Paul Watzlawick und Schulz von Thun. Vergleich und kritische Würdigung


Hausarbeit, 2018

11 Seiten, Note: 2,0


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die 5 Axiome nach Paul Watzlawick
2.1. Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren
2.2. Der Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation
2.3. Die Interpunktion von Kommunikation
2.4. Digitale und analoge Kommunikation
2.5. Symmetrische und komplementäre Interaktion

3. Die vier Seiten einer Nachricht nach Friedemann Schulz v. Thun
3.1. Die Sachebene
3.2. Die Selbstoffenbarungsebene
3.3. Die Beziehungsebene
3.4. Die Appellebene

4. Vergleich und kritische Würdigung

5. Ausblick

1. Einleitung

Zweifelsohne ist Kommunikation eine der grundlegendsten Verhaltensweisen, welche Menschen erlernen; schon von Geburt an kommunizieren Menschen miteinander. Dabei ist die Sprache nur eine Erscheinungsform von Kommunikation. Etliche ForscherInnen haben sich bereits mit dieser auseinandergesetzt und sind zu diversen Ergebnissen gekommen. Mit 2 von diesen möchte ich mich im Rahmen dieser Hausarbeit beschäftigen: Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun. Diese haben beide renommierte Modelle aufgestellt, welche heute in Schulen gelehrt werden und aufgrund derer sie zu den bekanntesten deutschen KommunikationsforscherInnen gezählt werden.

In meiner Rolle als Studierender der Sozialen Arbeit ist es wichtig, dass ich grundlegend verstehe, wie Kommunikationspathologien entstehen und wie sie zu vermeiden sind, denn einige der Probleme meiner zukünftigen KlientInnen werden aus unzureichender Reflexion der eigenen Kommunikation entstehen, ganz egal in welchem Bereich der sozialen Arbeit ich einmal arbeiten werde. Ich schreibe diese Arbeit im Rahmen des Moduls „Improtheater in der sozialen Arbeit“. Auch hier wurde natürlich permanent kommuniziert; am Ende der Arbeit soll ein kleines Beispiel auch hierauf Bezug nehmen.

Im Folgenden sollen die Kommunikationsmodelle von Friedemann Schulz von Thun und von Paul Watzlawick mit den Kommunikationsstörungen bzw. -problemen, die dabei entstehen, dargestellt werden und gegen Ende der Arbeit soll eine Gegenüberstellung angefertigt werden, welche Gemeinsamkeiten aber auch welche Unterschiede die beiden Theorien aufweisen. Außerdem soll ein Ausblick auf weitere interessante Fragestellungen, die sich im Anschluss ergeben könnten, angefertigt werden.

2. Die 5 Axiome nach Paul Watzlawick

Grundlegend handelt es sich bei einem Axiom um eine „Wertschätzung, [ein] Urteil, [einen] als wahr angenommene[n] Grundsatz“1. Watzlawick geht also davon aus, dass die Axiome in seinem Sinne grundlegend gelten, es bedarf demnach keiner Rechtfertigung für diese, vielmehr stellen diese die Basis für weiteres Forschen und Denken in dem Bereich der Kommunikation dar. Außerdem benennt er diese Axiome als „metakommunikatives Axiom“2.

2.1. Die Unmöglichkeit nicht zu kommunizieren

Watzlawicks erstes Axiom beschreibt die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren. Diese These folgt daraus, dass der Mensch „sich nicht nicht verhalten“3 kann und das „alles Verhalten in einer zwischenpersönlichen Situation Mitteilungscharakter hat“4. Daraus folgt auch, dass es keine Möglichkeit gibt nicht zu reagieren.

