Digitalisierung im Bereich Building und Construction. Bauen 4.0. Bauwesen der Zukunft


Hausarbeit, 2021

33 Seiten, Note: 1

Mark Mann (Autor)


Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Digitalisierung im Bereich Building and Construction
2.1. Definition Digitalisierung in Bezug auf die Bauwirtschaft
2.2. Der gegenwärtige Entwicklungsstand

3. Building und Construction
3.1. Anwendungsbereiche und deren Potenziale
3.2. Technologien
3.2.1 Neue Entwicklungen
3.2.2 Building Information Modeling
3.2.3 PropTech CORRUX
3.3. Chancen und Herausforderungen

4. Schlussfolgerung
4.1. Fazit
4.2. Kritische Würdigung
4.3. Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

BIM Building Information Modeling

CRM Customer-Relation-Management

IoT Internet of Things

KI Künstlichen Intelligenz

RFID Radio-Frequency Identification

VR V irtual Reality

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Digitalisierung ist eine offene Baustelle in Deutschland

Abbildung 2: Digitalisierungspotenzial

Abbildung 3: Trendradar der deutschen Bauwirtschaft

Abbildung 4: BIM-Akteure

Abbildung 5: Informationsverlust durch Brüche im Informationsfluss

Abbildung 6: BIM-Modell

Abbildung 7: BIM Planungsaufwand

Abbildung 8: BIM-Differenzierung

Abbildung 9: BIM-Reifegradstufen

Abbildung 10: Baustelle 4.0

1. Einleitung

1.1. Fragestellung und Zielsetzung

Der Titel der Hausarbeit lautet Digitalisierung im Bereich Building & Construction. Der Hauptfokus der Hausarbeit liegt auf der Digitalisierung im Bereich des Bauwesens mit dem primären Fokus im geografischen Bereich Deutschlands.

Seit Jahrzehnten entwickelt sich die Digitalisierung in Deutschland in verschiedenen Bereichen konstant weiter. Dadurch lassen sich Prozesse, sowie Arbeitsabläufe schneller, effizienter und fehlerfreier durchlaufen. Für eine optimale automatische Bearbeitung von Datensätzen mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz (KI) ist die Digitalisierung von analogen Daten als Basis essentiell. Die Digitalisierung in Deutschland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bezüglich der Umsetzung in verschiedene Bereiche insgesamt im guten Mittelfeld vorzufinden.1 In dem Segment Immobilien wird die Digitalisierung außer bei wenigen Ausnahmen, wie z.B. bei dem klassischen Tätigkeitsfeld eines Maklers noch nicht optimal angewendet bzw. ausgeschöpft. Der Bereich des Bauwesens im Immobiliensektor steht zurzeit hinsichtlich seines schlechten ökologischen Fußabdruckes, z.B. durch den hohen Energie- und Ressourcenverbrauch schlecht da. Aber auch ökonomisch sind viele Defizite aufzuweisen, wie z.B. geringer Umsatz/Gewinn durch lange Bauzeiten, welche hervorgerufen werden durch ineffiziente oder nicht ausgenutzte Arbeitsprozesse. Viele Akteure des Bauwesens sind der Meinung, dass durch die Digitalisierung und die Nutzung von KI die Baubranche, auch Bauen 4.0 genannt, in allen Teilbereichen, sowohl ökologisch als auch ökonomisch deutlich effizienter im Vergleich zum Ist-Zustand abschneiden kann. Bisher ungenutzte Potenziale werden damit ausgeschöpft. Seit Jahren steigt die Produktivität der Baubranche im Vergleich zur deutschen Wirtschaft nur gering an. Mit der Baustelle 4.0 soll der Status quo durch die Vernetzung und dementsprechende Kommunikation, z.B. der Maschinen miteinander zu einer besseren Produktivität verhelfen.2 Dennoch birgt die Digitalisierung nicht nur Chancen, sondern auch eine Vielzahl an Risiken, die in dieser Arbeit analysiert werden sollen.

