Der Fortschritt der Informations- und Kommunikationstechnologie betrifft mittlerweile fast jeden. Ob Privatperson oder Unternehmen, für alle ist die Entwicklung von Nutzen. Da die digitale Wirtschaft in immer mehr Bereiche eingegliedert wird, fällt eine Trennung zur konventionellen Wirtschaft zunehmend schwerer. Durch die neuen Technologien fällt insbesondere die Ortsgebundenheit fast vollständig weg. Das Konzept der physischen Präsenz, auf dem das Steuerrecht grundsätzlich beruht,3 muss dadurch zwangsläufig in Frage gestellt und weiterentwickelt werden. Speziell das Betriebsstättenkonzept ist nicht zuletzt aufgrund der vorausgesetzten physischen Präsenz veraltet. Die Flexibilität des E-Commerce ermöglicht insbesondere global agierenden Konzernen die Verlagerung von Gewinnen in Niedrigsteuerländer. Um den Staaten wieder zu einer gerechten Verteilung des Steueraufkommens zu verhelfen, arbeitet die OECD seit Jahren am BEPS-Projekt. Dazu wurde die Entwicklung der Unternehmensstrukturen untersucht, mit denen eine Gewinnverlagerung bzw. Gewinnverkürzung ermöglicht wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Problemstellung
- 2. Grundlegung
- 2.1 Betriebsstättenkonzept
- 2.1.1 Betriebsstättenauffassung nach § 12 AO
- 2.1.2. Betriebsstättenauffassung nach OECD-MA
- 2.1.3. Divergenz zwischen nationaler und abkommensrechtlicher Auffassung
- 2.2 Digitale Wirtschaft
- 2.2.1. Digitalisierung durch Informations- und Kommunikationstechnologien
- 2.2.2. Neue Geschäftsmodelle und deren wesentlichen Merkmale
- 2.3. Strategien zur Steuervermeidung und Gewinnverlagerung
- 3. Besteuerung der digitalen Wirtschaft
- 3.1 Herausforderungen
- 3.2 Ansätze gegen aggressive Steuerplanung
- 3.2.1. Erweiterung (Aufweichung) der Betriebsstättendefinition
- 3.2.2. Physische, wesentliche und digitale Präsenz
- 3.2.3. Die Umsetzung des Maßnahmenpakets
- 3.2.4. Weitere Potenzialoptionen
- 3.2.5. Vertreterbetriebsstätten und ständiger Vertreter
- 3.2.6. Bedeutung immaterieller Wirtschaftsgüter
- 4. Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Bachelorarbeit untersucht die Besteuerung der digitalen Wirtschaft im Lichte des Betriebsstättenkonzepts. Sie analysiert die Herausforderungen, die sich aus der digitalen Wirtschaft für das Steuerrecht ergeben, insbesondere die Verlagerung von Gewinnen in Niedrigsteuerländer durch die Flexibilität des E-Commerce. Die Arbeit beleuchtet die Strategien zur Steuervermeidung und Gewinnverlagerung, die Unternehmen nutzen, um ihre Steuerlast zu minimieren.
- Entwicklung des Betriebsstättenkonzepts im Kontext der digitalen Wirtschaft
- Herausforderungen der Besteuerung digitaler Geschäftsmodelle
- Strategien zur Steuervermeidung und Gewinnverlagerung
- Ansätze zur Bekämpfung von Steuervermeidung in der digitalen Wirtschaft
- Die Bedeutung immaterieller Wirtschaftsgüter im digitalen Umfeld
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Die Problemstellung stellt die zentrale Herausforderung der Besteuerung der digitalen Wirtschaft dar. Die zunehmende Bedeutung des E-Commerce und die damit verbundene Flexibilität von Unternehmen führen zu einer Verlagerung von Gewinnen in Niedrigsteuerländer. Die Arbeit analysiert die Problematik im Kontext des BEPS-Projekts.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der Arbeit. Es analysiert das Betriebsstättenkonzept sowohl nach nationaler als auch nach abkommensrechtlicher Auffassung. Darüber hinaus werden die digitalen Geschäftsmodelle vorgestellt, die die BEPS-Problematik verschärfen.
- Kapitel 3: Das Kapitel befasst sich mit der Besteuerung der digitalen Wirtschaft. Es beleuchtet die Herausforderungen, die sich aus der Entwicklung der digitalen Wirtschaft ergeben, und analysiert verschiedene Ansätze zur Bekämpfung aggressiver Steuerplanung. Die Arbeit untersucht, wie die Betriebsstättendefinition erweitert werden kann und wie physische, wesentliche und digitale Präsenz im Steuerrecht berücksichtigt werden können.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen der digitalen Wirtschaft und ihrer Auswirkungen auf das Steuerrecht. Zu den wichtigsten Schlüsselbegriffen gehören Betriebsstättenkonzept, E-Commerce, digitale Geschäftsmodelle, BEPS-Projekt, Steuervermeidung, Gewinnverlagerung, immaterielle Wirtschaftsgüter und die Bedeutung der physischen, wesentlichen und digitalen Präsenz.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist das traditionelle Betriebsstättenkonzept veraltet?
Das herkömmliche Konzept basiert auf physischer Präsenz. In der digitalen Wirtschaft können Unternehmen jedoch ohne physischen Standort in einem Land erhebliche Gewinne erzielen.
Was ist das Ziel des BEPS-Projekts der OECD?
Das BEPS-Projekt (Base Erosion and Profit Shifting) bekämpft die Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung global agierender Konzerne in Niedrigsteuerländer.
Wie unterscheiden sich nationale und abkommensrechtliche Betriebsstättendefinitionen?
Es gibt Divergenzen zwischen der Definition nach § 12 AO und dem OECD-Musterabkommen, was zu steuerlichen Herausforderungen bei grenzüberschreitenden digitalen Geschäftsmodellen führt.
Welche neuen Ansätze gibt es für die Besteuerung der digitalen Wirtschaft?
Diskutiert werden die Erweiterung der Betriebsstättendefinition um die "digitale Präsenz" sowie die stärkere Berücksichtigung immaterieller Wirtschaftsgüter.
Was sind Vertreterbetriebsstätten?
Hierbei handelt es sich um eine Form der Betriebsstätte, die durch die Tätigkeit eines abhängigen Vertreters begründet wird, der für ein Unternehmen Verträge abschließt.
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- Asim Mahmud (Author), 2017, Die Betriebsstätte im internationalen Steuergefüge. Eine Analyse im Lichte der digitalen Wirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1004640