Die Stellung der Juden in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit


Hausarbeit, 2019

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zeitliche Einordnung und Beschreibung der Quelle

3 Rechtlicher Status und Judenordnungen

4 Die gesellschaftliche Stellung der Juden

5 Bekehrungsversuche und Judenpredigten

6 Ausblick

7 Fazit

8 Quellenverzeichnis

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Religion. Sie ist der Glaube an eine höhere Macht, an einen oder mehrere Götter. Sie vermittelt Weltanschauungen, Werte und Normen, wie Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Sie vereinigt Menschen in einer Gemeinschaft und formt ein soziales Netz individuell unterschiedlicher Charaktere. Trotz alle dem, was sie leistet und leisten kann, war und ist die Religion im Laufe der Geschichte immer wieder ein Faktor, der einschränkend wirkt, der Menschen auseinander bringt, der Streitigkeiten verursacht. Von Anbeginn der Aufspaltung in verschiedenen Glaubenslehren herrscht Uneinigkeit darüber, welches die einzig wahre Religion ist. Besonders das Judentum hat im Verlauf der europäischen Geschichte einige feindliche Begegnungen mit anderen Religionen erleben müssen. Vorn heran das Christentum, das mit wachsender Anzahl an Glaubensträgern, der jüdischen Glaubensgemeinschaft stets mit Skepsis und Anfeindungen gegenüberstand. Von der Antike bis hin in die Moderne halten sich Vorurteile über die Juden. Sie werden begleitet von Beschuldigungen und Missachtung. Ihnen wird die Schuld für viele Katastrophen der Geschichte (z.B. Pestwellen des Mittelalters) gegeben. Ebenfalls wird der jüdische Glaube als Falsch angesehen. Aufgrund dieser vermeintlichen Tatsachen passierte es, dass der eigentliche Schutzstatus der Juden als Minderheit, im Mittelalter langsam aber sicher brüchig wurde. Die Judenfeindschaft prägte sich immer mehr aus und gipfelte im Spätmittelalter in rechtlichen Beschränkungen, Vertreibungen und Mord. Doch nach dem Ende des Mittelalters war die Feindschaft zwischen Christen und Juden noch nicht vorbei. Auch in der Frühen Neuzeit gab es weiter Ausschreitungen und das Verhältnis zwischen den beiden Glaubensgruppen war weiterhin angespannt.

Die Verkettung von Juden und Christen in der frühneuzeitlichen Gesellschaft soll nun in dieser Hausarbeit behandelt werden. Zunächst möchte ich eine kurze, prägnante zeitliche Einordnung vornehmen und in diesem Zusammenhang meine ausgewählte Quelle beschreiben. Danach wird der rechtliche Status der Juden in der Frühen Neuzeit vorgestellt. Darauf folgt die Darstellung der gesellschaftlichen Stellung der Juden in der Gesellschaft. Am Ende der Arbeit werde ich zusätzlich auf die Versuche der Christen, die Juden zu bekehren, eingehen. Dabei möchte ich vor allem der Fragen auf den Grund gehen, inwieweit die Juden in ihrem alltäglichen Leben durch die Christen eingeschränkt wurden? Des Weiteren möchte ich die Bekehrungsversuchen näher in Augenschein nehmen. Was unternahm man um die Juden zu missionieren? Hatte man erfolgt bei diesen Versuchen?

2 Zeitliche Einordnung und Beschreibung der Quelle

Das mittelalterliche Leben ging durch vereinzelte Wendepunkte und Entwicklungen der Geschichte, langsam in eine neuzeitliche Epoche über. Die Jahre der Frühen Neuzeit waren geprägt von verschiedensten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Neuerungen. Neben Kriegen und zum Teil massiven Problemen in der Wirtschaft, waren auch dynastische Auseinandersetzungen, Zustände, mit denen die Menschen zu diesen Zeiten leben mussten.1

