Diese Arbeit soll einen Überblick über die Krankheit Albinismus verschaffen, besonders bezogen auf die Menschen in Afrika, die darunter leiden. Außerdem soll sie aufzeigen, mit welchen Probleme Albinos, sowohl auf gesundheitlicher als auch auf sozialer Ebene, aufgrund der verschiedenen Aberglauben im täglichen Leben zu kämpfen haben. Dafür muss man sich die Bedeutung von Behinderung in Afrika bewusst machen. Anschließend wird auf den Aufbau und die Herkunft des Aberglaubens eingegangen und hinterfragt, wie der Aberglaube trotz fortschreitendem Wissensstand weiterhin existieren kann und wie man den Betroffenen helfen kann.
Inhaltsverzeichnis
1.Vorwort
2. Definition von Albinismus
3. Typen von Albinismus
4. Genetische Grundlagen von Albinismus
4.2. Vererbung von Albinismus
4.2.1. Autosomal-rezessive Vererbung
4.2.2. X-Chromosale Vererbung
5. Behinderung in Afrika
6. Klassifikation der WHO
6.1. WHO Klassifikation am Albinismus
7. Albinismus in Afrika
7.1. Ursache des Aberglauben
7.2. Aberglaube in Afrika
7.2.1. Gewalt gegen Frauen mit Albinismus
7.2.2. Mütter von Kindern mit Albinismus
7.2.3. Kinder mit Albinismus
7.3. Aberglaube heute
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesundheitlichen und sozialen Herausforderungen von Menschen mit Albinismus in Afrika, wobei ein besonderer Fokus auf den Auswirkungen von Aberglauben und Diskriminierung liegt. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für die Verfolgung dieser Menschen zu analysieren und aufzuzeigen, wie Aufklärung und soziale Maßnahmen die Lebenssituation der Betroffenen verbessern können.
- Biologische und genetische Grundlagen des Albinismus
- Die Wahrnehmung und Situation von Menschen mit Behinderung in Afrika
- Soziologische Analyse des Aberglaubens und seiner Folgen für Betroffene
- Schutzmaßnahmen und Bildungsansätze durch Hilfsorganisationen
Auszug aus dem Buch
7.2. Aberglaube in Afrika
Der Antrieb für die Entführung, Verstümmelung und Ermordung von Albinos ist der Glaube, dass Substanzen oder ganze Körperteile besondere, magische Kräfte besitzen und dem Besitzer großen Erfolg oder Glück bringen. Menschen, die Erfolg im Job suchen oder einen großen Familienwunsch haben, suchen Hilfe bei sogenannten Waganga. Das Wort Waganga ist Swahili und bedeutet auf englisch "Witch Crafter", was sich ins Deutsche mit Hexendoktor übersetzen lässt. Einige Waganga glauben, dass die Magie, die sie benötigen, in der elfenbeinfarbenen Haut der Albinos steckt. Den Haaren, Knochen, Genitalien und den Daumen werden verschiedene Kräfte nachgesagt. Diese Teile des Körpers sollen am meisten Erfolg und Wohlbefinden bringen und werden unter anderem als Puder auf ausgetrockneten Feldern, um eine reiche Ernte zu garantieren, verstreut.
Fischer platzieren Körperteile in ihren Netzen für einen großen Fang. Andere fürchten, dass Albinos Unglück bringen. Beides, der Aberglaube und die falsche Furcht, hält sich hartnäckig. Das sorgt dafür, dass sie aus Furcht vor Unglück getötet werden. Meistens ist ein Familienmitglied an den Angriffen beteiligt. "Walking Money" ist ein Spott über Menschen mit Albinismus. Mütter wenden sich von der Verwandtschaft ab aus Angst, dass Verwandte in Geldnot alles tun würden. Es ist, als hätte man einen Hund im Garten, der krank ist und Ihr Nachbar sagt: "Ich gebe Ihnen eine Million Dollar, wenn Sie diesen Hund töten." So sehen es einige Eltern dieser Kinder. Wenn man die Körperteile an einen Hexendoktor verkauft, kann ein Arm ganze 4.300 Euro einbringen. Wenn der Verwandte nun 500-1.000 Euro davon bekommt, ist das in Ländern wie Tansania, in denen das durchschnittliche Einkommen bei 2.600 Euro liegt, viel Geld.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Vorwort: Einleitung in die Thematik durch ein Zitat und die Zielsetzung der Arbeit, ein Bewusstsein für die soziale und gesundheitliche Lage von Menschen mit Albinismus zu schaffen.
