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Politische Partizipation. Definitions- und Einteilungsansätze

Titel: Politische Partizipation. Definitions- und Einteilungsansätze

Essay , 2020 , 9 Seiten , Note: 1.75

Autor:in: Luana Luisa Heuberger (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit behandelt Ansätze für die Definition und Einteilung politischer Partizipation und entwickelt eine Arbeitsdefinition aus diesen. Dabei werden Charakteristika für Aktivitäten, die eine Arbeitsdefinition einbeziehen muss, um eine gezielte wissenschaftliche Untersuchung zu gewährleisten und das Phänomen der politischen Partizipation nicht zu generalisieren, herausgearbeitet.

Politische Partizipation ist ein Kernelement für jedes politische System, aber eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren der liberalen Demokratie. Dies wird auch bestätigt durch das stetige Anwachsen des Repertoires an politischer Partizipation. Dies ist nur möglich durch eine Veränderung der Definition von politischer Partizipation über die Zeit, um neue Aktivitäten einzuschließen. Doch wie weit kann die Entwicklung in Richtung einer breiteren Definition gehen?

Oft wird in der Literatur zwischen konventionellen und unkonventionellen Partizipationsformen unterschieden. Was als konventionell und unkonventionell eingeordnet wird, hängt von kulturellen, sozialen und politischen Normen innerhalb einer Gesellschaft ab. Historisch zeigt sich, dass unkonventionelle Formen der Partizipation mit der Zeit normalisiert und dadurch konventionell wurden. Damit wird abermals deutlich, dass sich die Konventionen und die Einschätzung von Partizipationsformen im Wandel befinden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitorische Zugänge

3. Typologien und Entwicklung der Arbeitsdefinition

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Ziel dieses Essays ist die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Ansätzen zur Definition und Einteilung politischer Partizipation, um auf dieser Basis eine präzise Arbeitsdefinition für die politikwissenschaftliche Forschung zu entwickeln.

  • Historische Entwicklung des Partizipationsbegriffs
  • Abgrenzung von politischer Partizipation zu zivilem Engagement
  • Typologien konventioneller und unkonventioneller Partizipationsformen
  • Operative Kriterien zur Klassifizierung von Partizipationsaktivitäten
  • Einfluss des politisch-rechtlichen Kontextes auf die Partizipationspraxis

Auszug aus dem Buch

Typologien und Entwicklung der Arbeitsdefinition

Oft wird in der Literatur zwischen konventionellen und unkonventionellen Partizipationsformen unterschieden. Was als konventionell und unkonventionell eingeordnet wird, hängt von kulturellen, sozialen und politischen Normen innerhalb einer Gesellschaft ab. Historisch zeigt sich, dass unkonventionelle Formen der Partizipation mit der Zeit normalisiert und dadurch konventionell wurden. Damit wird abermals deutlich, dass sich die Konventionen und die Einschätzung von Partizipationsformen im Wandel befinden. Unkonventionelle Partizipation findet auf verschiedenen Wegen statt. Erstens können bestehende konventionelle Formen neu belebt werden; es findet eine Re-Kontextualisierung von Intentionen und Verfahren statt. Zweitens können bisher nicht relevante (private) Partizipationsformen politisch umgedeutet und damit relevant werden. Drittens können neue innovative Partizipationsformen geschaffen werden und damit auch neue Konventionen (de Nève/Olteanu 2013, 15f.).

Van Deth teilt Partizipation allgemein in historisch gewachsene Kategorien ein. Die erste Kategorie umfasst alle institutionalisierten Aktivitäten, z.B. das Wählen oder die Beteiligung an politischen Kampagnen. In den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren etablieren sich unkonventionelle Formen wie Proteste als ‚elite-challenging‘. In den 1990er-Jahren kommen zivile Aktivitäten der Partizipation auf, wie Freiwilligenarbeit und Soziales Engagement in Vereinigungen. In dieser Zeit gibt es viele Ansätze, die sich mit Tocqueville und einer aktiven Zivilgesellschaft als Kriterium für eine funktionierende Demokratie auseinandersetzen. Die bisher letzte Erweiterung der Definition schließt auch individuelle Aktivitäten (‚individualized collective action‘) ein, die darauf abzielen ethisch-moralische Haltungen auszudrücken, wie etwa durch Produkt- oder Firmen-Boykotte (van Deth 2015, 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der politischen Partizipation als Kernelement liberaler Demokratien ein und formuliert die Fragestellung zur notwendigen wissenschaftlichen Definition des Phänomens.

