Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der digitalen Transformation und der Innovationsleistung bei kleinen- und mittelständischen Unternehmen (KMU). Der digitale Reifegrad und bestehende Modelle werden beleuchtet und Erkenntnisse aus der Forschung aufgezeigt. Der Zusammenhang mit Innovation entsteht, indem deren Treiber, Herausforderungen, Strategien, Prozesse und Messbarkeit beschrieben werden. Die qualitative Erhebung anhand Experteninterviews mit Entscheidern in KMU zeigt: Eine Korrelation zwischen Digitalisierung und Innovationsleistung besteht.
Die qualitative Inhaltsanalyse und weitere statistische Auswertung erlauben hingegen keinen Schluss auf einen Kausalmechanismus. Hingegen wurde ein Interesse an Modellen sichtbar, welche konkreten Handlungsalternativen für zielgerichtete Investitionsaktivitäten bieten. KMU haben ihre Aktivitäten in Sachen digitaler Transformation bereits in den Fokus gerückt und sind sich der Bedeutung eines digitalen und innovativen Imperativs bewusst. Der Begriff des "digitalen Grenznutzens" und die damit verbundenen Möglichkeiten, erzeugten großes Interesse. Die Forschungserkenntnisse legen nahe, weitere Untersuchungen anzuschließen, die KMU Orientierung geben, in welchen Feldern und Dimensionen digitaler Transformation entsprechende Aktivitäten am zielführendsten sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Situation
1.2. Problemstellung
1.3. Zieldefinition & Ergebnis
1.4. Vorgehensweise & Methode
2. Theoretischer Teil.
2.1. Theoretische Grundlage: Digitalisierung.
2.2. Digitale Transformation in Unternehmen.
2.2.1. Allgemeines Verständnis & Ebenen digitaler Transformation.
2.2.2. Herausforderungen für transformierende Unternehmen.
2.2.3. Prozess, Strategie, Modelle und Ansätze der digitalen Transformation.
2.2.4. Digitale Transformation – ein Imperativ?
2.3. Reifegradmodelle.
2.4. Digitale Reifegradmodelle.
2.4.1. Definition, Modelle und Studienlage.
2.4.2. Das "Digital Maturity Model" (MIT Sloane / Cap Gemini).
2.4.3. Das "Digitale Transformation Maturity Model" nach Rossmann.
2.4.4. Das digitale Reifegradmodell der Universität St. Gallen.
2.4.5. Der DAI (Digital Acceleration Index) nach BCG.
2.4.6. Zusammenfassung, Vergleich & kritische Würdigung.
2.5. Innovationsleistung.
2.5.1. Innovation – Definition, Typen und Dimensionen.
2.5.2. Innovationsprozess und -Strategien.
2.5.3. Innovationsleistung – Treiber, Erfolgsfaktoren und Messbarkeit.
2.5.4. Studienergebnisse und Trends.
2.6. Zusammenfassung und Erkenntnisgewinn des theoretischen Teils.
2.7. Hypothesenbildung & Forschungsfragen.
2.7.1. Forschungsfragen – Erkenntnisgewinn.
2.7.2. Hypothesenbildung.
3. Praktischer Teil – Empirie.
3.1. Forschungsdesign.
3.1.1. Methodenauswahl.
3.1.2. Stichprobe und Expertenauswahl.
3.1.3. Interviewdurchführung und Leitfaden.
3.1.4. Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
3.2. Qualitative Inhaltsanalyse.
3.2.1. Qualitative Inhaltsanalyse - Vorgehensweise.
3.2.2. Typisierende Strukturierung.
3.2.3. Kategorien und Kodierleitfaden.
3.2.4. Häufigkeits- und Frequenzanalyse.
3.2.5. Kontingenz- und Korrelationsanalyse.
3.3. Zusammenfassung und Konklusion empirischer Teil.
4. Kritische Würdigung und Diskussion.
5. Fazit & Ausblick.
Zielsetzung & Themen
Diese Masterthesis untersucht den Zusammenhang zwischen dem digitalen Reifegrad und der Innovationsleistung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Das zentrale Forschungsziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Korrelation zwischen der digitalen Transformation und dem Innovationserfolg besteht, wobei bestehende Reifegradmodelle als Diagnoseinstrumente zur Standortbestimmung und für strategische Investitionsentscheidungen evaluiert werden.
- Analyse und Vergleich bestehender digitaler Reifegradmodelle.
- Untersuchung des Einflusses der Digitalisierung auf Innovationsprozesse in KMU.
- Qualitative Erhebung mittels Experteninterviews bei Entscheidern in KMU.
- Evaluation des digitalen Imperativs und des Konzepts des "digitalen Grenznutzens".
