Geschichte und Kultur der Etrusker


Facharbeit (Schule), 1997
8 Seiten

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Einführung in die Etruskologie

Der Erste, der sich mit den Etruskern wissenschaftlich befaßte war der römische Kaiser Claudius (41-54 n.Chr.), dessen Werk allerdings leider verloren gegangen ist. Claudius schrieb das Werk in Berufung auf noch ältere Werke, die alle verschollen sind.

Die moderne Etruskologie begann bereits in der späten Renaissance, im 17. Jahrhundert faßte der Schotte Dempster seine Kenntnisse im Buch "De Etruria Regali" zusammen.

Ein Jahrhundert später wurden bereits die ersten Grabungen in Volterra, Tarquinia etc. und es entstand ein reges Interesse an den Etruskern.

Im 19. Jahrhundert ging man an die Erforschung der Nekropolen Südetruriens und an die Erstellung großer Material-sammlungen, wie die des Museo Archeologico in Florenz, sowie dem Museo Etrusco Gregoriano in Rom.

In diesem Jahrhundert wurde die Wisenschaft über die Etrusker systematisiert und es wurden viele Bücher über das Thema publiziert, wie etwa von den bekannten Etruskologen Massimo Pallottino, Bianchi-Bandinelli, Bloch oder A.J. Pfiffig.

Die Herkunft der Etrusker

Die Frage nach der Herkunft der Etrusker stellte bereits Dionysios von Halikarnassos, ein Historiker aus augustinischer Zeit. Dieses Problem zieht sich wie ein Faden durch die Etruskologie.

Die wahrscheinlichste Variante ist, daß die Etrusker aus dem kleinasiatischen Raum, genauer gesagt aus Lydien seien, wie es schon die Griechen annahmen, die den Etruskern den Namen Tyrsenoi oder Tyrrhenoi gaben1. Doch auch die Möglichkeit, daß die Rasenna, wie sich die Etruker selbst nannten, ein autochtones Volk gewesen sei, läßt sich nicht ausschließen. Dionysios vertrat jedoch noch eine andere Theorie, die von einer Nordeinwanderung der Etrusker ausgeht, was Dionysios mit der Tatsache erklärte, daß die Sprache der Etrusker jener der Villanova-Kultur ähnelte.

Das Unbefriedigende der Theorien über den Ursprung der Etrusker resultiert daraus, daß ein Problem der Herkunft gesehen wurde, wo in Wirklichkeit ein Problem des Werdend einer Nation vorlag. Man hat von der Herkunft der Etrusker aus dem Osten, dem Norden oder von ihrer italischen Autochthonie gesprochen, während in Wirklichkeit bei der Bildung der etruskischen Nation östliche, festländische eingeborene Elemente beteiligt waren, die einzeln erforscht, beschrieben, bewertet und miteinander verglichen werden sollten. Natürlich ist es nicht leicht, die Voraussetzungen und die frühgeschichtlichen Tatsachen zu rekonstruieren, welche die Geburt des historischen Etruriens bestimmt haben; aber man kann dabei ruhigen Gewisens feststellen, daß dieser Bildungsprozeß der Nation nirgendwo anders stattgefunden haben kann als im Gebiet von Etrurien selbst; in seinem letzten Abschnitt stehen wir der reichen archäologischen Hinterlassenschaft des 9.-7- Jahrhunderts gegenüber.

Die Etrusker und die See

Die Etrusker hatten eine starke Bindung zum Meer, was es ihnen möglich machte, Einfluß auf ganz Italien durch die Eroberung wichtiger Punkte für die Seefahrt auszuüben (sog. Thalassokratie [Meeresherrschaft]), und auch die Griechen urteilten die Tyrrhener als Korsaren ab. Doch hauptsächlich waren die Etrusker ein Handelsvolk, was sich durch zahlreiche Grabbeigaben (z. B. aus Ägypten) belegen läßt, neben den Griechen und Phöniziern waren sie das wichtigste Handelsvolk des westlichen Mittelmeeres.

Auch in der etruskischen Kunst des 7.-5. Jhds. spielen Darstellungen von Handels-, wie auch Kriegsschiffen und Seeschlachten eine große Rolle.