Im Verlauf der Hausarbeit wird ein Überblick über den Ist-Zustand der Digitalisierung im Bereich des Bauwesens aufgezeigt und ein möglicher Soll-Zustand anvisiert. Dabei werden die Akteure des Bausektors und deren mögliche Potenziale und Risiken herausgearbeitet. Des Weiteren wird ein neues Digitalisierungs-Tool Building Information Modeling (BIM), welches in der ganzen Wertschöpfungskette einer Immobilie von der Planung bis zum Abriss implementiert werden kann, für das Bauwesen und deren Akteure analysiert, und die Vor-sowie Nachteile hervorgehoben. Unter anderem wird das PropTech Unternehmen CORRUX und dessen Version näher betrachtet und ausgewertet. Ziel der Hausarbeit ist es, durch die verschiedenen Untersuchungen und Analysen, sowie die Herausarbeitung der Vor- und Nachteile im Bereich Digitalisierung im Bauwesen, die These: Ist die Digitalisierung ein Mehrwert für das Bauwesen? ausführlich zu beantworten. Danach werden am Ende noch mögliche Digitalisierungsstrategien für den Ausblick herausgearbeitet.

1.2. Aufbau der Arbeit

Die Hausarbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Nach dem ersten Kapitel Einleitung folgt das Kapitel zwei mit dem Titel: Digitalisierung im Bereich Building and Construction, welches zwei Unterkapitel beinhaltet. Im Kapitel 2.1. wird die Digitalisierung im Bauwesen definiert. Im letzten Unterkapitel 2.2. Der gegenwärtige Entwicklungsstand wird der Ist-Zustand der Digitalisierung im Bereich der Bauwirtschaft näher untersucht mit dem geografischen Fokus auf Deutschland. Das dritte Kapital Building und Construction teilt sich in drei Unterkapitel auf, dabei wird das Kapitel 3.2. in drei weitere Kapitel untergegliedert. Im Unterkapitel 3.1. Anwendungsbereiche und deren Potenziale werden die einzelnen Teilbereiche bzw. Akteure des Bauwesens betreffs der möglichen Digitalisierungspotenziale in der Gegenwart und Zukunft ermittelt und hervorgehoben. Das Kapitel 3 .2. Technologien besitzt drei Unterkapitel und beginnt mit den neuesten Entwicklungen im Bereich Digitalisierung im Bauwesen unter 3.2.1. Die Plattform Building Information Modeling (BIM) wird unter 3.2.2 analysiert und die Vor- und Nachteile hervorgehoben. Unter 3.2.3 wird das PropTech Unternehmen CORRUX bezüglich der Strategie und Vision, welches das Bauwesen mit Hilfe der Digitalisierung zu revolutionieren plant, beschrieben. Im letzten Unterkapitel 3.3 . Chancen und Herausforderungen werden die Vorteile, sowie die Schwierigkeiten der Digitalisierung in der Bauwirtschaft zusammengefasst und analysiert. Im letzten Kapitel 4. folgt die Schlussfolgerung. Dieses Kapitel teilt sich in drei Unterkapitel auf. Kapitel 4.1. Fazit fasst die analysierten und erarbeiteten Ergebnisse der Hausarbeit zusammen, und die These der Hausarbeit wird beantwortet. Unter 4.2 . Kritische Würdigung werden die positiven sowie die negativen Aspekte der wissenschaftlichen Arbeit mit Berücksichtigung des Themas Digitalisierung hervorgebracht. Im letzten Unterkapitel 4.3. Ausblick wird das Bauwesen im Hinblick der Digitalisierung in der Zukunft und deren mögliche Strategien erläutert.