Einige Einblicke über die damaligen Gegebenheiten bietet uns heute das Diensttagebuch Johannes Hütterodts als Quelle. Es wurde im Rahmen dessen Arbeit als Superintendent (1638 bis 1672) Rothenburgs mit Sitz in Eschwege, von ihm geführt. Überliefert sind die Eintragungen etwa über 22 Jahre seiner Dienstzeit. Den ersten Vermerk nahm er bei und über seinen Antritt als Superintendent am 4. November 1638 vor2. Er dokumentierte, teilweise sehr ausführlich, all jene dienstliche Angelegenheiten und Tätigkeiten, die er während seiner Amtszeit verlebte. Hütterodt zeigt durch die Eintragungen in sein Tagebuch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme, mit denen er in seinem Leben zu kämpfen hatte.3 Als Superintendent war Hütterodt dem Konsistorium4 untergeordnet. Er hatte die Aufgabe in dessen Interesse innerhalb seiner Bezirke zwischen Werra und Fulda Entscheidungen zu treffen, z.B. das Einsetzen von Pfarrern und Lehrern, Steuern entgegen zu nehmen und Aufgaben zu verteilen (z.B. an den Metropolitan5 ). Ebenso führte Hütterodt ein Synodalbuch, in dem er die Pfarrer des Bezirks Rotenburg in Hessen dokumentierte.6

3 Rechtlicher Status und Judenordnungen

Die rechtliche Lage der jüdischen Bevölkerung war unterschiedlich stabil. Im Laufe der Zeit wurden sogenannte Judenregale7 ausgestellt. Diese konnten z.B. von den Landesherren beim Kaiser erkauft werden, und befähigten sie bei Besitzt zum Erteilen von ‚Schutzbriefen‘. Erst durch diese ‚Schutzbriefe‘ erhielten die Juden das Aufenthaltsrecht im jeweiligen Territorium. Weiterhin gewährte er ihnen Schutz vor Übergriffen, Ausweisung und Vertreibung. Eine rechtliche Gleichstellung konnte damit jedoch nicht erworben werden. Weiterhin musste ein solcher Brief, für jede Einzelperson erkauft werden, und sicherte damit dem Landesherren ein gewisses Einkommen. Bei Zeiten (ein Jahr oder einige wenige Jahre) musste ein neuer Schutzbrief erworben werden. Erst im späteren Verlauf der Frühen Neuzeit wurden Generalschutzbriefe für jüdische Gemeinden über einen längeren Zeitraum vergeben.8 Dank des finanziellen Interesses der Herren am Ausstellen der Schutzbriefe, „[…] [siedelten sich] seit dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts, vor allem aber seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, vielerorts wieder Juden [an]“9, die nun inmitten der christlichen Gesellschaft lebten. Daher wurden in diesem Schutzdokument zusätzlich Gesetze und Normen für die jüdische Bevölkerung festgehalten. Innerhalb des 16. Jahrhunderts wurden die Juden schließlich in die Landesordnung des Reiches aufgenommen. Daraus entwickelten sich allgemeinere Bestimmungen zu den Rechten und Pflichten der jüdischen Glaubensanhänger.10

