Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Ikonoklasten wider Willen? Anmerkungen zum Abstimmungsverhalten der Synodalen von Hiereia im Jahre 754

Title: Ikonoklasten wider Willen? Anmerkungen zum Abstimmungsverhalten der Synodalen von Hiereia im Jahre 754

Term Paper , 2016 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jonathan Stumpf (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der Arbeit sollen die Thesen der zu konsultierenden jüngeren Forschungsliteratur in eine Bewertung der Quellen zum ikonoklastischen Konzil hinsichtlich der bischöflichen Haltung einfließen, wobei es in der Hauptsache um die Frage gehen wird, ob der Ikonoklasmus eine gegen den Willen der meisten Bischöfe durchgesetzte kaiserliche Politik gewesen ist oder vielmehr im Einklang mit den theologischen Vorstellungen der Prälaten gestanden hat.

Auf Geheiß Kaiser Konstantins V traten im Februar 754 die 338 geladenen Bischöfe im Palast von Hiereia zusammen, um über die Bilderfrage zu disputieren. Es sollte bis zum August dauern, bis auf der letzten Sitzung der Synode in der Blachernenkirche in Konstantinopel der neue Patriarch Konstantin II. ernannt und der Horos beschlossen wurde, der die Verehrung und Anfertigung von Bildern sowohl Christi als auch aller Heiligen verdammte. Waren die in Hiereia versammelten Bischöfe Ikonoklasten wider Willen?

Diese Unterstellung muss umso plausibler erscheinen, je mehr der Ikonoklasmus als eine Theologie der Wenigen, nämlich namentlich des Kaisers und seines Umfeldes, angesehen wird, zu welcher die Mönche und das einfache Volk in unversöhnlicher Opposition standen. Diesen Eindruck vermitteln die spätere ikonodule Geschichtsschreibung und Hagiographie.

Es ist in den letzten Jahrzehnten indes gleich von mehreren Forschern darauf verwiesen worden, wie problematisch diese Quellen z. T. sind. Wenn in dieser Arbeit gefragt werden soll, wie frei die Bischöfe von Hiereia bei ihrer Entscheidung, den Bilderkult zu verurteilen und die Bilderfreunde zu anathematisieren, tatsächlich waren, kann das selbstverständlich nur näherungsweise geschehen und es können hierbei keine letzten Wahrheiten zu Tage gefördert werden. Ein Anliegen der Arbeit ist es hingegen, unter Einbeziehung der Peuseis Konstantins V. den Grad der Übereinstimmung zwischen kaiserlicher Auffassung und Konzilsbeschluss zu eruieren, wobei sich ein solches Unterfangen besonders auf die Habilitationsschrift Georg Ostrogorskys aus den späten 1920er Jahren stützen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Ausgangslage

2.1 Die Entwicklung unter Leon III.

2.2 Exkurs: Die Bilderverehrung vor dem Bilderstreit

2.3 Die Entwicklung unter Konstantin V. bis zum Konzil von Hiereia

3 Die Fragen Konstantins V. und die Synode von Hiereia

4 Waren die Synodalen von 754 Ikonoklasten wider Willen?

5 Schlussbetrachtung

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

6.1 Quellen

6.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kirchenpolitische Rolle der Bischöfe auf dem Konzil von Hiereia im Jahr 754. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, ob der Ikonoklasmus eine durch Kaiser Konstantin V. gegen den Willen der Prälaten erzwungene Politik darstellte oder ob die Beschlüsse des Konzils tatsächlich auf einer breiten Übereinstimmung mit dem theologischen Denken der Bischöfe basierten.

  • Historische Einordnung des Bilderstreits im 8. Jahrhundert.
  • Analyse der Peuseis (Fragen) Kaiser Konstantins V. im Vergleich zum Horos von Hiereia.
  • Kritische Würdigung der Quellenlage zur Haltung der Bischöfe.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen kaiserlicher Autorität und bischöflicher Autonomie.

Auszug aus dem Buch

Die Fragen Konstantins V. und die Synode von Hiereia

Zwei von möglicherweise ursprünglich 13 Peuseis Konstantins können rekonstruiert werden. Mit der ersten „Frage“ sucht der Kaiser den Beweis zu führen, dass es unmöglich sei, Jesus Christus im Bild darzustellen, da auf diese Weise entweder die göttliche Natur Christi mit umschrieben oder – falls nur die menschliche Natur abgebildet werde – der Dreieinigkeit eine vierte Person hinzugefügt werde. Die Beweisführung hat einen repetitiven Charakter, ist aber in sich – und nur in sich – schlüssig, weil sie davon ausgeht, dass ein Bild mit dem Gegenstand, den es darstellt, wesensgleich sei, damit das Ganze bewahrt werde, denn sonst sei es kein Bild. Und so schließt die erste „Frage“ mit den Worten:

Derjenige, der dies Bild hergestellt hat, behauptet, dass es das Bild Christi ist. Der Name „Christus“ gibt zu erkennen, dass es nicht nur den Menschen darstellt, sondern auch Gott. Doch wie können wir den Namen Gott und Mensch, der die göttliche und menschliche Natur bezeichnet, jenem Bild geben, das nur die Natur des Menschen darstellen kann, nicht aber die göttliche und unbegreifliche?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, ob die Bischöfe auf dem Konzil von Hiereia aus eigenem Antrieb oder durch kaiserlichen Zwang handelten.

