Menschliches Wissen und Evolution


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999
17 Seiten, Note: gut

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Inhalt

0. Einleitung
0.1 Wissen und Evolution : Zum Vorverständnis der Begrifflichkeiten
0.2 Referenzbegriffe und -themen in diesem Kontext

1. Der Mensch auf dem Weg zum Wissen : Biologische, soziale, kulturelle Evolution

2. „Die Bedingungen von Erkenntnis sind geworden“ : Die Thesen der Evolutionären Erkenntnistheorie (EE)
2.1 Zur Kritik an der Evolutionären Erkenntnistheorie

3. Exkurs : Die Frage nach dem Woher und dem Wohin der Evolution. Metaphysischer Diskurs

4. Literatur

0. Einleitung

0.1 Wissen und Evolution : Zum Vorverständnis der Begrifflichkeiten

Wissen steht philosophisch betrachtet für einen Modus des Für-wahr-Haltens und ist in dieser Hinsicht verbunden mit den Abstufungen bzw. Differenzierungen von Wissen, nämlich dem Glauben und Meinen. Diese Unterschiede sind jedoch nicht weiter bedeutsam für den Kontext dieser Hausarbeit, entscheidend ist in diesem Zusammenhang vielmehr, daß Wissen der Inbegriff der Erkenntnis ist. In einen Zusammenhang organisierte Erkenntnisse werden Wissen genannt - ist dieses intersubjektiv überprüfbar und begründbar, so spricht man von wissenschaftlichem Wissen, ansonsten kann man in grober Vereinfachung von intuitivem Wissen sprechen. Wissen - in welcher Ausprägung es auch immer auftritt - ist untrennbar mit einer Erkenntnisleistung und einer ihr überhaupt vorangehenden Erkenntnis f ä higkeit verbunden. In der Untersuchung dieser Voraussetzungen kann eine Erkenntnis- theorie erst wesentliche Aussagen zu menschlichem Wissen und zur Legitimation von Erkenntnis machen. Hier setzt die Evolutionäre Erkenntnistheorie (EE) an, indem sie zuvorderst die evolutionären Bedingungen von Wissen und Erkenntnis untersucht.

Der Begriff Evolution an sich steht zunächst in verschiedenen Zusammenhängen und dient der Bezeichnung kontinuierlicher Entwicklungsprozesse, deren ent- scheidendes Merkmal die Kontinuit ä t ist. In den exakten Wissenschaften war der Evolutionsbegriff lange auf die Biologie beschränkt, heute spricht jedoch auch in nicht-biologischen Disziplinen von Evolution, etwa in der Kosmologie, der Chemie oder den Kulturwissenschaften. „Evolution“ gehört somit derzeit zum grundlegenden Interpretationshorizont unseres (wissenschaftlichen) Weltverständnisses und übernimmt die Rolle des führenden bzw. orientierenden Paradigmas. Die EE fragt nach der Anpassung insbesondere des Gehirns und seiner Erkenntisstrukturen an die Struktur der Wirklichkeit im Prozeß der biologischen Evolution.

Wenn man nun die Begriffe Wissen und Evolution nebeneinander betrachtet, ergeben sich folgende Fragen : Wie ist menschliches Wissen entstanden ? Diese Frage führt zum einen zu der Frage nach der Entstehungsgeschichte, d.h. nach der jeweiligen Ausprägung des Wissens bzw. der Erkenntnis m ö glichkeiten zu einem evolutionsgeschichtlichen Zeitpunkt und zum anderen zu der Frage, welche Vorbedingungen gegeben sein mußten, damit menschliches Wissen (wiederum in seiner jeweiligen Ausprägung) überhaupt entstehen konnte. Desweiteren stellt sich die Frage : Gibt es einen Prozeß wechselseitiger Abhängigkeit von Wissen und evolutionären Entwicklungen im ganzen und wie sieht dieser aus, d.h. welche könnten seine Determinanten sein? Schließlich ist es unvermeidlich, daß man innerhalb dieser Überlegungen auf metaphysische Spekulationen stößt, die im Rahmen dieser Hausarbeit nicht ausgespart werden sollen und in einem abschließenden Exkurs diskutiert werden.

0.2 Referenzbegriffe und -themen in diesem Kontext

Wissen und Evolution sind große Themen, in deren Bannkreis sich eine endlose Zahl an weiteren Referenzbegriffen befindet. Die für die Absicht dieser Arbeit relevanten sollen im folgenden kurz dargestellt und wie in 0.1 in ihrem Vorverständnis erläutert werden.

Erkenntnis findet nach traditioneller Auffassung dort statt, wo Subjekt und Objekt zur Übereinstimmung gelangen, es ist somit eine Art, wie sich Denken auf Gegenstände beziehen kann. Erfordert die Begründung einer Erkenntnis die Berufung auf Erfahrung, so heißt die Erkenntnis empirisch oder aposteriorisch, andernfalls wird sie apriorisch genannt. Schließlich ist noch die religi ö se/mystische Erkenntnis zu nennen, die das erkennende Erleben göttlicher (numinöser) Wirklichkeit meint.

Bewu ß tsein wird in seiner Grundbedeutung verstanden als „Vorstellen von Gegenständen“. Man kann nun Bewußtsein fassen als Vorstellungsverm ö gen oder mehr gegenstandsbezogen im Sinne von Intentionalität, also Bewußtsein von etwas (Wissen) oder schließlich auf einer Metastufe unter dem Aspekt der Reflexivität als Selbstbewußtsein oder Wissen des Wissens.

Denken ist ein weitgefächerter und in vielen Nuancen ausgeprägter Begriff. In psychologischer Hinsicht ist Denken der Prozeß der Informationsverarbeitung, der Umstrukturierung von Erfahrungsinhalten, die vor allem planvolles Handeln ermöglichen. Man unterscheidet unterschiedliche kognitive Niveaus, angefangen vom sensumotorischen-vorsprachlichen „Denken“ bis hin zum formal-operativen, zur symbolischen Repräsentation fähigen Denken (das sprachlich vermittelt ist). In philosophischer Hinsicht wird das Augenmerk eher auf die systematischen Grundprinzipien des Denkens, den logischen Strukturen und der Leistungsfähigkeit gerichtet. Hier begegnet man Begriffen wie Geist, Intellekt, Logos, Nous, Ratio, Verstand etc. die jeweils unterschiedliche Aspekte ansprechen.

1. Der Mensch auf dem Weg zum Wissen : Biologische, soziale, kulturelle Evolution

In diesem Kapitel soll in grober Skizzierung der evolutionäre Weg des Menschen bis heute dargestellt werden mit Fokus auf die markanten evolutiven „Sprünge“, die für das Themenkomplex Wissen/Erkenntnis/Evolution relevant sind. Der evolutionäre Weg des Menschen ist natürlich zudem eingebettet in den größeren Kontext der allgemeinen Evolution der Organismen bzw. der Formen von „Leben“ überhaupt, der Erdgeschichte und letztlich der Kosmogenese. Diesem Sachverhalt sollen einige spekulative Überlegungen im dritten Kapitel Rechnung tragen. So soll an dieser Stelle von den zwei wesentlichen Übergängen der Evolution, nämlich von unbelebt zu belebt und von belebt zu denkend letzterer im Vordergrund stehen, da jener die „Sonderstellung“ des Menschen ausmacht.

