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Die Indikation der geschlossenen Unterbringung von Mädchen

Ein Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz

Titel: Die Indikation der geschlossenen Unterbringung von Mädchen

Forschungsarbeit , 2017 , 48 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Marie Adler (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses Forschungsprojekt macht sich zur Aufgabe, diese empirisch bislang kaum wahrgenommenen Einrichtungen der geschlossenen Unterbringung im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe und der Unterbringungspraxis von Mädchen zu untersuchen und damit einen Beitrag zur fachlichen Auseinandersetzung leisten zu können.

Da es momentan an aktuellen Studien zur Indikation der geschlossenen Unterbringung sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz fehlt, möchte diese Arbeit versuchen, neue Erkenntnisse aus den untersuchten Einrichtungen zu gewinnen. Hierfür werden Vergleiche angestellt zwischen den Anamnesen und psychologischen Fragebögen weiblicher Jugendlicher, die in geschlossenen Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz untergebracht werden, um eventuelle Unterschiede in der Unterbringungspraxis herauszuarbeiten und der Frage nachzugehen, mit welcher Indikation Mädchen in Deutschland und der Schweiz in geschlossenen Einrichtungen untergebracht werden.

Geschlossene Unterbringungen spielen im Gesamtspektrum der Kinder- und Jugendhilfe eine eher marginale Rolle, da diese freiheitsentziehenden Maßnahmen eher im Sonderfall und mit beispielsweise 36 Plätzen in Baden-Württemberg kaum vertreten sind. Nichtsdestotrotz führt das Thema geschlossene Unterbringung wie kein anderes zu heftigen Polarisierungen in der Jugendhilfe. In den Medien wird sie als schnelle Lösung für gewalttätige, kriminelle und besonders schwierige Jugendliche deklariert. Der in den letzten Jahren zu verzeichnende weitere Ausbau der geschlossenen Einrichtungen führt zu immer wiederkehrenden Diskussionen, die jedoch auf Grund eingefahrener Grundsatzdiskussionen eine sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik nicht ermöglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Vorüberlegungen zur psychosoziale Belastungen Jugendlicher

2. Rechtliche Grundlagen der geschlossenen Unterbringung in der Schweiz und Deutschland

3. Geschlossene Unterbringung in Zahlen

4. Aktueller Stand der Diskussion um die geschlossene Unterbringung

5. Stand der Forschung zur Indikation der geschlossenen Unterbringung

6. Untersuchungsdesign

6.1. Annahmen zur Situation vor der geschlossenen Heimerziehung

6.2. Erhebungsmethode, Erhebungsbogen

6.3. Auswertungsmethode und Kriterien der Beurteilung

7. Darstellung und Diskussion der Untersuchungsergebnisse

7.1. Soziodemographische Daten

7.2. Familiäre Situation vor der geschlossenen Heimunterbringung

7.2.1. Familienform

7.2.2. Ökonomische Belastung der Herkunftsfamilie

7.2.3. Soziale Belastung der Herkunftsfamilie

7.3. Individuelle Problematik der Mädchen

7.4. Vorinterventionen der Kinder- und Jugendhilfe

7.5. Indikation der geschlossenen Unterbringung

8. Handlungsempfehlung und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Indikation für eine geschlossene Unterbringung von Mädchen in Deutschland und der Schweiz. Ziel ist es, durch einen Vergleich der Anamnesen und psychologischen Fragebögen der betroffenen Jugendlichen Unterschiede in der Unterbringungspraxis aufzuarbeiten und Erkenntnisse über die zugrunde liegenden Problemlagen zu gewinnen, um Handlungsempfehlungen abzuleiten.

  • Vergleich der rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen in Deutschland und der Schweiz.
  • Analyse der familiären und sozialen Belastungsfaktoren der betroffenen Mädchen.
  • Untersuchung der individuellen psychischen Problematiken und Diagnosen.
  • Evaluierung der Wirksamkeit von Vorinterventionen der Kinder- und Jugendhilfe.
  • Identifikation von Indikationskriterien für eine geschlossene Unterbringung.

Auszug aus dem Buch

1. Theoretische Vorüberlegungen zur psychosoziale Belastungen Jugendlicher

Jugend als eigenständige Lebensphase wird auf Grund der sozialen Modernisierung in den letzten Jahren durch Pluralisierung von Lebensmustern und Wertorientierungen, der Verlängerung von Schul- und Ausbildungszeiten, einer steigenden Anforderung an die Selbständigkeit und Mobilität immer ambivalenter, brüchiger und ungewisser (vgl. Münchmeier 2003, S.60f.). Das einheitliche Modell der Jugendphase zerfällt in mehrdimensionale Verlaufsformen und unterscheidet sich dermaßen voneinander, sodass die Lebensrealitäten und Zukunftsversprechen für einen Teil der Jugend massiv auseinanderklaffen (vgl. ebd. S.15). Sie benötigen eine hohe Kompetenz der Problemverarbeitung und ein vielfältiges Maß an Selbstmanagementfähigkeiten, welches ein hohes Risiko des Scheiterns mit sich bringt (vgl. 15. Shell-Studie, 2006, S. 36).

