Goethe, Johann Wolfgang von - Wilhelm Meisters Lehrjahre - großes Referat mit kurzen Bezügen zu einer Sekundärliteratur


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

8 Seiten


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Wilhelm Meisters Lehrjahre (Roman von Goethe)

Großes Referat zu Goethes Roman ,Wilhelm Meisters Lehrjahre`

(mit Bezügen zur Sekundärliteratur von Hans-Egon Hass)

Goethe begann den Roman 1777 zu schreiben. Er wollte ihn zusammen mit seiner ,Iphigenie` fertigstellen, das gelang igm jedoch nicht. Der Roman wurde erst 1796 beendet. Er besteht aus 8 Büchern, wobei die ersten 4 vor der Französischen Revolution geschrieben wurden. Deshalb spielen Staat und Politik in dem Werk keine wirklich große Rolle.

Es geht vielmehr um eine einzelne Person, den Wilhelm Meister, dessen Entwicklung hier von klein auf geschildert wird.

Und das eigentlich Besondere an diesem Roman ist, dass Goethe mit diesem Wilhelm sein eigenes Erwachsen - Werden beschreibt. Der Roman kann praktisch im Großen und Ganzen als Autobiographie Goethes gesehen werden.

Im Folgenden werde ich grob den Inhalt der 8 Bücher wiedergeben mit jeweiligem Bezug zur Sekundärliteratur von Hans-Egon Hass:

Im ersten Buch erfährt man von Wilhelms erster großen Liebe zu Mariane. Sie ist für ihn sein Ein und Alles und er glaubt, mit ihr den Rest seines Lebens zu verbringen. Nochdazu hat sie die gleichen Interessen wie er, sie ist Schauspielerin. Wilhelm selbst interessierte sich schon als kleines Kind äußerst für die Schauspielkunst, damals fing es mit dem Puppentheater an, welches seine Mutter für ihn einigemale aus dem Dachboden geholt hatte und vorspielen ließ. Er wollte dann natürlich auch wissen, wie sich die Figuren bewegen und schlich sich heimlich hinauf auf den Dachboden, und fand deben den Puppen ein Rollenbuch, mit dem er sich so intensiv beschäftigte, dass er bald alle Rollen des Stückes auswendig, ausdrucksvoll aufsagen konnte. Sein Vater ahnte nicht, dass diese Leidenschaft auch säter noch zum Ausdruck kommen würde. Er wollte aus seinem Sohn einen ordentlichen Kaufmann machen, wie er selbst auch einer war.

Zunächst begnügt sich Wilhelm damit, seiner Mariane auf der Bühne auch nur zuzusehen; er soll sich auf eine mehrtägige Geschäftsreise für seinen Vater machen. Bei seiner Verabschiedung von Mariane möchte er ihr in einem Brief einen Heiratsantrag machen und die Zusage noch in der selbigen Nacht bekommen.

Doch Mariane ist nicht sehr gut gelaunt, als er bei ihr vor der Türe steht, und so möchte er die Übergabe des Briefes auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Statt dessen nimmt er sich als Ersatz für sie ein Halstuch von ihr mit. Er ahnt ja nicht, dass sich darin ein Zettel von Marianes reichem Liebhaber Norberg befindet, welcher sie auch noch in derselben Nacht besucht. Mariane ist dies gar nicht recht, da sie nur Wilhelm wirklich liebt, doch ihre Erzieherin Barbara redet ihr ein, dass sie den sehr reichen Norberg nicht einfach so zurückweisen kann. Jetzt kommt er trotz Marianes Widerwillen, verschwindet aber auf Grund ihrer Abneigung bald wieder. Wilhelm sieht dessen Gestalt zu später Stunde aus dem Haus schleichen und ist auf Äußerste enttäuscht, zudem er kurz zuvor noch den Zettel entdeckt hat.

Somit macht sich Wilhelm auf seine Geschäftsreise und dieses erste Buch könnte laut Hans- Egon Hass als ein Ganzes betrachtet werden, worauf es keiner Fortsetzung bedürfe. Die Beziehung wird laut ihm aufs Äußerste übertrieben dargestellt. Er meint, dass sie seinerseits auch recht ironisch wirkt, da zugleich mit dem Ende der Liebe ihm auch die Lust am Theater vergeht. Hans-Egon Hass drückt also aus, dass Wilhelm Mariane und Theater in einem liebt, vielleicht Mariane ja auch nur wegen des Theaters, was sich Wilhelm dann später auch selbst fragt, ob das so war.

Zunächst ist er jedoch noch ungebildet und beschränkt, er glaubt, die Liebe seines Lebens verloren zu haben.