2 Die Ausgangslage: Skizzierung der kirchengeschichtlichen Entwicklungen des 8. Jahrhunderts unter Leon III. und Konstantin V., um den Kontext für das Konzil von Hiereia zu schaffen.

2.1 Die Entwicklung unter Leon III.: Untersuchung der Anfänge des Bilderstreits unter Leon III., wobei die Historizität früher ikonoklastischer Akte kritisch hinterfragt wird.

2.2 Exkurs: Die Bilderverehrung vor dem Bilderstreit: Darstellung der Entwicklung der Bilderverehrung in der Kirche vor dem 8. Jahrhundert, mit Fokus auf die Etablierung des Bilderkultes.

2.3 Die Entwicklung unter Konstantin V. bis zum Konzil von Hiereia: Analyse der politischen und religiösen Situation unter Konstantin V. bis zur Einberufung des Konzils von Hiereia.

3 Die Fragen Konstantins V. und die Synode von Hiereia: Vergleich der theologischen Argumente in den Peuseis Konstantins V. mit den Beschlüssen des Konzils von Hiereia.

4 Waren die Synodalen von 754 Ikonoklasten wider Willen?: Kritische Diskussion der Rolle der Bischöfe auf dem Konzil und Bewertung der These eines aufgezwungenen Konsenses.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse, die nahelegen, dass die kaiserliche Position in Hiereia weitgehend mit dem theologischen Verständnis des Klerus korrespondierte.

6 Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der einschlägigen wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

6.1 Quellen: Verzeichnis der historischen Quellenschriften.

6.2 Sekundärliteratur: Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Fachpublikationen.

Schlüsselwörter

Ikonoklasmus, Bilderstreit, Konstantin V., Konzil von Hiereia, Horos, Peuseis, Byzanz, Bilderverehrung, Ikonodulen, Theologie, Kirchengeschichte, Leon III., Bischöfe, Christologie, Bilderverbot.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem byzantinischen Bilderstreit im 8. Jahrhundert und der Frage, ob die Entscheidungen des Konzils von Hiereia im Jahr 754 ein Ausdruck kaiserlichen Zwangs waren oder ob sie von einer Mehrheit der Bischöfe aus eigener theologischer Überzeugung mitgetragen wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des Ikonoklasmus unter den Kaisern Leon III. und Konstantin V., die theologische Begründung des Bilderverbots sowie die kritische Analyse historiographischer Quellen zum Konzil.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Haltung der Bischöfe in Hiereia zu eruieren und zu bewerten, inwieweit die kaiserliche Politik mit dem kirchlichen Denken der Zeit harmoniert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, bei der historische Texte, Konzilsakten (Horos) und kaiserliche Traktate (Peuseis) analysiert und mit der aktuellen Forschungsliteratur in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die spezifische Argumentation Kaiser Konstantins V. in seinen Fragen und vergleicht diese mit den Beschlüssen des Konzils von Hiereia.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ikonoklasmus, Bilderstreit, Konstantin V., Konzil von Hiereia, byzantinische Theologie und kirchliche Autonomie.

Welche Rolle spielten die "Peuseis" in der Argumentation des Kaisers?

Die "Peuseis" dienten als theologische Grundlage für den Kaiser, um darzulegen, dass die Darstellung Christi im Bild entweder zu häretischen christologischen Konsequenzen führt oder die Gottheit unangemessen einschränkt.

Zu welchem Schluss kommt der Autor in Bezug auf die "Ikonoklasten wider Willen"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Bischöfe bloße Opfer kaiserlichen Zwangs waren; stattdessen scheint die kaiserliche Position weitgehend mit der theologischen Überzeugung weiter Teile des Klerus übereinzustimmen.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Ikonoklasten wider Willen? Anmerkungen zum Abstimmungsverhalten der Synodalen von Hiereia im Jahre 754
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Jonathan Stumpf (Author)
Publication Year
2016
Pages
22
Catalog Number
V1002047
ISBN (eBook)
9783346382061
ISBN (Book)
9783346382078
Language
German
Tags
Ikonoklasmus Konzil Hiereia Bildersturm Byzanz Synode Leon III Konstantin V
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonathan Stumpf (Author), 2016, Ikonoklasten wider Willen? Anmerkungen zum Abstimmungsverhalten der Synodalen von Hiereia im Jahre 754, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002047
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint