Kafka, Franz - Die Verwandlung - Immanente Erschließung der Figurenkonstellation


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

4 Seiten


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Immanente Erschließung der Figurenkonstellation in „Die Verwandlung“ von Franz Kafka

Gregor 1. Teil

Als Gregor morgens aufwacht und die Verwandlung an seinem Körper feststellt, ist sein erster Gedanke: „Was ist mit mir geschehen?“ Er stellt fest, dass er unbeweglich geworden ist, er verschließt die Augen vor seinen vielen kleinen Beinchen, da er sich vor sich selbst ekelt. Bei dem Versuch seiner Mutter zu antworten, erschrickt er vor seiner unverkennbar gewordenen Stimme, jedoch denkt er n icht weiter über diese nach, da er seine Verwandlung für eine Illusion hält. Er fühlt sich sehr gut, da er davon überzeugt ist, dass nach dem Aufstehen bei einem guten Frühstück seine Einbildung vorübergehen werde. Das aufstehen erweist sich als äußerst schwierig, da er erst lernen muss mit seinem Körper umzugehen. Er steht auf, lernt zu gehen und versucht mit dem Mund die Tür zu öffnen. Er ist gespannt und begierig auf die Reaktion seiner Familie und des Prokuristen, wobei er hofft, dass sie alles ruhig hinnehmen würden, und somit er sich wirklich alles nur eingebildet hätte. Er befürchtet jedoch, dass sie erschrecken und er seine Verantwortung ihnen gegenüber verliert. Durch den Aufschrei der anderen wird seine Veränderung real und nicht mehr rückgängig zu machen.

2.Teil

Als Gregor in der Abenddämmerung wieder aufwacht, fühlt er sich genügend ausgeschlafen und stellt beim Aufstehen in der Dunkelheit fest, wie praktisch und nützlich seine Fühler sind. Jedoch plagen ihn noch Schmerzen von dem Tritt seines Vaters, und ein Beinchen schleppt er leblos nach. Gregor hat großen Hunger, muss dabei aber feststellen, dass ihm seine früheren Leibgerichte nicht mehr schmecken. Ansonsten hat er sich an seinen Körper gewöhnt, und muss über Bewegungen nicht mehr nachdenken. Außerdem stellt er fest, dass seine Wunden schneller heilen als in seinem vorherigen Dasein. In den langen Stunden in seinem Zimmer, hat er Zeit, sich Gedanken über seine Zukunft und die seiner Familie zu machen. Er empfindet Scham und Trauer bei dem Gedanken die Rolle des verantwortungsvollen Familienmitgliedes vollständig verloren zu haben und die Familie nicht mehr ernähren zu können. Das ruft ein Gefühl der Einsamkeit und Ausgeschlossenheit bei ihm hervor, unterstützt durch die Tatsache, dass keiner mit ihm redet, da sie ihn nicht verstehen und glauben, dass er sie auch nicht verstehen kann. Durch die Abschottung seiner Familie fühlt er sich wie in Gefangenschaft, nur das Herausschauen aus dem Fenster lässt ihn ein Gefühl der Befreiung verspüren. Allerdings wird dieses Gefühl eingeschränkt durch das Wissen in diesem Körper bleiben zu müssen. Er wird sich dadurch bewusst, dass er seiner Familie schadet und fasst den Entschluss, für sie alles so erträglich wie möglich zu machen.

Gregor kann sich mit seiner Rolle als Käfer nicht anfreunden, da er seinen Verpflichtungen in der Familie nicht nachkommen kann. Es ist ihm unangenehm sich durch andere helfen zu lassen und nicht auf eigenen Beinen stehen zu können. Er hat seine Führungsrolle als Ernährer der Familie verloren und stellt nur noch eine Belastung dar. Dieses voller Beschämung und Trauer erkennend, versucht er Rücksicht auf die Familie zu nehmen, indem er sich unter dem Sofa versteckt. Darüber hinaus versucht er eine unangenehme Situation für die Familie zu vermeiden und hält sich vom Fenster fern. Dieses zeigt seine immer noch vorhandene Zuneigung zur und Sorge um die Familie.