Er kennt sich selbst zu wenig und so wird auch bald darauf seine Lust am Theater wiedererweckt, als er auf seiner Geschäftsreise einer Gruppe begegnet, welche kurz vor ihrer Aufführung steht.

An einem regnerischen Tag kehrt Wilhelm in einem Gasthaus ein und übernachtet auch dort. Dort macht er Bekanntschaft mit zahlreichen Leuten, welche noch vor kurzem einer Theatergruppe angehört hatten, welche sich allerdings aiflöste. Wilhelm lacht sich auch bald darauf wieder ein Mädchen - die Philine - an, welche im Gasthaus nebenan ein Zimmer bewohnt. Wilhelm trifft auch das Ehepaar Melina wieder, das er noch von früher kennt. Herr Melina überredet ihn schließlich, ihnen Geld zu leihen und wieder mit ihnen eine Theatergruppe aufzubauen, obwohl Wilhelm anfangs bald wieder nach Hause hatte reisen wollen. Der seltsame alte Harfenspieler beeindruckt Wilhelm mit seinen Liedern zutiefst.

Wilhelm kauft der vorbeiziehenden Seiltänzergruppe das seltsame Mädchen Mignon ab, da es dort nur misshandelt wurde. Es weiß weder wer seine Eltern sind, noch wie alt es ist. Auch weigert es sich, Mädchenkleidung zu tragen.

Hans-Egon Hass behauptet, dass Mignon nicht die Bildungsstufen Wilhelms beeinflusst, da sie weder der Theaterillusion Wilhelms, noch der Turmgesellschaft, von welcher ich noch später erzählen werde, zugehört.

Die Gesellschaft übt spielhaft einige Stücke, man lässt es sich gut gehen und hält sich auch oft in der Natur auf. Da begegnet Wilhelm bei einer Bootsfahrt ein Pfarrer-ähnelnder Mann, welcher in der lustigen Gesellschaft etwas aus der Reihe fällt. Wilhelm lässt sich mit ihm in ein eigenartiges Gespräch ein, der Unbekannte möchte ihn überzeugen, dass nichts vom Zufall bestimmt wird, sondern dass man zeitlebens gelenkt wird.

Ins Wirtshaus kommt einige Zeit darauf ein ehemaliger Schauspielerkollege Marianes. Er erzählt Wilhelm von deren Veränderung, sie habe bald ihren Schauspielervertrag gekündigt und wäre unausstehlich geworden. In Wilhelm wird die ganze Geschichte wieder aufgewühlt, und er ist einige Tage zu äußert depressiv, wenn ihn Philine auch immer aufzumuntern versucht. Sie dient ihm einfach als Abwechslung und irgendwie gefällt ihm ihre Art auch ganz gut.

Hans-Egon Hass sieht dabei eine totale Wendung in Wilhelms Denken, denn Wilhelm, welcher eben noch im Entschluss endgültiger Entsagung und lebenslangem Liebesschmerze gezeigt wurde, ist jetzt von den Reizen eines Mädchens befangen, dessen Charakter ihm eigentlich nicht unbedingt zusagt. Auch diese plötzliche Wendung sieht Hans-Egon Hass als bewußt eingesetzte Ironie Wilhelms an.

Wilhelm sieht sich schließlich völlig dem Theater gewidmet, als seine Gruppe vom Grafen eingeladen wird, an dessen Hofe ein selbst inszeniertes Stück uraufzuführen. Man reist ab und wird dort anfangs nicht sehr gastfreundlich empfangen. Sie dürfen erst stundenlang warten, bis ihnen die Türen des alten Schlosses geöffnet werden, worin sich nicht einmal Betten befinden. Nur Wilhelm wird von der Gräfin persönlich des öfteren beschenkt, er soll ihr ständig vorlesen. Das gegenseitige Interesse füreinander wird auch immer stärker.

Durch Jarno lernt Wilhelm die Werke Shakespears kennen, welche ihn vollkommen in Bann ziehen. Man findet ihn schließlich fast nur noch Spakespear lesend. Als die Gruppe einige Zeit später zum Schauspieldirektor Serlo weiterziehen möchte, bekommt Wilhelm von der Gräfin nicht nur eine Menge Geld, welches er anfangs gar nicht annehmen möchte, sondern auch noch einen Ring, worauf er seine Zuneigung zu ihr nicht mehr verbergen kann und sie küssend verabschiedet, worauf sie sich laut schreiend losreist und ihn anfleht zu verschwinden.

