Im Rahmen dieser Arbeit werden Motive von Athleten ergründet, um der Frage nach der "Wirksamkeit sportpsychologischer Maßnahmen zur Motivationsförderung", insbesondere im Ausdauersport, nachzugehen. Es wird betrachtet, ob psychologische Maßnahmen die Motivation des Sporttreibenden positiv beeinflussen können bzw. ob es diesbezüglich individuelle Unterschiede zwischen verschiedenen Athleten gibt. Weiterhin wird darauf eingegangen, in welchen Situationen psychologische Interventionen überhaupt sinnvoll sind.
Zum Einstieg wird daher zunächst eine Definition der "angewandten Sportpsychologie" gegeben und ihr Inhalt beschrieben sowie ihre "vermeintlichen Leistungen" genannt – nur so ist verständlich, weshalb spezifische psychologische Maßnahmen (wie beispielsweise zur Motivationssteigerung) überhaupt entwickelt wurden (Kapitel 1). In einem daran anschließenden Methodenteil werden die Begriffe "Motiv" und "Motivation" genauer erläutert, ebenso wie die Erschließung entsprechender diagnostischer Daten. Außerdem wird in diesem Teil das methodische Vorgehen innerhalb dieser Arbeit beschrieben und begründet (Kapitel 2).
Im Theorieteil werden grundlegende Annahmen über die Eigenschaften der "Sportlerpersönlichkeit" (Kapitel 3) sowie die verschiedenen sportpsychologischen Vorgehensweisen (Kapitel 4 "Grundlagentraining", Kapitel 5 "Fertigkeitstraining") dargelegt. Weiterhin werden wichtige Modelle der Motivationspsychologie vorgestellt (z.B. das bekannte "Risiko-Wahl-Modell" von Atkinson) (Kapitel 6), die eine Basis für das Verständnis der tatsächlichen Wirksamkeit der psychologischen Techniken bilden sollen.
Der Empirische Teil beinhaltet zunächst die inhaltlich passende, daher vorgeschobene Thematik zu Belastung und Erholung (Kapitel 7). Sodann folgen die Beschreibung als auch die Ergebnisse der empirischen Datenerhebung, welche mittels einer Einzelfallanalyse erfolgt ist: Durch eine gezielte Befragung im Rahmen eines direkten Interviews und der Übersicht über den Trainingsplan hinweg über mehrere Jahre (sprachlich im Rahmen des Interviews, vgl. Kapitel 8.1) konnte ein praxisnaher Bezug zur Theorie der sportpsychologischen Methoden genommen und deren Sinnhaftigkeit bzw. Wirksamkeit am Beispiel eines privat immer noch sehr aktiven, ehemaligen Hochleistungssportlers (Dieter Baumann) überprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Worte zu Thema und Aufbau der Arbeit
1.1 "Angewandte Sportpsychologie" – Was ist das?
1.2 Argumente für den Einsatz sportpsychologischer Methoden
2 Wissenschaftliche Grundlagen
2.1 Definition "Motiv" und "Motivation"
2.2 Diagnostik zur Ermittlung von sportpsychologischem Bedarf
2.3 Methodisches Vorgehen innerhalb dieser Arbeit
3 Modelle der Motivationspsychologie
3.1 Bedürfnispyramide von Maslow
3.2 Risiko-Wahl-Modell von Atkinson
3.3 Supermotivation-Ansatz von Spitzer
4 Die "Sportlerpersönlichkeit"
4.1 Selektions- vs. Sozialisationshypothese
4.2 Zusammenhang zwischen Sporttreiben und Persönlichkeit
5 Sportpsychologisches Grundlagentraining
5.1 Atementspannung
5.2 Progressive Muskelrelaxation
5.3 Autogenes Training
6 Sportpychologisches Fertigkeitstraining
6.1 Aktivierung
6.2 Zielsetzung
6.3 Attribution und Selbstwirksamkeitsüberzeugung
6.4 Selbstgespräch
6.5 Konzentrationstraining
6.6 Imagination
6.7 Routinen und Habituation
7 Belastung erfordert Erholung
7.1 Erholungsstrategien und Monitoring
7.2 Psychologisches Aufbautraining nach Verletzungen
8 Motivation im Ausdauersport
8.1 Trainingsgestaltung
8.2 Sinnvolle psychologische Maßnahmen
8.3 Motivationsförderung und -erhaltung
8.4 Einfluss psychischer Belastungen
9 Signifikante Persönlichkeitsfaktoren
10 Zusammenfassung
11 Persönliche Stellungnahme
12 Literaturverzeichnis
13 Anhang
13.1 Einzelfallanalyse
13.2 Interview-Ergebnisse der Einzelfallanalyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit sportpsychologischer Maßnahmen zur Motivationsförderung, insbesondere im Kontext des Ausdauersports, unter Anwendung einer Einzelfallanalyse eines ehemaligen Leistungssportlers.
- Definition und Grundlagen der angewandten Sportpsychologie
- Psychologische Modelle der Motivation und Persönlichkeitsentwicklung
- Sportpsychologische Trainingsmethoden zur Leistungsoptimierung
- Analyse von Belastungsfaktoren und Erholungsstrategien im Sport
Auszug aus dem Buch
1.1 "Angewandte Sportpsychologie" – Was ist das?
1996 definierte die Europäische Föderation für Sportpsychologie (FEPSAC) die Sportpsychologie als die "Erforschung der psychologischen Grundlagen, Abläufe im Sport und Effekte des Sports". Doch in dieser Definition ist die Umsetzung dieser so erlangten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis gar nicht enthalten, welche jedoch einen wesentlichen Bestandteil der angewandten Sportpsychologie ausmacht und im Sinne der Trainingsgestaltung auch mehr von Interesse ist als die praxisferne Theorie.
