Plastische Chirurgie


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

5 Seiten


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Plastische Chirurgie

Unterschiedliche Arten plastischer Chirurgie

Man muß unterscheiden zwischen vier großen Teilgebieten:

- Verbrennungschirurgie
- Handchirurgie
- Wiederherstellende Chirurgie
- Ästhetische Chirurgie

Die ersten drei Arten werden in diesem Referat außer Acht gelassen, da es sich hierbei um die Behandlung von Versehrten, also z.B. von Unfallopfern handelt.

Die Ästhetische oder Schönheitschirurgie hingegen hat keine funktionellen Aspekte. „Normales“ soll verschönert werden, Alterserscheinungen beseitigt.

Zu den bekanntesten Eingriffen der Schönheitschirurgie zählen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Geschichte der Plastischen Chirurgie

Die ersten Anwendungen von Plastischer Chirurgie wurden bereits vor über 2000 Jahren im alten Indien im „Ayur-Verda“ beschrieben. Es waren Versuche Nasen aus der Stirnhaut wiederherzustellen, da es Brauch war, Verbrechern zur Strafe Ohren, Nase und Lippen abzuschneiden.

Erst um 1450 tauchte eine ähnliche Methode in Italien auf. Dort nutzte der sizilianische Arzt Branca aus Catania die Unterarmhaut zur Nasenrekonstruktion.

Da zur damaligen Zeit Verstümmelungen von der Allgemeinheit jedoch als gottgewollt angesehen wurden, gerieten Ärzte die sich mit Plastischer Chirurgie beschäftigten in Verruf und die Methode in Verrgessenheit.

Erst im 19. Jahrhundert erlebte die Rhinoplastik eine Renaissance. Vom Berliner Chirurgen Dieffenbach stammt 1845 die erste dokumentierte Rhinoplastik aus rein ästhetischen Gründen, an einer Metzgerfrau mit zu großer Nase.

Die ersten Gesichtsstraffungen wurden 1919 in Frankreich durchgeführt, einige Zeit später Brustvergrößerungen in Japan. Hierfür wurde anfangs Eingenfettverpflanzung vorgenommen. Als Anfang des 20. Jahrhunderts Jacques Joseph abstehende Ohren anlegte und dies veröffentlichte, wurde er wegen Körperverletzung der Universität verwiesen.

Erst nach dem 1. und 2. Weltkrieg fand die Plastische Chirurgie breitere Akzeptanz, denn damals entstand ein enormer Bedarf bei Versehrten Kriegsheimkehrern.

Relativ schnell entwickelte sich hieraus die Schönheitschirurgie. Anfang der 50er Jahre war sie Sache des Show-Business, der Leute, die mit ihrem Aussehen Geld verdienten; recht schnell wurden es Eingriffe für jeden, der genug Mut und Geld übrig hatte. Silikonimplantate wurden Ende der 60er Jahre entwickelt.

Gr ü nde f ü r eine Sch ö nheitsoperation

Wie bereits erwähnt, gibt es durchaus Fälle, wie Unfallopfer oder Menschen, die mit einem Makel zur Welt gekommen sind, in denen die Plastische Chirurgie sinnvoll und wichtig ist.

Auf der anderen Seite stehen Patienten, die, oft auch unbewußt, von der Gesellschaft unter Druck gesetzt werden.

Jugendlichkeit ist das Wert- und Leitbild im modernen Lebensstil des späten 20. Jahrhunderts.

Oder, wie der „Spiegel“ schreibt: „Altern ist lästig, unattraktiv wie ein muffiger Turnschuh, tückisch obendrein, eine einzige Kränkung, Geburtstage sind nichts weiter als nummerierte Vergänglichkeit.“

Körper ist »in«! Kürzer und prägnanter läßt sich die Problematik des Leibes, das Verhältnis von erlebten Leib und »objektivem« Körper, in spätmodernen Gesellschaften kaum ausdrücken. Der objektivierende und voyeuristische Blick, das Favorisieren eines schönen, schlanken weiblichen oder muskulösen männlichen Körpers in den Medien unserer Alltagskultur, der Zwang, sich sportlich durchzutrainieren im Trend der Fitnesskultur, die Verlagerung des beruflichen Konkurrenzdrucks auf den eigenen Körper sind nur einige Symptome der Verdrängung des Leiblichen in seiner Erfahrungsdimension zugunsten eines manipulierbaren Körpers. Dabei ist eine kosmetische Operation schneller und „leichter“, als sich mühevoll durch sportliche Aktivität zu formen.

In den USA behandelte Historikerin Elizabeth Haiken dieses Thema. Sie nennt unterschiedliche Gründe für kosmetische Eingriffe. Zum einen hat es im „melting pot“ USA Tradition sich anzupassen, wozu jedes Mittel recht sei. Zum anderen könne selbst ein schwaches Selbstwertgefühl Grund genug für einen Eingriff sein.

Auf jeden Fall aber werde die Schönheitsoperation in den USA als Mittel zum Zweck oder sogar als Notwendigkeit gesehen.

Laut einer „Frauenzeitschrift“ haben Untersuchungen in den USA ergeben, daß jemand der gut aussieht nicht nur für intelligenter und sympathischer gehalten wird, im Job leichter voran kommt und besser verdient, sondern sogar mit milderen Gerichtsurteilen bedacht wird.