„Der Mann der im überfüllten Wartesaal, der vor sich auf den Boden starrt oder mit geschlossenen Augen dasitzt, teilt den anderen mit, dass er weder sprechen noch angesprochen werden will […].“5

Außerdem stellt Watzlawick bewusst nicht die Frage nach gelungener Kommunikation; er behauptet, dass diese Frage nicht im Rahmen seiner Arbeit gestellt werden kann, da die Beantwortung dieser Frage einer anderen Art von Forschen bedarf.6 Des Weiteren wird die Behauptung aufgestellt, dass die Erkenntnis einer Unmöglichkeit des Nicht-Kommunizierens „ein Schlüssel zu so manchen Erscheinungsformen schizophrener Kommunikation“7 ist. Ein schizophrener Mensch versucht sich, Watzlawick zufolge, der „Definition der Beziehung zwischen sich und dem Empfänger“8 zu entledigen, was jedoch, weil Kommunikation, wie folgend noch erklärt, auch immer einen Beziehungsaspekt enthält, nicht möglich ist.

2.2. Der Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation

Ein weiteres Axiom Watzlawicks ist der Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation. Zunächst enthält jede Nachricht eine Information, zugleich jedoch „einen Hinweis darauf, wie ihr Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte“9. Dabei meint Watzlawick beispielsweise „die Art wie [eine Person etwas] fragt“10 und schließt dabei eine „Einstellung [zu einer anderen Person]“11 ein. Auch dies ist ein immer präsentes Merkmal einer Nachricht. Es gibt keine Kommunikation welche keinen Beziehungsaspekt enthält, egal über was gesprochen wird. Die Beziehung wird jedoch „selten bewusst und ausdrücklich definiert“12 ; eher führt eine gute Beziehung automatisch dazu, dass die Sachebene in den Vordergrund gerät, während die Beziehungsebene in den Hintergrund rückt. Deutlich wird auch, dass die Beziehung in einer gesprochenen Kommunikation eine wesentlich größere Rolle spielt, als in geschriebener.13

2.3. Die Interpunktion von Kommunikation

Bei dem dritten Axiom spricht Watzlawick von der Interpunktion der Kommunikation. Hierzu definiert er zunächst den Begriff der Interaktion als „Phänomene des Mitteilungsaustausches zwischen Kommunikationsteilnehmern“14. Folgend stellt er die These auf, dass alle Teilnehmenden eines Gespräches einer Interaktion „unvermeidlich eine Struktur zugrunde legen [müssen]“15. Diese wird unterschiedlich aufgefasst, da hier kulturelle Hintergründe vorliegen; daraus ergibt sich auch, ob die Teilnehmenden der Interaktion diese als richtig oder falsch betrachten. Hierdurch sieht Watzlawick eine große Bestätigung der uns bekannten Rollen als gesprächsführendes oder -folgendes Individuum16. Watzlawick zufolge handelt es sich bei der Interpunktion um „die Wurzel vieler Beziehungskonflikte“17, dabei meint er die gegenseitige Reaktion zweier Individuen aufeinander. Aufgrund der Reaktion des einen Individuums führt das andere Individuum genau die Handlung aus, die wiederum zu der gleichen Reaktion der Handlung des anderen Individuums führen, welche schon das erste Individuum zu der Handlung kommen ließ. Somit fallen die beiden Teilnehmenden der Interaktion in eine Spirale unangenehmer Kommunikation für sich selbst.18 Abschließend behauptet Watzlawick: „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“19

