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F.W. Murnaus "Der letzte Mann" als Pionier kinematographischer Bildkunst

Title: F.W. Murnaus "Der letzte Mann" als Pionier kinematographischer Bildkunst

Term Paper , 2020 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Just (Author)

Communications - Movies and Television
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Das Dreigespann aus Murnau, Freund und Mayer nutzte in "Der letzte Mann" verschiedene revolutionäre Kameratechniken, die anschließend zusammengefasst als „entfesselte Kamera“ Berühmtheit erlangten. Die „Befreiung“ der Kamera durch dessen dynamische Bewegung findet in vielen Szenen des Filmes Verwendung, so z. B. direkt zu Beginn des Films (wo die Kamera auf ein Fahrrad geschnallt ist) oder später, um den trunkenen Traum des Portiers darzustellen. Die neue Technik ermöglicht es, passende Bilder für das Gefühlsleben der Figuren zu finden, Ereignisse von eigentlich rein akustischer Bedeutung zu visualisieren und sie funktioniert letztendlich auch als ein Mittel zur Selbstreflexivität des Mediums Film. Der letzte Mann beinhaltet zum Teil noch expressionistische Elemente, ist als Kammerspielfilm aber hauptsächlich der Neuen Sachlichkeit und dem technisch modernen Denken zuzuordnen, welche nicht nur im Wechselverhältnis mit der Motivik des Films, sondern auch mit dessen Kameraarbeit stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „entfesselte Kamera“

2.1 Der „fliegende Ton“

3. Zwischen Expressionismus und Realismus

3.1 Mediale Selbstreflexivität

4. Szenenprotokoll: Die Eröffnungsszene

5. Szenenprotokoll: Die Traumszene

6. Murnau und Hitchcock

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die revolutionären Kameratechniken und filmischen Gestaltungselemente in F.W. Murnaus „Der letzte Mann“, um zu begründen, warum der Film als ein bedeutender Pionier der kinematographischen Bildkunst gilt.

  • Die Entwicklung und ästhetische Bedeutung der sogenannten „entfesselten Kamera“.
  • Das Spannungsfeld zwischen expressionistischer Bildsprache und der Neuen Sachlichkeit.
  • Die Visualisierung von akustischen Elementen im Stummfilm durch Kamerabewegung.
  • Mediale Selbstreflexivität im Medium Film am Beispiel der Drehtür.
  • Der Einfluss von Murnaus Technik auf das spätere Schaffen von Alfred Hitchcock.

Auszug aus dem Buch

2. Die „entfesselte Kamera“

„Erfindet bitte etwas Neues, auch wenn es verrückt sein sollte!“ Das sagte der Filmproduzent Erich Pommer zu Freund, Murnau und dem Szenenbildner Robert Herlth vor den Dreharbeiten zu Der letzte Mann. Letztendlich war es das Lösen der Kamera von räumlicher Statik und das innovative in Bewegung setzen der Kadrierung, also der Begrenzung des Bildausschnitts, die den Film zu einem Meilenstein der Filmgeschichte machten. Ganz leicht können die Grenzen des Bildausschnitts in Abhängigkeit der Geschwindigkeit verschoben werden, was nicht nur für ein „optisches Ineinanderfließen“ sorgt, sondern die Zeit zu einem neuen Element der kinematographischen Bildkomposition macht. Medienwissenschaftler Karl Prümm beschreibt die Kamerafahrten, die sich dieser neuen Technik bedienen, als berauschende Erlebnisse voller Entdeckungen – „a time that is free from narrative calculations.“

Wer genau für die künstlerischen Errungenschaften der Murnau-Filme (hier für die technisch revolutionären Kameraverfahren) verantwortlich war, ist streitig. Karl Freund nennt Carl Mayer als Hauptverantwortlichen und Murnau als diesbezüglich desinteressiert. Journalist und Schriftsteller Joseph Roth geht sogar so weit, Mayer als „Film-Dichter“ zu bezeichnen, während Murnau „sich darauf beschränken [muss], […] das Diktat des Dichters sehr deutlich und präzise zu übermitteln.“ Der Aufnahmeleiter Emil Kubat, der mit Murnau seit Nosferatu zusammengearbeitet hatte, sowie der Filmarchitekt Heinrich C. Richter schreiben andererseits, dass sie eher Murnau als Verantwortlichen sehen und nicht Mayer. Herlth erinnert sich jedoch, wie die Idee einer dynamischen Kamera aufkam. Murnau war mit der Szene, in welcher der Toilettenmann den Rauch der Zigarre eines Besuchers abbekommt unzufrieden, da „es nicht wirkt!“ Seiner Meinung nach müsste man dem Rauch nachfliegen, worauf Herlth erwiderte, dass man dazu eine Leiter bräuchte. Freund stimmte zu, eine passende Leiter wurde geholt und die Kamera montiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den historischen Kontext des Films sowie Definition des Untersuchungsziels, Murnaus „Der letzte Mann“ als Pionierleistung der Kinematographie zu analysieren.