In der Untersuchung der menschlichen Stammesgeschichte sind noch zahlreiche Einzelheiten unklar. Unabhängig hiervon geht man von einer gemeinsamen Stammform von Altweltaffen, Menschenaffen und Menschen aus. Als „Ur-Stamm“ wird der propliopithecus haeckli aus dem Oligocän (Alter ca. 30-35 Mio. Jahre) an- gesehen. Die Vertreter aus dem Miocän (Alter ca. 6-25 Mio. Jahre) waren Allesfresser und relativ unspezialiserte Baumbewohner. Aus dieser Gruppe wenig spezialisierter miozänischer Menschenaffen entwickelten sich durch ökologische Einnischung in den tropischen Wald die heutigen Menschenaffen und durch Übergang zum Leben in der Savanne entstand die Evolutionslinie zum Menschen. Im Pliozän (Alter ca. 3-6 Mio. Jahre) wird das Tier-Mensch-Übergangsfeld erreicht. In dieser Phase vollzieht sich die letzte Stufe der Entstehung des Menschen (Hominisation), in der es keine scharf zu ziehende Grenze zwischen „noch Tier“ und „noch Mensch“ gibt. Markante Merkmale dieser beginnenden humanen Phase sind der aufrechte Gang sowie der Gebrauch und später auch die Herstellung von Geräten und Werkzeugen. Die älteste Vormenschform ist Australopithecus afarensis aus dem oberen Pliocän Ostafrikas. Spätestens ab Ende des Pliocäns vor etwa zwei Millionen Jahren haben in Ostafrika Vertreter der Gattung Homo und Australopithecus nebeneinander gelebt. Seit dem Aussterben der letzten Australopithecinen vor etwa 700 000 Jahren hat offenbar immer nur eine Art Mensch auf der Erde gelebt. Die Evolution in der Gattung Homo vollzog sich durch Artumbildung ohne Artaufspaltung, aus der noch unbenannten Homo-Art ging Homo erectus, aus diesem Homo sapiens hervor. In Ostasien entwickelte sich Homo erectus nur beschränkt weiter, während sich in Europa, Vorderasien und Afrika vermutlich der Übergang zu den Präsapiens-Formen vollzog, der durch eine Verfeinerung von Schädel und Skelett gekennzeichnet ist (Grazilisation). Unter Fortsetzung der Grazilisation entwickelte sich im klimatisch günstigen Afrika der Homo sapiens sapiens (Alter ca. 120 000 Jahre), der eine aktive Umgestaltung der Umwelt, Ackerbau, Viehzucht und „Kunstwerke“ (Höhlenzeichnungen, Elfen- beinfiguren) schuf. Soweit der grobe Abriß zur Stammesgeschichte (vgl. hierzu Kull, 1979).

Biologisch gehört der Mensch zu den Säugern, er wird mit den Affen und Halbaffen in der Ordnung der Primaten vereinigt. Aufgrund der (zoologisch gesehen) engen Verwandtschaft von Mensch und Menschenaffen finden sich viele anatomische und physiologische Gemeinsamkeiten. Die Gliedmaßen von Mensch und Menschenaffen sind an die ursprünglich baumbewohnende Lebensweise angepaßt. Durch den Übergang zum Bodenleben beteiligt sich die Hand zunehmend an der Erkundung der Umwelt, sie wird zum Explorations- und Manipulationsorgan. So kommt es vor allem beim Menschen zu ausgeprägten Unterschieden in der Funktion von Vorder- und Hinterextremitäten. Gesicht und Gehör sind die am besten ausgebildeten Sinne, der Geruchssinn weniger. Dementsprechend sind die Auge und Ohr zugeordneten Gehirnfelder besonders umfangreich. Die Stirnregion des Schädels ist bei den Hominoidea erweitert und bildet eine Kapsel für das stärker hervortretende Vorderhirn, in dem die Integrations- und Assoziationsreale der Hirnrinde vergrößert sind. Die Fähigkeit, Angeborenes durch Erlerntes zu modifizieren, ist beim Menschen ganz besonders hoch entwickelt. Hierdurch ergibt sich eine Vielzahl von Verhaltensmöglichkeiten (Fähigkeit zur Kultur), aber auch eine Unsicherheit bei der Entscheidung, welches Verhalten einzuschlagen ist. Aufgrund seiner Gehirnentwicklung bekam der Mensch die Fähigkeit, sein Handeln auf Einsicht aufzubauen und über seine Umwelt und sich nachzudenken. Durch sein Vermögen, sich zu erinnern, sich die Zukunft vorzustellen, zu planen und sich mitzuteilen, kann der Mensch sein Schicksal in weit stärkerem Maße selbst steuern als irgendeine andere Art. In den letzten 40 000 Jahren gab es kaum eine erkennbare Veränderung der anatomischen Eigenschaften oder der Leistungsfähigkeit des Gehirns beim Menschen, trotzdem hat er seine Lebensweise viel dramatischer geändert, als es einer Tierart bei ausschließlicher biologischer Evolution möglich ist. In diesem Zusammenhang ist Augenmerk auf das Potential des menschlichen Geistes, seiner Kulturfähigkeit- und entwicklung, sowie seine sozialen Differenzierungsfähigkeiten zu legen, um ein Gesamtbild der Evolution des Menschen zu bekommen.

Zuvor sei jedoch verwiesen auf die Bedeutung der Evolution des Gehirns und des Bewußtseins als Vorbedingung eines wie auch immer gearteten Wissens, das der Mensch hatte und haben wird. Die Höherentwicklung des Gehirns führte zu einer zunehmenden Verbesserung und Vervollkommnung in der Verarbeitung der Informationen, die durch die Sinnesorgane aus der Umwelt aufgenommen werden. Das Bewußtsein als emergente Eigenschaft des Zentralnervensystems ist beim Menschenaffen angedeutet, jedoch erst beim Menschen voll ausgebildet. Bewußtsein ist die Widerspiegelung der sogennanten objektiven Welt im Zentralnervensystem, nur beim Menschen wird das Bewußtsein zum reflektierenden Bewußtsein, d.h. der Mensch weiß, daß er etwas weiß und er weiß auch um seinen eigenen Tod. Somit ist jeder entscheidende Vorteil der Evolution auch mit einem Nachteil verbunden : die Vielzelligkeit mit dem Tod, das Nervensystem mit dem Schmerz, das Bewußtsein mit der Angst. Die Entstehung des Bewußtseins war sicherlich verknüpft mit zahlreichen Fehlentwicklungen, die durch Selektion wieder verschwanden. Nur eine einigermaßen zutreffende Abbildung der Welt im ZNS hatte genügend Selektionsvorteile, um dem Menschen zum Überleben zu verhelfen, wenngleich beim Menschen der Bewußtseins- und Denkapparat natürlich nicht optimal ausgebildet ist. Die Evolution des Gehirns ist gekennzeichnet durch seine immer komplizierter werdende Struktur und den zunehmend komplexer werdenden Fähigkeiten, die sie ermöglicht. Aus einfachen Reflexen (bestimmter Reiz führt stets zur gleichen Reizantwort) ensteht eine Hierarchisierung der Reflexe, wobei man die übergeordneten Dauerbefehle als Triebe bezeichnet (Kull, 1991, S.76). Das komplexer werdende Gehirn ist in der Lage, Umweltsituationen als Erfahrungen zu speichern und daran das Verhalten des Organismus zu orientieren, es entsteht die Fähigkeit, zu lernen. Der durch Gedächtnis und Lernen beeinflußbare Anteil des Gehirns wird mit der Höherentwicklung immer größer. Die Leistungen des Gehirns beruhen vor allem auf der praktisch unendlich großen Zahl von Assoziations- bzw. Schaltmöglichkeiten der Neuronen untereinander (ca. 10 hoch 30). Die materielle Kapazität des Gehirns wird durch den Menschen für seine Intelligenzleistungen erst zum Teil genutzt. Es gibt also noch genügend Reserven für eine weitere Evolution der Psyche; das Gehirn ist an eine zukünftige kulturelle Weiterevolution präadaptiert (S. 84).