Soziale Benachteiligung und Ausschluss beeinträchtigen die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachweislich. Jugendliche aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status haben nach der Shell-studie weniger Chancen einen hohen Bildungsabschluss zu erreichen und sind in Abhängigkeit des niedrigen Status häufiger von schweren psychischen Erkrankungen betroffen (vgl. Zurhorst 2005, S.5, BELLA-Studie). Auf Grund der Verschränkung von Gesundheit und Armut, so Köttgen (2007, S.9) zeigen viele Jugendliche bereits frühzeitig Entwicklungszögerungen und Gesundheitsstörungen auf. Köckeritz (2004, 125) resümiert, dass in Folge belastender Umweltbedingungen Kinder und Jugendliche bedeutsame Entwicklungsaufgaben nicht oder nur unvollständig lösen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretische Vorüberlegungen zur psychosoziale Belastungen Jugendlicher: Dieses Kapitel erörtert die Herausforderungen in der heutigen Jugendphase sowie die Auswirkungen sozialer Benachteiligung auf die psychosoziale Entwicklung.

2. Rechtliche Grundlagen der geschlossenen Unterbringung in der Schweiz und Deutschland: Hier werden die gesetzlichen Bestimmungen und Verfahren zur Anordnung einer geschlossenen Unterbringung in beiden Ländern gegenübergestellt.

3. Geschlossene Unterbringung in Zahlen: Dieser Abschnitt liefert statistische Daten zur Anzahl und Verteilung der Unterbringungsmaßnahmen in Deutschland und der Schweiz.

4. Aktueller Stand der Diskussion um die geschlossene Unterbringung: Das Kapitel reflektiert die kritische Debatte um Freiheitsentzug sowie die Argumente von Befürwortern und Kritikern.

5. Stand der Forschung zur Indikation der geschlossenen Unterbringung: Hier wird aufgezeigt, welche Kriterien bisher wissenschaftlich identifiziert wurden und wo Forschungslücken bestehen.

6. Untersuchungsdesign: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, der Hypothesen und der Auswahl der Erhebungsinstrumente.

7. Darstellung und Diskussion der Untersuchungsergebnisse: Analyse der soziodemographischen Daten, der familiären Situation und der individuellen Problematiken der Mädchen.

8. Handlungsempfehlung und Schlussbetrachtung: Zusammenführung der Ergebnisse, Überprüfung der Hypothesen und Formulierung von Empfehlungen für die Praxis.

Schlüsselwörter

Geschlossene Unterbringung, Jugendhilfe, Mädchen, Schweiz, Deutschland, Indikation, Familiäre Belastung, Psychosoziale Entwicklung, Jugendhilfe-Karriere, Heimerziehung, Verhaltensauffälligkeiten, Traumatisierung, Rechtsgrundlagen, Sozialpädagogik, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Indikationskriterien für die geschlossene Unterbringung von Mädchen und vergleicht dabei die Situation und Praxis in Deutschland und der Schweiz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die familiären und sozialen Belastungsfaktoren, die individuellen psychischen Diagnosen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und die "Jugendhilfe-Karriere" der betroffenen Mädchen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, die Gründe und Indikationen für eine solch einschneidende Maßnahme wie die geschlossene Unterbringung zu erforschen, um zu verstehen, warum und unter welchen Bedingungen Mädchen in beiden Ländern in geschlossenen Einrichtungen platziert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Untersuchung, die auf einer Sekundäranalyse von Daten aus elektronischen Fragebögen (Programm EQUALS) basiert, ergänzt durch eine Literaturanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Untersuchungsdesign, die demografische Datenlage, die familiären Hintergründe (z.B. Erwerbssituation, soziale Belastung) und die individuellen Problematiken (Diagnosen, Delikte) der Mädchen detailliert analysiert und diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Typische Begriffe sind geschlossene Unterbringung, Jugendhilfe, Indikation, familiäre Benachteiligung und jugendpsychiatrische Auffälligkeiten.

Gibt es signifikante Unterschiede bei den Diagnosen zwischen den beiden Ländern?

Ja, in Deutschland weisen deutlich mehr Mädchen in der Stichprobe psychiatrische Diagnosen auf als in der Schweiz, wo man bei der Diagnosestellung offenbar vorsichtiger agiert.

Welche Rolle spielt die „Jugendhilfe-Karriere“ für die Unterbringung?

Die Untersuchung zeigt, dass die geschlossene Unterbringung meist als "letztes Mittel" am Ende einer längeren Kette von anderen, zuvor gescheiterten Hilfemaßnahmen in der Jugendhilfe steht.

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Details

Titel
Die Indikation der geschlossenen Unterbringung von Mädchen
Untertitel
Ein Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (MAPS)
Note
1,5
Autor
Marie Adler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
48
Katalognummer
V1005003
ISBN (eBook)
9783346393081
ISBN (Buch)
9783346393098
Sprache
Deutsch
Schlagworte
indikation unterbringung mädchen vergleich deutschland schweiz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Adler (Autor:in), 2017, Die Indikation der geschlossenen Unterbringung von Mädchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005003
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Leseprobe aus  48  Seiten
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