2.4. Digitale und analoge Kommunikation

„Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Weisen, in denen Objekte dargestellt und damit zum Gegenstand von Kommunikation werden können.“20 Dabei unterscheidet Watzlawick zwischen der analogen und der digitalen Darstellung. Mit ersterem ist beispielsweise eine Zeichnung gemeint, mit zweiterem beispielsweise ein Name. Es gibt keinen logischen Grund dafür, warum Namen von Dingen oder sonst irgendetwas genau für dieses Ding gelten, es gibt „lediglich ein semantisches Übereinkommen“21. Eine Ausnahme stellen die „onomatopoetischen Wörter“22 dar. Analoge Darstellung jedoch hat immer „eine grundsätzliche Ähnlichkeitsbeziehung“23 zu einem Gegenstand oder sonst irgendetwas wofür sie steht. Digitale Kommunikation ist grundlegend für die menschliche Entwicklung. „Dies gilt ganz besonders für die Übermittlung von Wissen von einer Person zur anderen und von einer Generation zur nächsten.“24 Allerdings beschreibt Watzlawick die Beziehung als ein Feld, welches primär analoge Kommunikation nutzt. Das wird als Verhaltensweise beschrieben, „die wir von unseren tierischen Vorfahren übernommen haben.“25 Die Kommunikation zwischen Tieren scheint „die Beziehung zu anderen Tieren [zu] definieren“26 und nicht etwa aus „denotative[n] Aussagen“27, also aus digitaler Kommunikation, zu bestehen. Außerdem beschreibt Watzlawick digitale Kommunikation als „weitaus komplexer, vielseitiger und abstrakter als analoge[s].“28 Des Weiteren weist analoge Kommunikation einige Mängel auf, so ist sie beispielsweise nicht fähig eine Verneinung auszudrücken oder Doppeldeutigkeit auszudrücken.29 Probleme entstehen hierbei laut Watzlawick bei der Übersetzung von analog in digital oder gegenläufig. Von digital in analog bringt „einen wesentlichen Verlust von Information mit sich“30, während entgegengesetzte Übersetzung „schwierig [ist], weil sie eine Digitalisierung praktisch rein analoger Phänomene erfordert.“31

2.5. Symmetrische und komplementäre Interaktion

Das fünfte und letzte metakommunikative Axiom handelt von symmetrischer und komplementärer Kommunikation. Dies zeigt sich in „Beziehungen, die entweder auf Gleichheit oder auf Unterschiedlichkeit beruhen.“32 Bei symmetrischer Interaktion handeln die beiden Interagierenden sehr ähnlich, egal welche Handlung sie verfolgen.33 Im Gegensatz dazu versuchen Individuen innerhalb einer komplementären Interaktion nach ihren sich „gegenseitig ergänzenden Unterschiedlichkeiten“34 zu handeln. Bei dieser gibt es zwei Positionen, welche die Teilnehmenden einnehmen. „Ein Partner nimmt die sogenannte superiore, primäre Stellung ein, der andere die entsprechende inferiore, sekundäre.“35 Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine unfreiwillige oder erzwungene Verhaltensweise, vielmehr handelt es sich um eine gegenseitig bedingte Verhaltensweise welche zugleich auch „das bestimmte Verhalten des anderen voraussetzt.“36 Watzlawick erwähnt außerdem, dass der Zustand der komplementären oder der symmetrischen Beziehung erzwungen sein kann, er spricht hier von „Metakomplementarität“37: jedoch verweist er wieder darauf, dass in seiner Arbeit nicht nach Gründen für Kommunikation gefragt wird, sondern ausschließlich nach der reinen Verhaltensweise.

3. Die vier Seiten einer Nachricht nach Friedemann Schulz v. Thun

Friedemann Schulz v. Thun zufolge enthält jede Nachricht grundsätzlich 4 Ebenen: Die Sachebene, die Beziehungsebene, die Appellebene und die Selbsoffenbarungsebene. Jede Nachricht kann auf diesen vier Ebenen verstanden werden, sowohl auf der Seite des Senders als auch auf der Seite des Empfängers. Eine dieser Ebenen tritt gegenüber den anderen in den Vordergrund. Dieses Beispiel wurde laut Schulz von Thun angeregt durch Bühler (1934) und Watzlawick (1969), von Bühler die Sachebene, die Selbstoffenbarungsebene und der Appell und von Watzlawick die Unterscheidung von Inhalts- und Beziehunsaspekten einer Nachricht.38

Im Folgenden verwende ich ein Beispiel, an welchem man die Ebenen verdeutlichen kann. In Abbildung 1 stelle ich ein Beispiel einer Gesprächssituation dar, in welcher zwei Menschen in einem Auto sitzen und an der Ampel stehen. Daraufhin sagt der Beifahrer: „Die Ampel ist grün.“ und die Beifahrerin antwortet: „Fährst du oder fahre ich?“39

3.1. Die Sachebene

Die Sachebene ist die wohl offensichtlichste Ebene einer Nachricht. Sie versucht den Inhalt einer Nachricht emotionslos, rein sachlich darzustellen. Auf das Beispiel angewendet würde es genau dem Satz im ruhigen Ton entsprechen: „Die Ampel ist grün.“ Sie hätte nur das Ziel der „Sachinformation“40.