2. Definitorische Zugänge: Hier werden zentrale theoretische Konzepte und Definitionen von Autoren wie Huntington, Verba/Nie, van Deth und Norris diskutiert und die Problematik der Abgrenzung zu allgemeinem zivilen Engagement aufgezeigt.

3. Typologien und Entwicklung der Arbeitsdefinition: Dieses Kapitel stellt verschiedene Klassifikationsmodelle vor, insbesondere die Typologie von Teorell et al. und das regelbasierte System von van Deth, und leitet daraus die finale Arbeitsdefinition ab.

Schlüsselwörter

Politische Partizipation, Demokratie, Civic Engagement, Arbeitsdefinition, Konventionelle Partizipation, Unkonventionelle Partizipation, Politische Sphäre, Freiwilliges Handeln, Typologie, Politisches System, Individuelles Handeln, Politische Motivation, Elite-Challenging, Politische Arena, Partizipationsforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Definition und Kategorisierung von politischer Partizipation in der Politikwissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung des Partizipationsbegriffs, die Unterscheidung zwischen politischem und zivilem Handeln sowie die operative Einordnung von Partizipationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung einer präzisen und objektiven Arbeitsdefinition, die eine klare Abgrenzung und Vergleichbarkeit in der wissenschaftlichen Untersuchung ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen essayistischen Vergleich und eine kritische Auseinandersetzung mit der politikwissenschaftlichen Fachliteratur und existierenden Definitionssystemen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert definitorische Ansätze, verschiedene Typologien und konkrete Klassifikationsregeln (insbesondere nach van Deth) zur Differenzierung von Partizipationsaktivitäten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Partizipation, Arbeitsdefinition, Konventionelle Partizipation und Civic Engagement geprägt.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen konventionellen und unkonventionellen Formen?

Diese Unterscheidung ist zentral, da sie auf kulturelle und historische Wandlungsprozesse hinweist, durch die unkonventionelle Praktiken mit der Zeit in den konventionellen Kanon übergehen können.

Warum ist laut der Autorin eine Trennung von zivilem Engagement und politischer Partizipation wichtig?

Eine klare Trennung ist notwendig, um den Forschungsgegenstand präzise einzugrenzen und die wissenschaftliche Vergleichbarkeit von Studien über verschiedene Länder und Epochen hinweg zu gewährleisten.

Wie beeinflusst der politisch-rechtliche Kontext die Partizipationsforschung?

Der Kontext bestimmt, ob eine Aktivität (z.B. eine Unterschriftensammlung) als legal oder institutionalisiert gilt, was wiederum ihre Einordnung in die verschiedenen Typologien beeinflusst.

Was ist die abschließende Arbeitsdefinition?

Politische Partizipation umfasst alle freiwilligen Aktivitäten von BürgerInnen, die entweder in der politischen Arena stattfinden, auf die politische Sphäre abzielen oder zumindest politisch motiviert sind.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politische Partizipation. Definitions- und Einteilungsansätze
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Spezialseminar Formen politischer Beteiligung in Zentral- und Osteuropa
Note
1.75
Autor
Luana Luisa Heuberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
9
Katalognummer
V1000822
ISBN (eBook)
9783346379825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
politische partizipation definition- einteilungsansätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luana Luisa Heuberger (Autor:in), 2020, Politische Partizipation. Definitions- und Einteilungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000822
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Leseprobe aus  9  Seiten
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