Stellungnahme Wachstums- und Beschäftigungspolitik

Wirtschaft, Keynesianismus


Facharbeit (Schule), 2021

4 Seiten, Note: 0,9


Leseprobe

Stellungnahme Wachstums- und Beschäftigungspolitik

Datum: 29.01.2021

Kurs: Gemeinschaftskunde/Recht/Wirtschaft Grundkurs 12

Die Corona Krise lässt sich als wirtschaftlich einschneidenstes Erlebnis seit der weltweiten Bankenkrise 2008 durch die Auslagerung von Kreditrisiken seitens der Banken in Form von Schaffung neuer, handelbarer Wertpapiere, beruhend auf den Hypothekenkrediten, bezeichnen für Deutschland.1

Unter Anbetracht dessen verlangt der Markt nach einer Regelung, um eine völlige konjunkturelle Depression zu verhindern, wobei ich hierbei das Prinzip der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik nach Keynes als das sinnvollste erachte, um entsprechendem wirtschaftlichem Verfall entgegenzuwirken.

Keynes Theorie besagt hierbei, dass die Selbstregulierung des Marktes nicht automatisch für Vollbeschäftigung sorgt.

Auf Grund dessen sieht er die Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und den Ausgleich konjunktureller Schwankungen als Aufgaben des Staates an. Der Staat soll also die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimulieren. Indem sich der Staat antizyklisch verhält, werden die natürlichen Konjunkturschwankungen im Bereich des Angebots und der Nachfrage ausgeglichen.

Kommt es zu einer fehlenden privaten Nachfrage, und der Konjunktur droht ein einreisender Abschwung, dann sieht Keynes den Staat in der Aufgabe diese fehlende private Nachfrage durch staatliche Nachfrage zu ersetzen und damit sowohl die Konjunktur zu beleben als auch Arbeitsplätze zu schaffen.2 Diese Form der Wirtschaftspolitik befinde ich insofern als die sinnvollere, da bedacht wird, dass die Geldnachfrage inhärent instabil ist und im Zuge dessen die Geldmenge nicht steuerbar.

Zudem ist eine Nachfragesteuerung durch Fiskalpolitik nicht nur sinnvoll, sondern gleichwohl ebenso möglich, was konträr zur monetaristischen Wirtschaftspolitik steht, welche nicht nur den Staat im Zentrum als Konjunkturverursacher sieht, sondern den Zentralbanken auch die Hauptrolle zuträgt.

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Zentralbanken überhaupt nicht in der Lage sind die reale Geldmenge zu steuern, da die Geldmenge nicht einzig vom Handeln der Notenbanken abhängt, sondern ebenso auch von Geschäftsbanken und der Öffentlichkeit.

Zusätzlich schafft der Monetarismus ein erhöhtes Inflationsrisiko, da unter Anbetracht der Zunahme der Geldmenge nicht differenziert wird, wofür Kredite verwendet werden. Fließt das durch Kredite erhaltene Geld nun also in Konsum statt in Investitionen, so steigt die Inflationsgefahr, da Konsumausgaben zwar indirekt zur Produktionszunahme beitragen, Unternehmensinvestitionen jedoch eine direkte Zunahme von Produktion und Einkommen bewirken.3

Die Corona Krise bietet hierbei ein präsentes Beispiel, um die Wirksamkeit des Keynesianismus zu belegen.

Die deutsche Regierung, sowie weitere europäische Regierungen setzen ebenfalls auf das wirtschaftspolitische Prinzip des Keynesianismus in dieser Krise, indem sie Steuersenkungen vorgenommen haben, es zur Schaffung von europäischen Sozialfonds kam und weiteren Gemeinschaftsinitiativen.4 Die Steuersenkungen kommen hierbei nicht nur der Bevölkerung zugute, durch eine Senkung der Mehrwertsteuer von 19% auf 16% sowie der Senkung des Satzes für Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs von 7% auf 5%, sollen diese den Endverbraucher zum Konsumieren anregen, sodass auch die Firmen wieder mehr Umsatz zu verzeichnen haben.5

Bei der Bekämpfung der Finanzkrise 2008/2009 zeigten diese Maßnahmen in Großbritannien hohen Erfolg, denn während der vorrübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer durch die Regierung stieg der reale Inlandskonsum damals um 1 Prozent an.

Diese Senkung bedeutet für den deutschen Staat zwar im Moment mindestens 20 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen, sorgt jedoch gleichzeitig für den Fortbestand vieler Firmen und Geschäfte.

