Spanien unter den Mauren


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
4 Seiten, Note: 1+

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Spanien und die Mauren

Epochen u. Strukturen

- Araber ursprünglich arabische Halbinsel, hatten sich nach den Lehren Mohammeds im 7. Jahrhundert. rasch über Nordafrika ausgebreitet
- Siege: 635 Damaskus, 638 Jerusalem, 642 Ägypten, 636-651 persische Sassanidenreich, 644 Libyen, 697 Karthago, 711 im Osten das untere Indusgebiet, im Westen unter Feldherr Tarik Gibraltar (Beginn der Eroberung Spaniens)
- auch das Frankenreich wurde bedroht, 732 Karl Martell in Entscheidungsschlacht von Tours u. Poitiers abgewehrt -> Ende der Expansion
- weitere Versuche Konstantinopel u. das römische Imperium zu erobern schlugen fehl, lediglich Korsika und Sardinien fielen für 250 Jahre in maurische Hände

Eroberung Spaniens

- 711 Landung Tariks in Gibraltar -> innerhalb weniger Monate bis Toledo wobei auch der Westgotenkönig Rodrigo in Guadalete besiegt wurde
- Tarik folgte Muza, der Sevilla u. Mérida einnahm
- zusammen eroberten sie Spanien in den folgenden Jahren in einem Feldzug ohnegleichen, lediglich einige Flecken in den Pyrenäen u. den asturischen Bergen blieben verschont
- bis 717 galt Spanien als Kolonie Arabiens u. ab 717 gehörte es zu den Emiren u. war für vierzig Jahre die Provinz ,,Al-Andalus" von Damaskus
- unter den Syrern, Arabern u. Berbern, aus denen die ersten Besatzungstruppen bestanden kam es bald zu Machtkämpfen( da sie sich hauptsächl. Auf militärische Kontrolle von Gebieten u. Konfiszierung der reichtümer des westgot. Adels konzentrierten)
- nach der abbasidischen Revolution 756 wurde das polititsch unabhängige Emirat Cordoba unter Abd-ar-Rahman gegründet
- 912- 961 lag Blütezeit der Omaijaden
- 1036 erlosch Dynastie der Omaijaden -> Zerfall in zahlreiche verfeindete Fürstentümer
- trotzdem entwickelten sich Cordoba, Sevilla, Granada, Valencia, Lissabon, Murcia,
Zaragoza u. Toledo zu bedeutenden Kulturzentren
- weitere Versuche Zentralmacht zu errichten scheiterten o. hielten nur kurze Zeit
- die Herrschaften wechselten oft und begünstigten, die ab 1145 herannahende Reconquista

Kultur/Wissenschaft/Alltag

- insgesamt erlebten Kunst und Architektur eine Blütezeit, sowie Handel u. Landwirtschaft wurden gefördert
- Cordoba war nach Konstantinopel die prächtigste Stadt Europas (1 Million Einwohner 80000 Geschäfte- gleichzeitig hatte größte christl. Siedlung 18000 Einwohner und kaum ein Dutzend Geschäfte) -> span. Kultur war den übrigen Staaten weit überlegen
- in den Städten blühte das Handwerk (Spanische Seide, Metall - und Keramikwaren fanden in ganz Europa großen Anklang)
- die Hafenstädte waren blühende Handelszentren und die Hauptstadt Cordoba blühte in Wohlstand, Bildung u. Wissenschaft sowie in Eleganz des Lebensstils
- es wurden kostenlose Schulen gebaut u. an den Universitäten von Toledo u. Cordoba gab es umfassende Studien in Medizin, Mathematik, Philosophie u. Literatur, so haben z.B. Araber so wichtige Substanzen wie Schwefel-Salpetersäure und Alkohol entdeckt
- insgesamt bezog man sich sehr auf Wissenschaft der Antike; Aristoteles z.B. wurde schon lange studiert, bevor er im übrigen Europa bekannt wurde
- die Universitäten waren hervorragend ausgestattet u. verfügten über Laboratorien, Observatorien u. Bibliotheken
- es gab führende Wissenschaftler auf allen Gebieten z.B. begründeten sie Gleichungen dritten Grades, Tangens, Trigonometrie
- arabische Astronomen stellten genaue Tabellen der Sternbewegungen auf u. berechneten exakt die Neigung der Ekliptik
- auch gab es fundierte geographische Kenntnisse auf Grund der großen Ausdehnung des Reiches u. die Baukunst befand sich auf einem sehr hohen Level, was man an zahlreichen Palast und - Kirchenbauten erkennt, die zum großen Teil heute noch existieren z.B. Alhambra(Granada), Kathedrale(Sevilla), Moschee(Cordoba), Medina Azahara und ausgeklügelte und effektive Bewässerungssysteme im ganzen Land
- die Regierung war ziemlich tolerant, so konnten die Christen und Juden in den besetzten Gebieten ihre Religion weiter ausüben, mussten jedoch eine Kopfsteuer für Nichtmuslime zahlen (Mozarabier)
- viele konvertierten jedoch auch zum Muslim und entgingen so den Steuern (Muladies)
- die benachbarten christl. Königreiche waren nicht immer feindlich gesinnt, im Gegenteil viele Könige kamen um sich medizinisch behandeln zu lassen und versuchten auch Handelsbeziehungen aufzubauen um am Reichtum der Mauren teilzuhaben
- oft hinterließen Besuche einen tiefen Eindruck bei den vergleichsweise primitiv lebenden christl. Königen, die an trutzige Burgen und Feldlager gewöhnt waren und in den herrlichen Palästen der Kalifen empfangen wurden