Die „erste“ Aufgabe des Gehirns ist es, aus der riesigen Zahl von Sinneseindrücken auszuwählen, wobei ein großer Teil der Eindrücke erst gar nicht ins Bewußtsein gelangt. Zudem ist das Bewußte nur ein kleiner Teil der menschlichen Gehirntätigkeit. Die Erinnerung ist eine spezifische Aktivierung bestimmter, früher gebildeter Schaltmuster, sie (bzw. Gedächtnis) ist eine notwendige Voraussetzung für die Ausbildung von Bewußtsein. Grundlage aller Bewußtseinsprozesse sind Empfindungen und Vorstellungen, sie reichen von einfacher (z.B. Hunger) bis zu sehr komplexer Strukturiertheit (z.B Liebe, Neid etc.). Empfindungen bleiben nie isoliert, stets knüpfen Vorstellungen daran an und gehen dadurch erst in den Bewußtseinszusammenhang ein. Die Ausbildung der Ich-Vorstellung als Träger des Bewußtseins beginnt mit Empfindungskomplexen, die stark gefühlsbetont sind. Später kommen Erinnerungsbilder hinzu. Durch bewußte Erfahrungen, Neigungen, Grundsätze des Handelns entsteht eine reflektierte, sekundäre Ich-Vorstellung : die von der eigenen Pers ö nlichkeit. Dieses Ich kann sich nun auch vorstellen, andere Erfahrungen gemacht zu haben, andere Erinnerungen oder Gefühle zu haben.

Angeborene Motivationen (Triebe) und Emotionen sind im Zwischenhirn und dem limbischen System des Großhirns zu lokalisieren. Diese Bereiche haben eine sehr lange Evolutionsgeschichte und sind im Verlauf der Evolution sehr gut angepaßt worden. Mit der Ausbildung der Großhirnrinde und des Bewußtseins entstehen Spannungen, wenn Vorgänge der Rinde (z.B. vernünftiges Denken) durch Vorgänge im Althirn beeinflußt werden. Der Gegensatz von Althirn und Großhirnrinde (Neuhirn) ist durch den Evolutionsvorgang gegeben und unaufhebbar. Dieser Gegensatz ermöglicht es dem Menschen jedoch auch, Triebe zu sublimieren, d.h. die Kraft des Triebes in durch das Neuhirn gesteuerte Handlungen umzusetzen; dies ist eine wichtige Grundlage der menschlichen Kultur. Neben dem vom einzelnen Menschen erlebten Bild der Welt, das durch Bewußtsein und Unterbewußtsein bestimmt ist, vermag der Mensch durch Denken ein Abbild der Welt herzustellen. Das Denken wird im allgemeinen als höchste Leistung des Bewußtseins angesehen (von dem das Denken nur ein Teilbereich ist). Denken steht in enger Beziehung zur Sprache, die als wichtiges Kulturelement des Menschen gilt. Das Denken besteht offenbar aus gesetzmäßigen Vorgängen und aus Zufallsprozessen in den Erregungsmustern des Gehirns. Die Fähigkeit zum Probehandeln in der Vorstellung hat hohen Selektionswert. In den Denkstrukturen gibt es auch unbewußte Anteile, die der Mensch durch Lernen oder Prägungen zumeist im frühen Leben erwirbt, diese sind Grundlage von Überzeugungen, Gesinnungen, Einstellungen. Das Lernen des Individuums ist eine Evolution des Denkens in der Ontogenese. Die allgemeinen Regeln dafür entsprechen denen der organismischen Evolution in der Phylogenese.

Die Evolution des Gehirns und des Bewußtseins waren Voraussetzung für die Fortführung der Evolution auf einer qualitativ neuen Ebene : der kulturellen Evolution. Nach GEHLEN ist der Mensch von Natur aus ein Kulturwesen. Biologisch gesehen ist die Ausbildung der jeweiligen kulturellen Phänotypen eine modifikatorische Entwicklung innerhalb der genetisch festgelegten Reaktionsbreite für Kulturfähigkeit (Kull, 1991, S. 102). Man muß hier jedoch genau unterscheiden, daß die jeweiligen Kulturen nicht genetisch determiniert sind, sondern ihre konkreten Ausbildungen beruhen vielmehr auf der Wirksamkeit ihrer Leitideen, die durch Traditionen weitergegeben werden. Es gibt mithin drei typische Merkmale von Kulturen : 1. Sie besitzen Soziofakte, d.h. offene (erlernte, nicht angeborene) Verhaltensweisen. 2. Sie besitzen Artefakte, d.h. die materiellen Ergebnisse offener Verhaltensweisen (Werkzeuge, Geräte etc.). 3. Sie besitzen Mentifakte, d.h. sie besitzen Annahmen, Ideen, Werte, Bestrebungen. Sozio- und Artefakte kommen auch in gewisser Ausprägung im Tierreich vor, Mentifakte hingegen sind ausschließlich beim Menschen zu finden. Beim Menschen ist die Herstellung von Werkzeugen im Hinblick auf einen zuk ü nftigen Zweck ein typisches Merkmal. Mit der Werkzeugherstellung wird die kulturelle Evolution eingeleitet. Der Mensch mußte sich hierdurch nicht jeweils speziell anpassen, sein Organismus konnte unspezialisiert bleiben und er konnte als „offener Ökotyp“ agieren, was ihm erhebliche Selektionsvorteile einbrachte. Die derzeitige Evolution unserer „Organe nach Bedarf“ äußert sich in der explosiven Entfaltung und Fortentwicklung der Technik. Der Mensch ist heute in hohem Maße evolutionsaktiv, er greift durch sein Tun in die biologische Evolution ein. Der Mensch spaltet sich in verschiedene „Kulturarten“ auf, während er biologisch eine Art bleibt.

