichtung der Gesellschaft Jesu eine wahrscheinliche Erklärung dafür abzuleiten, weshalb die auf den ersten Blick so verwandten Kongregationen sich letztlich nicht zu einem einzigen Orden zusammenschlossen.

Im Jahr 1540 wurden neben der Gesellschaft Jesu auch die Regularkleriker von Somasca (CRS) von Papst Paul III. approbiert. Während es über das Leben und Wirken des Ordensgründers Ignatius de Loyola und die ersten Jesuiten eine gewaltige Fülle an Quellen und Forschungsliteratur gibt, wurde hingegen zum Leben des Gründers der Clerici regulares S. Majoli Papiae congregationis Somaschae – oder kurz Somasker – bislang kaum geforscht. Dabei sind die Lebenswege gerade des Ignatius von Loyola und des Hieronymus Aemiliani sich auf so frappierende Weise ähnlich, dass man im ersten Augenblick sogar geneigt ist, von einer späteren Legendenbildung im Falle des weniger bekannten Heiligen auszugehen, was aber schon wegen der vorhandenen Belege für die Richtigkeit der Eckdaten seines Lebens nicht statthaft wäre.

Die älteste auf uns gekommene Vita des Hieronymus Aemiliani stammt aus dem Jahr 1605 und ist in italienischer Sprache abgefasst. Ihr Erscheinungsort ist Vicenza. Eine in Rom gedruckte lateinische Fassung ist aus dem Jahr 1657 überliefert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die katholische Reform

3 Die Ordensgründer und ihr näheres Umfeld

3.1 Ignatius von Loyola

3.2 Hieronymus Aemiliani

4 Grundentscheidung respektive optio fundamentalis

5 Die Rolle Gian Pietro Carafas

5.1 Gian Pietro Carafa und Ignatius von Loyola

5.2 Gian Pietro Carafa und Hieronymus Aemiliani

6 Weshalb kam es 1547 nicht zur Fusion der Orden?

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswege von Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani, um zu ergründen, warum die ursprünglich eng verwandten Kongregationen der Jesuiten und Somasker trotz Bestrebungen nicht miteinander fusionierten, wobei insbesondere die Rolle von Gian Pietro Carafa analysiert wird.

  • Vergleichende Analyse der Ordensgründer Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani
  • Einfluss der katholischen Reform auf die Ordensgründungen
  • Die Rolle von Gian Pietro Carafa in der Beziehung beider Ordensgründer
  • Die "Grundentscheidung" (optio fundamentalis) als spirituelle Basis
  • Gründe für das Scheitern der angestrebten Fusion im Jahr 1547

Auszug aus dem Buch

5.1 Gian Pietro Carafa und Ignatius von Loyola

Viel ist über das Verhältnis zwischen dem Prälaten des Theatinerordens Gian Pietro Carafa und Ignatius von Loyola geschrieben und spekuliert worden. Meist wird angenommen, dass es zwischen Ignatius und Loyola, die sich 1536 in Venedig kennengelernt hatten, im selben Jahr noch aufgrund einer Taktlosigkeit des Ignatius zu einem definitiven Zerwürfnis kam. Diese Taktlosigkeit solle darin bestanden haben, dass Ignatius dem Generaloberen der Theatiner einen Brief geschrieben habe, den Paul DUDON teilweise durch eine eigenartige Mischung aus Verlegenheit, Demut und Verwegenheit inspiriert sieht. In jenem Schriftstück, das die Zeiten überdauert hat, kritisiert Ignatius Carafa sowie dessen Gefolgschaft und ermahnt sie zu ernsten Reformen, wobei der unterwürfige Ton, in welchem der Brief abgefasst ist, demselben einen leicht komischen Charakter verleiht. Als kleine Kostprobe, die eben Gesagtes veranschaulicht, mögen die folgenden Zeilen genügen:

Zweitens: wenn eine Persönlichkeit wie Sie, aus so vornehmem Geschlecht, von so hohem Stand und in hoher Stellung und dazu in fortgeschrittenem Lebensalter, etwas besser als die übrigen Mitglieder der Genossenschaft ausgestattet und gekleidet ist und in ihrer Wohnung einige bessere und gepflegtere Dinge hat – besonders [wenn dies geschieht] mit Rücksicht auf die auswärtigen Besucher –, so kann ich mich darüber nicht aufhalten oder daran Ärgernis nehmen; denn das ist wegen der zeitbedingten Verhältnisse von untergeordneter Bedeutung und kann nicht als etwas Unvollkommenes angesehen werden. Immerhin wäre es vielleicht ein recht beachtenswerter und wertvoller Gedanke, hierbei auch die gebenedeiten Heiligen zum Vergleich heranzuziehen, einen hl. Franziskus oder Dominikus und viele andere aus früheren Zeiten [und sich zu fragen]: Wie gaben die sich im Kreise ihrer Genossen zur Zeit, als sie ihren Orden gründeten und ihren Söhnen Lebensordnung und Beispiel hinterließen?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Ausgangslage ein, vergleicht die Quellenlage zu Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani und definiert die zentrale Fragestellung der Untersuchung.