Als einer der Gründe, warum der Anteil der Patient innen so hoch liegt (in Deutschland bei 90%, in den USA ca. 2/3), könnte die Aussage einer Personalberaterin gegenüber dieser Zeitschrift gewertet werden. Demnach werden Frauen, im Gegensatz zu männlichen Mitbewerbern, bei der Vergabe von Jobs extrem nach ihrem Aussehen beurteilt.

Die niederländische Forscherin Dr. Alkeline van Lenning bezeichnet Frauen als „Sklavinnen des Skalpells“, die bereits in der Kindheit verinnerlichten, daß ihre sozialen Möglichkeiten von der äußeren Attraktivität abhängen.

Simone de Beauvoir sagte einmal, daß die männliche Kultur "Frauen mit dem Bereich des Körpers identifizierte, während sie den Männern das Privileg der Entkörperung, einer nicht körperlichen Identität gewährte".

Ebenso führt sie die Faszination des weiblichen Leibes auf die männliche Betrachtung des Selben als Objekt zurück: "Er soll nicht Ausstrahlung einer Subjektivität sein, sondern nur ein in seiner Immanenz ruhendes Ding; er soll keine Beziehung zur übrigen Welt haben, nicht etwas anderes als sich selbst versprechen: er soll das Begehren auf sich lenken und in sich enden lassen."

Anders gesagt: Frauen müssen in unserer Gesellschaft vor allem schön sein, Medien propagieren ein Bild von ewiger Jugend und Vollkommenheit, selbst für Margarine wird mit perfekt gebauten nackten Körpern geworben.

Bei einem Münchner Privatsender, der sich noch bis vor Kurzem „Frauensender“ nannte, läuft seit neuestem eine wöchentliche Sendung über Schönheitsoperationen mit dem Titel „facelift“. Neben dem Logo des Senders prangt das Wort „Kultnacht“. Nicht nur diese Tatsache zeigt, daß die Massenmedien Schönheitsoperationen als Kult preisen, ebenso warb der Sender in seinem Jingle für den nächsten Teil der Sendung vor der Werbepause mit den Worten:

„Silikon - Wenn es um das richtige Brustimplantat geht, sind Frauen oft ratlos. Wir zeigen Ihnen die neuesten Trends zum Thema Busen!“

Diese Fälle zeigen, daß die künstliche Veränderung des menschlichen Körpers in unserer Gesellschaft nicht nur toleriert wird, es gehört, übertrieben dargestellt, inzwischen fast zum guten Ton ein „cyborg“ (cyber organism) zu sein.

Schönheits-OP’s sind in den USA genau so selbstverständlich wie Zahnarztbesuche. Mehr als zwei Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner haben 1999 Schönheitsoperationen, Kollagenspritzen oder chemische Behandlungen über sich ergehen lassen, rund 100.000 meist männliche Ärzte verdienen mit Plastischer Chirurgie ihr Geld.

In Deutschland liegt der Patienten- ebenso wie der Ärzteanteil bei ca. einem Zehntel. (Die Angaben schwanken bei den OP’s zwischen 200.000 und 500.000 Eingriffen im Jahr in den letzten fünf Jahren.)

Eine Umfrage des Münchner G.P.R. Institutes für Rationelle Psychologie ergab, daß sich jede dritte Frau für die Schönheit operieren lassen würde, wenn der Partner es wünscht. Von den Männern erklärten sich nur 11% dazu bereit.

Chirurgische Eingriffe bei Frauen halten sie aber laut Studie für sinnvoll: Nur 25% sind der Meinung weibliche Optik brauche grundsätzlich kein Skalpell.

Vielleicht ist auch dies ein Grund dafür, daß, laut Umfrage, 56% der Frauen mit ihrem Körper nicht zufrieden sind.

Daß künstliche Veränderung des Körpers zur krankhaften Sucht werden kann, zeigen berühmte Persönlichkeiten wie Lolo Ferrari, die trotz oder wegen dieser Eingriffe ein frühes selbstgewähltes Ende fand, oder Superstar Michael Jackson, der inzwischen aussieht als würde sein Gesicht sich auflösen.

Fazit

Zwar können chirurgische Eingriffe den Körper durchaus verschönern, ob sie aber unbedingt glücklicher machen, sei dahin gestellt!

Aber wie der französische Schriftsteller Marquis de Luc de Clapieres Vauvenargus bereits vor fast 300 Jahren sagte:

„Die Kunst zu gefallen, ist die Kunst zu täuschen.“

Literatur

http://www.pirwitz.de

http://www.informatik.hu-berlin.de/~pantle/Arbeiten/Jugendlichkeit.html

http://www.rhapis.at/frauen14.htm

http://www.ibl.uni-bremen.de/publik/buecher/bioleib.html

http://derspiegel.de/druckversion/0,1588,74049,00.html

http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemitteilungen-1998/msg00206.html

http://www.facharzt-dr.com/schoenheit.htm

http://www.nowea.de/MEDICA/D/F/fa/fa16d.htm

http://www.let.uu.nl/~Kathy.Davis/personal/cosmetic_surgery.html

http://www.klinik-angermuehle.de

ELLE

Brigitte

TM3

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Plastische Chirurgie
Autor
Jahr
2001
Seiten
5
Katalognummer
V100238
Dateigröße
334 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plastische, Chirurgie
Arbeit zitieren
Anne Knoke (Autor), 2001, Plastische Chirurgie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100238

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