3.Teil

Die vom Apfel stammende Wunde nimmt Gregor all die erst erlangte Beweglichkeit und macht ihn zu einem Invaliden, so dass er nun nicht mehr so wie vorher in seinem Zimmer herumkriechen kann. Allerdings wird abends jetzt immer die Tür geöffnet, was für Gregor eine Art von Teilnahme am Familienleben darstellt. Darüber ist er so erfreut, daß0 er dieses als Entschädigung für das Leid, welches sein Vater ihm angetan hat, ansieht. Diese Freude wird aber durch das Wissen getrübt, dass die Familie völlig hoffnungslos ist und mit einem Unglück zu tun hat wie sonst keiner. Jeden Abend, wenn die Tür wieder geschlossen wird, sobald der Vater schläft, fängt Gregors Wunde wieder an zu Schmerzen und er dachte Nacht und Tag daran, dass er, wenn sich die Tür das nächste Mal öffnet, alles wieder wie früher in die Hand zu nehmen. Im nächsten Moment wird er dann aber wieder von Wut erfüllt und ist froh, dass sich keiner um ihn kümmert. Gregor fängt an, nichts mehr zu essen, so dass er nach Wanderungen durch das Gerümpel in seinem Zimmer sterbensmüde und traurig ist und sich nicht mehr rührt. Außerdem nimmt Gregor immer wieder Rücksicht auf die Familie, was vorher für ihn am Wichtigsten ist. Jetzt allerdings steigt seine Gleichgültigkeit immer weiter an, was daraus resultiert, dass sich keiner um ihn kümmert. Nachdem der Versuch, zu seiner Schwester zu gelangen fehlgeschlagen ist, kann er sich wegen der durch Enttäuschung und Hunger verursachte Schwäche nicht mehr bewegen. Bei Gesprächen muss Gregor feststellen, dass seine Familie ihn überhaupt nicht versteht und ihn völlig falsch einschätzt. Er kann nur unter größten Anstrengungen die weite Strecke zu seinem Zimmer zurücklegen und fühlt, dass sein Körper immer steifer wird und er sich kaum noch bewegen kann. Am Ende stirbt Gregor alleine in seinem Zimmer mit einem ausgetrockneten und zerschundenen Körper, wobei er aber seiner Familie gegenüber Liebe und Rührung empfindet.

Das Verhältnis von Gregor zu seiner Schwester 1.Teil

Gregor und seine Schwester haben ein vertrauliches Verhältnis, denn sie akzeptieren sich gegenseitig voll und ganz.

Sie unterhalten sich im Flüsterton, wodurch ihre enge Verbundenheit deutlich wird. Außerdem will die

Schwester in Gregors Zimmer, da sich um ihn sorgt, was auch durch ihr ständiges Klagen und Weinen deutlich wird.

Zwischen den beiden liegt eine Geschwisterliebe vor, denn Gregor erwähnt ihre Klugheit und beide respektieren sich. Da sich keiner über den anderen stellt. Die Schwester hätte dem Prokuristen den Schrecken ausgeredet, sie hätte sich also sogar für Gregor prostituiert und ihm selbst den Käfer ausgeredet.

Außerdem ist sie realitätsbezogen, da sie Gregor immer über die weiteren Vorkommnisse informiert z.B. als der Prokurist erscheint. Darüber hinaus vermutet Gregor, dass sie weint, weil er durch sein Liegenbleiben in Gefahr war seinen Posten zu verlieren.

2.Teil

Die Schwester tritt fürsorglich auf, indem sie, während Gregor schläft, sein Lieblingsgetränk für ihn bereitstellt, obwohl sie sich vor der neuen Gestalt ihres Bruders ekelt.

