Eleonore von Aquitanien


Seminararbeit, 2000

17 Seiten, Note: Sehr Gut


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Inhalt

1 Vorwort

2 Biographie
2.1 Abkunft und Jugend
2.2 Königin von Frankreich
2.3 Königin von England
2.4 Königin Mutter

3 Nachwort

4 Bibliographie

1 Vorwort

„Eleonore von Aquitanien war eine der größten Persönlichkeiten des Mittelalters. Eine Kombination von hoher Abkunft, Charakter und Langlebigkeit erlaubte ihr eine höhere Kontrolle über die Richtung ihres Lebens als es für die meisten adeligen Frauen möglich war.“1

Königin von Frankreich und England, Königin Mutter, Kreuzfahrerin, Gefangene, Ehebrecherin, Mäzenin der höfischen Kunst und Aufrührerin sind nur einige der wichtigsten Identitäten, die Eleonore in ihrem 82 Jahre währenden Leben annahm.

Legende und Tatsachen im Leben der Eleonore sind eng verwoben und nur schwer zu trennen. Bereits zu Lebzeiten war Eleonore eine kontroversielle Figur gewesen. Unzählige Ehebrüche hat man ihr zugeschrieben2, andererseits wurde sie in unzähligen literarischen Werken verewigt, ihr Hof zum Zentrum der damaligen Zivilisation und Kunst hochstilisiert, Eleonore zum Inbegriff der Frau in der höfischen Kunst. Besonders im 13. Jahrhundert, also nach ihrem Tod, wurden viele Gerüchte über Eleonore literarisch verarbeitet. Wir müssen in diesem Zusammenhang jedoch sehen, daß es die Spannung zwischen der weltlich-lebensfroh- höfischen Kultur und der zu dieser im Widerspruch stehenden klerikal-dogmatischen Welt war, die zu diesen zwei konträren Bildern führte.

Bleiben wir am Boden der tatsächlich greifbaren Fakten, den Urkunden, Briefen und den belegbaren „Tatsachen“ aus den Chroniken, so bleibt recht wenig von dieser Figur, die so lebhaft durch die Literaturgeschichte spukt. Diese Verknappung kann der Person Eleonores nicht gerecht werden. Einige Teile Eleonores Lebens vergehen ohne Vermerke in den Akten, und wahrscheinlich sind es doch zu einem Gutteil diese Jahre, in denen Eleonore sich die Basis für die ungemeine Präsenz ihrer Person in der Literatur erwarb. Jeder Autor bewegt sich daher auf dem schmalen Grat, Eleonores Persönlichkeit nicht aus der Darstellung völlig auszublenden und gleichzeitig nicht selbst eine fiktive Figur zu erschaffen.

2 Biographie

2.1 Abkunft und Jugend

Eleonore wurde im Jahre 1122 in Poitiers als ältestes Kind des aquitanischen Herzogs Wilhelm X. und Aénor de Châtellerault geboren. Aquitanien war zu dieser Zeit eines der blühendsten Gebiete des damaligen Europa. Gesegnet mit einer starken Wirtschaft, relativ starker Verwaltung, geeintem Territorium und Poitiers als kulturellem Zentrum war Aquitanien ein begünstigter Ort. Zudem kannte das Herzogtum bereits vor Eleonore eine Anzahl sehr aktiver Frauen, wie Emma, die Mutter Wilhelms V, des Großen, der maßgeblich an der Prosperität Aquitaniens Anteil hatte3. Was die Kunst (und damit auch die Mentalitätsgeschichte4 ) betrifft, so war Eleonores Großvater Wilhelm IX, der als der erste Troubadour bezeichnet wird, an deren Entwicklung maßgeblich beteiligt. Aber auch Eleonores Vater war für die Förderung der Künste bekannt. In ihrer Jugend genoß Eleonore auch eine Ausbildung und lernte (zumindest etwas) Latein.

Alles in allem war Aquitanien also ein Platz, an dem eine Persönlichkeit wie Eleonore sich entfalten konnte. Wir könnten Eleonores Leben ohne den mentalitätsgeschichtlichen Wandel, der sich während des 12. Jahrhunderts vollzog, und in dessen Spannungsfeld Eleonore lebte nicht verstehen.

Noch als Eleonore ein Kind war starben ihr älterer Bruder und ihre Mutter und ihr Vater Wilhelm X. zog es vor, nicht mehr zu heiraten 1137 starben zunächst Eleonores jüngerer Bruder und bald darauf ihr Vater auf einer Pilgerreise und so fand sich Eleonore plötzlich als Alleinerbin des vielleicht wichtigsten französischen Herzogtums wieder. Rasch organisierte Louis VI. der Dicke, der Eleonores Vormund in Abwesenheit ihres Vaters war, ihre Hochzeit mit seinem Sohn Ludwig VII., der unvermutet nach dem Tod seines Bruders zum französischen Thronfolger geworden war. Für Eleonore bot die Heirat einen guten Schutz, nun, da sie sich in einer so exponierten Position befand. Die Heirat schien aber vor allem ein großer Gewinn für die französische Krone zu sein, da sich nun die Möglichkeit ergab, das Kronland durch Gewinn Aquitanien möglicherweise zu verdoppeln5. Um möglichen Rivalen zuvorzukommen, hastete Louis nach Bordeaux, um Eleonore zu heiraten. Es war also eine Vernunftehe zwischen dem 16-jährigen Louis und seiner ein Jahr jüngeren Braut.

