Die jüdische Emigration nach Palästina 1933 - 1945 - Handout


Ausarbeitung, 1994
3 Seiten, Note: 2,0

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1. Einleitung

Palästina nahm, auch und besonders im Kontext der Emigration aus dem nationalsozialistischem Deutschland, eine Sonderstellung unter den Aufnahmeländern ein. Eine nur eingeschränkte Bedeutung fällt hierbei Begriffen wie „Exil” oder „Asyl” zu, da sie den Wunsch, bzw. die Verpflichtung zur Rückkehr beinhalten. Die Mehrheit der jüdischen Migranten betrachtete die Wanderung nicht als Abwendung von der Heimat, sondern vielmehr als Heimkehr zu ihr. Palästina wurde spätestens seit der Geburtsstunde des Zionismus am Ende des 19. Jahrhunderts als jüdische Heimat propagiert und die Errichtung einer „öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte”1 war das vornehmliche Ziel der zionistischen Vereinigungen.

2. Die Vorgeschichte Palästinas

2.1. Das britische Mandat für Palästina

Der 1897 konstituierte Zionistische Weltkongress überzeugte während des 1. Weltkrieges die britische Regierung, daß eine jüdische Ansiedlung in Palästina ein für das Vereinigte Königreich nützliches Instrument zur Beherrschung und Kontrolle des Mittleren Ostens wäre. Dieses Vorhaben wurde 1917 in der Balfour-Deklaration manifestiert, welche die Schaffung einer nationalen jüdischen Heimat zum Ziel setzte. Das Mandat, welches der Völkerbund 1922 Großbritannien zusprach, enthielt neben der Erteilung der faktischen Regierungsmacht auch die Auflage, die Balfour-Deklaration politische Realität werden zu lassen. Verhandlungspartner Großbritanniens wurde die Jewish Agency, welche neben dem Aufbau jüdischer Infrastruktur auch die gemeinsame Festlegung der Einwanderungsbestimmungen mit der Kolonialverwaltung zur Aufgabe hatte.

2.2. Einwanderungsbestimmungen der 5. Alija

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten2 3

Außer der Kategorie A1 unterlagen alle Klassifikationen einer Quotierung, welche die Mandatsregierung nach der wirtschaftlichen Aufnahmekraft des Landes zweimal jährlich festlegte. Die Geldbeträge bezeichnen das Handgeld, welches die benannten Gruppen vorzulegen hatten. Ab 1933 gab die Mandatsregierung bereitwillig Besuchervisa aus, die nach (illegalem) dreimonatigem Aufenthalt in Palästina schließlich zur behördlichen Duldung führten.

3. Von der „Machtergreifung” bis zum 2. Weltkrieg

3.1. Die Organisation der Migration in Deutschland und Palästina

Die seit längerem in Deutschland bestehenden Palästina-Ämter erfuhren nach dem 31.01.1933 eine rasche Ausweitung. Bei ihnen mußten die unter 2.2. beschriebenen Zertifikate beantragt werden. Der Nachfrage konnte schon bald nicht mehr nachgekommen werden, so daß 1935 60% aller Anträge abgelehnt werden mußten4. Eine Reihe weiterer Organisationen war bemüht den mitteleuropäischen Juden die Integration in die ungewohnte orientalische Umgebung zu erleichtern. Exemplarisch sei hier der „Hechaluz” genannt, der die Emigranten auf den Gebieten der Landwirtschaft, des Handwerks, der Hauswirtschaft und des Hebräischen unterrichtete.

3.2. Der Arabische Aufstand (1936-1939)

Der arabische Bevölkerungsanteil in Palästina betrug im Jahre 1936 nur noch 70% (1922: 90%), ihr Anteil an der Gesamtkaufkraft des Landes 25%5. Die Überfremdungsängste der Araber führten 1936 zum Ausbruch von blutigen Unruhen in Palästina, zusätzlich stellten die Araber die Steuerzahlungen ein. Durch Einberufung der Peel-Kommission konnte eine Unterbrechung der offenen Rebellion gegen Großbritannien erreicht werden. Das Beratungsergebnis, eine Dreiteilung des Landes (jüdisch / arabisch / britisch), wurde allerdings von Juden wie Arabern gleichermaßen abgelehnt und der Arabische Aufstand ging in seine zweite, erfolgreichere Phase.

3.3. Die britische Weißbuchpolitik

Um die arabische Welt vor der befürchteten Auseinandersetzung mit Deutschland nicht für die britische Seite zu verlieren, wurde die jüdische Einwanderung durch das Weißbuch für Palästina stark eingeschränkt. Für die Jahre 1939-1944 wurde eine absolute Zahl von 75.000 Einwanderern festgesetzt, von denen 25.000 Plätze für Emigranten aus dem NS-Machtbereich vorgesehen waren. Für das Jahr 1944 wurde ein arabisches Vetorecht bezüglich weiterer Einwanderungen festgeschrieben.

3.4. Die Lage nach dem 01.September 1939

Auch nach Kriegsausbruch wurde die Weißbuchpolitik fortgesetzt, die reduzierten Einwanderungskontingente und der sich stetig vergrößernde Einflußbereichs Hitlers zwangen viele zur illegalen Einreise. Die britische Navy brachte eine große Anzahl der kaum seetüchtigen Flüchtlingsschiffe auf, ihre Insassen wurden auf andere britische Kolonien gebracht von denen sie nach Kriegsende die Rückreise in ihr Heimatland antreten sollten.

Daten entnommen aus: Pflug,Günther, a.a.O.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Mejcher,Helmut (Hrsg.), Die Palästina-Frage 1917-1948. Historische Ursprünge und internationale Dimensionen eines Nationenkonflikts, 2. Auflage, Paderborn,München,Wien,Zürich, 1993, S.41

2 „Alija” (hebräisch: Aufstieg) bezeichnet die Einwanderungsperioden. 5.Alija= 1932-1945

3 Pflug,Günther (Hrsg.), Die jüdische Emigration aus Deutschland 1933-1941. Die Geschichte einer Austreibung, Frankfurt am Main, 1985, S.143

4 Ebd., S.148

5 Bethell,Nicholas, Das Palästina-Dreieck. Juden und Araber im Kampf um das britische Mandat,Frankfurt am Main,Berlin,Wien, 1979, S.24

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Details

Titel
Die jüdische Emigration nach Palästina 1933 - 1945 - Handout
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Veranstaltung
Die Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland
Note
2,0
Autor
Jahr
1994
Seiten
3
Katalognummer
V100220
Dateigröße
331 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Proseminar
Schlagworte
Emigration, Palästina, Handout, Deutschland
Arbeit zitieren
Maik Güneri (Autor), 1994, Die jüdische Emigration nach Palästina 1933 - 1945 - Handout, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100220

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