Der deutsche Staat nimmt momentan die nötige und von Keynes geforderte Rolle eines Stabilisators der Wirtschaft ein.

Neben Steuersenkungen hat der Staat Förderinstrumente geschaffen für Startups, Große Unternehmen, kleine und mittlere Unternehmen, SoloSelbstständige und Freiberufler sowie direkt und indirekt Betroffene.

Diese enrhalten neben Wirtschaftsstabilisierungsfonds und KfW- Schnellkrediten ebenso weitere steuerliche Maßnahmen sowie Überbrückungshilfen und einen vereinfachten Zugang zur Grundsicherung.6 Diese Maßnahmen bedeuten zwar eine steigende Staatsverschuldung und schaffen nur einen kurzfristigen Ausgleich der marktwirtschaftlichen Gleichgewichtsstörungen, jedoch gilt hierbei zu bedenken, dass es sich auch bei der Corona Krise nur um ein vorrübergehendes Ereignis handelt, welches schnell und effektiv bekämpft werden muss.

Dies schließt sinnvolle, langfristige Maßnahmen keineswegs aus, jedoch ist im Moment bzw. war zu Beginn der Corona Krise ein schnellwirksames Konzept nötig, dass sich in der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik findet. Unter Anbetracht dessen, ist die Wirksamkeit nachzuweisen am konjunkturellen Aufschwung im dritten und vierten Quartal 2020, in welchem viele Firmen zwar nicht ihre gewünschte Steigerung der Einnahmen von mindestens 2% im Gesamtjahresumsatz erreichen konnten, jedoch nur wenig bis keinen Verlust in ihren Jahreszahlen zu verzeichnen hatten, auf Grund der konjunkturpolitischen Maßnahmen der Regierung.

Einige Firmen hingegen profitierten sogar ausschlaggebend von den konjunkturpolitischen Maßnahmen, so hatten die Bayrischen Motorenwerke eine Steigerung im Free Cash Flow von rund 2,8 Milliarden Euro zu verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr mit 1,5 Milliarden Euro.7 Auch Daimler mit Mercedes Benz verzeichnete eine Steigerung im Free Cash Flow von 2,8 Milliarden Euro auf 5,1 Milliarden Euro.8

[...]


1 Die Chronik der Krisen: Von 2006 - 2014, https://www.wirtschaftundschule.de/unterrichtsmaterialien/globalisierung-und-europa/hintergrundtext/die- chronik-der-krisen-von-2006-bis-2014/, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

2 John Maynard Keynes: SeineAnalysen undTheorien, https://www.gevestor.de/details/john-maynard-keynes- 630854.html, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

3 Nachteile und theoretische Mängel des Monetarismus, https://www.gevestor.de/details/monetarismus- nachteile-und-theoretische-maengel-605691.html, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

4 Corona-Virus infizierte Volkswirtschaften: wirtschaftspolitische Folgen einer unvorhersehbaren Pandemie, https://www.kas.de/documents/252038/7995358/Corona- Virus+infiziert+Volkswirtschaften.+Wirtschaftspolitische+Folgen+einer+unvorhersehbaren+Pandemie.pdf/f790 4cdl-6250-6fb4-e62a-48e054feb8bl?version=1.0&t=1586159999331, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

5 Was bringt die Mehrwertsteuersenkung?, https://www.tagesschau.de/inland/mehrwertsteuer-bab-101.html, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

6 Coronahilfen: Förderinstrumente auf einen Blick, https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/C- D/coronahilfen-foerderinstrumente-infografik.pdf? blob=publicationFile&v=30, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

7 Bayrische Motorenwerke Aktiengesellschaft, https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/bayerische-motoren- werke-aktiengesellschaft-vorläufiger-171339746.html, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

8 Ergebnisse 3. Quartal 2020, https://www.daimler.com/investoren/berichte- news/zwischenberichte/2020/q3/, {zuletzt eingesehen: 28.01.2021}

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Stellungnahme Wachstums- und Beschäftigungspolitik
Untertitel
Wirtschaft, Keynesianismus
Note
0,9
Autor
Jahr
2021
Seiten
4
Katalognummer
V1002182
ISBN (eBook)
9783346384287
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stellungnahme, wachstums-, beschäftigungspolitik, wirtschaft, keynesianismus
Arbeit zitieren
K. C. V. (Autor), 2021, Stellungnahme Wachstums- und Beschäftigungspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002182

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