Bald nach der Hochzeit starb der französische König Louis VI und so zog das junge Ehepaar bereits als König und Königin in Paris ein.

2.2 Königin von Frankreich

Eleonores Ehemann Louis war, wie bereits erwähnt, nicht dazu ausersehen, den Thron zu besteigen.und wurde in Hinblick auf eine kirchliche Laufbahn erzogen. Fast seine ganze Kindheit verlebte er im Kloster und so galt seine Hingabe auch zeitlebens mehr der Theologie als der Herrschaft. Später sollte Eleonore über ihn sagen, sie habe „einen Mönch als Gatten aber keinen Mann“6. Louis und Eleonore waren also gänzlich unterschiedliche Menschen. Dennoch mußte Eleonore in Paris nicht vollständig auf die ihr vertraute Welt verzichten. Paris war das beherrschende Zentrum der Philosophie jener Zeit und die Schwester ihres Mannes, Petronilla und dessen Mutter Adelaide, ebenfalls zwei starke Frauen, beeinflußten Eleonores Selbstverständnis ihrer Position sicher weiter. Dennoch können wir über Eleonores Aktivitäten in diesen Jahren nur spekulieren.

Nach sieben Jahren Ehe wird Eleonore 1144 mit der Geburt Maries dann das erste Mal Mutter. Ob Eleonore davor bereits Geburten hatte wissen wir nicht. Auf alle Fälle erscheinen sieben Jahre eine lange Zeit, vor allem wenn man bedenkt, in welchen Abständen Eleonore später Henry Kinder schenkte (s. 2.3 Königin von England).

Zwei Jahre darauf nahm Louis dann das Kreuz und Eleonore begleitete ihn auf dem Zug. Einige Chronisten meinen, Louis nahm sie mit, weil er sich von ihr nicht trennen konnte, andere waren der Meinung, daß er ihr nicht traute. Owen führt in seinem Buch aus, wie wenig ungewöhnlich es war, daß die Frauen hoher Adeliger sich mit auf Pilgerreise begaben. Wenn man auch noch Eleonores Tatendrang und den großen Hofstaat, den Eleonore um sich scharte, in Betracht zieht, kann man davon ausgehen, daß Eleonore aus eigenem Antrieb mitfuhr7.

Da sich eine große Anzahl poitevinischer Vasallen am Kreuzzug beteiligte, ist es auch durchaus vorstellbar, daß sich Eleonore aktiv in die Vorbereitungen einbrachte8. 1148 erreichte der Kreuzzug den Kreuzfahrerstaat Antiochia, in dem Eleonores Onkel Raymond herrschte. Dort stand Eleonore in engem Kontakt zu ihrem Onkel, mit dem sie oft lange Gespräche führte. Wilhelm von Tyrus und John of Salisbury legen in diesem Zusammenhang ein Verhältnis der beiden nahe. Unterstützt wurden diese Gerüchte dadurch, daß Louis, der mit Raymond über die Strategie des Kreuzzuges in Streit geraten war9, Eleonore bei Nacht und Nebel aus Antiochia entführen ließ und weiterzog10. Wir sind letztlich auf Spekulationen angewiesen, warum Louis letztendlich so plötzlich aufbrach, und warum Eleonore nicht mit ihm gehen wollte. Eine Affäre Eleonores mit Raymond ist nicht auszuschließen, es könnten aber genausogut auch unüberbrückbare Meinungs- verschiedenheiten in bezug auf die Vorgangsweise gewesen sein.

Diese „orientalische Episode“ sollte später zu genauso hartnäckigen wie absurden Spekulationen führen. Menestrel de Reims behauptete gar, Eleonore habe nach Saladin gesandt, um sich von ihm entführen zu lassen und mit ihm zu gehen11.

Von dieser Zeit an konnte sich die Ehe jedenfalls nicht mehr erholen, auch wenn Louis Eleonore weiterhin emotional stark verbunden war. Als die gescheiterte Flotte dann am Rückweg Italien erreichte, versuchte Papst Eugen zwischen den beiden zu vermitteln, vielleicht hatte Eleonore zu diesem Zeitpunkt bereits eine Scheidung erwogen. Dann wurde sie aber erneut schwanger (mit Alice), und Louis hoffte wohl auf einen männlichen Erben und hatte allein deshalb schon kein Interesse an einer Scheidung.

1151 besuchten Geoffrey Plantagenêt und sein Sohn Henry aufgrund von Friedensverhandlungen die französische Residenz. Giraldus Cambrensis unterstellt Eleonore bei dieser Gelegenheit ein Verhältnis mit Geoffrey, allerdings findet sich diese Unterstellung nur bei ihm12. Da Giraldus gegenüber Eleonore nicht sehr positiv eingestellt war, erscheint die Darstellung jedoch eher unwahrscheinlich13. Bei dieser Gelegenheitlernten sich jedenfalls Eleonore und der um 11 Jahre jüngere energische Henry kennen und vielleicht schmiedeten sie bereits Pläne für eine mögliche Ehe.

