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Doing Gender im Schulkontext. Chancengleichheit in der Schule

Titel: Doing Gender im Schulkontext. Chancengleichheit in der Schule

Hausarbeit , 2019 , 11 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beantwortet anhand eines Falles aus dem Schulkontext die Forschungsfrage, ob und wie die Selektionskategorie Geschlecht mit der Chancengleichheit verknüpft ist. Dafür wird zuerst Wesentliches des "Doing-Gender-Konzepts" dargelegt und zweitens der Fall "Frauen reden immer so viel" in Sequenzen aufgebrochen und rekonstruiert. Die Arbeit endet mit einem fusionierenden Kapitel von Theorie und Fallrekonstruktion, in welchem erneut auf die Forschungsfrage eingegangen wird.

"On ne naît pas femme, on le devient." Mit diesem Satz hinterfragte Simone de Beauvoir 1949 erstmals systematisch die Zuweisung zum einen oder anderen Geschlecht und verwies somit auf die Dichotomie zwischen den Geschlechtern. Die Genderforschung untersucht seither die Ausbildung, Wahrnehmung und Auswirkung von Geschlecht(ern) innerhalb und auf die Gesellschaft. Vor allem aus soziologischer Perspektive wird Geschlecht als wesentlicher Faktor für gesellschaftliche Interaktionen betrachtet, da Geschlecht die Möglichkeiten des Zugangs zu Ressourcen, Macht und Rechten beeinflusst.

Kinder wachsen in dem System der Zweigeschlechtlichkeit unbewusst auf und nehmen dieses als natürlich wahr. Daraus resultiert, dass sie versuchen, sich in den Geschlechterrollen einzufinden und diese auszubauen. Dafür praktizieren und erfahren sie dementsprechend 'doing gender'. Mit besonderen Anforderungen sind sie dabei spätestens in der Schule konfrontiert, wo sie auf eine große Anzahl von gleichaltrigen Vertretern beider Geschlechter treffen. Die Schule ist kein geschlechtsneutraler Raum und Geschlechterverhältnisse sowie Stereotype werden in Lehrmaterialien, Unterrichtsgestaltungen und Interaktionen vielfach ungleich (re-)produziert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1 Wesentliches des „doing-gender-Konzepts“

2.2 „Doing gender“ im Schulkontext

3. Fallrekonstruktion

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht anhand einer Fallanalyse aus dem Schulkontext, inwiefern die soziale Kategorie Geschlecht mit Chancengleichheit verknüpft ist. Dabei wird analysiert, wie durch alltägliche Interaktionen und die Machtdynamik zwischen Lehrkraft und Schülerschaft geschlechtsspezifische Stereotype reproduziert werden.

  • Doing-gender-Konzept in der sozialwissenschaftlichen Forschung
  • Struktur und Hierarchien im schulischen Alltag
  • Objektiv-hermeneutische Rekonstruktion eines Unterrichtsfalls
  • Verknüpfung von Leistungsbewertung und Geschlechterkonstruktion
  • Rolle der Lehrkraft bei der Reproduktion von Stereotypen

Auszug aus dem Buch

2. Theoretischer Teil

Ursprünglich wurden sex und gender streng voneinander getrennt: „Sex, […],was what was ascribed by biology: anatomy, hormones, and physiology. Gender, […], was an achieved status: that which is constructed through psychological, cultural, and social means“ (West, Zimmerman 1987, S. 125). Sex wurde also als das biologische Geschlecht und gender als das soziale Geschlecht eingeführt. Doch die Beziehung der beiden ist weitaus komplexer, da auch das biologische Geschlecht nicht losgelöst von Bedeutungszuweisungen ist und Gender vielmehr die Hervorbringung von Geschlecht betont (Wedl, Bartsch 2015, S. 11).