Es entstanden die sogenannten Judenordnungen. Sie wurden nach Ansichten des Landesherrn formuliert und beinhalteten verschiedene, rechtliche Beschränkungen sowie Verpflichtungen, welche sich je nach Wohlwollen des Herren bzw. der Stadt, unter denen die Juden lebten, richteten. Allgemein können sie als „[…] komplexe, dem Anspruch nach auf Dauerhaftigkeit ausgelegte Fixierungen sämtlicher, außerhalb der engeren religiösen Dimensionen stehender Rechtsbestimmungen für die Juden [angesehen werden]“11. Grundsätzlich dienten sie der Separation der Juden, nicht der Integration. Unter anderem gab es Bestimmungen zum „Schutz der christlichen Religion vor ‚Übergriffen‘ “12, diese beinhalteten z.B. das Verbot der Lästerung des christlichen Glaubens, sowie das Untersagen des Unterhaltens einer Synagoge. In einigen Gebieten mussten die Juden ihren Glauben auf Moses und die Propheten beschränken. Der Talmud13 war verboten, da dieser sie nur vom wahren christlichen Glauben abhalten würde. Des Weiteren hatten die Juden, laut der Verordnungen, weder eine freie Wahl bei ihrem Wohnort noch konnten sie einer selbstbestimmten Arbeit nachgehen. Zusätzlich schränkte man die Bewegungsfreiheit in der Karwoche sowie an Sonn- und Feiertagen ein. Die Juden sollten zu dieser Zeit in ihren Häusern verweilen. Weiterhin wurden sie aus den Zünften ausgeschlossen und erhielten zusätzlich das Verbot Boden zu erwerben, d.h. sie konnten ebenfalls keinen landwirtschaftlichen und handwerklichen Tätigkeiten nachgehen. Aufgrund dieser Einschränkungen waren Vertreter des jüdischen Glaubens zu Beginn der Frühen Neuzeit oft Klein- oder Viehhändler, betätigten sich im Rahmen der Geldleihe oder verkauften Fleisch.14

Doch selbst bei diesen eingeschränkten, wirtschaftlichen Beschäftigungsmöglichkeiten standen die Juden noch unter starker christlicher Kontrolle. Sobald ein Mitglied einer jüdischen Gemeinde etwas getan hatte, was in den Augen der Christen nicht rechtens gewesen ist oder ihnen nicht gefiel, wurde eine Beschwerde15 an eine höhere Institution, beispielsweise den Superintendenten des Bezirks oder der Regierung selbst, gemeldet. Im Diensttagebuch Hütterodts spielen die Verordnungen, ihre Einhaltung und Verstöße immer wieder eine wichtige Rolle. Hinsichtlich der Bestimmungen wurden ständig Absprachen16 gehalten, da oft einige interpretatorische, wie begriffliche Unklarheiten herrschten. Vor allem bei der konkreten Durchführung17 von Regelungen und der Gültigkeit des Gebrauchs, holte man sich immer wieder Rat bei der Obrigkeit ein. Letztlich wurden die Vorgaben der Judenordnungen häufig gemildert angewandt, um die Juden im eigenen Gebiet zu halten. Man wollte ungern auf die Abgaben, die beim Erwerb von Schutzbriefen geleistet werden mussten, sowie einigen weiteren, verzichten.18 Ein Beispiel dafür zeigt die Beschwerde und Diskussion über den Einsatz von Sabbatsmägden19 im Tagebuch Hütterodts. Die betroffenen Juden klagten beim Superintendenten, da ihnen diese Mägde verweigert wurden. Ebenso gab es Beschwerden eines Pfarrers und den Bauern des Dorfes aufgrund der Religionsausübung der Juden. Hütterodt holte Rat ein, wie die Ausübung der Religion, durch halten des Sabbats, zu dulden sei20. Letztendlich war diese durch die Judenordnung eingeschränkt, wurde aber durch einen pragmatischen Kompromiss21 gelöst und beide Parteien (Juden und Christen) hatten sich danach zu richten. Grundsätzlich überlies Hütterodt jedoch dem beteiligten Pfarrer H. Frantz, die Möglichkeit; „wolte es aber so gar ärgerlich werden möchte ers selber an die Regirung berichten“22, womit die übergeordnete Position der christlichen Gemeinde bestätigt war. Schlussendlich sah man die Judenordnungen als Grundrecht an, die Ausführung und Einhaltung war, wie zuvor beschrieben, unterschiedlich. Der Charakter der Ausführung dieses gesetzlichen Rahmen hing zumeist von den jeweiligen Gefühlslagen der Herrschenden ab und war daher oft geprägt von Inkonsistenz und Inkonsequenz. Das konnte sowohl negative (von Strafen, zu Verfolgung bis hin zur Vertreibung) als auch positive (z.B. Zugeständnisse bei der Religionsausübung) Folgen für die Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft haben. In einigen Fällen baten diese sogar um Einhaltung ihrer eigenen Judenordnung, was dem eigenen Schutz dienen sollte.23