Die dem Menschen eigenen Mentifakte setzen ein bewußtes begriffliches Denken und damit Abstraktionsvermögen voraus. Ein Begriff ist eine Abstraktion der Wahrnehmung, also ein Zeichen. Die Herstellung von Zeichen (Symbolen) ist eine wichtige Leistung des menschlichen Geistes. Alle menschliche Kommunikation beruht auf Zeichen, d.h. alle Sprachen sind als Zeichensysteme zu denken. Der Mensch ist zu einer hochentwickelten Gestaltwahrnehmung befähigt (der Begriff Baum z.B. ist Zeichen für sämtliche Bäume, die denkmöglich sind). Die Sprache dient außer zur Kommunikation noch zur Weitergabe fast aller Elemente einer Kultur. Sprachfähigkeit ist dem Menschen angeboren, Sprache selbst ist aber ein Prozeß, kein fester Gegenstand. Die geistige Verarbeitung der Umwelt erfolgt in jeder Sprache auf etwas unterschiedliche Weise, das logische „Netz“ der Sprache, mitdessen Hilfe die Umwelt „eingefangen“ wird, ist die Syntax. Je nach Art der Syntax ist die Weltbetrachtung verschieden.

Im Zusammenhang mit der kulturellen Evolution ist die Evolution von Sozialstrukturen äußerst bedeutsam. Die Frühmenschen mußten sich wahrscheinlich durch Gruppenbildung an die Bedingungen in einer offenen, vielleicht savannenartigen Landschaft bei oft knapper Nahrung und zerstreuten Nahrungsquellen anpassen. Im Zusammenhang mit der Herausbildung des kooperativen Jagens enstanden im Verlauf der menschlichen Evolution Sippen (Familiengruppen), in denen es zur ausgeprägten Arbeitsteilung zwischen Männern (Jagd, Werkzeugherstellung) und Frauen (Kinderaufzucht, Sammeln von Nahrung) kam. Ein wichtiges Element für die Herausbildung der typisch menschlichen Familie ist die Verstärkung des gruppendienlichen Verhaltens (Altruismus). Die Selektion gruppendienlichen Verhaltens führt zwangsläufig zu einer ausgeprägten Unterscheidung zwischen Gruppenmitgliedern und Gruppenfremden, es kommt zu gruppendiskriminierendem Verhalten und Gruppen-Territorialität. Jede Gruppe (Kultur) besitzt gewisse sozialethische Regeln und Kodexe, welche zudem oftmals institutionalisiert sind.

Im Verlaufe der Evolution ermöglichte die verlängerte Jugendphase des Menschen und seine lebenslange Lernfähigkeit die Weitergabe erworbener Eigenschaften, man kann sie als kulturelle Vererbung bezeichnen. Mit der Anhäufung von Wissen und Traditionen reichte schließlich das Gedächtnis einzelner Individuen nicht mehr aus. Die Erfindung der Schrift erlaubte eine beliebig große Speicherung von Informationen außerhalb des Gehirns. Wissen und Traditionen lösen sich vom Einzelindividuum und werden überindividuell, wodurch das Verhaltens des Menschen mehr und mehr von Sitten, Denk- und Glaubensrichtungen, Ideologien und Moden beherrscht wird. Die Evolution der soziokulturellen Systeme ist komplex und wird von einer Vielzahl von Faktoren mit Interdependenzen und Rückkopplungen untereinander bestimmt (Erziehung, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kunst, Technologie, Wirtschaft, Religion, Institutionen, Ökosphäre etc.). So stellt sich heute der Evolutionsvorgang als hochkomplexes, multifaktorielles Geschehen dar, an dem der Mensch einen großen Anteil hat.

2. „Die Bedingungen von Erkenntnis sind geworden“ : Die Thesen der Evolutionären Erkenntnistheorie (EE)

‘Evolution’ ist eine zentrale Kategorie unseres gegenwärtigen Wirklichkeitsverständnisses, die längst über ihre biologisch-fachwissenschaftlichen Grenzen hinausgelangt ist und als Evolutionismus universale Geltung beansprucht. Die seit einigen Jahren hervortretende EE ist wohl der bislang bekannteste Versuch, die Biologie in den Rang einer Fundamentalwissenschaft zu erheben. Von ihren Vertretern werden ihr in nicht gerade unbescheidender Weise Attribute attestiert, die von „kopernikanischer Wende“ bis hin zu „Lösung einiger Rätsel der Vernunft“ reichen. Mithin ist die EE aber auch mannigfacher und unterschiedlich motivierter Kritik unterzogen, die nicht unerwähnt bleiben soll. Die EE gibt es nicht, sondern eine Reihe von Entwürfen zu ihr, deren Hauptvertreter im folgenden dargestellt werden.

2.1 Grundzüge der Evolutionären Erkenntnistheorie

Der Titel ‘Evolutionäre Erkenntnistheorie’ kann zweierlei bezeichnen. Erstens eine im Horizont der biologischen Evolutionstheorie angesiedelte Erkenntnistheorie (Lorenz, Riedl, Vollmer) und zweitens eine Theorie über die Aufeinanderfolge wissenschaftlicher Theorien in Analogie zur biologischen Evolution (Toulmin, Popper). Erstere beschäftigt sich mit Erkenntnis prozessen, letztere mit Erkenntnis resultaten.

