Die Arbeit untersucht die Frage, inwieweit Hasskommentare auf YouTube diese Plattform beeinflussen und insbesondere ob diese mit Cyber-Mobbing gleichzustellen sind.
Ob es nun um reine Beleidigung geht, in Kritik verpackte Hetze oder gar konstruktive Kritik, gespickt mit kleinen Gemeinheiten, Hasskommentare sind der Alltag für viele Content Creator auf der Videoplattform YouTube geworden. Es scheint eine gewisse Hasskultur zu entscheiden, so der Eindruck, welche je nach YouTuber stärker oder schwächer ausfallen kann und auch von der Reaktion des jeweiligen Content Creators abhängig ist.
Im Rahmen des Empiriepraktikums zum Thema „YouTube als soziologisches Phänomen“ wurde diesbezüglich eine Befragung durchgeführt, um welche es in der nachfolgenden Arbeit gehen soll. Befragt wurden 28 Personen über die Plattform „Umfrageonline.com“ sowie in persönlichen Gesprächen und über Discord Server. Zusätzlich zu den somit generierten Daten sollen natürlich auch theoretische Ansätze mit eingebunden werden, um so die Frage dieser Arbeit, welche Wirkung Hasskommentare besitzen und ganz besonders, ob diese mit Cybermobbing in Bezug gesetzt werden können, beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Datenerhebung – Leitfadeninterview als Umfrage
3 Datenanalyse
4 Hasskommentare und Hasskultur – Cyber Mobbing?
4.1 Hasskommentare als Wunsch nach Anerkennung – Wir spielen Theater
5 Sonderfall Rainer Winkler – Der Drachenlord
6 Fazit und Ausblick
6.1 Ergebnisse der Forschungsarbeit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene Hasskommentare und Hasskultur auf der Plattform YouTube. Das zentrale Ziel ist es, die Wirkung dieser Kommentare zu analysieren und zu ergründen, inwieweit sie als eine Form von Cyber-Mobbing klassifiziert werden können, wobei der Fall des "Drachenlord" als besonderes Beispiel dient.
- Wahrnehmung und Entstehung von Hasskommentaren auf YouTube
- Vergleich und Einordnung von Hasskommentaren als Cyber-Mobbing
- Soziologische Analyse mittels Rollentheorie und Anerkennungskonzepten
- Die Dynamik zwischen Content Creatoren und Community
- Empirische Untersuchung mittels qualitativer und quantitativer Befragung
Auszug aus dem Buch
4.1 Hasskommentare als Wunsch nach Anerkennung – Wir spielen Theater
Eine Möglichkeit dazu wäre wohl der Wunsch nach Anerkennung, denn „Mit allem, was wir tun und sagen, begehren wir –nicht zuletzt – soziale Anerkennung.“ (Welskopp1 2013, S.41) Denkt man dies weiter so wird klar, dass Menschen unabdingbar soziale Anerkennung benötigen und sie auch mit den unterschiedlichsten Mitteln versuchen zu erhalten. Achtung, Respekt, individuelle Wertschätzung oder einfach emotionale Zuwendung sind nur einige Beispiele, die das positive Selbstbild bestätigen. Dieser Erhalt von Anerkennung ist dabei entscheidend beim Aufrechterhalten des Ideals von Selbst- und Fremdwahrnehmung und somit auch dem Akt die eigene Identität zu stabilisieren.
Alle Menschen, ob es ihnen bewusst ist oder nicht, spielen je nach Situationen unterschiedliche Rollen, die sie alle auch unterschiedlich ausfüllen und aufbauen. Mit dieser Rolle erschaffen sich die Menschen eine Maske um in gewissen Situationen oder auch gewissen anderen Personen ein bestimmtes Image aufrecht zu erhalten. Hier wäre es das Image des „Haters“, einer Person, die immer da ist um Kommentare zu schreiben, hasserfüllt, brutal und ohne Rücksicht auf Verluste und Gefühle jener Personen, die damit angegriffen werden. Eine Rolle, die in der Realität so vielleicht nicht gespielt werden kann, entweder aus Angst vor sozialen Konsequenzen oder gar die Angst vor Reaktionen, die real auch körperlicher Art sein könnten. Diese beiden Punkte sind durchaus zusammen zu betrachten. Je besser man in seiner Rolle als sogenannter „Hater“ ist, desto mehr Anerkennung kann generiert werden, ob diese nun negativer Natur ist oder gar positiver Natur von anderen Personen, die ebenso wie man selbst in dieser Rolle aufgehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themenkomplexes Hasskommentare auf YouTube, Definition der Forschungsziele sowie Erläuterung der empirischen Vorgehensweise.
