Für die Arbeit in der Altenpflege besteht ein Handlungsbedarf. Um zukünftig die Krankenstände zu reduzieren, wird nachfolgend ein evidenzbasiertes Präventionsprogramm nach § 20 SGB V für Pflegekräfte konzipieren. Ziel der Konzeption ist es, den Gesundheitsproblemen Rückenschmerzen und depressive Episoden bei Beschäftigten der Altenpflege vorzubeugen. Daher wird mit den beiden Handlungsfelder Stressmanagement und Bewegungsgewohnheiten gearbeitet.
Vor der Erstellung der Konzeption ergeben sich nun die Fragen, mittels welcher Maßnahmen die psychische und physische Gesundheit von Pflegekräften in stationären Pflegeeinrichtungen positiv beeinflussen werden kann? Mit Hilfe welcher Interventionen den Gesundheitsproblemen vorgebeugt werden kann? Und wie der zugrundeliegende Bedarf anhand von Best-Practice-Beispielen und allgemeinen Handlungsempfehlungen gedeckt werden kann? Unter „Best-Practices“ werden erfolgreiche Praktiken, welche überdurchschnittliche Leistungen ermöglichen, verstanden.
Ein weiteres Ziel ist die Zertifizierung des Kurses durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Wodurch eine Bezuschussung der jeweiligen Krankenversicherung ermöglicht werden kann. Darüber hinaus kann eine zusätzliche Kooperation des Kursanbieters mit den Betrieben eine kostenfreie Teilnahme für die Zielgruppe ermöglichen. Das erarbeitete Konzept soll nach Fertigstellung vor Ort in den Pflegeeinrichtungen angeboten werden, dadurch soll den Teilnehmenden trotz Schichtarbeit eine regelmäßige Kursteilnahme ermöglicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Definitionen
3.1.1 Präventionsgesetz
3.1.2 Leitfaden Prävention § 20 Abs. 2 SGB V
3.1.2.1 Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten
3.1.2.2 Handlungsfeld Stressmanagement
3.1.3 Primärprävention und Gesundheitsförderung
3.2 Epidemiologie
3.2.1 Gesundheitsproblem Rückenschmerzen
3.2.1.1 Mögliche Ursachen und Risikofaktoren von Rückenschmerzen
3.2.1.2 Probleme und Einschränkungen durch Rückenschmerzen
3.2.2 Gesundheitsproblem depressive Episoden
3.2.2.1 Mögliche Ursachen und Risikofaktoren von depressiven Episoden
3.2.2.2 Probleme und Einschränkungen durch depressive Episoden
3.3 Bedarf
3.3.1 Aktuelle Daten zu Fehlzeiten in der Pflegebranche
3.3.2 Berufsspezifische physische & psychische Belastungsfaktoren
3.4 Aktueller Forschungsstand
3.4.1 Allgemeine Handlungsempfehlungen Bewegung
3.4.2 Allgemeine Handlungsempfehlungen Entspannung
3.4.3 Spezifische Interventionen zur Prävention von Rückenschmerzen
3.4.4 Spezifische Interventionen zur Prävention depressiver Episoden
4 METHODIK
4.1 Zielgruppe
4.2 Übergeordnete Ziele der Konzeption
4.3 Analyse der Rahmenbedingungen
4.4 Dokumentation und Evaluation
4.5 Kostenanalyse und Break-Even-Point
5 ERGEBNISSE
5.1 Konzeptname
5.2 Aufbau der Kursstunden
5.3 Belastungsparameter
5.3.1 Kraftausdauertraining
5.3.2 Ausdauertraining
5.3.3 Beweglichkeitstraining
5.3.4 Koordinationstraining
5.4 Überblick Präventionskurs nach §20 SGB V
5.5 Beschreibung der einzelnen Kursstunden
5.5.1 Beschreibung 1. Kurseinheit
5.5.2 Beschreibung 2. Kurseinheit
5.5.3 Beschreibung 3. Kurseinheit
5.5.4 Beschreibung 4. Kurseinheit
5.5.5 Beschreibung 5. Kurseinheit
5.5.6 Beschreibung 6. Kurseinheit
5.5.7 Beschreibung 7. Kurseinheit
5.5.8 Beschreibung 8. Kurseinheit
5.5.9 Beschreibung 9. Kurseinheit
6 DISKUSSION
6.1 Kritische Beurteilung der Erreichbarkeit der Zielgruppe
6.2 Kritische Beurteilung der Durchführung
6.3 Kritische Beurteilung der gewählten Kursinhalte
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein evidenzbasiertes Präventionsprogramm nach § 20 SGB V für Pflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen zu entwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch gezielte Maßnahmen der Stressbewältigung und Bewegungsförderung die physische und psychische Gesundheit dieses Personals gestärkt werden kann, um krankheitsbedingte Fehlzeiten nachhaltig zu senken.