Die Etrusker und Italien

In Tuscorum iure pene omnis Italia fuerat - "Fast ganz Italien stand unter der Herrschaft der Etrusker" sagt Cato und Livius betont ausdrücklich die Macht, den Reichtum und den Ruhm der Etrusker zu Land und zur See, von den Alpen bis zur Meerenge von Messina.Die archäologischen und epigraphischen Daten bestätigen dei antiken Quellen wenigstens in der Hinsicht, daß einige Teile Italiens von den Etruskern direkt unterworfen, andere dagegen von ihrer Macht nur berührt worden waren. Obwohl das politische System in Etrurien nur sehr locker war, muß doch die expansive Kraft der Nation wenigsens im Zeitraum zwischen dem 7. und 6. Jahrhundert so stark gewesen sein, daß sie - wahrscheinlich dank einer klugen Zusammenarbeit - große Teile Italiens an der tyrrhenischen Küste und der Poebene politisch und sprachlich zu einigen vermochte. Der kulturelle Einfluß der Etrusker auf Italien überschreitet aber die territorialen und historischen Grenzen National- Etruriens bei weitem. Er strahlt über die Halbinsel und im Norden bis in die Länder jenseits der Alpen aus; die römische Kultur hat er so durchdrungen, daß er am Ende das etruskische Kultur als historische und sprachliche Wirklichkeit überlebte. Das eigentliche Etrurien liegt zwischen dem tyrrhenischen Meer, dem Tiber und dem Arno. Zu ihm gehören jene 12 Städte, die nach der Überlieferung die etruskische Nation bilden; seit Beginn der Geschichte sprach und schrieb man dort etruskisch. Mit der antiken Überlieferung glauben die modernen Gelehrten an ein national-etruskisches Gebiet, das genau dem historischen Etrurien entspricht. Von diesem ursprünglichen Stammsitz aus seien dann die Kolonisatoren zur See und die Eroberer zu Lande nach Kampanien und in die Poebene aufgebrochen.

Massiven Einfluß übten die Etrusker auch auf die italischen Stämme des Latium aus, so waren zum Beispiel die Herrscher Roms bis zur Republik etruskische Könige.

Auch in den Bereichen des Zivilisationsstandarts trieben die Etrusker die Entwicklung Italiens bei, sie führten ein dem griechischen verwandtes Alphabet ein und ihre Errungenschaften im Ingenieurs-wesen, wie der Torbogen oder verschiedenste Entwässerungssysteme beeinflußten die Italiker nachhaltig.

Städte und Nekropolen Etruriens

Die meisten Erkenntnisse über etruskische Kultur und Lebensweise haben wir heute durch die Erforschung der im Denken der Etrusker so wichtigen Nekropolen, wobei die beiden etruskischen Zentren (die Gegend Cortona, Perusia im Norden, sowie weiter südlich das Gebiet um Tarquinii und Caere) sich wesentlich unterschieden. Die kulturelle Entwicklung in Südetrurien schritt aufgrund der größeren Dichte - und daher dem schnelleren Austausch von Errungenschaften - weit schneller voran, allerdings ging auch der Verfall schneller von statten, während die Städte im Norden oft bis ins Mittelalter kulturell Bestand hatten, was den großen Einfluß der Etrusker auf die toskanische Renaissance erklärt.

Die bedeutendsten Nekropolen oder Totenstädte der Etrusker befinden sich in Tarquinii - wobei hier besonders die bemalten Tomben (=Kammergräber) herausstechen - und in Cerveteri mit seinen typischen Tumuli (=Hügelgräber). Sowie Städte als auch Nekropolen waren in einem rechtwinkeligen Muster angelegt, wobei auf Nord-Süd-, beziehungsweise Ost-West-Ausrichtung größter Wert gelegt wurde (sog. cardo [N-S] und decumanus [O-W]).

Diese Art der Stadtanlage (deren genaue Straßenführung der Augur mit seinem Augurenstab vornahm) läßt sich auch heute noch in einigen Städten der Poebene (Bologna, Modena, Mantua etc.) beobachten.

Politische und soziale Gliederung

Das heutige Wissen über die Einrichtungen und die politische Geschichte ist leider durch das Fehlen einer direkten Überlieferung beschränkt. Die meisten Anhaltspunkte in der Forschung sind gelegentliche und allgemeine Bemerkungen lateinischer und griechischer Schriftsteller, meist in Verbindung mit Ereignissen zwischen Etrurien und Rom.

Was sich sagen läßt, ist, daß Etrurien ein Gefüge aus Stadtstaaten war, die sich zu einem Bündnis zusammengefunden hatten (12-Städte-Bund [moderner Terminus]). Was die innere Verfassung der Stadtstaaten betrifft, so entwickelte sie sich von einer religiös fundamentierten Monarchie in archaischer Zeit (8.-6. Jahrhundert) zur oligarchischen Republik (4./3. Jahrhundert v.).