Der erkenntnistheoretische Anspruch der EE reicht von dem Anspruch „bloß“ Biologie der Erkenntnis - also empirische Theorie - zu sein bis hin zu dem Anspruch, erkenntnistheoretische Probleme lösen zu können. Insbesondere VOLLMER betont, daß die EE nicht nur biologischer Unterbau der Philosophie sei, sondern die fatale Selbstbeschränkung der traditionellen Erkenntnistheorie überwinde (Pöltner, 1993, S.13). OESER nimmt hier eine vermittelnde Stellung ein, indem er darauf hinweist, daß die EE die genetisch bedingten Grundlagen der menschlichen Erkenntnis- fähigkeit einerseits untersuche, andererseits aber auch Erkenntnistheorie sei, da sie außerdem eine Erklärung der apriorischen Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis darstellt, die als phylogenetische Aposteriori aufgefaßt werden (S.13). In diesem Zusammenhang sei auf die Grundlegung der EE bei K. LORENZ hingewiesen, dessen Aufsatz ‘Kants Lehre vom Apriorischen im Lichte gegenwärtiger Biologie’ von 1941 als eine Art „Gründungsurkunde“ der EE betrachtet werden kann. In diesem Aufsatz beschäftigt sich Lorenz mit jenem Ursprung menschlicher Erfahrungserkenntnis, den Kant in der Einleitung zur Kritik der reinen Vernunft „unser eigenes Erkenntnisvermögen“ nennt. Für Kant gilt, daß die Gegenstände sich nach unserer Erkenntnis richten und der Verstand der Natur die Gesetze vorschreibt. Insofern sind die ermöglichenden Bedingungen des Erscheinens eines Gegenstandes apriorischer Natur. Lorenz unternimmt den Versuch einer natürlichen Erklärung dieses Apriori. Die naturwissenschaftliche Erklärung setzt eine Umdeutung des zu Erklärenden voraus : Die Vernunft wird naturalisiert und das Vernunftapriori von vornherein als eine Organfunktion betrachtet. Diese Umdeutung erlaubt es, auch an die Vernunft die Fragen nach dem arterhaltenden Sinn, der stammesgeschichtlichen Enstehung und den natürlichen Ursachen der Erscheinung zu stellen. Das Vernunftapriori besteht in der Funktionsgesetzlichkeit eines Apparates, Erkenntnistheorie wird somit „Apparatenkunde“ und zu einem Teil der empirischen Forschung. Die Grundformel der EE lautet : Das individuelle Apriori ist in Wahrheit ein stammesgeschichtliches Aposteriori und ihre Anschauungsformen und Kategorien sind in erster Linie überlebensdienliche Werkzeuge. Diese Naturalisierung der Vernunft hat Auswirkungen auf mehrere Erklärungszusammenhänge. Erstens wird die Kantsche Unterscheidung von erscheinendem Gegenstand und Ding an sich neu bestimmt, d.h. das An-Sich-Seiende ist nicht mehr ein ungegenständliches Substrat, sondern das Reale der Natur. Zweitens wird das Transzendente zu etwas Spezies-Relativem. Es bildet den jenseits der Leistungsgrenze eines Erkenntnisapparates liegenden Bereich des An-Sich-Seienden. Diese Grenze ist naturgeschichtlich variabel und bezieht sich auf das Verhältnis verschiedener Erkenntnisarten eines Individuums. Insofern wäre z.B. auch die Mikrowelt der Physik für die Welt alltäglicher Erfahrung transzendent. Drittens kommt es zu einer artspezifischen Relativierung des Apriori, die in eine universale Hypothetisierung mündet. Die daraus folgende überspitzt formulierte These lautet : ‘Alles menschliche Denken ist Arbeitshypothese’. Vier- tens besteht eine Strukturentsprechung von Erkenntnisapparat und Außenwelt, es besteht demnach eine formale Passung zwischen Denkform und Wirklichkeit. Lorenz unternimmt den Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens, um dem Postulat der Objektivierung der Erkenntnis nachzukommen. Dem erkennenden Subjekt und den erkannt-werdenden Objekten kommt die gleiche Art von Wirklichkeit zu. Diese Annahme wird als hypothetischer Realismus bezeichnet. Die Objektivierung der Erkenntnis erfolgt auf dem Wege ihrer Entsubjektivierung durch die naturwissenschaftliche Erforschung des Erkenntnisvorgangs. Das menschliche Erkennen gilt als Funktion eines realen und auf natürlichem Wege entstandenen Systems, das mit einer ebenso realen Außenwelt in Wechselwirkung steht. Lorenz benutzt einen Erkenntnisbegriff, nach dem das Leben als Erkenntnisvorgang und die Anpassung als Wissenserwerb zu bezeichnen ist. Wissenserwerb ist also kein kurzfristiger Informationsgewinn, sondern führt zur Ausbildung invarianter Strukturen, die sich mit immer neuen Außenwelthypothesen auseinandersetzen müssen (vgl. Pöltner, 1993, S. 16-29).

Für RIEDL, einem weiteren Vertreter der EE, ist diese eine emprisch überprüfbare Theorie der stammesgeschichtlichen Grundlagen der Vernunft. Für ihn sind die stammesgeschichtlichen Grundlagen Mechanismen, von denen man annehmen muß, daß sie die funktionellen Vorbedingungen der Vernunft darstellen. Diese Vorbedingungen sind die angeborenen Fähigkeiten, unsere Welt zu deuten bzw. die Vorbedingungen unseres Denkens überhaupt. Sie sind vor-bewußte Erkenntnisleistungen, die in ihrer Gesamtheit als der ratiomorphe Apparat bezeichnet werden. Evolution wird als ein erkenntnisgewinnender Prozeß beschrieben. Der Evolutionsprozeß hat die für das Überleben jeweils entscheidenden Naturgesetzte seinem Milieu extrahiert und dem Organismus als Entscheidungshilfen erblich appliziert. Was die Vernunft und ihre Unfähigkeit zur Selbstbegründung anbelangt (die Apriori der Vernunft können aus der Ratio allein nicht begründet werden, weil sie deren Voraussetzung sind), so bietet nach Riedl die biologische Erforschung des Erkenntnisprozesses einen Standpunkt außerhalb (!) unseres eigenen Erkenntnisvorgangs, also einen biologisch objektiv beschreibenden. Ob dies tatsächlich der Fall ist und ob Denkmuster schlicht und einfach von der Naturordnung bzw. Naturmustern verursacht sind, sei zunächst dahingestellt. Vernunft ist für Riedl Zweckrationalität, Scheitern bedeutet Unvernunft. Der Erkenntnisgewinn, der ja das Leben selbst ist, strebt nicht nach Wahrheit, sondern trivial und pragmatisch nach unmittelbarem Lebenserfolg. Dieser wird - im Sinne der Vernunft - identisch repliziert und besitzt für Nachfolge-Generationen den Status zweckmäßiger Voraus-Urteile. Es handelt sich nun im wesentlichen um vier Hypothesen des ratiomorphen Apparates. Die erste Hypothese ist die vom anscheinden Wahren, sie ist eine Wahrscheinlichkeitshypothese. Sie besteht in der Erwartung der Prognostizierbarkeit künftiger Ereignisse aufgrund der Häufigkeit bisheriger Fälle. Die zweite Hypothese ist die vom „Ver-Gleichbaren“, sie ist eine Ähnlichkeitshypothese mit Strukturerwartung. Sie ist die Erwartung, daß das Ungleiche der Wahrnehmung doch vergleichbar ist. Die Hypothese von der „Ur- Sache“ enthält die Erwartung einer Vorausbestimmung, nämlich das ähnliche Ereignisse oder Zustände ähnliche Ereignis- oder Zustandsfolgen prognostizieren ließen. Wir sind gut beraten mit Ursachen-Erwartung, weil sie schon evolutionär bewährt ist, wenngleich sie in einem bestimmten Sinne nicht nachgewiesen werden kann. Die letzte Hypothese ist schließlich die vom „Zweckvollen“. Sie setzt Reflexion voraus und ist deshalb kein stammesgeschichtliches Lernprodukt. Diese vier Hypothesen bilden im wesentlichen das System ‘biologischen Wissens’, welche das Leben im Laufe der Evolution erworben und vererbt hat. Der Lernprozeß verläuft im Schema von Versuch und Irrtum und durchläuft die Stufen der Evolution mit zunehmender Differenzierung und Komplexität. Riedl bezeichnet diese Stufung als Evolution der Vernunft. Alle Erkenntnis ist relativ auf das jeweilige erkenntnisgewinnende System (vgl. Pöltner 1993, S. 34-43).