2 Die katholische Reform: Dieses Kapitel klärt den Begriff der katholischen Reform und grenzt ihn gegen die Gegenreformation ab, um das spirituelle Umfeld der Ordensgründer zu kontextualisieren.

3 Die Ordensgründer und ihr näheres Umfeld: Hier werden die Biographien von Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani detailliert nachgezeichnet, wobei ihre frühen militärischen Laufbahnen und die spätere spirituelle Umkehr im Vordergrund stehen.

4 Grundentscheidung respektive optio fundamentalis: Es wird das moraltheologische Konzept der "Grundentscheidung" erläutert und auf die bewusste Lebensänderung beider Ordensgründer angewandt.

5 Die Rolle Gian Pietro Carafas: Dieses Kapitel beleuchtet das spannungsreiche Verhältnis zwischen Ignatius und Carafa sowie die enge Bindung zwischen Hieronymus Aemiliani und Carafa.

6 Weshalb kam es 1547 nicht zur Fusion der Orden?: Das Kapitel analysiert die spezifische "Vorgehensweise" der Jesuiten und zeigt auf, warum Ignatius einer Fusion mit den Somaskern ablehnend gegenüberstand.

7 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die unterschiedlichen Charismen der Orden eine Fusion unmöglich machten.

Schlüsselwörter

Ignatius von Loyola, Hieronymus Aemiliani, Katholische Reform, Gesellschaft Jesu, Somasker, Gian Pietro Carafa, Optio fundamentalis, Gegenreformation, Ordensgeschichte, Spiritualität, Missionswesen, 16. Jahrhundert, Venedig, Theatiner, Apostolische Mobilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden historischen Blick auf Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani, zwei bedeutende Ordensgründer der Zeit der katholischen Reform im 16. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Biographien der Gründer, das spirituelle Konzept der Grundentscheidung, der Einfluss von Gian Pietro Carafa sowie die strukturellen Unterschiede der Ordenskongregationen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, eine historisch begründete Erklärung dafür zu liefern, warum die anfangs als verwandt geltenden Orden der Jesuiten und Somasker nicht zu einer einzigen Kongregation verschmolzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf einer fundierten Auswertung von Primärquellen, Biographien und aktueller Forschungsliteratur basiert, um die Beweggründe der Akteure zu rekonstruieren.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil umfasst eine Darstellung der Lebenswege, die moraltheologische Einordnung der Grundentscheidung, eine Analyse der Rolle Carafas bei beiden Gründern sowie die Erörterung der jesuitischen Ordensverfassung und Missionstätigkeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie katholische Reform, optio fundamentalis, Societas Jesu und das Spannungsfeld zwischen den spirituali und den intransigenti geprägt.

Wie unterschied sich die Haltung von Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani zu Gian Pietro Carafa?

Während Ignatius von Loyola eine distanzierte, von Spannungen geprägte Beziehung zu Carafa hatte, bewunderte Hieronymus Aemiliani Carafa und stand unter dessen direkter geistlicher Leitung.

Warum lehnte Ignatius von Loyola die Fusion der Jesuiten mit den Somaskern ab?

Ignatius erkannte, dass die spezifische "Vorgehensweise" der Jesuiten – apostolische Mobilität und Verzicht auf starre klösterliche Strukturen – durch eine Fusion mit den eher karitativ und ortsgebunden orientierten Somaskern gefährdet worden wäre.

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Details

Title
Vergleich der Ordensgründer Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani. Weshalb haben sich ihre Orden nicht vereint?
College
University of Heidelberg
Grade
1,3
Author
Jonathan Stumpf (Author)
Publication Year
2018
Pages
26
Catalog Number
V1000817
ISBN (eBook)
9783346382764
ISBN (Book)
9783346382771
Language
German
Tags
Ignatius von Loyola Hieronymus Aemiliani Jesuiten Somasker Societas Jesu
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonathan Stumpf (Author), 2018, Vergleich der Ordensgründer Ignatius von Loyola und Hieronymus Aemiliani. Weshalb haben sich ihre Orden nicht vereint?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000817
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