Die Schauspielergruppe reist unter der Führung Wilhelms weiter. Sie kaufen sich Waffen, da es heißt, da es heißt, der Weg durch den Wald sei nicht ungefährlich. Deshalb wollten ihn die meisten der Gruppe auch nicht einschlagen, doch Wilhelm nimmt ihnen die Angst. Allerdings werden sie doch Opfer eines Raubüberfalls, wobei Wilhelm, stark verwundet, mit Philine und Mignon auf die anderen wartet, welche vom nächstgelegenen Dorf Hilfe holen. Ihnen ist nichts zugestoßen, nur das meiste Gepäck wurde gestohlen oder zerstört. Eine kleine Truppe zieht währenddesen an Wilhelm vorbei. Die wunderschöne Frau davon ist sehr besorgt um Wilhelm, sie bedeckt ihn mit ihrem Unterrock. Wilhelm, welcher glaubt, nie etwas Schöneres gesehen zu haben, wird wegen seiner starken Schmerzen ohnmächtig, und als er wieder erwacht, ist die ,schöne Amazone` weg.

Nachdem Wilhelm von seinen Leuten, welche bereits eine billige Unterkunft gefunden haben, ins Pfarrhaus getragen worden ist, schickt er einen Boten aus, diese Frau zu suchen. Doch der Bote kehrt nicht zurück.

Die Theatergesellschaft ist ziemlich böse auf Wilhelm, da er ja diesen gefährlichen Weg einschlagen musste. Wilhelm gibt ihnen als Entschädigung jeweils ein Empfehlungsschreiben an den Schauspieldirektor Serlo, damit diese dort ihre Karriere fortsetzen können. Nur Mignon und der Harfenspieler bleiben bei ihm. Letzter ist für Wilhelm ein großes Rätsel, da er schon gar nicht mehr mit ihnen hat weiterziehen wollen, mit der Begündung, seine Gegenwart bringe Unglück.

Wilhelm zieht dann schließlich auch mit seinen beiden Begleitern zu Serlo; er lernt dort Serlos Schwester Aurelie kennen, welche ihn sogleich in ihren Liebeskummer einweiht. Er denkt, dass der 3jährige Felix ihr Sohn von ihrem verstorbenen Mann sei. Erst später erfährt er, dass es sich um seinen eigenen Sohn aus der Beziehung mit Mariane handelt.

Zunächst konzentriert er sich noch völlig auf Theater und inszeniert Shakespears ,Hamlet`. Im fehlt nur noch ein Schauspieler für den Geist, welcher in dem Stück vorkommt. Eines Abends hängt an seiner Zimmertür ein Zettel mit der Aufschrift : ,Wenn der Geist gebraucht wird, so wird er zur Stelle sein!` Dies soll ein Hinweis darauf sein, dass Wilhelm stets beobachtet wird. Bei der Uraufführung ist der Geist auch tatsächlich da, er könnte seine Rolle nicht besser spielen. Zurück bleibt nur ein Schleier mit dem Aufdruck : ,Flieh, mein Junge, flieh!` Noch weiß er relativ wenig damit anzufangen.

Vor der zweiten Hamletaufführung brennt das Theaterhaus ab. Wilhelms Verdacht liegt zuerst beim Harfenspieler, welcher versucht, den kleinen Felix ins Feuer zu werfen, um diesen zu opfern. Gott sei Dank kommt Mignon dazwischen und verhindert dies. Es stellt sich heraus, dass der Brand von einem entfernten Haus ausging.

Wilhelm bewohnt nach dem Brande ein kleines Häuschen nebenan. Der Harfenspieler kommt einige Tage später zu Besuch, er ist wahnsinnig, wie Wilhelm feststellt. Wilhelm gibt ihn an einen Priester weiter, und langsam verbessert sich der Zustand des Harfenspielers auch wieder. Es stellt sich heraus, dass er einst eine schreckliche Version hatte, wobei er von einem kleinen Jungen ermordet wurde. Deshalb hat er auch den Felix in die Flammen werfen wollen.

Nachdem die Theatergruppe für einige Zeit pausiert hat, wird Aurelia sterbenskrank. Sie übergibt Wilhelm einen Brief, welchen er nach ihrem Tode ihrem untrauen Freunde Lothario übergeben solle.

Vor ihrem Tode erhält sie von einem Arzt das Buch mit dem Titel: ,Bekenntnis einer schönen Seele`, dessen Inhalt im sechsten Buch des ,Wilhelm Meisters` wiedergegeben wird. Goethe widmete dieses Buch seiner guten Fraundin Katharina von Klettenburg. Er flechtet dieses Buch laut Hans-Egon Hass bewußt an dieser Stelle ein, da von da an Wilhelms Entwicklung in eine andere Richtung tendiert. Denn bald tritt Wilhelm endgültig aus der Theatergesellschaft aus und ein in den Kreis der Turmgesellschaft.