Für VOLLMER ist die EE eine neue Disziplin, die interdisziplinär vorgeht und deren Hauptprobleme philosophisch-erkenntnistheoretischer Art sind. Die EE gebe auf philosophische Fragen (natur-)wissenschaftliche Antworten . Als Arbeitsdefinition soll gelten, daß Erkenntnis eine adäquate interne Rekonstruktion und Identifikation äußerer Objekte (im Subjekt) ist (S. 46). Das Entstehen von Erkenntnis setzt die Passung voraus. Reale Welt und menschlicher Erkenntnisapparat passen in dem Sinne aufeinander, daß sie gemeinsam Wirklichkeitserkenntnis ermöglichen. Der EE geht es demnach um die Evolution unserer Erkenntnisfähigkeit und deren erkenntnistheoretischen Konsequenzen. Aus der o.g. Passung folgt der instrumentelle Charakter der Denkstrukturen, d.h. die subjektiven Erkenntnis- strukturen passen auf die Realität, wie Werkzeuge ihren Aufgaben entsprechen. Die Denkstruktur gibt Hinweise bzw. läßt Rückschlüsse ziehen auf die Realitätsstruktur. Die Passung dieser beiden ist im biologischen Sinne nützlich, sie hat sich im Testverfahren der Evolution an der Erfahrung bewährt und sie erhöht die Chancen für die Reproduktion. Hieraus folgt, daß nicht nur Sinnesorgane, Zentralnervensystem und Gehirn Ergebnisse der Evolution sind, sondern auch ihre Funktionen : Sehen, Wahrnehmen, Erkennen. Die hinreichende oder „überlebensadäquate“ Angepaßtheit von Denk- und Realstrukturen bezieht sich auf den Bereich unserer alltäglichen Erfahrung und ihrem Gegenstandsbereich, nach Vollmer der sogenannte <Mesokosmos>, die Welt der „mittleren Dimensionen“. Außerhalb dieses Bereiches versagen jedoch unsere angeborenen Erkenntnisstrukturen. Zu den überelebensadäquaten Strukturen zählt Vollmer neben Wahrnehmung, Erfahrung und Schließen auch diejenigen der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Zur Bedeutung und Begrenzung der EE äußert sich Vollmer folgendermaßen. Zunächst attestiert er der traditionellen Erkenntnistheorie eine „fatale Selbstbeschränkung“. Diese beschränke Erkenntnis auf menschliche Erkenntnis und betrachte darin auch wiederum nur ein spezielles kognitives System, zudem bleibe der phylogenetische Aspekt unberücksichtigt. Auch für die Philosophen gebe es keinen Königsweg zu erkenntnistheoretischen Einsichten. Da keine methodischer Unterschied zwischen Philosophie und empirischer Wissenschaft bestehe, könne die Wissenschaft erkenntnistheoretische Behauptungen als falsch erweisen. Gegenüber der Transzendentalphilosophie Kants sei die EE einerseits bescheidener, da sie von der notwendigen Wahrheit des apriorischen Wissens Abstand nehme, andererseits anspruchsvoller, weil für sie das Ding an sich nicht unerkennbar sei. Indem die Passung von Denk- und Realstrukturen als Resultat eines biologischen Anpassungsprozesses gedeutet wird, bleibt der Mensch nicht mehr länger wie bei Kant der „Gesetzgeber der Realität“, sondern werde zu einem unbedeutenden Beobachter kosmischer Prozesse, die ihn einschließen (S. 54). Die EE ist für Vollmer keine selbstständige oder allumfassende Erkenntnistheorie. Die EE behaupte eine biologische Bedingtheit und nicht eine totale, sondern nur eine teilweise biologische Bestimmtheit menschlichen Wissens. Erfahrungserkenntnis ist biologisch determiniert, nicht aber wissenschaftliche Erkenntnis, nach deren biologische Wurzeln man nicht sinnvoll fragen kann. Biologische und kulturelle Evolution besitzen unterschiedliche Gesetzlichkeiten. Ethische Konsequenzen folgen aus der EE nicht direkt. Aus dem Evolutionsprozeß folge nicht die Norm, ihn zu bewahren oder fortzusetzen. Allerdings besitze die EE eine ethische Relevanz, die zur Widerlegung einiger moralischer Normen oder Systeme ausreiche. Nach Vollmer ist all unser Wissen und auch alle Wissenschaft in einem bestimmten Sinne hypothetisch. Die hypothetischen Grundlagen der Wissenschaft seien Postulate ontologischer, erkenntnistheoretischer und methodologischer Natur, sie seien weder evident, noch beweisbar, freilich auch nicht willkürlich gesetzt, sondern besitzen eine gewisse argumentativ stützbare Plausibilität, die letztlich nur der Erfolg ihrer Anwendungen rechtfertigen kann. Das Postulat des hypothetischen Realismus grenzt sich nach zwei Seiten hin ab : gegen einen erkenntnistheoretischen Idealismus und gegen einen naiven Realismus. Die Einsicht, das die Welt „da draußen“ nicht beweisbar ist, muß einen nicht daran hindern, an diese Welt glauben zu können. Zur Stützung dieses Glaubens führt Vollmer z.B. die „psychologische Evidenz“ an, die sich insbesondere in Widerstandserlebnissen oder Schmerzen bekundet. Zudem besitze der Realitätsglaube einen heuristischen Wert, weil er das Wissenwollen fördere. Der Drang des Wissenwollens führt zu Erkenntnis, von welcher Vollmer drei Formen unterscheidet : Wahrnehmungs-, vorwissenschaftliche und wissenschaftliche Erkenntnis, wobei die vorwissenschaftliche Erkenntnis Erfahrung ist und die wissenschaftliche „die höchste Stufe“ der Erkenntnis darstellen soll. Die drei Erkenntnisarten unterscheiden sich zudem nach dem Grad der Bewußtheit bzw. der Kritik. Wahrnehmung geschieht unbewußt, Erfahrung bewußt und Wissenschaft bewußt und kritisch. Das Erkennen der Wirklichkeit sei jenem Vorgang analog, der aus einem projizierten Bild hypothetische Informationen über den projizierten Gegenstand zu gewinnen versucht, die selbst bei vollständiger Kenntnis von Bild, Projektionsmechanismus und Projektionsschirm hypothetisch bleiben müssen (S. 60). Bild und Gegenstand stehen im Verhältnis partieller Isomorphie. Der Erkenntnisvorgang besteht in einer gestuften Rekonstruktion einer hypothetisch postulierten Realität. Das Erkennen ist in all seinen Modifikationen eine Rekonstruktion, die von unserem Erkenntnisapparat (Gehirn) vorgenommen wird. Die EE steht damit auf dem Boden einer Identitätstheorie : Psychische Zustände und Prozesse sind letzlich identisch mit physikalisch-chemisch-neuronalen Zuständen und Prozessen (vgl. Pöltner, 1993, S. 46-59).