2. Digitalisierung im Bereich Building and Construction

2.1. Definition Digitalisierung in Bezug auf die Bauwirtschaft

Um die Digitalisierung im Bereich Building and Construction zu definieren, muss die klassische Definition des Wortes analysiert werden. Dabei gibt es eine Vielzahl an Varianten. Diese Definitionen lassen sich je nach Branche unterschiedlich erläutern. Des Weiteren kann das Wort Digitalisierung in drei Stufen betrachtet werden. In der erweiterten Beschreibung ist eine digitale Revolution zu verstehen, die Veränderungen in allen Gesellschaftsbereichen mit sich ziehen. In der weiten Definition ist die ständige und ortsunabhängige Verfügbarkeit von Daten gemeint.3 Im Gegensatz zu den anderen Beschreibungen ist die enge Definition ausführlicher beschrieben. Dementsprechend ist unter Digitalisierung, die Umwandlung von analogen in digitale Informationen und die Bearbeitung von Aufgaben durch Computer bzw. KI statt des Menschen zu verstehen. Diese Definition des Wortes Digitalisierung beschreibt die Automatisierung durch Informationstechnologien.4 Im Bauwesen wird die Digitalisierung auch Bauen 4.0 genannt und noch genauer beschrieben. Unter Bauen 4.0 wird die Integrierung der Digitalisierung in die Wertschöpfungskette einer Immobilie von der Planung bis zum Bewirtschaften und der Verwertung verstanden. Damit sind alle Prozesse sowie alle beteiligten Akteure und Maschinen digital miteinander vernetzt. Über die Plattform Building Information Modeling (im Kapitel 3.2.1 näher beschrieben) können alle Beteiligten miteinander kommunizieren und mit Hilfe von KI Prozesse planen und abschließen. Ziel des Bauen 4.0 ist die schnellere sowie kostengünstigere und fehlerfreie Erstellung von Objekten.5

2.2. Der gegenwärtige Entwicklungsstand

Die Digitalisierung wird die Wirtschaftssysteme der einzelnen Länder stark beeinflussen und sie ist essentiell, um wirtschaftsstark zu bleiben. Die neue industrielle Revolution bietet nicht nur Chancen, wie neue Arbeitsplätze und Erhöhung der Produktivität des Landes, sondern ändert auch die Gesellschaft und die Wirtschaft je nach dem Digitalisierungsstand.6 Die Entwicklung ist je Land unterschiedlich. Im Europäischen Vergleich schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. An Hand des nächsten Balkendiagramms ist nach dem Digital Quality of Life Index 2020 ersichtlich, welche Länder in Folge der Digitalisierung weit vorne anzufinden sind. Folgende Parameter fließen in das Rating ein: Qualität des Internets sowie die Bezahlbarkeit, Internet-Infrastruktur, Digitalisierung im Bereich der Verwaltung und die allgemeine digitale Sicherheit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Digitalisierung ist eine offene Baustelle in Deutschland7

In dem folgenden Balkendiagramm sind einige EU-Staaten hinsichtlich des Digitalisierungs-Fortschrittes in den jeweiligen Ländern mit einem Ranking abgebildet. Die jeweiligen Länder werden mit Hilfe einer Kennzahl, die aus verschiedenen Kriterien (siehe Seite davor) beststeht, ermittelt. Die Kennzahl verläuft zwischen null für ungenügend und eins für eine optimale Digitalisierungsstufe. Deutlich erkennbar ist, dass Dänemark sowie Schweden mit einem Wert von 0,79 die am weitesten entwickelten Länder im Bereich der Digitalisierung sind. Trotzdem ist noch Potenzial nach oben offen. Danach folgen die Länder Kanada auf Platz drei mit 0,78; Frankreich mit 0,77; Norwegen mit 0,75 und Niederlande sowie Vereinigtes Königreich mit jeweils einer Kennzahl von 0,74. Deutschland folgt erst auf dem 16ten Platz mit einem Wert von 0,69. Ein paar osteuropäische Länder, wie z.B. Rumänien verfügen über eine bessere Internetqualität als Deutschland.8