4 Die gesellschaftliche Stellung der Juden

Das Leben der Juden ist schon seit der Antike und dem Mittelalter geprägt von einem negativen Feindbild, unter welchem die Mitglieder der jüdischen Glaubensgemeinschaft stets leiden mussten. Seit dem Herausbilden einer christlichen Gesellschaft und der Frage nach dem ‚wahren‘ Glauben hat sich der sogenannte ‚Antijudaismus‘ durch verschiedenste Vorurteile und Mythen über den gesamten christlich-abendländischen Raum verbreitet und hält sich dort bis in die Frühe Neuzeit. Seitdem das Christentum im 4. Jahrhundert nach Christus zur Staatsreligion des Alten Reiche ernannt wurde, begann die Beschneidung der jüdischen Autonomie auf religiöser, wirtschaftlicher und rechtlicher Ebene. Die Juden galten nun als Minderheit mit untergeordnetem sozialen Rang. Der Höhepunkt dieser Bewegungen wurde im Spätmittelalter mit massiven Judenvertreibungen erreicht. Die Ausprägungen der Feindschaft gehen über Zwangstaufen, Verfolgung und Vertreibung bis hin zu Mord. Trotz Reformation, Aufklärung und der Konfessionalisierung waren die Folgen des Mittelalters noch in den nachkommenden Jahrhunderten zu spüren.24.

Das jüdische Leben war demnach auch in der Frühen Neuzeit geprägt von Aussiedlungen und Wiederaufnahmen in die Territorien des Reiches und der Städte. Die allgemeine Judenpolitik der verschiedenen Herrscher schwankte mehrfach zwischen Duldung und Ablehnung, meist ausgelöst durch Kriege, Herrschaftsinstabilität und religiöse Motive. Man kann für die Frühe Neuzeit daher nicht von einer, „weder in ereignis- noch in wirkungsgeschichtlicher Hinsicht […] fassbare historische Geschehenseinheit [der Vertreibung]“25 ausgehen, anders als es bei den Pogromen des Mittelalters der Fall war. Die verschiedenen Vertreibungswellen (Art und Ausprägung) unterschieden sich von Herrscher zu Herrscher, von Gebiet zu Gebiet. Man stand vor neuen territorialen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Besonders durch die Auflösung jüdischer Infrastrukturen, in Folge der Verstoßung, ist der Großteil der Judenschaft aus ihren urbanen Siedlungsgebieten des Mittelalters, im Laufe der Frühen Neuzeit auf das Land abgewandert. Die Aufnahme jüdischer Familien erfolgte meist aufgrund des fiskalischen Interesses der jeweiligen Landesherren (siehe Punkt 2 rechtlicher Status und Judenordnungen). Doch auch im ländlichen Bereich waren die Juden in der nicht-jüdischen Gesellschaft eher fremd. Sie galten aufgrund ihrer Religion als Gotteslästerer und wurden weiterhin mit Missgunst betrachtet. Als (religiöse) Minderheit hatten sie besonders in kleineren territorialen Gebieten Probleme durch Kondominaten26. Es kam oft vor, dass das Judenregal an verschiedene Territorialherren oder sogar Städte verpfändet wurde. Die eigentliche Schutzfunktion der ‚Schutzbriefe‘ wurde dadurch immer mehr zur Ausbeute, denn es mussten zusätzliche Abgaben geleistet werde, um die eigene Sicherheit zu garantieren. Die Juden wurden aufgrund ihrer Stellung ausgenutzt. Des Weiteren konnten die Landjuden auch unter einer Mischherrschaft Zuflucht finden. Hier bot sich der Vorteil des ‚doppelten‘ Schutzes, da sie unter zwei verschiedenen Herrschern (z.B. Kaiser und Landesherr) standen. Letztlich lebten jedoch Ende des 16. Jahrhunderts etwa 90% der deutschen Juden auf dem Land.27 Mit Worms, Frankfurt am Main, Friedberg und Fulda (Auswahl) gab es nur noch einige wenige urbane Siedlungsgebiete jüdischer Bürger.28

