Welche Rolle bei der Gründung und der alltäglichen Arbeit von European Works Councils den (inter-)nationalen Gewerkschaften zukommt, soll in dieser Arbeit thematisiert werden.
Im folgenden Kapitel werden die Struktur, die historische Entwicklung sowie die Wirkungen von European Works Councils betrachtet, um im Kapitel 3 die Rolle von Gewerkschaften bei diesen Prozessen zu diskutieren. Kapitel 4 schließt mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 European Works Councils
2.1 Historische Entwicklung
2.1.1 True voluntarism
2.1.2 Politically enforced voluntarism
2.1.3 Legally enforceable EWCs
2.2 Arbeitsweise und Wirkung
3 Rolle der Gewerkschaften
4 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Gewerkschaften bei der Gründung und der täglichen Arbeit von Europäischen Betriebsräten (EWC). Im Zentrum steht dabei die Analyse, inwiefern Gewerkschaften trotz ambivalenter Strukturen und national unterschiedlicher Strategien Einfluss auf diese Gremien nehmen und als Akteure in der europäischen Arbeitswelt agieren.
- Historische Entwicklung der EWC-Direktive
- Typologien und Arbeitsweisen von Europäischen Betriebsräten
- Einfluss von Gewerkschaften auf die EWC-Vereinbarungen
- Herausforderungen durch divergierende nationale Interessen
- Perspektiven für transnationale industrielle Beziehungen
Auszug aus dem Buch
2.2 Arbeitsweise und Wirkung
In der Literatur hat sich eine vierteilige Typologie durchgesetzt, um die Arbeitsweise verschiedener EWCs zu kategorisieren (Huzzard/Docherty 2005: 546, vgl. auch Müller/Platzer 2003: 69):
• Symbolic EWCs: largely dysfunctional bodies that are passive and ‘talking shops’ satisfying the minimal requirements of the Directive;
• Service-oriented EWCs: bodies facilitating management processes that entail mutual information exchange but stop short of genuine negotiation or action projects;
• Project-oriented EWCs: employee representatives having independent agendas, objectives and international networking arrangements on specific issues;
• Participative EWCs: autonomous worker voices impacting on decision-making through negotiation and genuine consultation
Diese unterschiedlichen Typen haben zur Folge, dass es eine „huge variation in the substantive terms of EWC agreements“ gibt (Waddington/Kerckhofs 2003: 330). Der Großteil der EWCs trifft sich einmal im Jahr. Über 60% setzten sich aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmer zusammen (französische Modell), während der Rest lediglich aus Vertretern der Arbeitnehmerseite besteht (deutsches Modell). Nahezu alle EWCs beschränken sich auf eine informationsaustauschende und beratende Rolle. Lediglich zwei Prozent haben die Befugnis Verhandlungen zu festgelegten Themengebieten zu führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die wirtschaftspolitische Ausrichtung der EU und die Notwendigkeit von Arbeitnehmermitbestimmung, die zur EWC-Direktive führte.
2 European Works Councils: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Betriebsräte in drei Phasen und analysiert deren unterschiedliche Typologien sowie Wirkungsweisen.
3 Rolle der Gewerkschaften: Hier wird diskutiert, wie Gewerkschaften als Initiatoren agieren, jedoch Schwierigkeiten bei der formalen Positionierung innerhalb der EWCs sowie durch divergierende nationale Strategien haben.
4 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die ambivalente Rolle der Gewerkschaften zusammen und betont die Notwendigkeit einer verbesserten internationalen Koordination.
Schlüsselwörter
Europäische Betriebsräte, EWC, Gewerkschaften, Arbeitnehmermitbestimmung, Industrielle Beziehungen, transnationale Kooperation, Arbeitsrecht, Mitbestimmung, Europäische Union, Sozialpolitik, Interessensvertretung, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Einfluss von Gewerkschaften auf die Entstehung und die tägliche Praxis von Europäischen Betriebsräten (EWC) im Kontext der EU-Gesetzgebung.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Themen sind die historische Genese der EWC-Direktiven, die Kategorisierung von Betriebsratstypen und die gewerkschaftlichen Strategien auf europäischer Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die "Rolle der Gewerkschaften" bei der Gründung und Arbeit der EWCs zu klären, da diese oft zwischen Unterstützung und strategischer Unsicherheit schwankt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener theoretischer Ansätze und Typologien aus der politikwissenschaftlichen und soziologischen Forschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Typologisierung der EWCs und eine kritische Diskussion der Gewerkschaftsrollen inklusive nationaler Fallbeispiele.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind EWC, Europäische Betriebsräte, Gewerkschaftseinfluss, transnationale industrielle Beziehungen und Mitbestimmungsrechte.
Warum wird die Rolle der Gewerkschaften als ambivalent bezeichnet?
Weil sie zwar maßgeblich an der Gründung beteiligt waren, aber keine formelle Machtstellung innerhalb der EWCs erreichen konnten und zudem unter nationalen Interessenskonflikten leiden.
Welchen Einfluss haben nationale Unterschiede auf die EWCs?
Nationale Unterschiede, wie etwa die Finanzdienstleistungsbranche gegenüber der schwedischen Gewerkschaftstradition, führen zu ungleichmäßiger Ressourcenausstattung und unterschiedlicher Skepsis gegenüber der EWC-Struktur.
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- Anonym (Author), 2012, Internationale Gewerkschaften und ihre Rolle in European Work Councils, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002110