- Belastungsanalyse von Pflegekräften (physisch und psychisch)
- Entwicklung eines Präventionskonzepts unter Berücksichtigung von SGB V Kriterien
- Integration von Bewegungs-, Entspannungs- und Stressmanagement-Methoden
- Evaluation der Wirksamkeit durch standardisierte Messinstrumente
- Kosten-Nutzen-Analyse und Zertifizierungsrelevanz
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Leitfaden Prävention § 20 Abs. 2 SGB V
Die Handlungsfelder und Kriterien für Leistungen der Krankenkasse im Bereich der Primärprävention und Gesundheitsförderung nach den §§ 20, 20a und 20b des Sozialgesetzbuches V werden im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes (2018, S. 6) vorgelegt. Diese gelten verbindlich für die Leistungserbringung vor Ort und bilden die Grundlage für die Bezuschussung von Maßnahmen, welche zur Vorbeugung von Krankheitsrisiken und zur Stärkung von Ressourcen dienen. Im Leitfaden des GKV-Spitzenverbandes werden verschiedene Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, junge Menschen, Erwerbstätige und arbeitslose Menschen, anhand ihres Lebenslaufes definiert. Für diese Arbeit ist besonders die Gruppe der Personen im erwerbsfähigen Alter (Erwerbstätige) von Bedeutung (GKV-Spitzenverband, S. 15). Die geplante Konzeption bewegt sich in den Handlungsfeldern Bewegungsgewohnheiten und Stressmanagement, diese werden nachgehend näher beleuchtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Darstellung der gesundheitlichen Herausforderungen von Pflegekräften in Deutschland und Begründung der Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.
2 ZIELSETZUNG: Definition der Ziele zur Entwicklung eines evidenzbasierten Präventionsprogramms nach § 20 SGB V für die Zielgruppe der Pflegekräfte.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Erläuterung der rechtlichen Grundlagen, epidemiologischen Daten zu Rücken- und Depressionsproblematiken sowie Darstellung des aktuellen Forschungsstandes.
4 METHODIK: Detaillierte Beschreibung der Zielgruppenanalyse, der Konzeptionsziele, der Rahmenbedingungen sowie der Evaluations- und Kostenplanung.
5 ERGEBNISSE: Konkrete Ausarbeitung des Präventionskurses "Pflege DICH fit!" inklusive der Belastungsparameter und der detaillierten Beschreibung der neun Kurseinheiten.
6 DISKUSSION: Kritische Reflexion der Erreichbarkeit der Zielgruppe, der praktischen Durchführung und der gewählten Kursinhalte im Kontext der betrieblichen Gegebenheiten.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Arbeitsschritte und Ergebnisse zur Implementierung des entwickelten Präventionskonzepts.
Schlüsselwörter
Altenpflege, Gesundheitsmanagement, Präventionsgesetz, SGB V, Rückenschmerzen, Stressmanagement, Bewegungsgewohnheiten, Gesundheitsförderung, Präventionskurs, Evaluation, Arbeitsschutz, Ergonomie, Betriebliche Gesundheitsförderung, Burnout-Prävention, Belastungsfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Konzeption eines Präventionsprogramms, das speziell auf die Bedürfnisse von Pflegekräften in stationären Einrichtungen zugeschnitten ist, um deren Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Prävention von berufsbedingten körperlichen Beschwerden (insbesondere Rückenschmerzen) sowie die psychische Entlastung durch Stressbewältigung und Entspannungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Erstellung eines zertifizierungsfähigen Kurskonzepts nach § 20 SGB V, das durch die Krankenkassen bezuschusst werden kann und das Fehlzeiten in der Pflege reduzieren soll.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es wird ein evidenzbasierter Ansatz gewählt, der auf nationalen Versorgungsleitlinien basiert. Zudem werden Evaluationsmethoden wie der McGill-Test und der Freiburger Fragebogen integriert.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Bedarfsanalyse, die methodische Konzeption des Programms und die detaillierte Ausarbeitung von neun Kurseinheiten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Altenpflege, Präventionsgesetz, Rückengesundheit, Stressmanagement, Gesundheitsförderung, Evaluation und Break-Even-Analyse.
Warum ist das Konzept spezifisch für die stationäre Pflege entwickelt worden?
Aufgrund der überdurchschnittlich hohen körperlichen und psychischen Belastungen sowie der Schichtdienst-Problematik in der stationären Pflege besteht hier ein besonderer gesundheitspolitischer Handlungsbedarf.
Wie wurde die Wirksamkeit des Konzepts geplant?
Die Wirksamkeit wird durch ein Evaluationskonzept überprüft, welches den Stresslevel (Perceived Stress Scale) sowie die körperliche Fitness (McGill-Test) vor und nach dem Kursverlauf misst.
Welche Rolle spielen die Krankenkassen bei diesem Projekt?
Da das Programm nach § 20 SGB V konzipiert ist, zielt es auf eine Zertifizierung ab, die eine finanzielle Unterstützung durch die GKV-Spitzenverbände ermöglicht und somit die Hürden für die Teilnahme senkt.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung werden in der Diskussion benannt?
Diskutiert werden insbesondere die Problematik der Teilnehmererreichbarkeit (insbesondere bei männlichem Personal) sowie die notwendige Abstimmung der Kurszeiten mit dem Schichtdienst der Pflegekräfte.
- Quote paper
- Daniela Mayr (Author), 2020, Gesundheitsförderung für Pflegekräfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000935