Reconquista/Wiedereroberung Spaniens

- eigentlicher Beginn war schon 722 der erfolgreiche Aufstand Don Pelayos in Covadonga (astur. Berge), wo sich erstmals Christen wenn auch nur im kleinen Maße gegen die Araber widersetzten und noch dazu erfolgreich waren

- gefolgt war dies von weiteren kleinen Aufständen, die jedoch im Keim erstickt wurden

- bis zur Jahrtausendwende hatten sich in Spanien fünf größere christl. Staaten gebildet von denen die Wiedereroberung ihren Ausgang fand ( Léon, Kastilien, Navarra, Aragonien, Katalonien)

- ab 1036 fiel es relativ leicht sich gegen die einzelnen reginalen maurischen Herrscher durchzusetzen

- weiter ermutigt durch den pol. Zerfall von al-Andalus intensivierten die Christen im 11. Jahrh. den Kampf u. nahmen 1085 Toledo u. 1118 Zaragoza

- zusätzlichen Auftrieb erhielt die Reconquista durch die antimuslimische Kreuzzugidee im

12. Jahrh. aus Frankreich

- nach dem Sieg bei Las Navas de Tolosa 1212 konnte Kastilien im 13. Jahrh. das ganze Tal des Guadalquivir erobern -> 1236 fiel Cordoba; gleichzeitig stieß Aragonien entlang des Mittelmeers bis Valencia vor

- nur Granada u. einige Häfen in der Nähe von Cádiz konnten den Feldzügen vorerst widerstehen

- somit stagnierte die Wiedereroberung für einige Zeit
- erst als die ,,Katholischen Könige" Isabella u. Ferdinand an die Macht kamen wurde die Reconquista wieder aufgenommen und 1482 begann eine 10jährige Belagerung Granadas
- erst 1492 konnten die Könige den Triumph feiern und die letzte Bastion der Mauren auf span. Gebiet war gefallen und die Reconquista somit fast beendet, nur noch 150000 Mauren lebten im Umkreis von Granada wurden jedoch wenig später des Landes verwiesen, was zu großen Lücken in Wissenschaft und Kunst führte
- übrigens konnte auch Kolumbus erst nach der Eroberung Granadas auf seine legendäre Reise gehen, weil das Königshaus sich erst dann seinem Projekt vollständig zuwenden konnten

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Spanien unter den Mauren
Note
1+
Autor
Jahr
1999
Seiten
4
Katalognummer
V100530
Dateigröße
355 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanien, Mauren
Arbeit zitieren
Janko Wangelow (Autor), 1999, Spanien unter den Mauren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100530

Kommentare

  • Gast am 28.8.2002

    Danke.

    Vielen Dank,
    Du hast mir die Vorbereitung auf ein Vortrag sehr erleichtert.

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