Das enge Verhältnis von ihr zu Gregor veranlasst sie, sich jetzt, nach seiner Verwandlung um ihn zu kümmern. Zuvor hatte Gregor die finanzielle Verantwortung für Grete und seine Eltern, so dass ein Rollentausch stattfindet.

Am Anfang handelt sie ausschließlich aus ihrer Güte heraus, da sie ihm z.B. eine große Auswahl an Speisen ins Zimmer bringt, um eine Geschmacksveränderung ausfindig zu machen.

Außerdem entwickelt sie ein Zartgefühl Gregor gegenüber, denn sie verlässt das Zimmer während Gregor isst. Auch dieser verhält sich rücksichtsvoll, in dem er sich vor ihr versteckt, um ihr seinen unerträglichen Anblick beim Aufräumen des Raumes zu ersparen. Durch ihre Aufmerksamkeit ermöglicht sie ihm später auch durch das Aufräumen des Zimmers ein größtmögliches Maß an Bewegungsraum.

Durch die erstmalige Anerkennung der Eltern gegenüber der Schwester fühlt sich diese nun als Sachverständige für ihren verwandelten Bruder, da sie sich als einzige traut, das Zimmer zu betreten.

Sie behält sich alle Entscheidungen, die ihren Bruder betreffen, vor. So setzt eine Entwicklung von der fürsorglichen und zartfühligen Schwester zu einer selbstbewussten Person, die die Verantwortung für die Familie trägt, ein. Als Gregor sein Bild verteidigt, zeigt sich eine erste Aggression zwischen den Geschwistern. Nachdem Gregor aus dem Zimmer ausgebrochen ist, übergibt Grete ihrem Vater die Verantwortung. Die Angst der Mutter, dass der Vater Gregor etwas antun könnte, führt zu einer sexuellen Annährung der beiden.

3.Teil

Im dritten Teil wird deutlich, dass Grete und ihre Eltern mehr und mehr zu einer Schicksalsgesellschaft zusammenwachse, von der Gregor ausgeschlossen ist.

Durch das gemeinsame Leiden entwickelt sich ein engeres Verhältnis von Grete zu ihren Eltern. Gregor wird zum Außenseiter und wird aus der Familie ausgestoßen.

Die Schwester arbeitet als Verkäuferin und lernt zuhause Französisch, so dass sie weniger Zeit hat, sich um Gregor zu kümmern.

Sie stellt ihm nur noch irgendwelche Speisen ins Zimmer, wobei es ihr egal ist, ob Gregor sie isst oder nicht. Auch das Aufräumen von Gregors Zimmer erledigt sie nun möglichst schnell.

Gretes Sorgfalt in Bezug auf ihren Bruder lässt also nach.

Allerdings besteht sie immer darauf, dass sie die einzige bleibt, die sich um Gregor kümmert, um ihre besondere Stellung vor ihren Eltern zu wahren.

Als Grete Violine spielt, ist Gregor begeistert. Er beschließt, ihr klar zu machen, dass sie für immer in seinem Zimmer bleiben müsse, da er der einzige sei, der ihr Spiel wirklich anerkennt.

Gregor hofft folglich noch auf eine Aussöhnung und auf ein Wiederkehren des alten Verhältnisses. Diese will das Ungetier nach dem erneuten Eklat aber nur noch loswerden. Sie kann den Zustand nicht mehr ertragen und die Abscheu und der Ekel vor Gregor werden zu groß.

Ihren Entschluss Gregor fortzuschaffen und seinen Tod hinzunehmen, rechtfertigt sie damit, dass er nicht ihr Bruder sein könne.

Sie distanziert sich von der Vorstellung, dass der Käfer ihr Bruder ist und beginnt ihn zu hassen, weil er ihr und ihren Eltern soviel Unannehmlichkeiten und Qualen bereitet. Gregor jedoch denkt an seine Familie kurz vor seinem Tod mit Rührung und Liebe zurück, was bedeutet, dass er ihnen ihr Verhalten verzeiht.