Laut Beckmann und Elbe ist Sportpsychologie "ein wissenschaftliches Fach an der Schnittstelle von Psychologie, Sportwissenschaft und Medizin" (zit. Beckmann et al. 2008, S. 15) – der Zusatz "Medizin" verdeutlicht, dass es hier auch um die Anwendung des erworbenen Wissens geht. Mithilfe der Erforschung der oben genannten psychologischen Grundlagen sollen Rückschlüsse für eine Trainingsoptimierung gezogen werden können: Empirisch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse sollen in Form psychologischer Fertigkeiten Anwendung in der Sportpraxis finden, um das Training an sich als auch die Leistung der Athleten zu verbessern (vgl. Beckmann et al. 2008).
Doch worin besteht die Leistung eines Athleten? Sind es ausschließlich die motorischen Fertigkeiten oder gibt es auch andere leistungsbestimmende Faktoren? Im Zusammenhang mit der Leistungsoptimierung hört man des Öfteren, dass von zwei körperlich gleichermaßen gut trainierten Athleten derjenige gewinnt, der mental stärker ist. Es gibt also außerhalb des physischen Vermögens noch einen psychischen Aspekt. Doch was ist diese sogenannte "mentale Stärke"? Nach Loehr (1996) setzt sich mentale Stärke aus den folgenden vier Komponenten zusammen:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitende Worte zu Thema und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Fragestellung nach der Wirksamkeit sportpsychologischer Maßnahmen und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 Wissenschaftliche Grundlagen: Theoretische Definition von Motiven und Motivation sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
3 Modelle der Motivationspsychologie: Vorstellung relevanter Theorien wie der Bedürfnispyramide nach Maslow sowie Ansätze von Atkinson und Spitzer.
4 Die "Sportlerpersönlichkeit": Diskussion der konträren Selektions- und Sozialisierungshypothesen hinsichtlich der Entwicklung sportlicher Persönlichkeitsmerkmale.
5 Sportpsychologisches Grundlagentraining: Beschreibung von Entspannungstechniken wie Atementspannung, Progressiver Muskelrelaxation und Autogenem Training.
6 Sportpychologisches Fertigkeitstraining: Übersicht der Methoden zur Psychoregulation, darunter Aktivierung, Zielsetzung, Selbstgespräch und Imagination.
7 Belastung erfordert Erholung: Analyse der Bedeutung von Erholung, Monitoring und psychologischem Aufbautraining nach Verletzungen.
8 Motivation im Ausdauersport: Empirische Überprüfung theoretischer Modelle anhand einer Einzelfallanalyse eines ehemaligen Spitzensportlers.
9 Signifikante Persönlichkeitsfaktoren: Zusammenfassende Betrachtung der für den Leistungssport wesentlichen Charaktereigenschaften und psychologischen Strukturen.
10 Zusammenfassung: Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der empirischen Ergebnisse.
11 Persönliche Stellungnahme: Reflexion der eigenen Forschungsmethode und Übertragbarkeit der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Angewandte Sportpsychologie, Motivation, Leistungssport, Sportlerpersönlichkeit, Selbstregulation, Mentale Stärke, Zielsetzung, Einzelfallanalyse, Attribution, Erholung, Stressbewältigung, Mentales Training, Imagination, Selbstwirksamkeit, Sportpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sportpsychologische Maßnahmen zur Motivationsförderung beitragen und ob diese Techniken die Leistung von Athleten, insbesondere im Ausdauersport, verbessern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die psychologischen Grundlagen der Motivation, Entspannungs- und Fertigkeitstraining im Sport sowie die Bedeutung von Erholung und mentaler Stärke.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der "Wirksamkeit sportpsychologischer Maßnahmen zur Motivationsförderung" mittels einer Einzelfallanalyse, um einen praxisnahen Bezug herzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der Einzelfallanalyse, wobei der ehemalige Spitzenathlet Dieter Baumann als Untersuchungseinheit durch Interviews befragt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Theorieteil zu Motivationsmodellen und Persönlichkeitsforschung sowie einen empirischen Teil, der das Training und die psychologischen Strategien des Befragten analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Angewandte Sportpsychologie, Motivation, Mentale Stärke, Selbstregulation, Zielsetzung und Leistungssport.
Wie bewertet der befragte Profisportler mentale Trainingstechniken?
Dieter Baumann äußert sich im Interview skeptisch gegenüber formalen Techniken wie dem Autogenen Training und betont stattdessen die Bedeutung der Freude am Sport und eines natürlichen Körpergefühls.
Welche Rolle spielt die "Lauf-Therapie" laut Baumann?
Die Lauf-Therapie dient Baumann als wesentliche Selbstregulationsstrategie zur Stressbewältigung, Problemlösung und Regeneration, besonders in krisenhaften Zeiten wie während seiner Dopingsperre.
Wie verknüpft die Arbeit Theorie und Praxis?
Die Arbeit vergleicht die Aussagen aus der Einzelfallanalyse mit etablierten Modellen wie Maslows Bedürfnispyramide oder Atkinsons Risiko-Wahl-Modell, um Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen aufzuzeigen.
- Arbeit zitieren
- Sa Schmidt (Autor:in), 2014, Wirksamkeit sportpsychologischer Maßnahmen im Ausdauersport. Eine qualitative Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001337