Da in der Zwischenzeit noch immer kein männlicher Erbe für Louis in Aussicht stand, ließ Louis sich wohl von Eleonore und seinen Beratern zu einer Scheidung überreden, auch wenn dadurch Aquitanien für die Krone verloren ging. Louis hatte vielleicht auch damit spekuliert, daß Eleonore ohne männliche Nachkommen bleiben würde, was ihre gemeinsame Tochter Marie zur Erbin gemacht hätte. Ausschließen können wir jedenfalls, was der Zisterziensermönch Aubry de Troisfontaines über den Scheidungsgrund berichtet: „Ludwig hatte sie fallenlassen, fortgeschickt wegen der mangelnden Enthaltsamkeit dieser Frau, die sich nicht wie eine Königin benahm, sondern eher wie eine Hure.“14

Da Louis und Eleonore im 4. und 5. Grad verwandt waren, war die Scheidung kein juristisches Problem. Louis fuhr mit Eleonore nach Aquitanien um seine Garnisonen aufzulösen und die beiden proklamierten in Beaugency den bereits erwähnten Grund für die Scheidung. Am 21.März 1152 wurde dieser vom Papst bestätigt. Eleonore war wohl nicht unglücklich über ihre Freiheit, ihre beiden Töchter indes blieben jedoch bei Louis.

Eleonore war nun als Frau und Herrscherin in einem großen Herzogtum in einer sehr unsicheren Lage. Auf dem Weg nach Poitiers, wo später ihre Hochzeit mit Henry stattfinden sollte, lauerten ihr zahlreiche Freier auf, die sie gegen ihren Willen festhalten wollten. Nur knapp entkam sie Thibault, dem Grafen der Champagne, und Geoffrey, Henrys eigenem Bruder. Letztendlich erreichte sie doch noch Poitiers und am 18.Mai 1152, nur 8 Wochen nach ihrer Scheidung fand ihre Hochzeit mit Henry dann statt. Und dieses Ereignis mußte auf Louis wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, denn Eleonore war mit Henry über denselben Ahnen15 verwandt wie mit ihm, und gerade diese Verwandtschaft war ja der offizielle Scheidungsgrund gewesen. Außerdem war einige Zeit Eleonores Tochter Marie als mögliche Frau für Henry im Gespräch gewesen16. Aber auch in diesem Fall verhinderte Blutsverwandtschaft dann die Heirat. So heiratete Henry statt der um 11 Jahre jüngeren Königstochter die 11 Jahre ältere (Ex-)Königin. Und, nicht zu vergessen, mit Aquitanien fiel das wichtigste französische Herzogtum an einen der schärfsten Rivalen von Louis. War die Scheidung per se keine unweise Entscheidung, so hätte Louis doch Vorkehrungen in Bezug auf Eleonores zukünftigen Ehemann treffen müssen17.

2.3 Königin von England

Gleich nach der Eheschließung fuhr das ungleiche Paar durch Aquitanien, um die neue Verbindung überall zu demonstrieren. Denn schon hatten sich für Louis, der Henry nicht als Herzog von Aquitanien akzeptieren wollte, Verbündete wie Henrys Bruder Geoffrey gefunden, die um ihre Ansprüche fürchteten, nun da Aquitanien einem der aussichtsreichsten Kandidaten auf den englischen Thron zugefallen war.

Nach der Sicherung der Machtstellung in Frankreich reiste Henry nach England um sich seinen Konkurrenten um den englischen Thron, dem alten König Stephan und dessen Sohn Eustace, zu stellen, während Eleonore in Frankreich blieb und währenddessen am 17.August 1153 die Geburt ihres Sohnes William feierte, der jedoch bereits 1156 starb.

Nach Eustace’ Tod kehrte Henry aufs Festland zurück, um ein Jahr später, nachdem auch Stephan gestorben war, mit Eleonore wieder nach London zu fahren, um dort am Sonntag vor Weihnachten 1154 zum König von England gekrönt zu werden.

Wie hatte sich nun Eleonores Leben verändert? Ganz leicht wird die Trennung Eleonores von ihren zwei Töchtern nicht gewesen sein18. Während der ersten zwei Jahre blieb Eleonore viel Zeit allein in England, einem für sie fremden Land, auch wenn in England französische Kultur gepflogen wurde und ein französisch sprechender Adel herrschte.

Auch Eleonores Einfluß auf Henrys Herrschaft war gering19. Der energische junge König verließ sich allein auf die Person Thomas Beckets, zudem war Eleonore häufig von den eigentlichen Machtzentren entfernt und oft von ihrem Mann getrennt. Dieser verbrachte einen Gutteil seiner Zeit damit, aufsässige Vasallen in ihre Schranken zu verweisen und versuchte seine Basis gegenüber Louis zu vergrößern20. Warren drückt sich so aus: „Wenn wir die Chroniken betrachten, so ist die auffallendste Tatsache über Eleonore ihre völlige Unwichtigkeit in Henrys Herrschaft.“21. Das ist sicherlich überspitzt, denn in zahlreichen Gelegenheiten vertrat Eleonore Henry in dessen Abwesenheit und das sowohl in England als auch auf dem Kontinent22. Henry erwartete von ihr, stets streng nach seinen Plänen zu walten, für eine eigene Politik war kaum Platz. Aus den Namen der Zeugen auf den von Eleonore unterzeichneten Dokumenten können wir erkennen, daß Eleonore Henrys Ministern meist nur die Autorität ihres Namens lieh23. Man könnte also sagen, Eleonore habe zwar einen Mönch gegen einen Mann getauscht, aber damit gleichzeitig viel von ihrem politischen Einfluß aufgegeben.