Das Verhältnis von Gregor zu seinem Vater Teil 1

Der Vater macht im ersten Teil der „Verwandlung“ eine Entwicklung durch. Beim ersten Erscheinen des Vaters klopft dieser noch vorsichtig jedoch mit einer absehbaren Aggressivität (Faust) an Gregors Tür und fragt leise, zurückhaltend ob Gregor etwas fehle. Auch dem erscheinenden Prokuristen gegenüber verhält er sich devot, da dieser den Arbeitgeber Gregors personifiziert, dem der Vater noch Geld schuldig ist. Durch die Arbeit begleicht Gregor diese Schulden und sichert die Existenz der Familie. Die Tatsache, dass Gregor nicht zur Arbeit geht, bedroht die Existenz der Familie, somit ist die Besorgnis des Vaters nicht nur auf Gregor, sondern auch auf sich selbst bezogen. Gregors Gestalt als Käfer bestätigt diese Furcht. Das Resultat dieses Bewusstwerdens ist Feindseeligkeit und Aggression. Dies führt zur Isolierung Gregors aus dem Familienverband durch den Vater.

Teil 2

Wie schon im ersten Teil verändert sich das Wesen des Vaters auch im zweiten Teil. Der Verlust Gregors als Ernährer der Familie, zwingt den Vater Die Rolle des Existenzerhalters wieder zu übernehmen. Sein erster Schritt in diese Richtung ist die Darlegung der finanziellen Verhältnisse, wobei die Rücklagen, Ersparnisse aus Gregors Einnahmen der letzten fünf Jahre und aus dem Geschäftskapital des Vaters bestehen. Dadurch wird klar, dass Gregor seine Funktion verloren hat. Da keine wirkliche emotionale Bindung zwischen Gregor und der Familie bestand, ist Gregor nun entgültig aus dem Familienverband isoliert. Der Vater, der nun eine Anstellung gefunden hat, ist nicht mehr auf Gregor angewiesen und empfindet seine Existenz als Last, was Abneigung erzeugt. Diese Abneigung gipfelt darin, dass der Vater Gregor mit einem Apfel verletzt, als dieser den Schein erweckt, ausbrechen zu wollen. Dies zeigt entgültig die zurückgewonnene Dominanz des Vaters Gregor gegenüber.

Teil 3

Auch im dritten Teil macht der Vater eine Veränderung durch. Er ist zwar von Beginn an unbestritten das Familienoberhaupt, seine Position wird jedoch durch seine schlechte körperliche Konstitution eingeschränkt.

Auch seine Autorität ist noch nicht ungebrochen, da er immer noch von seiner Frau zu Bett geschickt wird, auch wenn sie dafür meist mehrere Versuche braucht. In dieser Szene werden auch die Machtverhältnisse in der Familie gut dargestellt, da der Vater von beiden Frauen mehr oder weniger getragen wird, sie also ihm dienen und um sein Wohlergehen besorgt sind. Dass seine leitende Funktion nur auf die Familie beschränkt ist, beweisen einerseits seine Anstellung als Diener in der Bank und andererseits seine devote Stellung gegenüber den Zimmerherren, auf deren Geld die Familie angewiesen ist. Nachdem Gregor jedoch gestorben ist und die Familie in eine günstigere Wohnung umziehen kann, ist diese Abhängigkeit nicht mehr gegeben und der Vater wirft die Zimmerherren aus der Wohnung. nun sind die letzten Machtfaktoren, die die Position des Vaters in der Vergangenheit einschränkten negiert und er ist in seine alte Familienoberhauptposition zurückgekehrt was sich nicht zuletzt in seiner scheinbar wiedererlangten Vitalität zum Ausdruck kommt. Auch seinen Wünschen und Anordnungen wird widerspruchslos folge geleistet.