Neben dem Zwölfstädtebund in der heutigen Toskana entstanden auch diesem ähnelnde in der Poebene und Kampanien. Es darf angenommen werden, daß die Zahl 12 rituellen Charakter hatte, ähnlich wie in anderen antiken Kulturen - ich erinnere nur an die 12 Städte des ionischen Bundes, wobei diese Analogie aufgrund der engen kulturellen Verbindung Etruriens mit dem kleinasiatischen Raum entstanden sein könnte.

In der frühen Kaiserzeit existierten noch Titel und Institutionen etruskischen Ursprungs, wie sich aus lateinischen Inschriften dieser Zeit lesen läßt, was wiederum den großen Einfluß, den die Etrusker in Ialien gehabt haben, bezeugt. Das politische Leben in Etrurien bestand im wesentlichen aus einem System kleiner Staaten, die jeweils diejenige Stadt zum Oberhaupt machten, die an Reichtum und Größe hervorstach. Der Mittelpunkt des politischen und kulturellen Lebens ist also in den großen führenden Städten zu finden, von denen es, wie schon gesagt, 12 gab, auch wenn die Römer von 15 "Völkern (populi=civitates) sprechen. In frühester Zeit war die vorherrschende Staatsform Etruriens die Monarchie, über deren Wesen es nur Vermutungen durch Analogie zur römischen Monarchie gibt. Der König muß die oberste richterliche Gewalt innegehabt haben und zudem oberster Feldherr gewesen sein, genauso, wie er auch der Staatsreligion vorstand. Im 6. Jahrhundert begann, wie auch bei den Griechen, Phöniziern und Latinern der Übergang zur Republik, der im 5. Jahrhundert vollzogen war. Der oligarchisch- republikanische Staat setzte eine Sozialordnung der Familien voraus. Aus den spärlichen Quellen gewinnt man den Eindruck, daß es unter den Etruskern bis zu dieser Zeit weniger soziale Unterschiede gab. Die wirklich untergeordneten Bevölkerungs-schichten waren die Sklaven, Schauspieler, Fremde etc. Die Frauen hatten innerhalb der etruskischen Gesellschaft - wie später in der römischen - eine gehobene Stellung, die sich von der der griechischen Frau stark unterschied. Es herrschte soziale Gleichberechtigung, man kann aber nicht von einem Matriarchat sprechen, wie es Herodot berichtete.

Die Religion der Etrusker

Sie ist von allen Kapiteln der etruskischen Altertumskunde, dank der großen Dichte von Tatsachen, die sich entweder aus den schriftlichen Quellen ergeben oder der Auswertung archäologischer Denkmäler entstammt, das am besten abgehandelte.

Typisch für die etruskische Religion ist die peinliche Genauigkeit im Kult, dank derer die Menschen sich mit dem Willen identifizierten und ihn gewissenhaft auszuführen versuchten. Im gewissen Sinn ist das ein Aufgeben der menschlichen Persönlichkeit gegenüber dem Göttlichen. Die Quellen für diese Erkenntnisse sind doppelter Natur, einerseits direkt in Form von Originaltexten (Agramer Mumienbinde (liber linteus), Tontafeln von Capua) aber auch einige beschriftete Gegenstände (wie die Bronzeleber von Piacenza, die als Lehrmodell für die Haruspices, die Eingeweideleser, diente), figürliche Denkmäler und besonders die Bilder auf ziselierten Spiegeln halfen bei der Erforschung der etruskischen Religion. Indirekte Kenntnisse haben wir auch aufgrund lateinischer und griechischer Schriftsteller.

Möglicherweise haben die Etrusker schon von Anfang an ein menschliches Bild von den Gottheiten besessen, wie es in der griechischen Welt entwickelt worden war. Auf eigene und ursprüngliche Weise äußert sich die etruskische Religiosität in der sogenannten "disciplina". Die wichtigsten Mittel im Kult waren die Deutung tierischer Eingeweide (Haruspicien), der Blitze und des Vogelfluges. Wie man aus Wandmalereien in den Gräbern schließen kann, war der Jenseitsglaube der Etrusker in ihrer Blüte elipischer Natur, während gegen Ende Unterweltsdarstellungen vorherrschten, die die Hoffnungs-losigkeit und den Schrecken jener Zeit widerspiegeln.