3.2. Die Selbstoffenbarungsebene

Als zweites ist die Selbstoffenbarungsebene zu erwähnen. Eine Mitteilung enthält immer auch Informationen über die sendende Person, zu dem Beispiel schreibt Schulz v. Thun: „Dem Beispiel können wir entnehmen, dass der Sender offenbar deutschsprachig und vermutlich fahrtüchtig ist, überhaupt, dass er wach und innerlich dabei ist.“41 Menschen werden sich der Selbstoffenbarungsebene bewusst, wenn sie öffentlich auftreten, beispielsweise einen Vortrag halten. Sie werden sich hier die Frage stellen welchen Eindruck sie bei den Menschen hinterlassen, was sie von sich preisgeben und ob sie damit ihren eigenen und den Erwartungen des Publikums gerecht werden. Hierbei entstehen laut Schulz v. Thun „viele Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation.“42

3.3. Die Beziehungsebene

Die dritte Ebene ist die Beziehungsebene. Hierbei geht „hervor, wie der Sender zum Empfänger steht, was er von ihm hält“43. Dies spiegelt sich „in der gewählten Formulierung, im Tonfall und anderen nichtsprachlichen Begleitsignalen“44 wieder. Außerdem beschreibt Schulz v. Thun die Beziehungsebene als das empfindlichste Ohr der empfangenden Person. Um hierbei auf das Beispiel zurückzukommen: Die Fahrerin antwortet vermutlich gereizt mit einer Gegenfrage: „ Fährst du oder fahre ich?“, weil sie ausdrücken will, dass sie sich in ihrem persönlichen Fahrstil angegriffen fühlt. Der Sachinhalt, dass die Ampel grün ist, ist bei ihr nahezu ganz in den Hintergrund getreten.45

Des Weiteren beschreibt Schulz v. Thun die Beziehungsebene als eine Darstellung der Beziehung von der Seite der sendenden Person aus. Als Beispiel verwendet er die Frage, wie es gerade in der Ehe läuft. Damit stellt er dar, dass die sendende Person sich der empfangenden Person so nah fühlt, dass es ihr angemessen erscheint diese Frage zu stellen.46 Falls diese Frage der empfangenden Person zu nahe geht oder ihre Beziehung ihrer Meinung nach falsch definiert, wird sie das ausdrücken und versuchen die Definition der Beziehung in eine andere Richtung zu lenken. So entsteht zwischen zwei Individuen „nicht selten ein kräftezehrendes Tauziehen um die Definition ihrer Beziehung“47.

3.4. Die Appellebene

Die letzte Ebene einer Nachricht ist die Appellebene. Wenn diese in den Vordergrund gerät, versucht die sendende Person auf die empfangende Person „Einfluss zu nehmen“48. Das bedeutet: Man möchte jemanden dazu bringen, etwas zu tun oder vielleicht auch nicht zu tun und kann dies offensichtlich oder auch nicht offensichtlich tun, Schulz von Thun nennt dies Manipulation.49 Auf das Beispiel bezogen wäre der Appell: „Fahr los!“

Die Appellebene wirkt sich auch auf die 3 anderen Ebenen aus:

„Die Berichterstattung auf der Sachseite ist dann einseitig und tendenziös, die Selbstdarstellung ist darauf ausgerichtet, beim Empfänger bestimmte Wirkung zu erzielen […] und auch die Botschaften auf der Beziehungsseite mögen von dem heimlichen Ziel bestimmt sein den anderen [zu der gewünschten Handlung zu bewegen].“50