Über lange Zeit war Eleonore mit ihrer Situation anscheinend keineswegs unglücklich, die acht Kinder, die sie mit Henry hatte und die Tatsache, daß Henry ihr immer wieder Statthalterschaften anvertraute, sprechen eine recht eindeutige Sprache, auch wenn uns ein Blick in ihre wahren Gefühle verwehrt bleibt. Die folgenden Jahre bescherten Eleonore und Henry einen wahren Kinderregen: Im Februar 1155 wird der junge Henry geboren, 1156 bringt Eleonore Matilda, im Jahr darauf, am 8. September 1157, folgt die Geburt Richards. Eleonore war nun bereits über 30 und die regelmäßigen Geburten verwundern, vor allem da sie mit Louis in 14 Ehejahren nur zwei Töchter hatte.

Die frühen 60er-Jahre des 12. Jahrhunderts verbrachte Eleonore mit zahlreichen Wechseln zwischen England und dem Festland, doch verliefen diese Jahre ohne entscheidende Höhepunkte in Eleonores Leben, zumindest haben wir keine Nachricht von irgendwelchen besonderen Vorkommnissen. Erst 1165 rückt sie wieder etwas in den Blick der Chronisten, weil sie für Henry die Geschäfte in Maine und Touraine führte, wobei wir erfahren, daß sie sichin ihrem Walten stark auf ihren Onkel Ralph de Faye24 verließ25. In dasselbe Jahr fällt auch die Geburt ihrer Tochter Joanna.

Indes hatte Eleonore einige Schwierigkeiten mit ihren Vasallen und so mußte Henry 1166 die Ruhe in dem von Eleonore verwalteten Gebiet wiederherstellen. Zu Weihnachten 1166, bereits zurück in England (Oxford), bringt Eleonore ihr zehntes und letztes Kind, Johann, zur Welt26. Zu Ostern 1168 entging Eleonore angeblich nur knapp einem Hinterhalt des Grafen von Lusignan, der sich mit Henry gerade im Krieg befand27.

Die folgenden Jahre war Eleonore, immer begleitet von einigen ihrer Kinder, zumeist in Frankreich. Einige Jahre unterhielt sie einen Hof in Poitiers, der im allgemeinen als blühendes Zentrum der höfischen Kunst gesehen wird. Es ist kaum umstritten, daß Eleonore in diesen Jahren ein intensives Kulturschaffen anregte, doch herrscht gerade in diesem Punkt durch die verwischten Konturen zwischen Fakten und Legende viel Uneinigkeit bei den Biographen Eleonores. Nach allgemeiner Auffasung wirkten zahlreiche illustre Poeten und Troubadoure, allen voran Chrétien de Troyes und Bernard de Ventadour28, in Poitiers, doch fehlen im Allgemeinen klare Belege dafür.

Das Bild von Eleonore im Mittelpunkt der „jeunesse dorée“ (goldenen Jugend) an ihrem Hof, „alles rings um sich herum dominierend durch jene geistige Strahlen, jene Liebe zur Literatur und geschliffenen Sprache welche sie auszeichneten“29 ist jededenfalls fiktiv. Wir können nur spekulieren was in jenen aquitanischen Jahren an kultureller Aktivität geschah. In dieser Zeit konnte Eleonore mit etwas größerer Freiheit agieren, denn Henry war stark auf die Auseinandersetzung mit der englischen Kirche und Thomas Becket konzentriert. In den späten 60er und frühen 70er Jahren des 12.Jh. begannen die Beziehungen zwischen Eleonore und Henry dann abzukühlen, genauso wie die Beziehung Henrys zu seinen Söhnen. Es war auch damals, daß Henry begann, sich öffentlich mit seiner Mätresse Rosamund Clifford zu zeigen, mit der er eine lange Zeit eine romantische Beziehung unterhielt30.

1169 teilte Henry sein Reich unter seinen Söhnen Henry, Richard und Geoffrey auf31. Im Jahr darauf wurde Richard zum Graf von Poitou ernannt - und damit zum zukünftigen Herzog von Aquitanien32 - und der junge Henry gegen den Willen des Papstes zum König gekrönt. In diesem Zusammenhang spielte auch Eleonore eine wichtige Rolle, weil sie den Bischof von Worcester, der das päpstliche Interdikt mit sich führte, in der Normandie zurückhielt, bis die Krönung bereits vollzogen war.

Eleonore versuchte ab 1170 Aquitanien im Namen Richards zu regieren, aber letztlich blieb Henry in allen entscheidenden Fragen bestimmend und das Verhältnis der beiden wurde immer kühler. Dann geriet auch noch der junge Henry in Konflikt mit seinem Vater, da Henry seine Königswürde durch effektive Regierungsgewalt zu mehr als einem bloßen Titel de iure machen wollte, was sein Vater aber verwehrte. Auch die Aussetzung der Gascogne als Mitgift von Henrys Tochter Eleonore, was zur Zersprengung des aquitanischen Erblandes geführt hätte, trug zu den Spannungen innerhalb der Familie bei33.

1173 floh der junge Henry an den Hof des französischen Königs und zettelte eine offene Rebellion gegen seinen Vater an. Eleonore schickte ihre Söhne Geoffrey und Richard zu ihm nach Paris und sie selbst schloß sich der Rebellion an. Unterstützt vom aquitanischen Adel, der von Henry durch die Ernennung von normannischen Bischöfen und Verwaltern verärgert worden war34, rief sie die Poiteviner zu den Waffen. Konflikte zwischen Brüdern oder Aufstände von Söhnen gegen ihre Väter zählten schon fast zur guten Tradition, doch die Rebellion einer Königin gegen ihren Mann war etwas völlig Neues. Henry hatte wohl wirklich in keinster Weise damit gerechnet. Als sich Eleonore zu ihren Söhnen nach Paris folgen wollte, wurde sie von Gefolgsleuten Henrys in Männerkleidern erkannt und gefangen gesetzt.