2.2 Zur Kritik an der Evolutionären Erkenntnistheorie

Die EE beansprucht, auf philosophische Fragen (natur-)wissenschaftliche Antworten zu geben, ohne freilich diese Behauptung zu begründen oder zu legitimieren. Die Grundfrage (vor allem in methodischer Hinsicht) ist, ob EE und Philosophie überhaupt nach demselben fragen. Man darf vorsichtig fragen, ob die EE das philosophische Erkenntnisproblem überhaupt verstanden hat. Desweiteren wird durch die selbstbewußten Hinweise der empirischen Überprüfbarkeit ihrer eigenen erkenntnistheoretischen Ergebnisse unterstellt, was erst noch zu prüfen wäre : Ob die Vernunft überhaupt naturwissenschaftlich thematisierbar ist und erst recht, ob die Reduktion der Vernunft auf ein Problemlösungsverfahren im Sinne von Versuch und Irrtumsbeseitigung eine rechtzufertigende Behauptung ist. Hinzu kommt, daß eine Untersuchung der Vernunft sich nicht bloß auf deren Vorbedingungen beschränken kann. Die EE gibt vielfältigende und divergierende Bestimmungen von ihrem Gegenstand, die in ihrer Zusammengehörigkeit oftmals fragwürdig sind. So bezeichnet das Wort „Erkenntnis“ bei WUKETITS einmal das Erkennen und einmal die Bedingungen des Erkennens. Auch wird der Begriff „Bedingung“ mit divergierenden Bestimmungen versehen. Die biologische Bedingtheit soll die Erklärung für die Grenzen und Adaptationsmängel der Vernunft und für die Relativität der menschlichen Erkenntnis liefern (Pöltner, 1993, S. 76). Ebenso werden aber auch der ratiomorphe Apparat und kognitive Mechanismen als Vorbedingungen bezeichnet. Gehirnprozesse gehören zwar zu den realen Bedingungen des Erkennens, sie gehen aber in den Erkenntnisvollzug selbst nicht ein. Diese Verwechslung des Unterschieds von realer Bedingung des Erkennens und dem Erkennen führt zu der Meinung, die EE nehme dem Erkennen gegenüber einen Außenstandpunkt ein und eine Erkenntnistheorie müsse (bzw. könne) als Apparatekunde betrieben werden (S. 77). Die EE verdreht den Erkenntnisbezug zu einer Beziehung zwischen (erkannten!) empirischen Gegenständen, sie trennt das Erkennen sowohl vom Erkennenden als auch vom erkannten Gegenstand ab (S.81- 82). Mit ihrem instrumentalistischen Erkenntnisbegriff übersieht sie, daß das Gehirn nicht der eigentliche Träger der Erkenntnis ist, sondern vielmehr der Erkennende selbst. Das Gehirn ermöglicht zwar die Funktion des Denkens, ist aber dennoch kein Denkapparat.

Ein klarer Mangel der EE liegt darin, daß sie ihre Vorbegriffe nicht hinterfragt. Ihr Leitbegriff des menschlichen Erkennens ist thematisch reduziert auf die Formel, daß alles Erkennen Problemlösungsverhalten sei und wird nicht weiter hinterfragt. Ein Ausweiten dieses Zweckdienlichkeitspostulats ist sicherlich fragwürdig, wenn man sich um das Ganze der Erkenntnis bemüht. Die Isomorphie von subjektiven und objektiven Strukturen (Denk- und Realitätsstrukturen) wird von der EE behauptet, ohne daß gefragt wird, woher sie dies eigentlich weiß, zumal sie ja auch nur durch ihre eigenen Denkstrukturen nach Realität fragen kann. Weitere Schwächen der EE sind im Mesokosmos-Begriff und im Begriff des Überlebens zu erkennen. Der Mesokosmos soll einen Weltausschnitt darstellen, aber aus welcher Welt? Offensichtlich ist es die physikalische, was erstens problematisch ist, weil die Welt unseres alltäglichen Daseins nicht ein Teil der physikalischen Welt ist, zweitens die Physik es nicht mit Erkenntnisstrukturen zu tun hat und drittens physikalisches Wissen ohne Hinterfragung zum Beurteilungsmaßstab erhoben wird. Die anthropozentrische Bestimmung des Mesokosmos führt dazu, daß die objektiven Strukturen des Mesokosmos von den subjektiven mesokosmischen Strukturen abhängen. Damit wird aber der Anpassungsbegriff hinfällig, da der Mesokosmos dann die Konstitutionsleistung der subjektiven Strukturen ist. Fragwürdig ist auch, daß das menschliche Gehirn prim ä r ein überlebensdienliches Werkzeug sein soll. Diese Annahme erscheint philosophisch naiv, da der Rückgriff auf Überleben im Falle des menschlichen Gehirns keinen Erklärungswert hat, weil sich Überleben und Erkennen sich bei uns Menschen gar nicht trennen lassen. Wir leben ja bereits in der Erkenntnis unseres Lebens, d.h. wir nehmen etwas nicht nur als bedrohlich wahr, sondern es ist uns darin die Bedrohung unseres Lebens erschlossen. Schließlich stehen verschiedene Aussagen der EE wie ‘Denken als Gehirnfunktion’ und ‘Vernunft als Systemeigenschaft’ nicht auf naturwissenschaftlicher Basis, da sie mit naturwissenschaftlichen Mitteln nicht zu legitimieren sind. (vgl. Pöltner, 1993, S.109-141).

Abschließend kann man festhalten, daß sich die Kritik an der EE vor allem an ihrem Selbstverständnis und ihren überzogenen und z.T. unhaltbaren Ansprüchen orientiert und orientieren muß. In philosophischer Hinsicht ergeben sich oftmals vitiöse Zirkel und unhinterfragte Grundannahmen der EE. Nichtsdestotrotz kann die EE wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die empirischen Apriori unserer Wahrnehmunserkenntnis liefern und als Bedingungsforschung fruchtbar sein. Für das Diktum der Evolution unserer Erkenntnis und unseres Wissens bedarf es jedoch sicherlich interdisziplinärer Zusammenarbeit, um zu besser fundierten und ganzheitlichen Ergebnissen zu kommen, vor allem in methodologischer Hinsicht.

3. Exkurs : Die Frage nach den Woher und dem Wohin der Evolution. Metaphysischer Diskurs

In diesem Exkurs sollen in lockerer und nicht-systematischer Folge einige metaphysische Fragen behandelt werden, die im Zusammenhang mit der Beschäftigung mit der EE bzw. dem Paradigma der Evolution überhaupt auftauchen. Zunächst sei gefragt, wie denn der evolutionäre Ursprung der Metaphysik bzw. des metaphysischen Bedürfnisses des Menschen zu denken sei. Sicherlich liegt der Anfang oder die Grundbedingung hierfür in der Möglichkeit der Selbstreflexion, die zudem der Ausgangspunkt für die kulturelle und geistige Evolution war. Im Übersteigen des tierischen Realismus enstand beim Menschen das Bedürfnis, die Phänomene zu deuten, diesen bestimmte Zwecke zuzuordnen und die Zwecke in der sinnlichen Erfahrung unzugängliche Sphären zu verlagern (Wuketits in: Riedl u. Wuketits, 1987, S. 220). Die EE bringt als Erklärungsansatz für das Entstehen des Metaphysikbedürfnisses eine historisch-evolutionäre Relativierung. Jede Religiosität ist hiernach aus für den Menschen spezifischen Lebensbedingungen entsprungen und daraus ableitbar. Eine Analyse der evolutionären Ursprünge der Metaphysik findet ihren Platz im größeren Rahmen einer „evolutionären Psychologie“ oder „Paläontologie der Seele“. Eines der stärksten Motive der Metaphysik schon beim frühen Menschen war sicherlich die Erkenntnis, sterblich zu sein : das Todesbewußtsein. Es gibt deutliche Belege für Totenkult und Jenseitsvorstellungen schon beim Neandertaler (S. 223). Ob die Projektion von Zwecken und Absichten lebensdienliche Funktionen im Sinne der biologischen Evolution hatte sei dahingestellt - eher annehmbar ist eine soziokulturelle Funktion des Mythos in früherer Zeit bzw. metaphysischer Systeme, da sie das Leben der Gruppe normieren, das Leben des einzelnen interpretieren und den einzelnen vom Druck seines Daseins befreien.