Schulz v. Thun bezeichnet die drei Ebenen hierbei als „funktionalisiert, d.h. [sie] spiegeln nicht wider, was ist, sondern werden zum Mittel der Zielerreichung.“51 Er kritisiert sich außerdem auch selbst in der Hinsicht, dass er anmerkt, dass sein eigenes Werk voll mit Appellen und somit mit Manipulationen ist.52 Er nennt hierzu ein Beispiel:

„Versuche, in kritischen (Kommunikations-)Situationen, die „leisen“ Selbstoffenbarungs-, Beziehungs- und Appellbotschaften direkt anzusprechen bzw. zu erfragen, um auf diese Weise „quadratische Klarheit“ zu erreichen!“53

4. Vergleich und kritische Würdigung

Zunächst fallen einige Gemeinsamkeiten der beiden Modelle auf. Beide behandeln hauptsächlich die direkte Kommunikation, also das gesprochene Wort. Das liegt daran, dass beide von einer ähnlichen Ausgangslage ausgehen: Dem Gegenüberstehen zweier Personen, welche miteinander sprechen.

Ein weiterer wichtiger gemeinsamer Punkt ist die Erwähnung einer Beziehung welche mit der Sachebene verknüpft ist. Schulz von Thun gibt hierbei an von Watzlawick inspiriert zu sein, woraus sich dies wohl begründen lässt. Unterschiedlich sind jedoch die anderen Ebenen Schulz v. Thun's, bei diesen gibt er an von Bühler inspiriert zu sein.

Zunächst einmal finde ich beide Theorien sehr durchdacht, beide sind sehr durchdacht und gut dargestellt. Allerdings würde ich Schulz von Thun zusprechen, dass sein Modell leichter verständlich ist und besser zu erklären ist. Sicher liegt dies daran, dass Watzlawicks Theorie älter ist und somit automatisch weniger aktuell. Außerdem war Schulz v. Thun von Watzlawicks Theorie inspiriert, deshalb kann ich mir vorstellen, dass er eine leichter verständliche Kommunikationstheorie zum Ziel hatte.

Ein weiterer Vorteil an der Theorie Schulz v. Thuns ist meines Erachtens, dass er sich, im Gegensatz zu Watzlawick, die Frage nach gelungener Kommunikation stellt. Watzlawick sah sich mehr oder minder nicht imstande dazu, er war der Auffassung man müsse hierfür andere Daten bzw. auf andere Art und Weise Daten erheben. Diese Meinung teile ich nicht; Schulz v. Thun konnte diese Frage seiner Meinung nach stellen und ich finde, diese wurde gelungen beantwortet.

Eine weiterer Aspekt, bei dem ich Schulz v. Thun bevorzuge ist, dass er sich selbst in seinem Werk reflektiert. Ich habe mich schon des öfteren darüber geärgert, dass in unserem Studium zu wenig Selbstreflexion stattfindet; sowohl bei Lehrenden als auch bei Studierenden. Dazu gehört, sich der eigenen Machtposition bewusst zu werden und einen gesunden Umgang damit zu finden. Das gehört für mich zu der Grundhaltung aller Menschen, welche sich in einer lehrenden oder beratenden Rolle sehen oder sehen möchten.

5. Ausblick

Es lässt sich deutlich im Rahmen der Arbeit feststellen, dass Schulz v. Thun das alltagstauglichere Modell ist, also werde ich in meiner beruflichen Zukunft eher zu dieser Theorie greifen als zu der Watzlawicks.

Außerdem wäre es äußerst interessant auch ein Werk Berne's zu lesen, da dieser häufig von Watzlawick zitiert oder erwähnt wurde. Dieser ist zwar noch älter, jedoch könnte hier Kommunikation unter einem historischen Aspekt betrachtet werden. Auch wäre es sicher lohnend ein Werk von Bühler zu lesen, denn Schulz von Thun gibt an von ihm bei einem Teil seiner Theorie inspiriert worden zu sein.