Es liegen uns zwar keine direkten Berichte vor, aber es ist nicht schwer, sich Henrys Wut auf seine treulose Gattin bildlich vor Augen zu führen. Im ersten Moment soll Henry sogar eine Eheannullierung erwogen haben, er setzte diese Pläne, so er sie tatsächlich hegte, jedenfalls nicht um. Nach Beendigung der erfolglosen Revolte arrangierte sich Henry kurzfristig mit seinen untreuen Söhnen, Eleonore jedoch wurde unter strengste Bewachung gestellt und verblieb den Rest von Henrys Regierungszeit als Gefangene, meist in Salisbury. Man darf sich Eleonores Gefangenschaft nicht als „Einkerkerung“ im engeren Sinn verstehen, es war eher eine Art „Hausarrest“. Wir haben von Richard le Poitevin ein Gedicht, in dem er die Gefangenschaft Eleonores und den Verlust ihres Hofes beklagt35.

In diese Periode fällt eine der langlebigsten und absurdesten Legenden, die sich um Eleonore ranken: 1176 starb Rosamunde Clifford, Henrys Geliebte, und es entstand das Bild einer krankhaft eifersüchtigen Eleonore, die ihre Nebenbuhlerin durch einen Magier verdarb36. Eleonore stand während der Gefangenschaft weiter in Kontakt zu ihren Kindern, auch wenn dieser limitiert wurde. Sie wechselte auch manchmal den Ort unter der Aufsicht Ralph FitzStephans37, 1184 feierte sie sogar Weihnachten mit Henry, Richard und John in Windsor und ihr Lebensstil begann wieder aufwendiger zu werden.

Anfang der 80er Jahre scheinen Henry und Eleonore eine Art modus viendi gefunden zu haben, denn obwohl Eleonore noch immer scharf beaufsichtigt wurde, erhöhte sich in dieser Zeit ihre Mobilität38. Manche ältere Autoren führten diese „Hafterleichterung“ auf die letzten Worte des sterbenden jüngeren Henry zurück. Als dieser 1183 in einem Kampf gegen die Truppen seines Vaters schwer verwundet worden war, bat er ihn, Eleonore zu verzeihen. Allgemein wird heute diesen „letzten Worten“ in dieser Hinsicht nicht mehr allzuviel Bedeutung beigemessen.

Im Mai 1185 stieß sie zu ihrem Mann in die Normandie und unterzeichnete ein Schreiben, in dem der damals gegen seinen Vater aufständische Richard aufgefordert wurde, die Waffen zu strecken, zu Henry zurückzukehren und seine aquitanischen Titel seiner Mutter zu übertragen. So geschah es dann auch. Im Hintergrund dieser Geschehnisse stand wohl die Überlegung Eleonores, daß Richard beim Tod Henrys ohnehin das ganze Reich erben würde. Daher versuchte sie den Konflikt zu entschärfen. Im April des folgenden Jahres mußte sie jedoch zurück nach England und ihre Haftbedingungen wurden wieder stringenter39.

Am 19.August 1186 verlor Eleonore dann mit Geoffrey, der bei einem Turnier von Pferden zu Tode getrampelt worden war, bereits den zweiten Sohn. Auf längere Sicht erwies sich eine Vermittlung zwischen Richard und Henry als unmöglich und die beiden blieben bis zum Tod Henrys 1189 in beinahe permanentem Kriegszustand. Die Nachricht von Henrys Tod verbreitete sich wie ein Lauffeuer und als ein Gesandter Richards bei Eleonore ankam, fand dieser sie schon in Freiheit vor. Während Richard sich noch in der Normandie befand, bereitete Eleonore seine Ankunft als König vor, indem sie durch das Königreich reiste, sich der Loyalität des Adels versicherte und zahlreiche Gefangene Henrys freiließ40. Die vielen Jahre der Gefangenschaft hatten jedenfalls keinen Autoritätsverlust für Eleonore bedeutet.

Am 13. August landete Richard dann unter großem Jubel in Portsmouth und am 3. September wurde er in Westminster zum englischen König gekrönt.

2.4 Königinmutter

Von der ersten Minute seiner Regierung an bemühte sich Richard darum, die Mittel für den Kreuzzug mit Philipp August von Frankreich aufzutreiben. Auch wenn Eleonore Richard nicht offiziell in England vertrat, so indizieren ihre vielen Fahrten durch England doch eine intensive Betätigung der nun über 65-jährigen für ihren Sohn41. Sie tritt ab nun in der Politik in Erscheinung, wenn sie gebraucht wird, und zieht sich dann wieder zurück. Auch in den Chroniken finden sich jetzt wieder mehr Erwähnungen Eleonores und „es wird einen Aussagewert haben, daß keiner der Chronisten ihr,... (die nun so häufig in Erscheinung tritt) ..., Ehrgeiz oder Machtbesessenheit vorwirft“42.