Der allgemeine mittelmäßige Digitalisierungsstand in Deutschland lässt erahnen, dass in manchen Bereichen der Wirtschaft diese teilweise nur geringfügig umgesetzt wird. Die Digitalisierung in der Bauwirtschaft in Deutschland steht noch am Anfang, obwohl die Branche mit knapp 6% der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehört. 2018 verzeichnete die Branche einen Umsatz von 150 Mrd. Euro mit über 900 Tsd. Beschäftigten. Das Bauvolumen betrug 321 Mrd. Euro. Es entstanden im Jahr 2018 mehr als 287 Immobilien mit der Nutzungsklasse Wohnen. Dafür fielen die Baugenehmigungen mit 119 Tsd. in demselben Jahr sehr gering aus, obwohl die Nachfrage seit Jahren ansteigt.9 Dennoch kann trotz Rückstand in der Digitalisierung die Baubranche in Deutschland im europäischen Vergleich das größte Bauvolumen im Jahr 2015 mit 294 Mrd. Euro verzeichnen. Für das Jahr 2020 werden 316 Millionen Euro prognostiziert und hält damit die Konkurrenz wie z.B. Frankreich und United Kingdom (UK) auf Abstand.10 Seit Jahren hat die Baubranche mit einem negativen Image im Bereich der Nachhaltigkeit zu kämpfen. Demnach hat die Immobilienbranche mit 30% bis 40% den größten Ressourcen- und Energieverbrauch auf Grund der derzeitigen Bauweise. Der CO2-Ausstoß ist ebenfalls bei dem Bau und der Bewirtschaftung einer Immobilie sehr erhöht. Derzeit macht der Abriss einer Immobilie 40% des gesamten Abfallaufkommens aus. Die Transportleistung im Bauwesen liegt bei 60%. Durch diese Fakten und der globalen Veränderung sowie Ressourcenverknappung, Urbanisierung und Erderwärmung steht die Bauwirtschaft vor einer großen Veränderung und deshalb einer Herausforderung. Die Politik und die Nachfrage der Gesellschaft fordern zum Umdenken und zum schnellen Handeln auf, um den ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Dabei kann die Digitalisierung (Bauen 4.0) ein wichtiges Werkzeug sein.11

3. Building und Construction

3.1. Anwendungsbereiche und deren Potenziale

In einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertag wurden 2016 eine Vielzahl an Unternehmen im Bauwesen befragt, dabei stellte sich heraus, dass 93% der Befragten der Meinung sind, dass die Digitalisierung die Wertschöpfungskette optimieren und stark verändern wird. Die Roland-Berger-Management-Befragung ergab, dass in vielen Bauunternehmen die Mitarbeiter noch nicht über die passende Technik verfügen bzw. hiermit ausgestattet sind, wie z.B. mit Tablets, Handys und speziellen Tools mit einer Anbindung an das Internet, welche die Digitalisierung vorantreibt. Daher sind alle Befragten der Meinung, dass das Digitalisierungspotenzial keineswegs ausgeschöpft ist. Nur 6% der Befragten gaben an, dass sie diese digitalen Planungsinstrumente wie z.B. BIM oder andere Tools vollständig nutzen. Ab 2020 setzt der Staat für öffentliche Aufträge die Nutzung eines BIM-Tool zur besseren Kommunikation für die Akteure und Planung voraus.12

Um das Bauwesen zu revolutionieren (Bauen 4.0) muss ein Unternehmen eine Transformation auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette durchlaufen. Für diese Umsetzung sind vier Bereiche essentiell, die als Hebelfunktion für das digitale Zeitalter fungieren. Der erste Bereich sind die Digitalen Daten. Um eine Digitalisierung im Bauwesen anzustreben, ist es wichtig, dass alle analogen Daten und zukünftige Datenbanken digital erfasst werden. Diese dienen als Grundlage zur Digitalen Transformation. In diesem Bereich ordnen sich auch Big Data, Wearables und Internet der Dinge ein. Der zweite Hebel und weitere Voraussetzung ist der Digitale Zugang. Dies bedeutet, dass das Unternehmen mit dem Internet arbeitet und den Mitarbeitern einen mobilen Zugriff auf jeden Ort der Welt garantiert. Optimaler Weise speichert das Unternehmen die Daten in einer Cloud (über das Internet auf einem Server) ab und verfügt über das Breitband Internet (5G). Die Automation gehört zum dritten Hebel der Digitalisierung in einem Unternehmen. Durch den Einsatz von KI bzw. autonom arbeitender Systeme sparen Mitarbeiter Arbeitszeit und das Unternehmen Personalkosten. Folgende Begriffe sind in die Automation einzusortieren: Robotik, Additive Fertigung, Drohnen und Autonome Fahrzeuge. Der letzte wichtige Bereich sind die Netzwerke. Diese sollten verbunden sein und sich automatisch mit anderen synchronisieren können, unabhängig von der Software oder dem Tool Anbieter.13

Die Bauwirtschaft gliedert sich in unterschiedliche Bereiche auf, die sich z.B. in Logistik, Beschaffung, Produktion, Marketing/Vertrieb und After Sales/ Endkunden-Marketing aufteilen lassen. Je nach Bereich gibt es einen unterschiedlichen Bedarf hinsichtlich der Digitalisierung. Das nachfolgende Balkendiagramm zeigt die Teilbereiche im Bauunternehmen bezüglich der Potenziale in der Digitalisierung auf. Die Auswertung ergibt sich nach einer Befragung der Akteure durch das Roland-Berger-Unternehmen im Jahr 2016.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Digitalisierungspotenzial14

