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Die Hybridisierung ethnografischer Filmgenres vor dem Hintergrund der Kulturdiversifizierung

Titel: Die Hybridisierung ethnografischer Filmgenres vor dem Hintergrund der Kulturdiversifizierung

Essay , 2020 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Alexandra Kelbler (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
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Beim deutschen internationalen, ethnografischen Filmfestival habe ich einen autoethnografischen Film namens "Emails to My Little Sister" bemerkt, der mir auch in den folgenden Tagen nach dem Filmfestival noch sehr im Gedächtnis geblieben ist. Im Rahmen einer Aufgabenstellung zum Seminar "Transkulturelle Medien – Kultur Film(en)" habe ich mit dem Filmemacher Solomon Abebe Mekonen in einer gleichermaßen interessierten Gruppe ein Interview geführt, dessen Ergebnisse mich auf einige interessante Gedanken gebracht haben, welche in diesem Essay weiter ausgeführt werden.

Der Film handelt von dem Austausch zweier Geschwister über E-Mail, wobei Solomon seine Erfahrungen und die sich verändernden Wahrnehmungen über das "Schwarz sein" während seinem Aufenthalt in Deutschland reflektiert, während das Leben seiner Schwester im Heimatland Äthiopien sich davon deutlich unterscheidet. Nur wenige Wochen im Anschluss an das Filmfestival wurde weltweit mit neu bekannten Fällen von Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA die seit dem Jahre 2012 andauernde, sogenannte "Black Lives Matter"-Bewegung wieder aktiv ins Leben gerufen, zu dessen Inhalten bezüglich "weißen" Privilegien sich mit denen aus "Emails to My Little Sister" einige interessante Parallelen erkennen lassen. Versucht man, diesen Film auf seine formalen Elemente zu analysieren, so fallen einem außerdem mehrere vermischte Filmgenres sowie Dokumentationstypen auf, was zur aktuellen Debatte zur notwendigen kulturellen Diversifizierung passt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Perspektiven vom Filmemacher & Gefilmten

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des autoethnografischen Kurzfilms „Emails to My Little Sister“ von Solomon Abebe Mekonen die Hybridisierung ethnografischer Filmgenres. Das primäre Ziel ist es, die politischen Ambitionen des Filmemachers hinsichtlich Themen wie Entkolonisierung und „alternativer Zukunft“ zu analysieren und zu ergründen, auf welche Weise diese durch filmische Mittel transportiert werden, insbesondere vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Debatten um Intersektionalität und Rassismus.

  • Autoethnografie und kollaboratives Filmemachen als Forschungsansatz
  • Analyse dokumentarischer Modi (poetisch, erklärend, reflexiv)
  • Die Rolle der kulturellen Diversifizierung im zeitgenössischen Film
  • Reflexion über „weiße Privilegien“ und Machtstrukturen
  • Transformation des ethnografischen Films zur Sozialtheorie

Auszug aus dem Buch

3. Perspektiven vom Filmemacher & Gefilmten

Nachdem meine anfangs vorgestellte Angelegenheit hinsichtlich der gestalterischen Eigenschaften von „Emails“ zunächst in einem theoretischen Rahmen umrissen wurde, wäre ein nächster sinnvoller Schritt, diese nun auch durch die Stellungnahme des Filmemachers selbst zu betrachten.

Der Film entstand im Kontext einer Masterarbeit, welche sich mit der Phänomenologie vom „Schwarzsein“ in Berlin beschäftigt. Zudem stellt der Film laut Solomon Mekonen das Ergebnis einer autoethnografischen Forschung über die gesellschaftliche Schwarz-Weiß-Binarität in sozialer Konstruktion von Rasse dar, wobei „Schwarz“ als zentrale Kategorie für die Selbstidentifikation der „weißen“ Bevölkerung diene und letztlich eher eine europäische „Erfindung“ als tatsächlich existent sei. Diese Art von kategorisierender Rassendynamik ließe sich nämlich nur in Europa, nicht aber in seinem Heimatland Äthiopien antreffen und sei Mekonen vor seiner Forschung in Berlin nicht bewusst gewesen.