Das Verhältnis von Gregor zu seiner Mutter 1.Teil

Zunächst tritt die Mutter als Stimme auf, die Gregor zum Aufstehen mahnt. Als Gregor sein Zimmer dennoch nicht verlässt und der Prokurist in der Wohnung erscheint, um dem Zuspätkommen Gregors nachzugehen, nimmt die Mutter ihren Sohn in Schutz. „ Ihm ist nicht wohl“, „ Vielleicht ist er krank“. Sie sorgt sich um ihn

und veranlasst, dass ein Arzt geholt wird. Andererseits erfüllt die Mutter den Wunsch Gregors nach Ermutigung nicht. „ Frisch Gregor hätte sie rufen.“

Als Gregor sein Zimmer verlässt und die Mutter ihn erblickt, bewegt sie sich zunächst auf ihn zu und sinkt dann zu Boden. Sie ist entsetzt von der Käfergestalt, sie erkennt ihren Sohn nicht sofort und hat Angst vor dem „ Untier“.

2.Teil

Die Mutter sieht die Verwandlung als vorübergehenden Zustand und hofft auf baldige Besserung. Im Gegensatz zum Vater will sie ihren Sohn Gregor recht bald besuchen, wird jedoch von der Familie zurückgehalten. Doch nach etwa zwei Monaten benötigt die Schwester ihre Hilfe, da sie beschlossen hat, das Zimmer auszuräumen, um es Gregors Käfergestalt anzupassen und ihm mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen. Die Mutter spricht sich jedoch dafür aus, das Zimmer in seinem ursprünglichen Zustand zu erhalten, da sie glaubt, dass sich Gregor zurückverwandeln wird und in der vertrauen Umgebung die Zwischenzeit besser vergessen kann. Sie kann sich allerdings nicht durchsetzten. Durch die Stimme der Mutter aufgerüttelt, beschließt Gregor wenigstens Teile seiner Einrichtung als Erinnerung an seine menschliche Vergangenheit zu retten. Als er sich kurz unter seinem

Kanapee hervorwagt, um sich in seinem Zimmer umzusehen, erkennt er, dass die Mutter ihn zuerst erblicken würde, verkriecht er sich sofort wieder, da er sich bewusst ist, dass sein Anblick die Mutter krank machen könnte. Während die Mutter und die Schwester im Nebenzimmer sind, verlässt er sein Versteck und beschließt das Bild der Frau an der Wand zu retten. Dazu bedeckt er das Bild mit seinem Körper. Dort an der Wand sieht in die hereinkommende Mutter und fällt in Ohnmacht. Gregor erschrickt und verlässt sein Zimmer um der Schwester bei der Behandlung der Mutter zu helfen. Als der Vater nach Hause kommt und hört was sich zugetragen hat, wird er zornig und jagt Gregor. Doch die mittlerweile wieder zu Kräften gekommene Mutter bittet um die Schonung von Gregors Leben

3.Teil

Da Gregor als Versorger der Familie ausfällt, hilft der Rest der Familie nun mit, den Unterhalt zu verdienen. Die Mutter hat eine Beschäftigung bei einem Modegeschäft angenommen und sitzt bis spät in die Nacht über ihre Wäsche zum nähen gebeugt.

Gregor gerät immer mehr in Vergessenheit. Die Mutter sorgt sich mehr um ihre Arbeit und ihren Mann, als um ihren „verlorenen“ Sohn. Einmal allerdings unterzieht sie Gregors Zimmer einer großen Reinigung. Die Schwester ist daraufhin beleidigt und auch Gregor gefällt die Nässe nicht. Um den Unterhalt der Familie noch zu verbessern vermietet die Familie Zimmer an drei ältere Herren. Die Möbel, die aus den Zimmern herausflogen, wanderten in Gregors Zimmer. Von nun an bleibt die Wohnzimmertür auch häufiger geschlossen. Die Familie kümmert sich kaum noch um Gregor, er ist ihnen nur noch ein Hindernis. Nachdem Gregor sich eines Abends aus seinem Zimmer gewagt hat und damit die Zimmerherren verschreckt und zur Kündigung ihrer Zimmer bewegt hatte, fasst die Schwester den Entschluss, dass Gregor nun weg muss. Die Mutter fängt bei dieser Vorstellung mit einem irrsinnigen Ausdruck in den Augen zu husten an. Später schläft sie ermattet in ihrem Sessel ein. Am nächsten Morgen bringt die Dienerin den Eltern die Nachricht, dass der Käfer tot sei. Die Mutter zeigt kaum eine Reaktion, sie hebt nur kurz die Hand als die Bedienerin den Tod Gregors durch ein Anstoßen mit dem Besen beweisen will, lässt sie jedoch sofort wieder sinken. Am Nachmittag fährt die Familie aus der Stadt heraus und geht spazieren. Das normale Leben ist zurückgekehrt. Gregor wird von keinem Mitglied der Familie betrauert oder vermisst.