Literatur und Kunst

Wie alte griechische Quellen bezeugen, gab es es bei den Etruskern sehr wohl eine gewisse literarische Tätigkeit, auch wenn uns leider nichts davon erhalten geblieben ist, es handelte sich bei diesen Büchern aber wohl überwiegend um religiöse Inhalte (libri haruspicini; libri fulgurales; libri rituales).

Musik hat im öffentlichen und privaten Leben der Etrusker größte Bedeutung gehabt, wie aus figürlichen Denkmälern, literarischen Quellen und abermals den Grabmalereien ersichtlich ist. Die Instrumente waren augenscheinlich dieselben wie in der griechischen Welt, zum Beispiel die Lyra, die Doppelflöte (=tibiae), die Trompete (=tuba) oder das Horn (=cornu). Der Tanz dürfte eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben und hauptsächlich von Berufstänzern ausgeübt worden sein. Besonders reich an direkten Zeugnissen sind Architektur und bildende Kust. Trotz zahlreicher Zerstörungen kann man sich eine klare Vorstellung von der künstlerischen Tätigkeit und ihrer Entwicklung machen.Stein (Tuff, Sandstein, Kalkstein, Travertin) wurde als Konstruktionsmaterial von den Etruskern nur bei militärischen Bauten, Gräbern und als Fundament für alle Arten von Gebäuden verwendet, als Material für die Häuser war gebrannter wie ungebrannter Lehm gängig. Die Art des Mauerwerkes reichte von großen, halbbearbeiteten unregelmäßigen Blöcken bis zu feinen Konstruktionen aus quadratischen Blöcken. Besonders mannigfaltig war die Grabarchitektur: Grabkammern wurden in den Felsen hineingearbeitet oder es wurden zylinderförmige Bauten mit einem Hügel darüber errichtet (tumuli). Diese zweitere Form fand seine Fortsetzung in römischen Gräbern wie dem Mausoleum Augusti oder dem Mausoleum Hadriani. Der etruskische Tempel hat die Form eines rechtwinkeligen Hauses mit Säulen an der Front. Eine Besonderheit des Tempels sind die Wandverkleidungen aus bemalter Terrakotta mit geometrischen und figürlichen Darstellungen.

Die Werke der bildenden Kunst stammen nahezu alle aus Tempeln und Gräbern. Es hat sich nur ein einziger etruskischer Künstler namentlich in Erinnerung gehalten: der Bildhauer VULCA aus Veji, der im 6.Jahrhundert für Rom arbeitete. Für die Plastiken wurden Bronze, Terrakotta und Stein verwendet, während Marmor nur in seltensten Fällen gebraucht wurde. Kleinere Gegenstände wurden aus Elfenbein, Knochen und Bernstein geschnitzt. Besonders hoch entwickelt war das technische Vermögen in der Metall(bes. Bronze u. Gold)-, und Terrakottaverarbeitung.

Von der Malerei sind zahlreiche und wichtige Denkmäler erhalten geblieben. Diese Zeugnisse sind besonders wertvoll, weil die originale griechische große Malerei ganz verloren gegangen ist. Fast alle bemalten Gräber finden sich in Tarquinia. Der Inhalt dieser Malereien ist in der ältesten (orientalisierenden) Periode (7.-6. Jahrhundert) nur dekorativ oder stellt Gestalten des griechischen Mythos dar, die große archaische Malerei des 6. und 5. Jahrhunderts hat als Hauptthemen Szenen des Totenkults mit Gelagen, Tänzen, Spielen und Szenen des täglichen Lebens. Nach dem 5. Jahrhundert nehmen nach und nach Jenseitsdarstellungen überhand. Eine Besonderheit sind die etruskischen Porträts. Im Gegensatz zu den griechischen sind sie nicht idealisierend, sondern versuchen individuelle Gesichtszüge so gut wie möglich wiederzugeben. Diese Eigenheit übernahmen die Römer für ihre realistischen Porträts.

Die bemalte Keramik ahmt mehr oder weniger treu die griechische nach, und viel von der in Etrurien gefundenen Keramik war ohnehin griechischer Import.

Leben und Gewohnheiten

Wie bei fast allen Erkenntnissen, die wir über die Etrusker besitzen, können wir vieles nur aus Sekundärquellen beziehen, selten hingegen sind direkte Funde aus den Resten der bewohnten Städte, von wo hauptsächlich Überreste von Häusern der Oberschicht vorhanden sind.