Das Landleben brachte zunächst die Schwierigkeiten der Frage nach dem Beruf mit sich. Wegen der Einschränkungen der wirtschaftlichen Betätigung in den Judenordnungen und der zerstörten Beziehungs- und Handelsnetze war es anfangs nicht ganz einfach Arbeit zu finden. Viele Juden verfielen in Armut und wurden zu Bettlern oder Vagabunden. Andere veränderten ihre Tätigkeitsbereiche und nutzen die Chance sich wieder ein berufliches Standbein aufzubauen. Wie auch schon in früheren Jahrhunderten waren die Juden dem Handel verschrieben (vor allem durch das Verbot andere Berufszweige auszuüben). Aufgrund der Anbindung ihrer neuen Heimatorte beschränkte sich ihre Tätigkeit meist auf den Kleinhandel von Produkten aus der Landwirtschaft oder Vieh. Ebenso handelte man mit Textil und Lederwaren, sowie Eisenprodukten. Pfandleihen und Kreditgeschäfte blieben als Möglichkeit des Verdiensts aus dem Mittelalter erhalten. Die Waren wurden in der Dorfgemeinschaft, bis hin in die Nachbardörfer, wie auch in nahe Städte gebracht. „Dabei erfüllten [die Juden] vielfältige Funktionen für die ländlichen Wirtschaftsräume: Zum einen sorgten sie für den Warentransfer zwischen dem städtischem Markt und dem agrarischen Umland […], zum anderen übernahmen sie Verteilungsaufgaben innerhalb der ländlichen Ökonomie“29. Fernhandel wurde insgesamt nur noch wenig betrieben. Die Juden der Frühen Neuzeit entwickelten im Laufe der Jahre neue Handelspraktiken und - strategien. Beispielsweise passten sie das Angebot an bereitgestelltem Leihvieh oder die Art des Zahlungsmittels je nach Jahreszeiten sowie Arbeits- und Verdienstzyklen an. Sie reagierten auf die jeweiligen Bedingungen des ‚Marktes‘ in ihrer Umwelt und konnten dadurch ihre Existenzen sichern. Es fällt auf, dass es trotz einem jüdischen Feindbild immer wieder Interaktionen zwischen Juden und Christen gegeben haben muss. Hierzu zählen nicht nur die Tätigkeiten der Juden als Händler, sondern auch die Tatsache, dass die christlichen Frauen, als Sabbatsmägde30 dienten. Vorurteile traten bei solchen Geschäften scheinbar in den Hintergrund.31

[...]


1 Vgl. Stollberg-Rilinger, B. (2003). Einführung in die Epoche. Was heißt Frühe Neuzeit? Zugriff am 4. Mai 2019 https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/einleitung/einfuehrung_epoche/unterpunkte/fruehe_neuzeit.-htm.

2 Vgl. DTB. Eintrag 1, S. 1.

3 Vgl. Kollmann, K. (2009). Johannes Hütterodt. Biografie und Familie. In: Arnold, M. & Kaufmann, K. (Hrsg.), Alltag reformierter Kirchenleitung. Das Diensttagebuch des Eschweger Superintendenten Johannes Hütterodt (1599-1672) (S. 11-23). Marburg: N. G. Elwert Verlag, S. 22 f.

4 Konsistorium (lat.: "consistere", zusammentreten) bezeichnet in der römisch-katholischen Kirche die Versammlung der Kardinäle unter dem Vorsitz des Papstes. Die evangelische Kirche bezeichnet mit dem Begriff ein kollegiales Leitungsgremium. Im Zuge der Reformation wurden diese Gremien gegründet, um die Einführung und Sicherung der evangelischen Lehre zu gewährleisten. (Ohne Autor. Konsistorium. Zugriff am 5. Mai 2019 https://zentrum.virtuos.uni-osnabrueck.de/wikifarm/fields/ikfn_oberhofprediger/field.php/Glossar/Konsistorium).