2. Die „entfesselte Kamera“: Untersuchung der technischen Innovationen und der Befreiung der Kamera aus ihrer statischen Rolle, unter Einbeziehung zeitgenössischer Berichte zur Entstehung.

2.1 Der „fliegende Ton“: Analyse der Methode, durch dynamische Kamerabewegungen rein akustische Ereignisse im Stummfilm visuell erlebbar zu machen.

3. Zwischen Expressionismus und Realismus: Erörterung der stilistischen Einordnung des Films zwischen der Ästhetik des Expressionismus und den Grundsätzen der Neuen Sachlichkeit.

3.1 Mediale Selbstreflexivität: Untersuchung der filmischen Reflexivität, wobei sich der Film durch technische Mittel und Motive wie die Drehtür selbst als Medium thematisiert.

4. Szenenprotokoll: Die Eröffnungsszene: Detaillierte deskriptive Analyse der Eröffnungssequenz und ihrer Bedeutung für die Etablierung des Großstadt-Motivs.

5. Szenenprotokoll: Die Traumszene: Analyse der expressionistischen Gestaltungselemente und der Bedeutung der Kameraführung zur Darstellung der Traumwelt.

6. Murnau und Hitchcock: Darstellung der künstlerischen Verbindung zwischen Murnau und Alfred Hitchcock sowie des Einflusses der „entfesselten Kamera“ auf Hitchcocks Regiearbeit.

7. Schluss: Resümee über die Bedeutung von Murnaus Werk als technischer und erzählerischer Wegbereiter des modernen Kinos.

Schlüsselwörter

Der letzte Mann, F.W. Murnau, entfesselte Kamera, Stummfilm, Kinematographie, Neue Sachlichkeit, Expressionismus, Carl Mayer, Karl Freund, Filmtechnik, Kamerafahrt, Mediale Selbstreflexivität, Filmgeschichte, Alfred Hitchcock, Bildkomposition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der filmischen Analyse von F.W. Murnaus Film „Der letzte Mann“ aus dem Jahr 1924, mit besonderem Fokus auf dessen bahnbrechende Kameraarbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die „entfesselte Kamera“, das Zusammenspiel von Expressionismus und Neuer Sachlichkeit sowie die filmische Selbstreflexivität.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel der Untersuchung ist es, zu belegen, warum der Film als ein Pionier der kinematographischen Bildkunst anzusehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine filmwissenschaftliche Analyse, gestützt durch Szenenprotokolle, historische Primärquellen, Sekundärliteratur und technische Aufarbeitung der Kameraverfahren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Analyse der Kamerabewegung, eine ästhetische Einordnung in die Filmgeschichte sowie detaillierte Szenenanalysen und den Vergleich mit Hitchcocks Werken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „entfesselte Kamera“, „Stummfilm“, „Kinematographie“, „Neue Sachlichkeit“ und „Murnau“ charakterisiert.

Welchen Einfluss hatte der Film auf Alfred Hitchcock?

Hitchcock, der während der Dreharbeiten in Berlin arbeitete, übernahm von Murnau die Technik, eine Geschichte primär durch Bilder zu erzählen, und nutzte die subjektive Kameraführung in eigenen Werken wie „The Lodger“.

Welche Bedeutung hat die „Traumszene“ im Film?

Die Traumszene dient als Höhepunkt expressionistischer Gestaltung, in der mittels Unschärfe, Überblendungen und Kameraführung der psychische Zustand des Protagonisten visualisiert wird.

Wie wird das Phänomen „fliegender Ton“ erklärt?

Der „fliegende Ton“ bezeichnet die filmische Technik, in einem Stummfilm durch dynamische Kamerafahrten (z.B. auf ein akustisches Signal hin) die Reaktion der Figuren auf ein nicht hörbares Geräusch visuell zu übersetzen.

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Details

Title
F.W. Murnaus "Der letzte Mann" als Pionier kinematographischer Bildkunst
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Sebastian Just (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V1004658
ISBN (eBook)
9783346384829
ISBN (Book)
9783346384836
Language
German
Tags
Medienwissenschaft Film Fernsehen Deutsche Filme Murnau Der letzte Mann Friedrich W. Murnau Kamera Kameraführung Entfesselte Kamera Schwarz/weiß Karl Freund Emil Jannings Friedrich Wilhelm Murnau The Last Laugh 1924 20. Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Just (Author), 2020, F.W. Murnaus "Der letzte Mann" als Pionier kinematographischer Bildkunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1004658
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