Bevor Richard 1190 zu seinem Kreuzzug aufbrach wurde in Nonancourt eine Familienkonferenz einberufen, in der beschlossen wurde, daß Richards Bruder John und sein Halbbruder Geoffrey während der nächsten drei Jahre England nicht betreten sollten, damit diese keine Gelegenheit hätten, Unruhe zu stiften. Auf Betreiben Eleonores wurde diese Bestimmung jedoch bald aufgehoben. Es bleibt unklar, ob Eleonore einfach für John fürsprach oder ob hinter der Aufhebung dieses Beschlusses die Überlegung stand, daß John in Frankreich noch gefährlicher sei43.

Eines der verwirrendsten Kapitel im Leben Eleonores ist ihre Bedeutung für die weitere Familienpolitik, dh. in der Frage, wer Richards Nachfolger werden sollte und für die Wahl einer Ehefrau für Richard. Was letzteres betrifft, so war seit Jahren die Rede von einer Heirat Richards mit der unglücklichen Alice, der Schwester des französischen Königs Philipp August. Erst nach unzähligen Zusagen und Distanzierungen platzte die Verlobung44. Im Als Richard bereits am Weg zum Kreuzzug war, reiste Eleonore im Winter 1190 nach Navarra, nahm Berengaria, die Tochter Sanchos VI. mit sich und reiste mit ihr im tiefsten Winter über die Alpen nach Sizilien, wo sie auf Richard traf. Dieser heiratete Berengaria wenig später auf Zypern. Richard hatte in Sizilien zuallererst seine Schwester Joanna, die Witwe des eben erst verstorbenen Wilhelm von Sizilien aus der Gefangenschaft durch Tankred befreit. Als Gegenleistung erhielt Tankred Richards Unterstützung zur Sicherung seiner Macht und die beiden handelten eine Allianz aus, was Philipp August nach der Zurücksetzung seiner Schwester zusätzlich verärgerte.

Nun herrscht unter Historikern völlige Uneinigkeit darüber, wie maßgeblich Eleonore an der Wahl Berengarias als Ehefrau beteiligt war. Die meisten billigen Eleonore eine hohe Bedeutung in dieser Frage zu45, Owen geht sogar so weit zu sagen: „Sie hat beschlossen, daß Berengaria, die Tochter König Sanchez von Navarra, eine gute Frau für Richard wäre.“46 Ich neige jedoch dazu, Kessler und Gillingham zuzustimmen, wenn sie sagen, die einzige belegbare Tatsache sei, daß Eleonore Berengaria auf deren Reise begleitete47.

Eleonore und Richard hatten nur wenige Tage, um die wichtigsten Dinge zu besprechen, etwa die Probleme, die John und Geoffrey begannen in England zu machen. Von Messina reiste Eleonore über Rom, wo sie sich mit dem eben erst gewählten Papst Coelestin III. unterredete, zurück nach England. Dort unterband sie eine Allianz Johns mit dem bereits heimgekehrten Philipp August und eine mögliche Heirat Johns mit der erwähnten Alice48. Am Ende des Jahres 1192 erreichte Eleonore dann die Nachricht von Richards Gefangennahme durch Leopold VI. Babenberger. Während John und Philipp August an der endgültigen Demontage Richards arbeiteten, indem John sich zum Herzog der Normandie ernannte und Philipp August den Lehenseid für die kontinentalen Besitztümer leistete, versuchte Eleonore alles, um die Freilassung Richards zu erwirken. Sie stand in ständigem Kontakt zuu ihrem Sohn, der mittlerweile in Speyer festgehalten wurde. In einem Brief etwa wies er seine Mutter an, Hubert Walter zum Erzbischof von Canterbury zu ernennen49. Eleonore hielt John erfolgreich in Schach und bereitete England auf eine befürchtete Invasion vor.

Es gelang Eleonore und den englischen Justitiaren die von Heinrich VI. geforderte immense Lösegeldsumme aufzutreiben. Dann reiste sie im Dezember 1193 gemeinsam mit Walter von Rouen nach Speyer und mit diplomatischem Geschick50 erwirkte sie im Februar 1194 die Freilassung Richards. Dann kehrten Eleonore und ihr Sohn nach England zurück wo Richard am 17. April 1194 im Beisein seiner Mutter in Winchester zeremoniell erneut zum König gekrönt wurde.

Im Mai gingen Richard und Eleonore, nachdem alles geregelt war, auf den Kontinent. Weder Richard noch Eleonore sollten England je wieder betreten. In Lisieux gelangten Richard und John dann, möglicherweise unter Vermittlung Eleonores, zu einer Aussöhnung, der Kampf mit Philipp August jedoch ging unvermindert weiter, obwohl Eleonore auch hier um einen Ausgleich bemüht war51.

Nun, bereits über 70-jährig und augenscheinlich müde von den Anstrengungen des öffentlichen Lebens, entschied sie, sich ins Kloster Fontevrault zurückzuziehen, ein Kloster, das seit langem mit den Herzögen von Aquitanien verbunden war, und dem Eleonore bereits seit Jahrzehnten Geldspenden zukommen ließ.

