Die Arbeit will versuchen, Aktualität, Perspektiven und Chancen für die Qualitätsentwicklung der Sozialen Arbeit darzustellen.
Positionen, die zur kritischen Analyse Sozialer Arbeit auf dienstleistungstheoretische Elemente zurückgreifen, sind vermehrt Gegenstand sozialpädagogischer Diskurse. Sie formulieren den Anspruch institutioneller und/oder theoretischer Neuorientierung, Umstrukturierung oder Reformierung an Soziale Arbeit als Disziplin und Profession. Seit Beginn der Qualitätsdebatte in der Sozialen Arbeit, welche ihren Höhepunkt gegen Ende des letzten Jahrhunderts hatte, ist der Begriff Qualität in der Entwicklung einer eigenen Sozialarbeitsprofession nicht mehr wegzudenken. Beschäftigt man sich eingehend mit der Literatur zum Thema Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit, ist eine Fokussierung zu erkennen, die sich auf den Einzug dieses Themengebiets in die Soziale Arbeit und den daraus resultierenden Schwierigkeiten und Konsequenzen bezieht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale Arbeit als Dienstleistung
2.1 Der Dienstleistungsdiskurs
2.2 Theoretische Konzepte sozialer Dienstleistung
2.3 Reflexive Pädagogik – ein normativ-theoretisches Konzept
3. Qualität in der Sozialen Arbeit
3.1 Kritik an der Umsetzung von Qualitätsstandards in der Sozialen Arbeit
3.2 Qualitätsstandards als Chance für die Sozialen Arbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Qualitätssicherung in der Sozialen Arbeit vor dem Hintergrund betriebswirtschaftlicher Anforderungen und der theoretischen Perspektive der Reflexiven Pädagogik nach Hans-Uwe Otto und Bernd Dewe, um zu untersuchen, wie professionelles Handeln trotz normativer Zwänge qualitätsorientiert gestaltet werden kann.
- Analyse der Transformation der Sozialen Arbeit hin zu einer Dienstleistungsorientierung
- Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendung betriebswirtschaftlicher Standards
- Erläuterung des Konzepts der Reflexiven Pädagogik als normativ-theoretische Grundlage
- Diskussion der Qualitätssicherung als Chance für eine professionelle Identitätsentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.3 Reflexive Pädagogik – ein normativ-theoretisches Konzept
Wie im vorherigen Kapitel dargestellt, setzt sich in der Sozialen Arbeit ein Professionsverständnis durch, das zunehmend managerielle Strukturen und eine damit einhergehende ökonomische Effizienz-, Effektivität- und Qualitätsorientierung fokussiert. „Ökonomische Effizienz und Kostenersparnis werden faktisch als höhere Werte erachtet als die Ermöglichung von Mündigkeit und Autonomie sowie die Realisierung einer eigenen Vorstellung vom guten Leben für die Adressaten Soziale Arbeit.“
Im Rahmen der modernen Dienstleistungsdebatte, die als Intensivierung der Professionsfrage Soziale Arbeit anzusehen ist, sind die Betrachtungen sozialarbeiterischen Handelns im Hinblick auf struktur- und handlungstheoretische Konzepte verstärkt in den Blickpunkt empirischer Untersuchungen geraten, um herauszufinden welche typischen Handlungsmuster die Soziale Arbeit bei der Bewältigung der komplexen Anforderungen herausgebildet hat. Dewe und Otto führen in diesem Kontext aus, dass ein Perspektivenwechsel von der „Hypostasierung der behördlichen Organisationen hin zu einer innovativen Dienstleistungsqualität“ sowie eine Erweiterung des Selbstkonzeptes der Profession, welches bisher stark personenorientiert war, und „strategisch-funktionale Kompetenzen professionellen Handelns“ unabdingbare Grundlagen einer reflexiven Dienstleistungsqualität sind. Vor dem Hintergrund diffuser Anforderungen gewinnt die Frage nach Reflexivität im Kontext professioneller, theoretisch fundierter Sozialer Arbeit an großer Bedeutung. Diese handlungsbereiche Sicht legt ihren Fokus auf die Qualität Sozialer Arbeit. Die qualitative Betrachtung Sozialer Arbeit benötigt Ansätze, „die subjektive Kompetenzen, die Arbeitsaufgaben, das Professionswissen und die Logik des professionellen Handelns [...] rekonstruieren.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Qualitätssicherung in der Sozialen Arbeit ein und verknüpft diese mit dem theoretischen Konzept der Reflexiven Pädagogik.
2. Soziale Arbeit als Dienstleistung: Dieses Kapitel beleuchtet die historische und diskursive Entwicklung der Sozialen Arbeit hin zu einem Dienstleistungsverständnis und stellt das Modell der Reflexiven Pädagogik vor.
3. Qualität in der Sozialen Arbeit: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Übertragung betriebswirtschaftlicher Qualitätsmanagementmodelle auf die soziale Arbeit und deren Chancen für die professionelle Praxis.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Dienstleistung, Qualitätsmanagement, Reflexive Pädagogik, Professionswissen, Handlungslogik, Effizienz, Effektivität, Qualitätssicherung, Adressatenorientierung, Partizipation, Professionalität, Reflexivität, Sozialpolitik, Dienstleistungsdiskurs.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomisch motiviertem Qualitätsmanagement und dem professionellen Selbstverständnis der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Dienstleistungsdiskurs, betriebswirtschaftliche Steuerungsmodelle in sozialen Organisationen sowie das Konzept der Reflexiven Pädagogik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Qualität in der sozialen Dienstleistung so definiert werden kann, dass sie sowohl den fachlichen Ansprüchen als auch der Reflexivität der Profession gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die den Dienstleistungsdiskurs und die Ansätze von Otto und Dewe systematisch rekonstruiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-theoretische Herleitung der Dienstleistungsorientierung und eine kritische Auseinandersetzung mit Qualitätsstandards in der Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Reflexivität, Dienstleistungsqualität, professionelles Handeln und systemische Qualitätssicherung stehen im Mittelpunkt.
Warum ist das Konzept der Reflexiven Pädagogik so bedeutend für diese Arbeit?
Es dient als theoretisches Gegenmodell zu einer rein ökonomisch-manageriell getriebenen Steuerung und ermöglicht eine fachlich fundierte Identitätsbildung der Profession.
Inwieweit lässt sich Qualität in der Sozialen Arbeit überhaupt messen?
Die Arbeit problematisiert die Messbarkeit von Qualität, da soziale Dienstleistungen durch Unikatscharakter und prozessuale Unwägbarkeiten schwer standardisierbar sind.
- Arbeit zitieren
- Marie Adler (Autor:in), 2016, Qualität in der personenbezogenen sozialen Dienstleistung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005021