2. Definition von Albinismus: Medizinische Erläuterung der vererbbaren Störung der Melanin-Biosynthese und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.
3. Typen von Albinismus: Differenzierung zwischen dem okulokutanen Albinismus (OCA) und dem okulären Albinismus (OA) hinsichtlich ihrer klinischen Merkmale.
4. Genetische Grundlagen von Albinismus: Darstellung der Vererbungswege (autosomal-rezessiv und X-chromosomal) sowie der Bedeutung der Genetik für die Ausprägung der Pigmentstörung.
5. Behinderung in Afrika: Analyse der sozialen Stigmatisierung von Menschen mit Behinderung in afrikanischen Gesellschaften und die daraus resultierende Gefährdung.
6. Klassifikation der WHO: Vorstellung des ICIDH-Schemas zur Einordnung von Krankheitsfolgen, angewandt auf die spezifische Beeinträchtigung bei Albinismus.
7. Albinismus in Afrika: Umfassende Untersuchung der Ursachen und Folgen von Aberglauben, der Gewalt gegen Betroffene sowie der Rolle von Hilfsorganisationen.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit dem Appell, dass Aufklärung und staatlicher Schutz unerlässlich sind, um Menschenrechte zu wahren.
Schlüsselwörter
Albinismus, Aberglaube, Afrika, Diskriminierung, Menschenrechte, Pigmentstörung, Hexendoktor, Gewalt, Aufklärung, Soziale Ausgrenzung, Verfolgung, Behinderung, Genetik, Tansania, Malawi.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation von Menschen mit Albinismus in Afrika, insbesondere unter dem Aspekt des dort vorherrschenden Aberglaubens und der daraus resultierenden Gewalt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die medizinischen Ursachen des Albinismus, die soziokulturelle Wahrnehmung von Behinderung in Afrika sowie die gewaltsamen Übergriffe und deren Hintergründe durch Hexendoktoren und Aberglauben.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Aberglaube trotz wissenschaftlichem Fortschritt fortbesteht und wie die Menschenrechte Betroffener durch Aufklärung und soziale Unterstützung besser geschützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Wissensstand zu medizinischen Fakten und soziologischen Berichten über die Situation von Albinos in Afrika zusammenzufassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biologische Definition, die Anwendung der WHO-Klassifikationen auf Albinismus sowie eine detaillierte Untersuchung der Verfolgungsdynamiken und der Rolle von Organisationen wie "Under the same sun".
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Albinismus, Aberglaube, Afrika, Menschenrechte, Diskriminierung und soziale Stigmatisierung.
Welche Rolle spielen "Waganga" im Kontext des Albinismus?
Waganga, im Englischen als "Witch Crafter" bezeichnet, nutzen den Aberglauben aus, indem sie Körperteile von Albinos als magische Heil- oder Erfolgsmittel verkaufen, was direkt zu Morden und Verstümmelungen führt.
Warum sind gerade Mütter von Kindern mit Albinismus oft gefährdet?
Müttern wird oft die Schuld für den Zustand ihres Kindes gegeben, was zu sozialer Ausgrenzung und Verleumdung führt; sie werden in einer konservativen Gesellschaft oft als Sündenböcke für die vermeintliche "Strafe" der Geburt eines Kindes mit Albinismus stigmatisiert.
Wie unterscheidet sich die Lage in Panama im Vergleich zu Afrika?
Im Gegensatz zur Diskriminierung in Afrika wird Albinismus in der Guna-Kultur in Panama als Segen angesehen, weshalb Betroffene dort kaum mit Verfolgung zu kämpfen haben.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit hinsichtlich der Regierungsverantwortung?
Die Arbeit betont, dass Regierungen, etwa in Malawi, ihrer menschenrechtlichen Pflicht nicht ausreichend nachkommen, da die Strafverfolgung von Tätern bei Übergriffen auf Albinos oft unzureichend bleibt.
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- Anonym (Author), 2020, Angst vor Albinismus. Aberglaube in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001693