Die Römisch-antike Stadt und eine Residenzstadt. Ein historischer Städtevergleich


Hausarbeit, 2016

19 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsangabe:

1. Der historische Stadt Typ

2. München und Augsburg im Vergleich
2.1 Stadtgeschichte
2.1.1 München
2.1.2 Augsburg
2.2 Das Bild der Städte
2.2.1 München
2.2.2 Münchens Bürger
2.2.3 Augsburg
2.2.4 Augsburgs Bürger

3. Die Städte im Abschließenden Vergleich

4. Literatur

1. Der historische Stadttyp

Wer schon einmal eine fremde Stadt in einem anderen Land besucht hat, wird sicherlich festgestellt haben, dass sich manche Städte in ihrer Art unterscheiden. Sie weißen eine andere Struktur auf, haben einen unterschiedlichen Aufbau oder die Stadteile übernehmen eine andere Funktion als in anderen Städten.

Diese kulturgenetisch verschiedenen Stadttypen sind aufgrund ihrer verschiedenen Kulturen entstanden.

Es lassen sich aber auch unterschiedliche Stadttypen im selben Land finden. Deutsche Städte haben im Verlauf der Geschichte eine unterschiedliche Entwicklung durchgemacht woraus verschiedene historische Stadttypen entstanden sind.

In dieser Arbeit soll es um den Vergleich einer Residenzstadt und einer römischantiken Stadt gehen. Die Residenzstadt zeichnet sich dadurch aus, dass sich ein Herrscher in dieser Stadt niedergelassen hat und oftmals von dieser Stadt aus regiert.

Die römisch-antike Stadt zeichnet sich dadurch aus, dass sie in der Regel von Römern in der Antike gegründet wurde. Oft war der Ausgangspunkt ein römisches Militärlager.

Als Beispiel wird die römisch-antike Stadt Augsburg und die Residenzstadt München gewählt.

Dabei soll der Frage nach gegangen werden, wie sich die beiden Städte unterscheiden. Es soll betrachtet werden wie die beiden Städte entstanden sind, wie sich ihr Stadtbild entwickelte und nach Möglichkeit wie ihre Bürger zur Stadt standen.

Um die beiden Städte miteinander vergleichen zu können sollen beide Städte unter möglichst ähnlichen Punkten getrennt betrachtet werden.

Abschließend sollen die Ergebnisse zusammengefasst werden.

2. München und Augsburg im Vergleich

2.1 Stadtgeschichte

2.1.1 München

Die Entstehungsgeschichte Münchens beginnt damit, dass im Jahr 1158 der Welfe Heinrich der Löwe, Herzog von Bayern, eine vom Freisinger Bischof Otto betriebene Brücke an der Isar zerstört. Danach verlegte er den Isar Übergang an einem nahe gelegenen Ort der Muinchen genannt wurde. Es ist zwar davon auszugehen, dass an dem Ort Mönche angesiedelt waren, doch welche und wem genau das Gebiet gehörte ist nicht ganz klar.

Der in Augsburg ansässige Kaiser Friedrich Barbarossa versuchte durch den Augsburger Schied die Verhältnisse zu klären und für Frieden zwischen den beiden Parteien zu sorgen. Die von ihn ausgestellte Urkunde wird als Gründungsurkunde Münchens angesehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Augsburger Schied1

Anfänglich noch als Markt bezeichnet wuchs München in rasanten Tempo zur Residenzstadt heran.

Der bayerische Herzog reklamierte das Gebiet für sich.

In Folge des Investiturstreits und der Rückgewinnungspolitik des Kaisers, setzte sich der Herzog über geistliche Rechte hinweg und betrieb auf dem Münchner Gebiet seine eigene Handelspolitik. Vor allem die Salzstraße und der Marktplatz waren wichtig.

Nach der Teilung Bayerns regierte Ludwig II (Ludwig der Strenge) in Oberbayern. Obwohl er sich anfangs recht wenig in München aufhielt und lediglich Urkunden von dort aussaustellte, machte er München zur seiner Residenzstadt.

In der Nordstrecke der Stadt baute er seine Burg, den heutigen alten Hof. Um 1270 entstand dann die erste Stadtmauer, ein Jahr später St. Peter als erste Pfarrei Münchens. Da ein neues Stadtviertel entstand wurde eine weitere Kirche, das Heilig Geist - Spital und das Franziskaner Kloster gebaut. Bald reichte die Stadtmauer für die schnell anwachsende Residenzstadt nicht mehr aus. So unterschied man bald zwischen einen inneren und äußeren Ring.1

2.1.2 Augsburg

Im Jahr 16 v. Chr. war das Gebiet auf dem Augsburg heute liegt, bis zum Nordabhang der Alpen, von kriegerischen Keltenstämme besetzt. Kaiser Augustus sandte seine beiden Stiefsöhne Drusus und Tiberius aus um das Gebiet bis zu Voralpenland dem Römerreich zu unterwerfen.

In dieser Zeit wurde von den Römern auf dem Augsburger Gebiet ein Standlager errichtet. Ein Standlager diente hauptsächlich militärischen Zwecken. Angesiedelt waren hier ursprünglich römische Soldaten. Die von dort aus unter anderem gegen die nördlich gelegeneren Germanen agierten. Es war oft üblich das die entlassenen Soldaten ihr Standlager als Heimat ansahen und dort auch noch als Vertanen wohnen blieben. Oft betrieben sie einen kleinen Handel und die Wertach, ein günstig gelegener Fluss bei Augsburg sorgte dafür, dass sich auch Handwerker niederließen. Bald schon kam es auch zum Zuzug von Zivilbevölkerung.