Auszug aus dem Buch
2.4.2. Das "Digital Maturity Model" (MIT Sloane / Cap Gemini).
In zahlreichen Publikationen und in vielen Metaanalysen zum Thema digitale Reifegradmessung wird das Digital Maturity Model genannt, welches seinen Ursprung in der Forschung der MIT Sloane School of Management in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft Cap Gemini Consulting findet und 2011 initial publiziert wurde. Im Rahmen mehrjähriger und mehrstufiger Forschungsarbeiten wurden 157 branchenübergreifende Interviews (halbstandardisierte Befragung) mit Führungskräften aus 50 Unternehmen (überwiegend mit Umsatz > 1 Mrd. USD) in 15 Ländern geführt. Dies um Perspektiven und Phänomene der digitalen Transformation besser und tiefer zu verstehen (Westerman, Calméjane, Bonnet, Ferraris & McAfee, 2011, S. 7). Aus diesen Befragungen wurden neun „Digital Building Blocks“ des Digital Transformation Framework abgeleitet und zu jeweils einer Kategorie zusammengefasst (siehe Abbildung 1). Der zehnte Block, hier als digitale Fähigkeiten (Digital Capabilities) beschrieben, ergänzt die Darstellung und betrifft alle neun anderen in Form von einheitlichen Daten und Prozessen, Analytik Fähigkeiten, Business & IT Integration und „Solution Delivery“ (Westerman, Calméjane, et al., 2011, S. 17). Westerman et. al postulieren in ihrem Bericht, dass Unternehmen mit einer stabilen Beziehung zwischen IT und Business sich leichter tun, die digitale Transformation zu steuern (Westerman, Calméjane, et al., 2011, S. 25). Im Rahmen Ihrer Forschung ermittelten sie zudem Treiber der identifizierten Blöcke um diese ebenfalls in das Modell als sogenannte „Strategic Assets“ zu integrieren. Des Weiteren weisen sie auf die Notwendigkeit von Investitionen in Kompetenzen und Initiativen hin, die sie am unteren Ende des Modells einfügen. Im Zuge ihrer Interviews und deren Auswertung ergaben sich weitere entscheidende Erfolgs- und Einflussfaktoren für die erfolgreiche digitale Transformation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der digitalen Transformation als Megatrend für KMU und definiert die Problemstellung sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2. Theoretischer Teil.: Dieser Teil erarbeitet die Grundlagen zu Digitalisierung, digitaler Transformation und Innovationsleistung und analysiert bestehende digitale Reifegradmodelle sowie deren Bedeutung.
3. Praktischer Teil – Empirie.: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign und die qualitative Datenerhebung mittels Experteninterviews sowie deren anschließende Auswertung und statistische Analyse.
4. Kritische Würdigung und Diskussion.: Eine Reflexion des Vorgehens, der Methodik sowie der erzielten Ergebnisse unter Berücksichtigung der Limitierungen der Arbeit.
5. Fazit & Ausblick.: Eine zusammenfassende Bewertung der Erkenntnisse und Ableitung von Empfehlungen sowie zukünftigen Forschungsfeldern.
Schlüsselwörter
Digitaler Reifegrad, Reifegradmodelle, Innovationsperformance, digitaler Grenznutzen, KMU, Digitale Transformation, Digitalisierungsstrategie, Innovationsprozess, qualitative Inhaltsanalyse, Innovationskultur, Strategieprozess, KMU-Management, Digitalisierungsgrad, Technologische Innovationen, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen dem digitalen Reifegrad von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und deren Innovationsleistung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die digitale Transformation, verschiedene Reifegradmodelle, das Management von Innovationen sowie die strategische Ausrichtung von KMU im digitalen Wandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob eine (positive) Korrelation zwischen dem digitalen Reifegrad und der Innovationskraft von KMU nachweisbar ist und welche Bedeutung digitale Reifegradmodelle hierbei einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt einen zweigeteilten Ansatz: eine fundierte Literaturrecherche im theoretischen Teil sowie ein qualitatives, empirisches Forschungsdesign mit Experteninterviews im praktischen Teil.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Transformationsmodellen und Innovation sowie eine empirische Untersuchung, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse und statistischer Auswertung (MAXQDA/SPSS) durchgeführt wurde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie digitaler Reifegrad, KMU, Innovationsperformance, digitaler Grenznutzen und Transformationsmanagement charakterisiert.
Welche Rolle spielen Reifegradmodelle für KMU in der Analyse?
Die Untersuchung zeigt, dass Reifegradmodelle als Diagnoseinstrumente zur Standortbestimmung dienen können, in KMU jedoch aktuell noch eher selten systematisch oder strukturiert zur Ableitung konkreter Maßnahmen genutzt werden.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich des "digitalen Grenznutzens"?
Das Konzept des digitalen Grenznutzens oder eines "digitalen Gleichgewichts" wird als interessanter Ansatz für KMU bewertet, um eine wirtschaftlich sinnvolle ("So viel wie nötig, so wenig wie möglich") Investitionspolitik in der Digitalisierung zu steuern.
- Quote paper
- Florian Schmitt (Author), 2021, Die Innovationsleistung im Verhältnis zum digitalen Reifegrad bei KMU. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002112