Im Mittelpunkt des Familienlebens stand das Haus. Die ursprüngliche Wohnung war ein rechteckiges Gebäude mit einem einzigen Raum, später kam ein kleiner Innenhof dazu. Das Mobiliar scheint ziemlich bescheiden gewesen zu sein: Betten, runde und rechteckige Tische, Stühle in Thronform,Bronzekandelaber; Zu den Gegenständen des täglichen Lebens zählten Keramikgefäße für verschiedenste Zwecke, Toilettegegenstände, Pfannen, Werkzeuge etc. Auch sportliche Wettkämpfe nahmen im Leben der Etrusker einen hohen Stellenwert ein, ebenso eine mehr blutige Art von Spielen, die als Vorläufer der Gladiatorenkämpfe gelten müssen und wahrscheinlich aus dem Totenkult hervorgegangen sind.

Bei der etruskischen Kleidung ist man mit Ausnahme des Schmuckes auf figürliche Denkmäler angewiesen. Die Mode wurde sehr stark vom Klima beeinflußt. Besonderes Augenmerk richteten die Etrusker auf ihr Schuhwerk und auf die Kopfbedeckungen aus gesticktem Stoff. Anfangs waren die Männer bärtig und trugen das Haar lang, aber schon Ende des 6. Jahrhunderts wurde es Mode sich zu rasieren und die Haare kurz zu scheren. Die vorherrschende Frisur bei Frauen war zunächst langes, offenes Haar, im 6. und 5. Jahrhundert legten sie es dann jedoch auf dem Kopf zusammen oder hielten es mit einem Netz. Üblich war es auch, die Haare blond zu färben

Schwer zu rekonstruieren ist das wirtschaftliche Leben. Vermutlich war es anfangs vor allem die Landwirtschaft, aus der die Bewohner ihren Wohlstand schöpften, aber auch der Bergbau hatte früh eine große Bedeutung, da es in Etrurien wesentliche Erzlager-stätten gab (z.B. Eisenabbau auf Elba), und brachte die Etrusker zu großem Wohlstand. Der größte Teil der Handelsgeschäfte wurde durch internationalen Warenaustausch getätigt. Die Münzprägung begann bei den Etruskern erst spät in der Mitte des 5. Jahrhunderts unter dem Einfluß griechischer Münzen in Süditalien.

Sprache

Eines der am schwierigsten zu rekonstruierenden Kapitel in der Etruskologie ist die Sprache. Zwar ist uns das Alphabet vollständig bekannt, aber es gibt bis heute grobe Schwierigkeiten beim Verständnis der Worte und Texte. Eine bescheidene Hilfe bilden die wenigen Bilinguen (zweisprachige Texte), die aber fast nur Eigennamen enthalten (z.B. Goldbleche von Pyrgi [etruskisch-punisch]). Die Arbeit der Archäologen schreitet daher auch sehr langsam vorwärts, zumal ihnen meist nur kurze und inhaltlich begrenzte Texte wie Grab-, oder Weiheinschriften zur Verfügung stehen.

Nicht unwesentlich sind auch die etruskischen Elemente im lateinischen Sprachschatz.

Zusammenfassung

Wenn auch noch sehr viel über die Etrusker unbekannt ist, so läßt sich doch erkennen, daß sie großen Einfluß auf die Römer hatten.

Das gilt sowohl für die Kunst und Kultur, für die Religion aber auch für die Wissenschaften, besonders die Ingenieurskunst (Stadtanlagen, Entwässerungsanlagen etc.). Sie knüpften ein Netz von Handelsbeziehungen mit ihren italischen Nachbarn und anderen Völkern durch die gut organisierte Seefahrt und entwickelten einen außerordentlichen Gewerbefleiß. Sie pflegten auch einen regen Kulturaustausch durch diese weitgestreuten Handelsbeziehungen. Die Etrusker erreichten ihre künstlerische Höhe zugleich mit der größten Ausbreitung ihrer politischen Macht (6. Jahrhundert), ab dem 5. Jahrhundert setzte ihr Niedergang ein, ihre Herrschaft in Campanien und Latinum brach zusammen. Ab dem 4. Jahrhundert wurden sie schließlich im eigenen Land bedrängt und verloren schließlich ihre Freiheit an Rom. Die etruskische Sprache starb während der Kaiserzeit aus.

[...]


1: Daher auch der Name tyrrhenisches Meer

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Geschichte und Kultur der Etrusker
Autor
Jahr
1997
Seiten
8
Katalognummer
V100198
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Kultur, Etrusker
Arbeit zitieren
Werner Stangl (Autor), 1997, Geschichte und Kultur der Etrusker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100198

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