2 Datenerhebung – Leitfadeninterview als Umfrage: Beschreibung der methodischen Durchführung der Befragung zur Kommentarkultur auf YouTube unter Einbeziehung von Nutzern verschiedener Plattformen.
3 Datenanalyse: Auswertung der erhobenen Umfragedaten hinsichtlich des Umgangs der Nutzer mit Hasskommentaren und deren Motivationen.
4 Hasskommentare und Hasskultur – Cyber Mobbing?: Theoretische Fundierung des Cyber-Mobbing-Begriffs und dessen Anwendung auf die Kommentarspalten von YouTube.
4.1 Hasskommentare als Wunsch nach Anerkennung – Wir spielen Theater: Analyse der psychologischen Hintergründe von Hasskommentaren unter Rückgriff auf Rollentheorie und Anerkennungsbedürfnisse.
5 Sonderfall Rainer Winkler – Der Drachenlord: Fallstudie über die Dynamik von Mobbing und Hasskultur am Beispiel des YouTubers Drachenlord.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Reflektion der Forschungsergebnisse und Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der Gleichstellung von Hasskommentaren und Cyber-Mobbing.
6.1 Ergebnisse der Forschungsarbeit: Detaillierte Darstellung der zentralen Erkenntnisse aus Literatur und Umfrage zur Relevanz und Wirkung von Hasskommentaren.
Schlüsselwörter
YouTube, Hasskommentare, Cyber-Mobbing, Hasskultur, Drachenlord, Anerkennung, Soziologie, Online-Kommunikation, Empirische Untersuchung, Rollentheorie, Web 2.0, Kommentarfunktion, Online-Mobbing, digitale Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Hasskommentare auf der Videoplattform YouTube und analysiert deren soziologische Dimensionen sowie deren Verbindung zum Thema Cyber-Mobbing.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Interaktionsstrukturen in Kommentarspalten, die psychologischen Motive hinter Hasskommentaren (wie Anerkennungssuche) und die Auswirkungen auf Content Creator.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu ergründen, welche Wirkung Hasskommentare auf die YouTube-Plattform haben und inwiefern diese Kommentare mit Cyber-Mobbing gleichgesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Arbeit, die einen quantitativen Fragebogen und qualitative Ansätze (Leitfadeninterviews) nutzt, ergänzt durch eine theoretische Analyse soziologischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Datenerhebung, die Analyse der Umfrageergebnisse, die theoretische Definition von Cyber-Mobbing und eine Fallstudie zum YouTuber "Drachenlord".
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind YouTube, Hasskommentare, Cyber-Mobbing, Drachenlord, soziale Anerkennung und Web 2.0-Kommunikation.
Wie definiert der Autor im Kontext dieser Arbeit Hasskommentare?
Hasskommentare werden als "Kommentare, die lediglich zur starken Beleidigung genutzt werden, ohne konstruktive Argumente hervor zu bringen" definiert.
Welche Rolle spielt der Fall "Drachenlord" für das Verständnis von Cyber-Mobbing?
Der Fall dient als Paradebeispiel für eine Eskalation, bei der Cyber-Mobbing von der digitalen in die reale Welt überschwappt und eine dauerhafte, gemeinschaftsbasierte Belagerungsdynamik erzeugt.
Welche Bedeutung hat das Bedürfnis nach Anerkennung bei der Entstehung von Hass?
Die Arbeit legt dar, dass Hater durch ihr Verhalten in bestimmten Online-Communities soziale Anerkennung und Bestätigung von Gleichgesinnten erfahren, was ihr Handeln verstärkt.
- Arbeit zitieren
- Sascha Buch (Autor:in), 2019, Hasskommentare und Hasskultur auf YouTube - Cyber Mobbing?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1003450