In den folgenden Jahren ist kaum etwas von Eleonore zu hören. Es schien, als hätte sie sich endgültig von der politisch-öffentlichen Bühne zurückgezogen. Von Fontevrault aus erlebte sie die erneute Heirat Joannas52 und den Tod ihrer Tochter Marie de Champagne 1198. Im März 1199 verschied Richard dann plötzlich an einer infizierten Wunde, die er sich bei einem unbedeutenden Scharmützel zugezogen hatte. Als er sich der Schwere seiner Verlatzung bewußt geworden war, schickte er nach seiner Mutter und ernannte John zu seinem Nachfolger. Am 6. April starb er im Beisein Eleonores in Châlus, von wo sie seine sterblichen Überreste nach Fontevrault überführte. Eleonore war nun 77 und nur noch einer ihrer Söhne war am Leben. Als noch im selben Jahr Joanna, die von Raimund zu ihrer Mutter nach Fontevrault geflohen war, starb, verblieben Eleonore überhaupt nur noch ihre gleichnamige Tochter und John.

Für diesen verließ sie noch einmal die klösterliche Abgeschiedenheit. Um John den Thron gegen seinen jungen Neffen Arthur, ein Mündel des französischen Königs, durchzusetzen, bereiste sie ihre Vasallen und versicherte sich ihrer Unterstützung durch Erneuerung von Privilegien53. Auch ließ sie sich von Philipp August ihren Herzogtitel bestätigen. Im September übertrug sie dann John in Rouen ihre Länder.

Zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den Plantagenêt und den Kapetingern vereinbarte man eine Hochzeit zwischen Eleonores Enkelin Blanca von Kastilien und Philipps Sohn Louis (IX.) und John schickte seine greise Mutter, die Braut von Kastilien nach Poitiers zu begleiten54. Am Weg durch wurde sie vom Grafen von Lusignan aufgehalten, doch wie 116855 entkam sie ungeschoren. Am Rückweg übergab Eleonore in Bordeaux ihren Schützling an den Erzbischof von Bordeaux, sie selbst kehrte nach Fontevrault zurück.

Die arrangierte Hochzeit war jedoch ein politischer Fehlschlag, die Zeichen zwischen John und Philipp August bzw. Arthur standen weiter auf Sturm. Philipp August entzog John alle kontinentalen Ländereien außer der Normandie und griff an.

Als ob ihr Leben noch nach einer weiteren außergewöhnlichen Episode zum Abschluß schrie, verließ Eleonore Fontevrault, um in Poitiers Unterstützung für John zu suchen. Allein in der Feste Mirebeau wurde sie von ihrem Enkel Arthur eingeschlossen, und sie mußte sich in der Burg verschanzen. Es gelang ein Hilfeschreiben an John aus der belagerten Burg herauszuschmuggeln. Dieser griff dann unvermutet an und nahm Arthur als Geisel56.

Eleonore zog sich daraufhin wieder nach Fontevrault zurück, wo sie knapp zwei Jahre später im März 1204 verstarb.

3 Nachwort

Über 82 Jahre erstreckte sich das Leben dieser Frau, die mehr als jede vor ihr dem Frauenbild ihrer Zeit widersprach. Als Verkörperung des höfischen Frauenideals war Eleonore genauso Inspiration wie Feindbild ihrer Zeitgenossen Schon als sie in Antiochia ihrem ersten Mann die Stirn bot, zeigte sich ihr ungemein starkes und eigenständiges Wesen. Sie war aus eigenem Selbstbewußtsein Herrin und nicht nur brave Ehefrau, im politischen Leben fühlte sie sich genauso heimisch wie jeder Herrscher ihrer Zeit. Auch ihre ausgedehnten Reisen, die sie von Kastilien bis Byzanz, von Speyer bis Sizilien und Antiochia führten, geben ein beredtes Bild von Eleonores aktivem Charakter. Sie überstand ungebrochen die vielen Schicksalsschläge, die sie während ihres Lebens zu erleiden hatte. In vielen Bereichen wurde Eleonore nach ihren Jahren in Gefangenschaft in hohem Alter sogar zu einer wichtigeren Figur als sie es davor war.

Auch wenn die Chronisten Eleonore nur als Nebenerscheinung wahrnahmen: Von einem mentalitätsgeschichtlichen Standpunkt aus betrachtet ist Eleonore als Förderin der höfischen Kunst und Versinnbildlichung der romantischen Liebe eine der wichtigsten und interessantesten Persönlichkeiten des gesamten Mittelalters.

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1 Aus: Letters of the Queens of England 1100-1547, ed. A. Crawford, Gloucestershire 1997, S.30

2 Eine Zusammenstellung gibt E.R. Labande, Les Filles d ’ Alienor d ’ Aquitaine: etude comparative, CCM, XXIX, 1986, S.101-104

3 Über Emma und andere aquitan. Herzoginnen siehe: D.D.R Owen, Eleanor of Aquitaine: Queen and Legend, Oxford 1993, S. 6

4 Jene weltlich-höfische Mentalität als Komplement zur sonstigen religiösen Weltanschauung

5 Siehe auch J. Gillingham, Richard Löwenherz, Eine Biographie, London, 1978, S. 23

6 Appleby S.36 zitiert William of Newsburgh

7 Owen S.23

8 Letters of the Queens of England 1100-1547, ed. A. Crawford, Gloucestershire 1997, S.30

9 Raymond bevorzugte eine praktischere Kriegsführung, während Louis sich vom heiligen Ziel Jerusalem nicht lösen konnte.

10 Owen S.24f.

11 Ausführlicher: E. Ennen, Frauen im Mittelalter, München 1984, S.19 12 Ennen, S.28 führt in diesem Zusammenhang auch Walter Map an

13 vgl. Owen S.30

14 Zitiert nach Ennen S.20

15 Robert II v. Normandie

16 Owen S.34

17 W.L. Warren , Henry II, London 1991³, S.43

18 Eleonore umgab sich viel und gern mit ihren Kinder von Henry, daher gibt es keinen Grund anzunehmen, daß sie zu ihren Töchtern keine emotionale Beziehung hatte. Außerdem war Marie wie ihre Mutter eine große Mäzenin höfischer Kunst und scheint ihrer Mutter in vielerlei Beziehung sehr ähnlich gewesen zu sein.