Das Verhältnis von Gregor zum Prokuristen 1.Teil Das Verhältnis zwischen Gregor und dem Prokuristen ist sehr angespannt und wird alleinig durch die Arbeit bestimmt. Schlechte Arbeitsbedingungen wie unregelmäßiges Essen, keine direkten Zuganschlüsse sowie mangelhafte Unterkünfte während der Geschäftsreisen lassen ihn die Arbeit zur Pflichterfüllung und nicht zur Selbstverwirklichung werden. Darüber hinaus ist Gregor dem Prokuristen (Geschäft) gegenüber, aufgrund der Schuld des Vaters, verpflichtet. Dies wird voraussichtlich die nächsten 5-6 Jahre andauern. Das Auftreten des Prokuristen Gregor gegenüber ist anfangs noch höflich und wohlgesonnen. Im weiteren Verlauf kehrt er sich von Gregor ab und verlässt ihn. Die Aufrechterhaltung der Beziehung zum Prokuristen ist Gregor sehr wichtig, um die Eltern nicht zu enttäuschen und die Existenz der Familie nicht zu gefährden. Dieses gelingt ihm aber aufgrund der widrigen Umstände nicht.

Das Verhältnis von Gregor zu den Bediensteten 3.Teil

Die Bedienstete ist bei ihrem plötzlichen aufeinander Treffen keinesfalls von Gregor abgeschreckt. Sie spricht ihn an und fordert ihn auf zu ihr zu kommen. Als Gregor sich jedoch eines morgens, von ihren Redewendungen beleidigt, gegen sie wendet, erhebt sie kühl einen Stuhl, bereit diesen auf seinen Rücken zu werfen. Diese Handlungsweise lässt vermuten, dass sich ihre Sympathien ihm gegenüber in Grenzen halten. Diese Vermutung wird dadurch unterstützt, dass sie als sie Gregor tot in seinem Zimmer entdeckt, nicht davor zurück schreckt ihn fortschaffen zu wollen.

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Details

Titel
Kafka, Franz - Die Verwandlung - Immanente Erschließung der Figurenkonstellation
Veranstaltung
Deutsch Grundkurs
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V100400
Dateigröße
337 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kafka, Franz, Verwandlung, Immanente, Erschließung, Figurenkonstellation, Deutsch, Grundkurs
Arbeit zitieren
Nadolny (Autor), 2001, Kafka, Franz - Die Verwandlung - Immanente Erschließung der Figurenkonstellation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100400

Kommentare

  • Gast am 31.3.2001

    Verwandlung.

    Ich vermisse in der Arbeit den Bezug zur Homosexualität Kafkas.
    Als junger Schwuler habe ich die Verwandlung als Schullektüre gelesen und darin eine Art "Vor-coming-out" erlebt. Auch bei Andorra von Frisch...
    Es gibt übrigens einen Autoren mit Namen Mecke, glaub ich, der die homosexuelle Orientierung Kafkas dargestellt hat.
    Mit freundlichem Gruss
    Peter Thommen, Basel

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Titel: Kafka, Franz - Die Verwandlung - Immanente Erschließung der Figurenkonstellation



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