Mit seinem Film werden historische sowie auch fortlaufende Beziehungen zwischen dem sogenannten „Westen“ – der als solcher bezeichnet wird, obwohl Europa von Afrika aus gesehen nördlich liegt – und afrikanischen Ländern thematisiert, während widersprüchliche Motive des pro-demokratischen Westens hinterfragt werden. Indem er diese weltliche Ordnung erforscht, stellt Mekonen außerdem fest, dass ungleiche Machtdynamiken lediglich reproduziert werden. Zwar wurde der Film für ein akademisches Publikum entwickelt, wurde aber mehrheitlich von der schwarzen Diaspora wohlwollend aufgenommen. Auch von Familie und Freunden erhielt Mekonen positive Rückmeldung, da diese sich vom Film „gut repräsentiert“ fühlten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des ethnografischen Films während der Pandemie ein und stellt den Kurzfilm „Emails to My Little Sister“ sowie dessen Thematisierung von Rassismus und Identität vor.

2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel verortet den Film in den ethnografischen Subgenres wie Autoethnografie und kollaborativem Filmmaking und analysiert ihn anhand der von Bill Nichols definierten Dokumentationstypen.

3. Perspektiven vom Filmemacher & Gefilmten: Hier wird der Entstehungskontext des Films beleuchtet und anhand von Interview-Antworten die Absicht des Filmemachers aufgezeigt, Schwarz-Weiß-Binaritäten und europäische Machtstrukturen zu hinterfragen.

4. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass ethnografische Filme heute hybride Formen annehmen und eine kritische Reflexion über kulturelle Repräsentation und Privilegien notwendig machen.

Schlüsselwörter

Autoethnografie, Ethnografischer Film, Hybridisierung, Kollaboratives Filmemachen, Intersektionalität, Black Lives Matter, Repräsentationspolitik, Postkolonialismus, Schwarzsein, Machtstrukturen, Visuelle Anthropologie, Dokumentarfilm, Identitätsbildung, Rassismus, kulturelle Diversifizierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Kurzfilm „Emails to My Little Sister“ von Solomon Abebe Mekonen als Beispiel für einen hybriden ethnografischen Film, der sich mit Fragen der Identität und Rasse auseinandersetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Autoethnografie, der Einfluss von kolonialen Machtstrukturen, die Darstellung von „Schwarzsein“ sowie die Rolle des Films als Medium für kulturellen Aktivismus.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die politischen Ziele und die filmischen Strategien des Filmemachers zu untersuchen, um zu verstehen, wie aktuelle gesellschaftliche Zustände in einem autoethnografischen Kontext kritisch reflektiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine genretheoretische Filmanalyse mit Ansätzen der visuellen Anthropologie und wertet zudem ein geführtes Interview mit dem Filmemacher als primäre Quelle aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte der Genre-Kategorisierung (autoethnografischer Film, kollaboratives Filmmaking) auf den Film angewandt als auch die persönlichen Hintergründe und Absichten Mekonens beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autoethnografie, Intersektionalität, kulturelle Diversifizierung und Postkolonialismus bestimmt.

Warum wird der Film als „hybrid“ bezeichnet?

Er wird als hybrid eingestuft, da er keine reinen Genre-Merkmale aufweist, sondern Elemente aus verschiedenen Subgenres sowie unterschiedliche Dokumentationsstile vermischt.

Welche Rolle spielt die „Black Lives Matter“-Bewegung im Text?

Die Bewegung dient als aktueller gesellschaftspolitischer Kontext, um die im Film aufgeworfenen Fragen nach Rassismus und dem Abbau „weißer Privilegien“ zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Hybridisierung ethnografischer Filmgenres vor dem Hintergrund der Kulturdiversifizierung
Hochschule
Universität Bremen  (Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Transkulturelle Medien: Kultur Film(en)
Note
2,0
Autor
Alexandra Kelbler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V1002939
ISBN (eBook)
9783346415912
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturwissenschaft Filmwissenschaft Medienwissenschaft Inhaltsanalyse Ethnografischer Film Dokumentarfilm Transkulturelle Medien Essay Diversity Blackness Rassismus Black Lives Matter Kulturdiversifikation Öffentlicher Raum Kolonialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexandra Kelbler (Autor:in), 2020, Die Hybridisierung ethnografischer Filmgenres vor dem Hintergrund der Kulturdiversifizierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1002939
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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