5 Als Metropolit wird, sowohl innerhalb der römisch-katholischen als auch der orthodoxen Kirche, der Leiter einer Kirchenprovinz oder auch ein – einer solchen Provinz vorstehender – Erzbischof, bezeichnet. (Ohne Autor. Metropolit. Zugriff 11. Mai 2019 http://www.navigator-allgemeinwissen.de/die-wichtigsten-fragen-und-antworten-zu-religion-und-philosophie/christentum/wissenswertes-zum-christentum/612-was-ist-ein-metropolit.html).

6 Vgl. Arnold, M. (2009). Zwischen Kirchenordnung und kirchlicher Wirklichkeit. Das Amt des Superintendenten im Rahmen der hessischen Kirchenverfassung des 17. Jahrhunderts. In: Arnold, M. & Kaufmann, K. (Hrsg.), Alltag reformierter Kirchenleitung. Das Diensttagebuch des Eschweger Superintendenten Johannes Hütterodt (1599-1672) (S. 47-75). Marburg: N. G. Elwert Verlag, S. 61.

7 Nach den großen Judenverfolgungen während der Pestwellen 1348-1350 waren die meisten jüdischen Gemeinden ausgelöscht worden. Bis dahin hatten die Juden kollektiv unter dem Schutz des Kaisers gestanden, der allerdings nicht wirksam war: Karl IV. griff während der Pogrome nicht ein, verhinderte sie nicht, und somit war die Basis jüdischer Existenz im Reich nicht mehr gesichert. In Konsequenz aus dem Versagen des kaiserlichen Schutzes übertrug der Kaiser im Jahr 1356 in der Goldenen Bulle alle Schutzrechte über die Juden auf die Kurfürsten. Diese Urkunde bildet einen Wendepunkt in der jüdischen Geschichte, denn die vorher eher personale Bindung der Juden an den Kaiser veränderte sich nun zu einer finanziellen Beziehung. Das Judenregal stand nunmehr als eines neben anderen wie z.B. dem Bergwerks- oder Zollregal: Es waren Rechte, die man an bestimmte Personen gegen Zahlung eines festgelegten Betrages verlieh. Die Juden konnten sich von nun an Schutz vor Vertreibungen und Übergriffen erkaufen. Von den Kurfürsten gingen diese Rechte allmählich auf Landes- und Stadtherren über. (Ohne Autor. Juden. Glossar. Zugriff am 5. Mai 2019 https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/sozialeOrdnung/juden/glossar.htm#regal).

8 Vgl. Arnold, M. (2015). Vergebliche Bekehrungsversuche. Judenpredigten in Eschwege 1647 bis 1652. Eschweger Geschichtsblätter, 26/2015 (S. 104-117). S.104.

9 Laux, S. (2010). Gravamen und Geleit. Die Juden im Ständestaat der Frühen Neuzeit (15.-18. Jahrhundert). Birkach: Verlag Hahnsche Buchhandlung Hannover, S. 29.

10 Vgl. Nierhoff, C. (2003). Soziale Ordnung. Juden. Grundlagen. Zugriff am 4. Mai 2019 https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/sozialeOrdnung/juden/unterpunkte/grundlagen.htm.

11 Laux, S. (2010). Gravamen und Geleit, S. 106.

12 Nierhoff, C. (2003). Soziale Ordnung. Zugriff am 26. April 2019 https://www.-uni-muenster.de/FNZ-Online/sozialeOrdnung/juden/unterpunkte/grundlagen.htm.

13 Neben der Tora ist der Talmud eine der bedeutendsten Schriften im Judentum. Talmud, ein hebräisches Wort, bedeutet „Belehrung“ oder auch „Lehre“. Im Talmud sind keine Gesetzestexte aufgeschrieben, sondern der Talmud ist die Interpretation der biblischen Gesetze. Diese Schrift enthält zirka zweieinhalb Millionen Wörter. (Ohne Autor. Talmud. Was ist der Talmud. Zugriff am 5. Mai 2019 http://judentum-projekt.de/religion/talmud/index.html).