In dem Balkendiagramm sind die möglichen Teilbereiche des Bauwesens Logistik, Beschaffung, Produktion/Bauausführung, Marketing/Vertrieb und After Sales/ Endkundenmarketing abgebildet, im Verhältnis mit dem Bezug auf die möglichen Potenziale der Digitalisierung (Digitale Daten, Digitaler Zugang, Automation und Netzwerke). Der Kennzahlenwert ergibt sich aus der Anzahl der Nennung der Befragten.

Die Umfrage im Jahr 2016 ergab, dass die Unternehmen ein Digitalisierungspotenzial nicht in jeder Abteilung des Unternehmens sehen. Der Bereich Logistik, der folgende Aufgaben beinhaltet: Warenfluss, Lagerung und Transport, verzeichnet das höchste Digitalisierung-Potenzial bei den Digitalen Daten mit 10 und bei Netzwerke mit fünf Punkten. Danach folgen der Digitale Zugang mit drei und die Automation mit einer Nennung. Die Beschaffung umfasst folgende Aufgaben: Lieferantenmanagement und –Bewertung sowie den Einkauf. Bei den Digitalen Daten wird das höchste Potenzial mit fünf Nennungen erreicht. Dabei ist bei der Beschaffung die Automation mit vier Nennungen der zweitwichtigste Bereich. Der Digitale Zugang sowie die Netzwerke sind mit jeweils drei Punkten gleichgewichtet worden. Die Produktion/ Bauausführung beinhaltet auch die Aufgabe des Qualitätsmanagements. Mit 15 Nennungen ist der Bereich Automation am wichtigsten in der ganzen Umfrage bewertet worden, und damit zeigt dieser Bereich das größte Potenzial auf. Danach folgen die Netzwerke sowie der Digitale Zugang mit jeweils zwei Punkten. Die Digitalen Daten schneiden mit nur einer Nennung entsprechend mit dem geringsten Potenzial im Ranking ab. In dem Bereich Marketing/Vertrieb (Händlermanagement und Verkauf) sehen die Befragten am meisten Potenzial bei der Digitalisierung der Digitalen Daten und dem -Zugang mit jeweils sechs Punkten. Danach folgt der Bereich Netzwerke mit fünf Nennungen und die Automation mit vier Nennungen. In dem letzten Bereich After Sales/ Endkundenmarketing mit den Aufgaben: Serviceleistungen, Nutzersupport und Pull-Marketing sind die Digitalen Daten mit sieben Punkten ebenso wichtig hinsichtlich des Potenzials. Mit fünf Punkten halten die Befragten den Digitalen Zugang für sehr wichtig. Danach folgen mit jeweils zwei Punkten die Automation und Netzwerke.

Deutlich zu erkennen ist, dass die Akteure der Bauindustrie in der Digitalisierung sehr viel Potenzial sehen. Die genaue Identifizierung der Soll-Größe in den jeweiligen Bereichen des Unternehmens ist der erste Schritt in die Richtung Bauen 4.0.