19 Die verklärende Beschreibung von Eleonores Einfluß auf Henry bei A. Kelly, Eleanor of Aquitaine (and the four Kings), Harvard 1951 ist nicht durch Fakten haltbar.

20 R.W. Eyton, Court, Household and Itinerary of King Henry II., New York 1974² gibt eine genaue Darstellung über Henrys und Eleonores Bewegungen.

21 Warren S.120

22 Sicher 1154-56 und 1158 in England, 1165 in Maine/ Touraine, 1168-69 in Aquitanien, ansonsten für kürzere Zeitspannen; vgl. Eyton S.40 und S.85, bzw. Owen S.57 und S.60

23 Siehe: Letters of the Queens of England 1100-1547, ed. A. Crawford, Gloucestershire 1997, S.31

24 Bei Owen: Raoul de Faye

25 Der Bischof Johann de Belmeis von Poitiers unterstellt ihr in einem Brief an Becket eine Affäre mit ihrem Onkel. Der Bischof war Eleonore jedoch nicht besonders gut gesinnt.

26 Einige sagen 1167, was auf die Unsicherheiten bezüglich des Jahresbeginns zurückzuführen ist. Siehe dazu Owen S.44, Anm.35

27 vgl. Owen S.57.

28 Dem von seinem Biographen auch ein Liebesverhältnis zu Eleonore nachgesagt wird; siehe Owen S. 41

29 Gillingham S.61 zitiert aus dem Buch „Die Kunst der höfischen Liebe“ („Ars Amandi“) des Andreas Cappelanus, der im 13.Jh. wirkte. Einige Autoren sehen die Darstellung Eleonores bei Cappelanus als Verspottung an. Nach dieer Auffassung macht er Eleonore zur lächerlichen „Gesetzgeberin“ an einem „Liebeshof“. (Gillingham a.a.O., Ennen S.38; anders: Owen S.65, 152-4)

30 Zur Legende um die unterstellte Ermordung Rosamundes durch Eleonore siehe S.10 unten

31 Daraus, daß John hier übergangen wurde, entstand Johns Beiname „Lackland“

32 Und nicht gleich zum Hzg. von Aquitanien, wie verschiedentlich zu lesen ist; zum Herzog wurde Richard erst 1172

33 U. Kessler, Richard I Löwenherz, Graz/ Wien/ Köln, 1995, S.10

34 Warren S.121

35 Owen S.72

36 Siehe auch Gillingham S.65 und Kessler S.102

37 Siehe Eyton S. 231, 252, 258

38 Eyton S.293

39 Warren S.602

40 A.Commire, D. Kletzmer, Women in World History, Bd.5, s.v. Eleanor of Aquitaine, Waterford 2000 S.98 spricht sogar von einer „Generalamnestie”

41 Siehe Owen, S.81

42 Kessler, S.103

43 Siehe Kessler S.98

44 Zu dieser höchst komplizierten Geschichte siehe Gillingham S.149f.

45 Etwa: Women in World History S.99

46 Owen S.82

47 Kessler S.136; Gillingham S.147

48 Kessler S.239

49 Gillingham S.250

50 Als Zugeständnisse mußte Richard u.a. Heinrich dem VI.den Lehenseid für England leisten

51 Vgl. Kessler S.103f.

52 Mit Graf Raimund VI. von Toulouse; Diese Heirat sollte die Grafschaft nun endlich nach jahrzehntelangem Disput wieder an Aquitanien binden.

53 Owen S.95

54 Nach Crawford S.34 war es die Entscheidung Eleonores, daß Blanca und nicht deren Schwester für die Ehe ausgewählt wurde.

55 Siehe S.8

56 Später ließ er Arthur dann auch noch beseitigen. Siehe dazu Own, S.98

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Eleonore von Aquitanien
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Veranstaltung
PS Mittelalter
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V100196
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eleonore, Aquitanien, Mittelalter
Arbeit zitieren
Werner Stangl (Autor), 2000, Eleonore von Aquitanien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100196

Kommentare

  • Gast am 4.10.2002

    Eleonore von Aquitanien.

    Nchdem ich zwei verschiedene (Roman)Biographien gelesen habe, war ich auf der Suche nach Fakten, mich hat das Leben dieser Frau schon seit einiger Zeit interessiert.
    Ich habe dies Arbeit mit großem Interesse gelesen, und dennoch: es ist schade, daß es so relativ wenig Material gibt, obwohl das vielleicht auch nicht so ganz stimmt, die hier aufgeführten Daten und Ereignisse sind doch schon zahlreich, wenn man bedenkt, daß sie ertsens eine Frau war und zweitens eine Geschichtsschreibung in einer Form, wie wir sie kennen, ohnehin ´nicht üblich war.
    Vielen Dank jedenfalls -
    iris pugatschov
    www.sternennacht.com

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Titel: Eleonore von Aquitanien



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