14 Vgl. Laux, S. (2010). Gravamen und Geleit, S. 109; Arnold, M. (2015). Vergebliche Bekehrungsversuche, S.105.

15 Vgl. DTB. Eintrag 1187, S.672.

16 Vgl. DTB. Eintrag 393, 395 & 446, S. 221 f & 251.

17 Vgl. DTB. Eintrag 614, S. 343.

18 Vgl. DTB. Eintrag 415, S. 236.

19 Der Sabbat (Ruhetag, Samstag) ist den Juden heilig und wird jede Woche als Feiertag begangen. Er ist der siebente und letzte Tag der Woche, der Tag, den Gott nach jüdischem Glauben zum Ruhetag bestimmt hat. Den Sabbat einzuhalten, gehört zu den zehn Geboten und ist damit unbedingte religiöse Pflicht. In dieser Zeit ist Arbeit streng verboten. (Ohne Autor. Sabbat. Samstag als heiliger, wöchentlicher Feiertag der Juden. Zugriff am 5. Mai 2019 https://religion.orf.at/lexikon/stories/2569694/). Die nicht jüdischen Mägde, welche den Sabbat begleiteten, wurden zum Verrichten der anstehenden Arbeiten (z.B. Feuer machen, Dinge tragen, etc.) angeheuert, die die Juden aufgrund ihres Glaubens an diesem nicht ausführen konnten.

20 Vgl. DTB. Eintrag 393, S 221.

21 Vgl. DTB. Eintrag 415, S. 236.

22 DTB. Eintrag 415, S. 236.

23 Vgl. Laux, S. (2010). Gravamen und Geleit, S. 107-112.

24 Vgl. König, J. (2006). Judenfeindschaft von der Antike bis zur Neuzeit. Zugriff am 5. Mai 2019 https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37951/von-der-antike-bis-zur-neuzeit.

25 Laux, S. (2010). Gravamen und Geleit, S. 29.

26 Gebiete, die unter der Herrschaft mehrerer Staaten/Herrscher stehen. (Vgl. Ohne Autor. Online-Wörterbuch. Kondominat. Zugriff am 5. Mai 2019 https://www.wortbedeutung.info/Kondominat/).

27 Vgl. Kühn, C. (2008). Jüdische Delinquenten in der Frühen Neuzeit. Lebensumstände delinquenter Juden in Aschkenas und die Reaktionen der jüdischen Gemeinden sowie der christlichen Obrigkeit. Potsdam: Universitätsverlag Potsdam, S. 19-21.

28 Vgl. Reuter, U. (2010). Die jüdische Gemeinde Worms und ihr Umland in der Frühen Neuzeit. In: Pelizaeus, L. (Hrsg.), Innere Räume – äußere Zäune. Jüdischer Alltag im Rheingebiet im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit (S. 117-137). Mainz: Verein für Sozialgeschichte, S. 119.

29 Ullmann, S. (2016). Daß Sye gute Freundt under einander bleiben sollen? Jüdisch-christliche Kreditnetze in der ländlichen Gesellschaft während der Frühen Neuzeit. In: Hirbodian, S. & Stretz, T. (Hrsg), Juden und ländliche Gesellschaft in Europa zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit (15.-17. Jahrhundert). Kontinuität und Krise, Inklusion und Exklusion in einer Zeit des Übergangs (S.51-72). Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, S.51 f.

30 Vgl. DTB. Eintrag 415, S. 236.

31 Vgl. Ullmann, S. (2016). Daß Sye gute Freundt under einander bleiben sollen?, S.51 f.; Kühn, C. (2008). Jüdische Delinquenten in der Frühen Neuzeit, S. 25 f.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Stellung der Juden in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V1003306
ISBN (eBook)
9783346379276
ISBN (Buch)
9783346379283
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Juden Frühe Neuzeit
Arbeit zitieren
Cheyenne Flieger (Autor), 2019, Die Stellung der Juden in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003306

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