Durch den gewinnbringenden Handel waren bereits auch einige Kaufleute an den Ort gebunden. So ging aus dem Standlager die römisch-antike Stadt Augsburg hervor, welche im Übrigen nach Kaiser Augustus benannt wurde. Nachdem die Römer den Kampf gegen die Germanen aufgaben war aus der Heeresstätte eine friedvolle Stadt geworden mit gewinnbringenden Handel.

Die Lage Augsburgs war recht günstig. Viele wichtige Römerstraßen führten an Augsburg vorbei. Das Straßennetz wurde auch weiter ausgebaut. Durch die Flüsse war Augsburg auch durch die Schifffahrt mit weit entfernten Städten verbunden. Kaiser Augustus räumte den Augsburger Bürgern eine Selbstverwaltung ein. Die Stadt selbst wurde ausgebaut mit vielen römisch antiken Gebäuden oder Plätzen wie Beispielsweise das Forum, auf dem viele öffentliche Reden oder Gerichtsverhandlungen abgehalten wurden, viele verschiede Thermen und Bäder die mit Mosaiken geschmückt waren aber auch kunstvoll errichtete Tempel um die Götter an zu beten.

In der anfänglichen Blütezeit hatte Augsburg keine Mauern, denn Legionen durften keine Mauern um ihre Lager bauen, brauchten diese zum Schutz aber auch nicht wirklich. Die Stadtmauer kam erst wesentlich später.

Während der Völkerwanderung wurde Augsburg nahe zu zerstört. Erst im 19 Jahrhundert fand man durch aufwendige Ausgrabungen die Reliquien der römisch antiken Stadt.

Nachdem die Stadt fast vollständig zerstört und niedergebrannt wurde, wurde sie als Bischofsstadt wiederaufgebaut.2

Obwohl beide Städte eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte aufweisen, werden beide Städte im ausgehenden Mittelalter beziehungsweise in der frühen Neuzeit Reichsstädte sein. Dies sind Städte des Heiligen Römischen Reiches. Die Reichsstädte unterstehen keinen Reichsherren, sondern direkt dem Kaiser.3

2.2 Das Bild der Städte

2.2.1 München

Die geographische Ausgangslage war mit den breiten Kiesterrassen im Urstromtal der Isar für die Siedlung München günstig. Angetrieben wurde die Entwicklung durch den Streit zwischen Bischof und Herzog. So wurde auf diesem Gebiet, gezwungener Maßen, der Salzhandel verlegt.

Obwohl es immer wieder zu einem ständigen Wechsel den bayerischen Herzogen kam, konnte das Stadtbürgertum weitgehend Selbstständigkeit aufbauen. Mitte des 13. Jahrhunderts konnten die Wittelsbacher die Stadtherrschaft an sich bringen. München, anfänglich eine Marktsiedlung, wurde in dieser Zeit planmäßig angelegt, erfuhr ab den 14. Jahrhundert beträchtliche Erweiterungen, die bis zum 19. Jahrhundert den Stadtraum formten. In der Regel waren die Wachstumsschritte immer auf die Nordstrecke bezogen.

Die bildliche Überlieferung Münchens setzt ab 1493 mit Hartmann Schedels Weltchronik ein. Die auf zwei Seiten gedruckte Wiedergabe Münchens von Osten her, ist von großer Genauigkeit und hohem Informationswert. Allerdings ist auf diesen Druck nicht die ausgebaute Allerheiligenkirche und San Salvador Kirche zu sehen. Vermutlich sind die Informationen, auf die der Druck beruhen schon etwas älter gewesen.

Die Stadtansicht ist in drei Ebenen geteilt. Der Betrachter befindet sich auf dem rechten östlichen Isarhochufer, es treffen die Salz- und die Fernstraße zusammen und bilden eine gemeinsame Terrasse, die zu Isar absteigt und über die hölzerne Isarbrücke zu führt.

Die zweite Ebene zeigt die Isar und die Zone zwischen Flussufer und Stadtmauer. Die Zone wird recht schmal dargestellt. Der Betrachter erfährt hier etwas über die vielen Gewerbetätigkeiten. Darauf weißen zum Beispiel die Mühlen und die zahlreichen Holzstapel hin. Flüsse an der Seite symbolisieren die wichtige Verkehrsader, denn die Isar transportiert nicht nur Holz, sondern auch Waren und Personen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Ansicht der Stadt München. Hartmann Schedels Weltchronik5

In der dritten Bildebene befindet sich der doppelte Mauerring und die Stadt selbst mit dem einladend geöffneten Isartor. Auch türmt sich der mächtige Baukörper der Frauenkirche. Die Kirche ist in ihrer Bedeutung sowohl Herrschafts- als auch Bürgerkirche und symbolisiert die Koexistenz der Bürger und der ortsansässigen Hofhaltung des oberbayerischen Herzogs. Am Bildrand sieht man beinahe unauffällig die neue Veste, den Lebensbereich des Stadtherren.

Die zweite Gesamtansicht Münchens bringt es auf ein 5 Stöcken gedruckten Holzschnitt von 1527 von Hans Sebald Beham. Eigentlich geht es hier um die Dokumentation einer militärischen Übung.

[...]


1 Heydenreuter, Reinhard: Kleine Münchner Stadtgeschichte, Regensburg, 2007, S. 12 - 14.

2 Steiger, Hugo: Geschichte der Stadt Augsburg, Oldenburg, 1985, S. 9 - 23.

3 Gertis, Klaus: Die deutschen Städte in der frühen Neuzeit, Darmstadt 1986, S.18.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Römisch-antike Stadt und eine Residenzstadt. Ein historischer Städtevergleich
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V1003221
ISBN (eBook)
9783346380319
Sprache
Deutsch
Schlagworte
römisch-antike, stadt, residenzstadt, städtevergleich
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Die Römisch-antike Stadt und eine Residenzstadt. Ein historischer Städtevergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003221

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