Der Autor beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Kategorie „Geschlecht“ im Sportunterricht mit Blick auf Gleichheit und Differenz verhält. Ziel ist es, dass die Lehrkraft in der Lage sein kann, mit Vorbildfunktion zu agieren und auch in der Schule und vor allem im Schulsport geschlechtersensibel zu handeln.
Die Geschlechterproblematik, wie sie uns in der heutigen Zeit begegnet, ist bei Weitem nicht das einfache Thema, wie es nach außen dargestellt wird. Es ist längst unbestritten, dass es eine Leistungsdifferenz der Geschlechter im Profisport gibt. Auch bedient sich die Wirtschaft an dieser Thematik, indem über eine „Frauenquote“ in Spitzenpositionen rege diskutiert wird und auch der Alltag immer wieder zu bedienende Klischees hervorbringt.
Dabei entfällt die eigentliche Wichtigkeit dieser Thematiken, die mit Blick auf die heutige Gesellschaft mehr und mehr an Ernsthaftigkeit gewinnen und allgegenwärtig sind. Hier findet eine Differenzierung des Geschlechts statt, von der man die Ausmaße keineswegs bei Seite legen darf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aspekte von koedukativem Sportunterricht
3. Leitfrage: Wie wird die Kategorie „Geschlecht“ in der Frage nach Ungleichheit und Gleichheit differenziert?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschlechterproblematik im Schulsport und analysiert, wie Lehrkräfte im koedukativen Unterricht geschlechtersensibel handeln können, um sowohl Gleichheit als auch Differenz zwischen den Geschlechtern angemessen zu berücksichtigen.
- Bedeutung von Koedukation im Schulsport
- Rolle der Kategorie „Geschlecht“ im Sport
- Herausforderungen einer geschlechtersensiblen Unterrichtsgestaltung
- Spannungsfeld zwischen Gleichheit und Differenz
- Reflexion von Geschlechterstereotypen
Auszug aus dem Buch
3. Leitfrage: Wie ist die Kategorie „Geschlecht“ in der Frage nach Differenz und Gleichheit in sich gegliedert?
Nachdem im Vorfeld bereits einige Aspekte von koedukativem Sportunterricht geklärt wurden, sollte man sich jetzt der Frage nach der Kategorie des Geschlechts stellen und diese vor allem unter den Gesichtspunkten Differenz und Gleichheit näher beleuchten, um zu sehen wie diese Kategorie in sich gegliedert ist und wie sie sich auf den Sport auswirkt.
Die Geschlechterforschung (Gender Studies) beschreibt zunächst, wie die Geschlechter eine Gemeinschaft prägen und in umgekehrter Weise, wie das Geschlecht von der Gemeinschaft geprägt wird (Bähr in Gieß- Stüber, 2006). Eine genaue Antwort auf die Frage nach den Eigenschaften ist bis heute umstritten. Da es bisher keine einheitlichen Kriterien gibt, ist die Geschlechterforschung die Bezugsgröße „Geschlecht“ angewiesen, um ihren Gegenstand nennen zu können (Bähr, 2006, S.27).
Wie bereits eingangs erwähnt, wird das „Geschlecht“ als soziale Kategorie verstanden, während „Gender“ ein gesellschaftlich definiertes Konzept ist, was typische Eigenschaften von Weiblichkeit und Männlichkeit betrachtet (vgl. Gieß- Stüber, 2000, S. 32). Insbesondere im Sport, steht der Körper und somit das sexuelle „Geschlecht“, im Mittelpunkt und bekommt eine tragende Rolle zugesprochen. Nach Bähr (2006) ist die am weitesten verbreitete Lösung des Problems die biologisch- anatomische Kategorisierung von Personen in „Frauen“ und „Männer“. Denn heutzutage ist es Normalität, dass Unterschiede im Verhalten zwischen den Kindern, aufgrund des biologischen Geschlechts nahezu festgelegt sind. Die Geschlechterforschung in Person von Gildemeister & Wetterer (1997, aus Gieß-Stüber, 2006) sieht hier jedoch den Denkfehler, eine Klassifikation in Form von Geschlechterkategorien als Ausgangspunkt der Forschung zu setzen und dabei nicht zu sehen, dass die Klassifikation selbst ein Ergebnis interaktiver Attributierungs- und Herstellungsprozesse darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Geschlechterproblematik und führt in die Relevanz einer geschlechtersensiblen Pädagogik im Schulsport ein.
2. Aspekte von koedukativem Sportunterricht: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Koedukation und deren Herausforderungen für die Unterrichtspraxis unter Berücksichtigung des pädagogischen Doppelauftrags.
3. Leitfrage: Wie wird die Kategorie „Geschlecht“ in der Frage nach Ungleichheit und Gleichheit differenziert?: Hier wird die komplexe Beziehung zwischen dem biologischen Geschlecht und dem sozialen Konzept „Gender“ im Kontext der Sportwissenschaft theoretisch analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, im Sportunterricht eine Verbindung statt einer reinen Gegenüberstellung von Differenz und Gleichheit zu suchen.
Schlüsselwörter
Koedukation, Schulsport, Geschlechterforschung, Gender Studies, Geschlechtersensibilität, Gleichheit, Differenz, Soziale Konstruktion, Sportpädagogik, Geschlechterrollen, Geschlechterstereotypen, Leistungssport, Körperlichkeit, Identitätsbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Koedukation im Sportunterricht und der Frage, wie Lehrkräfte den Umgang mit dem sozialen Konstrukt Geschlecht reflektiert gestalten können.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Gleichheit und Differenz, die Bedeutung von Gender im Schulsport sowie die Umsetzung einer geschlechtersensiblen Didaktik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Lehrkräfte im Sportunterricht durch die Anerkennung von Geschlechterdifferenzen und gleichzeitigem Abbau von Stereotypen zu mehr Gleichberechtigung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse aktueller sportpädagogischer Konzepte und geschlechterwissenschaftlicher Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die Anforderungen an einen koedukativen Sportunterricht definiert als auch die wissenschaftliche Debatte um die Kategorie „Geschlecht“ in Bezug auf biologische und soziale Konstruktionen beleuchtet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Koedukation, Genderkompetenz, soziale Konstruktion von Geschlecht und die reflektierte Sportdidaktik.
Welche Rolle spielt der Körper in der Argumentation des Autors?
Der Körper wird als zentrales Medium des Sports begriffen, über das soziale Bedeutungen von Geschlecht vermittelt werden, weshalb er einen kritischen Anknüpfungspunkt für geschlechterpädagogisches Handeln darstellt.
Warum sieht der Autor die bloße Trennung in „Frauen“ und „Männer“ kritisch?
Der Autor argumentiert mit der Geschlechterforschung, dass eine solche Klassifizierung die interaktiven Prozesse der Herstellung von Geschlecht sowie die individuellen Ähnlichkeiten zwischen den Gruppen unsichtbar macht.
Was bedeutet das Konzept der „reflexiven Koedukation“ laut dem Text?
Es bezeichnet ein pädagogisches Vorgehen, das aktiv die Geschlechterrollen thematisiert und hinterfragt, anstatt diese durch unreflektierte Praxismodelle im Sportunterricht zu reproduzieren.
- Arbeit zitieren
- Clemens Dölle (Autor:in), 2014, Koedukation im Sport. Aspekte von gleichgeschlechtlicher Erziehung im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001055