Vermutlich lassen sich Probleme von KlientInnen häufig dadurch lösen, dass wir ihre Kommunikation analysieren und nach den Pathologien darin suchen. Bereits die Vermittlung des theoretischen Wissens über Kommunikation, wie es in dieser Hausarbeit aufgezeigt wurde, würde KlientInnen möglicherweise den Umgang mit anderen erleichtern. Außerdem sollte ein*e professionelle*r Sozialarbeiter*in sich bezüglich seines/ihres eigenen Kommunikationsverhaltens natürlich auch selbst reflektieren und so den Umgang mit KlientInnen stetig verbessern.

Das Improtheater ist an dieser Stelle auch noch einmal zu erwähnen. Gerade hier geht es viel darum die Beziehung zwischen Menschen zu erkennen und damit zu spielen. In unserem Modul „Improtheater“ spielte diese Ebene meiner Erinnerung zufolge eine entscheidende Rolle. Es gab nicht eine Situation, in welcher eine andere Ebene (oder ein anderes Axiom - je nach Auswahl der Theorie) eine größere Rolle gespielt hätte. Beispielsweise in einer Freeze-Übung ist das Wichtigste, zunächst die Beziehung der (beiden) Darstellenden in dieser Szene zu klären. Ich möchte auf jeden Fall weitere Erfahrungen im Bereich des Improtheaters sammeln, zunächst möchte ich jedoch noch ein klassisches Theaterstück spielen, weil ich das noch nie ausprobiert habe.

Ich hoffe und glaube, dass mir diese Arbeit dabei geholfen hat in Zukunft Kommunikation besser zu verstehen, zu analysieren und zu gestalten und ich auch mit der Methode des Improtheaters fähig bin in meiner beruflichen Zukunft Erfolg zu haben.

Literaturverzeichnis:

- Peter Prechtl: Axiom. In: Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. J.B. Metzler Verlag GmbH, Stuttgart 2016
- Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg (1981)
- Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. In: Trude Trunk (Hrsg.): Hans Huber Verlag, Bern 2011

[...]


1 Prechtl, Paul: Axiom. In: Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. S.81

2 Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.15

3 Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.13

4 Ebd.

5 Ebd. S.14

6 Vgl. ebd. S.15

7 Ebd.

8 Ebd.

9 Ebd. S.16

10 Ebd. S.17

11 Ebd.

12 Ebd. S.18

13 Ebd. S.19

14 Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.20

15 Ebd.

16 Ebd. S.21

17 Ebd.

18 Ebd. S.22f

19 Ebd. S.24

20 Ebd. S.25

21 Ebd. S.26

22 Wörter, welche ein Geräusch nachahmen sollen z.B. Tic-Tac

23 Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.26

24 Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.27

25 Ebd.

26 Ebd.

27 Ebd.

28 Ebd. S.30

29 Vgl. ebd. S.30f

30 Ebd. S.31

31 Ebd.

32 Ebd. S.33

33 Vgl. ebd.

34 Ebd. S.34

35 Ebd.

36 Ebd.

37 Ebd.

38 Schulz v. Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. S.33

39 Ebd. S.28 Abbildung 3

40 Vgl. Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.28

41 Ebd. S.29

42 Ebd.

43 Ebd. S.30

44 Ebd.

45 Vgl. Ebd.

46 Watzlawick, Paul: Man kann nicht nicht kommunizieren. S.31

47 Ebd.

48 Ebd. S.32

49 Ebd.

50 Schulz v. Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. S.32

51 Ebd.

52 Ebd. S.33

53 Ebd.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Paul Watzlawick und Schulz von Thun. Vergleich und kritische Würdigung
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München  (KSH München)
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V1001720
Sprache
Deutsch
Schlagworte
paul, watzlawick, schulz, thun, vergleich, würdigung
Arbeit zitieren
Matthias Wuschek (Autor), 2018, Paul Watzlawick und Schulz von Thun. Vergleich und kritische Würdigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001720

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