2.1 Wesentliches des „doing-gender-Konzepts“

Das aus jener Komplexität entstandene Konzept des „doing gender“, welches in der sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschung seit den 70er Jahren an Präsenz gewinnt, basiert auf der kontradiktorischen Annahme, dass Geschlechtsidentitäten und -differenzen nicht als natürlich gegeben anzusehen sind, sondern erst durch sozialen Interaktion entstehen. Die Existenz von unterschiedlichen (Geschlechts-)Merkmalen wird dabei nicht negiert, doch der Fokus wird auf die Prozesse konkreter Bedeutungszuweisungen gerichtet, die variabel sind. Eine Zweigeschlechtlichkeit liegt also nicht in der Natur des Körpers, sondern in der Art und Weise, wie der Körper gesellschaftlich verstanden wird (Wedl, Bartsch 2015, S. 11). Die doing-gender-Forschung analysiert somit das Erwerben einer Geschlechtsidentität durch das Ausüben von situationsadäquatem Handeln, d.h. wie sich Menschen performativ als männlich oder weiblich zu erkennen geben und mittels welcher Verfahren das so gestaltete kulturelle Geschlecht im Alltag mit Bedeutung aufgeladen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein der Genderforschung und stellt die Forschungsfrage zur Verknüpfung von Geschlecht und Chancengleichheit im Schulkontext vor.

2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert das doing-gender-Konzept und dessen Bedeutung für soziale Identitätsprozesse sowie die spezifische Relevanz innerhalb der Institution Schule.

3. Fallrekonstruktion: Hier erfolgt eine sequenzielle, objektiv-hermeneutische Analyse eines konkreten Unterrichtsgeschehens, um die theoretischen Konzepte empirisch zu untersuchen.

4. Fazit: Das Fazit führt Theorie und Fallanalyse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich der Benachteiligung von Schülerinnen durch geschlechtsbezogene Stereotype.

Schlüsselwörter

Doing gender, Geschlechterforschung, Chancengleichheit, Schule, Fallrekonstruktion, Objektive Hermeneutik, Geschlechtsidentität, Stereotype, Machtverhältnisse, Unterrichtsinteraktion, Leistungsbewertung, Sozialisation, Performativität, Diskurs, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Geschlecht im schulischen Alltag konstruiert wird und welche Auswirkungen diese Konstruktionen auf die Chancengleichheit von Schülern und Schülerinnen haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind das „doing-gender“-Konzept, die Dynamik zwischen Lehrkräften und Schülern sowie die Art und Weise, wie Notenvergabe und Unterrichtsführung zur Reproduktion von Geschlechterhierarchien beitragen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Ausarbeitung?

Das Ziel ist es, anhand eines konkreten Fallbeispiels aufzuzeigen, wie das Selektionskriterium Geschlecht durch die Lehrperson wirksam wird und inwiefern dies zu einer Benachteiligung von Schülerinnen führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird die Methode der objektiven Hermeneutik verwendet, um einen anonymisierten Unterrichtsfall in einer Sequenzanalyse detailliert zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Gender-Theorien im Schulkontext und eine detaillierte, sequenzbasierte Fallrekonstruktion eines Lehrer-Schüler-Dialogs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Doing gender, Geschlechterhierarchie, Machtgefälle, Chancengleichheit und objektive Hermeneutik beschreiben.

Was zeigt die Analyse über die Rolle der Lehrkraft im Fallbeispiel?

Die Analyse verdeutlicht, dass die Lehrkraft ihre Autorität nutzt, um durch geschlechtsspezifische Vorannahmen und willkürliche Entscheidungskriterien ein Machtgefälle zu erzeugen, das Schülerinnen benachteiligt.

Wie reagieren die Schüler auf die Situation im Fallbeispiel?

Die Schüler zeigen Anzeichen von Anspannung und Druck; das Ausbleiben einer Intervention durch Mitschüler deutet zudem auf ein verängstigtes Klassenmilieu hin.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Doing Gender im Schulkontext. Chancengleichheit in der Schule
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1.0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
11
Katalognummer
V1005089
ISBN (eBook)
9783346392909
ISBN (Buch)
9783346392916
Sprache
Deutsch
Schlagworte
doing gender schulkontext chancengleichheit schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Doing Gender im Schulkontext. Chancengleichheit in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005089
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Leseprobe aus  11  Seiten
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