Da dieses Buch der ,Bekenntnis einer schönen Seele` so ganz aus der Reihe fällt, nimmt Hans-Egon Hass an, dass Goethe hiermit den seinerzeit verbreiteten Pietismus verdeutlichen wollte. Da ansonsten im Gesamtwerk das Religiöse keinerlei Rolle spielt, sollte es doch irgendwie vorkommen.

Das Buch erzählt von einer Frau, welche Gott mehr als alles andere auf der Welt liebt und versucht, stets ohne Sünden zu leben.

Als Aurelie bald darauf stirbt und Wilhelm bei ihrem untreuen Geliebten Lothario auf dem Schlosse angelangt ist, ahnt er noch nicht, dass ihn diese Reise, die er anfangs als Urlaub ansah, ihn auf eine neue Stufe des Lebens und der Bildung führen wird: Das Theater ist ihm zwar irgendwie immer fremder geworden, da die Spieler auf seine Anweisungen hin nur herumnörgeln und stets ein harter Konkurrenzkampf besteht, wer seine Rolle am besten spiele. Doch bald wird auch seine restliche Theaterleidenschaft ein apruptes Ende nehmen.

Als er auf Lotharios Schloss ganz unerwartet Jarno wiedertrifft, berichtet er diesem gleich über das Theaterleben. Lothario erklärt ihm, dass es nicht nur im Theater, sondern im gesamten Leben so zuginge. Außerdem fordert er Wilhelm auf, die Schauspielerei ganz aufzuhören, da ihm dazu einfach das Talent fehle.

Da Lothario auf Grund seines schwachen Zustandes unbedingt Ruhe bräuchte und dies wegen seiner Freundin Lydie nahezu unmöglich ist, da diese ihn ständig umkreist, schickt man sie mit der Kutsche in eine entfernte Stadt, indem man ihr vorlügt, eine Freundin von früher hielte sich gerade dort auf. Wilhelm soll Lydies Begleiter sein.

Es verläuft alles nach Plan: Der Kutscher weis sich gut zu verstellen, er behauptet, sich verirrt zu haben und man reist einige Tage planlos umher. Schließlich kommt man bei Lydies Freundin Therese zu Hause an, welche in den Plan, Lydie von daheim fernzuhalten, eingeweiht ist.

Lydie erkennt den Plan und ist ziemlich böse; sie warnt Wilhelm vor der Turmgesellschaft, die ihn nur als Werkzeug benutze. Hier erfährt Wilhelm zum ersten Mal von der Existens dieser Gesellschaft, welcher Lothario angehört.

Man verweilt einige Tage bei dieser Therese, welche sich äußerst gut mit Wilhelm versteht, und als dieser wieder abreist, hoffen beide, sich bald wieder zu sehen; denn in ihrer Klarheit, Sachlichkeit und zweckbestimmten Tätigkeit hat Wilhelm ein Wesen kennengelernt, das ihm bisher fremd war.

Wieder im Schlosse angelangt, erlaubt uhm der wieder gesundete Lothario, Felix und Mignon auf sein Schlosse zu holen. Wilhelm hat nichts dagegen einzuwenden, denn er fühlt sich in der Gesellschaft äußerst wohl.

Als er sich nun also das letzte Mal bei den Theaterleuten blicken lässt, erkennt er in der alten Frau, die in der Zwischenzeit auf Felix und Mignon aufpasste, Barbara, die Erzieherin Marianes wieder. Diese überhäuft ihn mit Vorwürfen und teilt ihm mit, Mariane sei bei der Geburt ihres Sohnes gestorben. Barbara überreicht ihm eine Sammlung vin Briefen, welche Mariane ihm noch geschrieben habe. Der letzte sagt nur noch aus, dass sie ihm verzeiht und er dem kleinen Felix seine ganze Liebe spenden solle. Er ist zu tiefst erschüttert, doch als er bald darauf in der Turmgesellschaft so gastfreundlich aufgenommen wird, löst er sich langsam von der Vergangenheit.

Man weiht ihn in das Geheimnis des Turmes ein: Und zwar wird er in einen ihm noch unbekannten Saal geführt, auf dessen Bühne der Mann, welcher ihn vor langer Zeit in das seltsame Gespräch über Schicksal und Lenkung verwickelt hat, auftritt. Dieser zeigt ihm eine Reihe von Bücher, über , Lotharios Lehrjahre`, ,Jarnos Lehrjahre` , und dort findet er auch seine eigenen, ,Wilhelm Meisters Lehrjahre`.