3.2. Technologien

3.2.1 Neue Entwicklungen

In der Gegenwart ist die Bauindustrie mit vielen verschiedenen Themen, wie z.B. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, demografischer Wandel und Urbanisierung immer mehr konfrontiert und gezwungen, die Unternehmensstrategien anzupassen. Gerade die Trends Energieeinsparung, Nachhaltigkeit in der Bau- sowie in der Bewirtschaftung-Phase der Immobilie stehen immer mehr im Mittelpunkt. Die verschiedenen Akteure sehen in den Trends sehr viel ungenutztes Potenzial, welches die Branche revolutionieren kann. Gerade mit Hilfe der Digitalisierung kann in der Baubranche eine Vielzahl eingespart werden, wie z.B. CO2, Energie und Personalkosten. Die Fehlerminimierung in der Bauphase einer Immobilie ist ein weiterer Aspekt.15 In der Vergangenheit hat die Presse über viele Bauprojekte betreffs einer Fehlplanung negativ berichtet. Das bekannteste Bauprojekt ist der Berliner Flughafen (BER), der durch verschiedene Fehlplanungen knapp sieben Milliarden Euro und eine Bauverzögerung von knapp 10 Jahren mit sich gebracht hat. Neben dem bekanntesten Bauprojekt bezüglich einer Fehlplanung gab es weiter Projekte, wie z.B. Stuttgart 21 (Bahnhof) und die Elbphilharmonie in Hamburg. Durch die neueste Technik und Digitalisierung kann die Bauindustrie auch diese Fehler minimieren bzw. ausschließen. Mit der BIM-Methode werden in Zukunft gravierende Mängel und Fehler in der Planung bereits am Anfang mit Hilfe von KI erkannt bzw. verhindert. Die BIM-Methode wird im nächsten Kapitel 3.2.2 detailliert erläutert.16 Neben der BIM-Methode gibt es noch viele andere neue Entwicklungen, die die Digitalisierung im Bauwesen vorantreiben werden. In der nachfolgenden Abbildung sind die verschiedenen Megatrends der Digitalisierung und Nachhaltigkeit abgebildet.

[...]


1 Vgl. Bahrke, Johannes et al.: Ergebnisse des DESI 2020, auf www.ec.europa.eu, 05.01.2021, 11:53.

2 Vgl. Nölling, Katherine et al.: Digitalisierung der Bauwirtschaft, Der europäische Weg zu Construction 4.0 Hrsg.: Roland Berger, München 2016, S. 3ff.

3 Vgl. Vornholz, Günter, Digitalisierung der Immobilienwirtschaft, Berlin 2019, S. 25.

4 Vgl. Hess, Thomas, Definition Digitalisierung, auf www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de, 07.01.2021, 15:23.

5 Vgl. Schwaighofer, Sonja, Bauen 4.0: Digitalisierung am Bau, auf www.intelligente-welt.de, 07.01.2021, 15:41.

6 Vgl. Schmid, Till, Eine optimistische Prognose für die Digitalisierung der (deutschen) Wirtschaft, auf www.consultport.com, 09.01.2021, 13:53.

7 Eigene Darstellung, Quelle: Bocksch, Renè, Digilisierung ist eine offene Baustelle in Deutschland, auf www.statista.de, 07.01.2021, 16:29.

8 Vgl. Parthier, Ulrich, Digitalisierung ist eine offene Baustelle in Deutschland, auf www.it-daily.net, 09.01.2020, 13:18.

9 Vgl. Breitkopf, A. Statistiken zum Baugewerbe, auf www.statista.com, 18.10.2020, 16:45.

10 Vgl. Baumanns, Thomas et al.: Bauwirtschaft im Wandel, Trends und Potenziale bis 2020, Hrsg.: Roland Berger, München 2016, S. 8f.

11 Vgl. Dürr, Albert, Vom CO2 – Fußabdruck zur Nachhaltigkeit, auf www.baublatt.de, 09.01.2021, 15:30.

12 Vgl. Nölling, Katherine, et al., 2016, S. 3-13.

13 Vgl. Blochin, Björn, et al., Die digitale Transformation der Industrie, Hrsg.: Roland Berger und BDI, München 2015 S.17-21.

14 Eigene Darstellung, Quelle: Nölling, Katherine et al., 2016, S. 6.

15 Vgl. Baumanns, Thomas, Bauwirtschaft im Wandel, 2016, S. 20

16 Vgl. Kammholz, Karsten, So werden Baudesaster wie der BER künftig vermieden, vom 14.05.2014, auf www.welt.de, 12.01.2021, 14:53.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Digitalisierung im Bereich Building und Construction. Bauen 4.0. Bauwesen der Zukunft
Hochschule
Northern Business School
Veranstaltung
Digitalisierung
Note
1
Autor
Jahr
2021
Seiten
33
Katalognummer
V1001942
ISBN (eBook)
9783346385147
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitalisierung, Building und Construction, Bauen 4.0, Bauwesen der Zukunft, Immobilien, BIM, Building Information Modeling, Bauwesen, Protech, 5G, Real Estate
Arbeit zitieren
Mark Mann (Autor), 2021, Digitalisierung im Bereich Building und Construction. Bauen 4.0. Bauwesen der Zukunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1001942

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