Biologische und kulturelle Systeme haben gemeinsam, daß sie der Evolution fähig sind und tatsächlich auch einer dauernden Evolution unterworfen sind. Dabei haben sie eine Reihe von Eigenschaften gemeinsam. Da der Evolutionsvorgang eine Kombination von Zufall und Notwendigkeit ist, besteht Offenheit und Freiheit, wenngleich diese sich natürlich auch immer in gewissen Grenzen bewegen müssen. Die Möglichkeiten der biologischen wie kulturellen Fortschritte werden erkauft durch Unvollständigkeit und Ungewißheit, die im Gegensatz stehen zur determinierten Vollständigkeit und Sicherheit. Nur so ist die Selbsttranszendenz - eine Grundeigenschaft der evoluierenden Systeme - möglich. Wenn man die Zukunft des Menschen erörtern möchte, kann man weitgehend absehen von Aussagen zu einer künftigen biologischen Evolution des Menschen. Die biologische Evolution verläuft um vieles langsamer als die kulturelle Evolution, so daß sie aller Voraussicht nach kaum noch Bedeutung haben wird. Durch moderne Verkehrsmittel und Kommunikationssysteme kommen mit zunehmender Geschwindigkeit alle Kulturen in immer engeren Kontakt. Ein Problem stellt der exponentielle Bevölkerungszuwachs auf der Erde dar. Die Veränderungen im menschlichen Verhalten bei hoher Populationsdichte sind dem vergleichbar, was man bei sozialen Säugetieren beobachtet, wenn man sie auf zu kleinem Raum hält : Hormonale Störungen führen zu psychischen Schädigungen, gruppeninterne Aggressionen werden häufig und abweichendes Sozialverhalten läßt die Traditionen abreißen.

Die Annahme, daß so etwas wie Evolution stattfindet, ist unbestreitbar. Zudem wäre es ein Ausdruck anthropozentrischer Naivität, anzunehmen, daß dieser Prozeß ausgerechnet heute, in unserer Gegenwart, zum Stillstand gekommen sei. Auch wir sind in Wahrheit nur die Neandertaler unserer Nachfahren (Ditfurth, 1991, S. 308).

In Anbetracht der Entwicklung der Raumfahrt, der Mond- und Planetenerkundung erscheint es alles andere als utopisch, die Möglichkeit eines Lebenkönnens des Menschen auf anderen Planeten anzunehmen. Hiermit stünde dann dem Anbruch einer „solaren Ära“, wie SANDVOSS sie im Anschluß an die globale Ära annimmt (Sandvoss, 1994, S. 307), nichts mehr entgegen. Dieser viele Jahrtausende umfassende Zeitraum beinhaltet Erkundung, Erschließung und Besiedlung weiterer Planeten unseres Sonnensystems. Die Annahme weiterer Ären, wie die galaktische oder gar intergalaktische erscheinen aus heutiger Sicht als reine Spekulation, müssen jedoch aufgrund des jahrmilliarden dauernden Prozesses der Evolution bislang und sicherlich auch in Zukunft nicht als völlig sinnlos erscheinen.

Interessant erscheint die Frage nach möglichen weiteren evolutionären qualitativen Sprüngen, wie beispielsweise der „Sprung“ (aus makrozeitlicher Sicht) von biologischer zu kultureller oder geistiger Evolution. Wenn wir hierüber spekulieren, können wir davon ausgehen, daß künftige evolutionäre Stadien des Menschen zwar im rückblickenden Vergleich als etwas gänzlich neues, noch nicht da gewesenes erscheinen, sie aber dennoch nicht voraussetzungslos sind und damit auch immer zurückgebunden an frühere Stadien bleiben. Man kann den Geist nicht biologisch erklären, man muß ihn jedoch in seinen Bedingungen auch biologisch sehen. Der Begriff „Emergenz“ verweist auf diesen Umstand, daß höhere Systeme ihre eigene Qualität haben, die nicht mehr logisch-deduktiv auf ihre Voraussetzungen oder Inputs zurückzuführen sind. „Der Geist fiel nicht vom Himmel“ heißt es bei DITFURTH, ob er allerdings als auf der Erde entstanden zu denken ist, ist eine andere Frage. Mithin kann man die Erde nicht isoliert vom kosmischen Bezugsrahmen betrachten und stößt hier an Grenzen und auf einen letzten nicht erklärbaren Rest, der vor allem dann auftaucht, wenn man nach den Sinn fragt. Die Evolution scheint den Menschen mit immer mehr Freiheitsgraden auszustatten - hiermit umzugehen ist wahrscheinlich nicht der Sinn, aber sicherlich die Aufgabe des Menschen, deren Lösung er in seinem Sinne gestalten kann.

4. Literatur

Ditfurth v., H (1991): Der Geist fiel nicht vom Himmel. Die Evolution unseres Bewußtseins. 12. Aufl. München : DTV.

Irrgang, B. (1993): Lehrbuch der evolutionären Erkenntnistheorie : Evolution, Selbstorganisation, Kognition. München, Basel : UTB Wissenschaft.

Kull, U. (1979): Evolution des Menschen. Biologische, soziale, kulturelle Evolution. Stuttgart : Metzler (Studienreihe Biologie ; Bd. 6).

Pöltner, G. (1993): Evolutionäre Vernunft : eine Auseinandersetzung mit der evolutionären Erkenntnistheorie. Stuttgart, Berlin, Köln : Kohlhammer (UrbanTaschenbücher, Bd. 449).

Riedl, R.J. & Franz M. Wuketits (1987): Die Evolutionäre Erkenntnistheorie. Bedingungen, Lösungen, Kontroversen. Berlin, Hamburg : Verlag Paul Parey.

Sandvoss, E.R. (1994) : Philosophie im globalen Zeitalter. Eine Tetralogie. Darmstadt : Wiss. Buchgesellschaft.

Weitere Literatur zum Thema

Lorenz, K. & Wuketits, F.M. (Hrsg.). (1983): Die Evolution des Denkens. München : Piper.

Lüke, U. (1990): Evolutionäre Erkenntnistheorie und Theologie : Eine kritische Auseinandersetzung aus fundamentaltheologischer Perpektive. Stuttgart : Wiss. Verl. Ges. (Edition Universitas).

Maturana, H.R. & Varela, F.J. (1987): Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens. Bern und München : Scherz.

Riedl, R.J. & Kreuzer, F. (1983): Evolution und Menschenbild. Hamburg : Hoffmann und Campe.

Sprockhoff v. H. (1996): Bewußtsein, Geist und Seele. Die Evolution des menschlichen Geistes. Frankfurt am Main und Leipzig : Insel.

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Menschliches Wissen und Evolution
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Hauptseminar Philosophie `Anthropologie`
Note
gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V100228
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschliches, Wissen, Evolution, Hauptseminar, Philosophie
Arbeit zitieren
Dirk Buesken (Autor), 1999, Menschliches Wissen und Evolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100228

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