Ihm wird klar gemacht, dass jeder Mensch gewisse Lehrjahre brauche, in denen er meint, er allein sein etwas Besonderes und könne etwas zu Stande bringen. Aber irgendwann erkennt er, dass er einer unter vielen ist; und nichts sei Zufall, alles werde gelenkt, Wilhelm sei schon ewig beobachtet worden.

Hans-Egon Hass sieht gerade diese planvolle Lenkung, wie Wilhelm jetzt in diese Turmgesellschaft gekommen ist, als Zufall an.

Im letzten Buch stirbt Mignon und ihr Geheimnis wird gelüftet: Sie war das Kind, dass aus der Beziehung des Harfenspielers mit seiner Schwester entstand. Der Harfenspieler wusste bislang nichts davon, da er erstens keine Ahnung davon hatte, dass seine Geliebte damals seine Schwester war und außerdem auch nicht erfuhr, dass aus dieser Beziehung ein Kind hervorging, da er sich von seiner Gelieben bald trennte.

Als er nun von diesem Unglück erfährt, nimmt er sich das Leben.

Wilhelm möchte um die Hand Thereses anhalten und schickt ihr dazu einen Brief, der auch mit einer Zusage beantwortet wird. Doch auch Lothario hat ein Auge auf dieselbe. In der Zwischenzeit findet Wilhelm aber seine ,schöne Amazone` in Lotharios Schwester wieder, und nun gibt es also zwei Hochzeiten.

Wilhelm ist zum Schluss, obwohl ja nun eigentlich andere sein Glück bestimmt haben, aufs Äußerste zufrieden.

Wie er selbst sagt, hat er ,ein Glück erlangt, das [er] mit nichts in der Welt vertauschen möchte.`

Hans-Egon Hass hingegen bezeichnet das Ziel des Turmes als ,die Lehre einer mit Bewußtsein anzunehmender Resignation, der Einschränkung nach der Unbeschränktheit der Jugend.`

Man kann dies auch an der Erzählperspektive nachvollziehen: anfangs steht immer Wilhelm selbst im Mittelpunkt, doch nach und nach geht er in der Allgemeinheit unter.

Goethe selbst war viele Jahre ein Mitglied einer solchen ,Turmgesellschaft`, mit welcher er die Freimaurerei umschreibt, welcher er jedoch wieder austrat.

Der Roman ist insofern ein Bildungsroman der Klassik, da hierbei das Erwachsen-Werden im Umgang mit der Gesellschaft und die Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung eines Individuums ausführlichst geschildert werden.

Wilhelm ist immer bestrebt, sich selbst auszubilden, wie auch Goethe sagte: ,Mich selbst, ganz wie ich bin, auszubilden, das war dunkel von Jugend auf mein Wunsch und meine Absicht.`

Die Humanität kommt durch Schlagwörter wie ,Individualität`, ,Selbstbestimmung`, ,Toleranz` zum Ausdruck.

Die Kunst der Antike fließt auch in das Werk ein, und zwar durch die Beschreibung der Säle im Turm sowie durch lyrische Verse und Lieder des Harfenspielers und Mignons ,Wilhelm Meisters Lehrjahre` ist sicher nicht nur ein großer Roman seiner Zeit, denn die Thematik des Erwachsen-Werdens ist ja ein immer .zeitloses Element der Literatur. Für jeden, der sich für die Theater- und Intellektuellengesellschaft des 18.Jahrhunderts interessiert, ist dieser Roman ein absolutes MUSS.

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Goethe, Johann Wolfgang von - Wilhelm Meisters Lehrjahre - großes Referat mit kurzen Bezügen zu einer Sekundärliteratur
Veranstaltung
LK Deutsch
Autor
Jahr
2001
Seiten
8
Katalognummer
V100125
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
kürzere Zusammenfassung unter `Wilhelm Meisters Lehrjahre - Tafelbild` zu finden!
Schlagworte
Goethe, Johann, Wolfgang, Wilhelm, Meisters, Lehrjahre, Referat, Bezügen, Sekundärliteratur, Deutsch
Arbeit zitieren
Johanna Rieder (Autor), 2001, Goethe, Johann Wolfgang von - Wilhelm Meisters Lehrjahre - großes Referat mit kurzen Bezügen zu einer Sekundärliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100125

Kommentare

  • Gast am 18.11.2001

    Sorry.

    Diese Seite ist wirklich sehr gut und es tut mir Leid,dass ich,bevor ich die Seite gelesen hab,mit nur einem Kästchen abgestimmt hab.

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