Geschichte der Juden


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
4 Seiten

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Juden

In der Landschaft Juda (Judäa) beheimateter und von dort über die Welt zerstreuter Rest des ehemaligen Volkes Israel. Die Gesamtzahl der Juden hat im Laufe der Geschichte außerordentlich geschwankt und ist durch Verfolgungen mehrmals tief gesunken, heutzutage wird sie auf über 15 Mio. geschätzt. Nach der Rückkehr aus dem Babylonischem Exil bauten Esra und Nehemias ein religiöses System als verpflichtendes Landesgesetz (Theokratie) mit moralischen Geboten und rituellen Vorschriften (v. a. Reinheitsvorschriften) aus. Die von den Propheten vorausgesagte und im Zeitalter des Hellenismus beginnende Zerstreuung vollendete sich nach missglückten Freiheitskämpfen im 1./2. Jh. n. Chr.. Kriegsgefangene Juden wurden teils nach Rom, teils an den Rhein, die Donau und nach Spanien verbannt. Die Juden in Spanien erlebten nach 800 eine kulturelle Blütezeit, wurden jedoch nach dem Ende der Reconquista 1492 zur Auswanderung gezwungen (Osmanisches Reich, Maghreb) oder zwangsgetauft. In Frankreich wurden die Juden während der Kreuzzüge verfolgt und 1394 endgültig des Landes verwiesen. Auch in England erlitten sie grausame Verfolgungen. Es wurden vielfach Juden-Ordnungen erlassen, die persönliche Bewegungsfreiheit, Sondersteuern, Kennzeichnung und im Falle von Städten vom 16. Jh. an das Wohnen in gesonderten Straßen (Gettos) regelten. Eine schwere Zäsur bedeuteten die Verfolgungen anlässlich der Kreuzzüge (1096) und der Pest (1348/1349). In Westeuropa lebte die Elite zuerst vom Waren-, später vom Geldhandel. In Osteuropa standen ihnen handwerkliche Berufe offen. Nach der Vertreibung aus fast allen Reichsstädten wandten sie sich dem Agrar- und Kleinhandel zu. Im 13. Jh. entwickelte sich die Ideologie der »Kammerknechtschaft«: Die Ansiedlung von Juden wurde zum hoheitlichem, verkäuflichem Regal (»Schutzbrief«). Absolutistische Fürsten nutzten im 17. und 18. Jh. die Dienste jüdischen »Hofagenten«, um diese gegen Ansprüche des 3. Stands auszuspielen. - Ihre bürgerliche Gleichstellung wurde Ende des 18. Jh. in den USA, Frankreich und den Niederlanden erreicht. Die deutschen Staaten verfolgten eine »Erziehungspolitik« (Berufsumschichtung, schrittweise Assimilation), die erst in den 1860er-Jahren zur rechtlichen Gleichstellung der Juden führte. Im deutschsprachigen Raum entstanden 1830/1845 die prägenden 3 modernen Strömungen (neoorthodoxes, konservatives und liberales Judentum), die stark auf die Juden Europas und der USA einwirkten. Zwischen 1881 und 1924 vollzog sich nach mehrfachen blutigen Pogromen und auf dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise eine Massenauswanderung osteuropäischer Juden nach Amerika, Westeuropa und Australien. In Osteuropa definierten sich die Juden mehrheitlich als nationale Minderheit (Bundisten, Zionisten), als Orthodoxe (Chassidismus, Mussar-Bewegung) oder als Staatsbürger »mosaischer Konfession«. Einige wandten sich dem sozialistischem Internationalismus zu und brachen ihre Verbindungen zum Judentum meist ab (Rosa Luxemburg, L. Martow, L. Trotzkij). - Zu Beginn des 19. Jh. kam es in Deutschland und Frankreich zu einer neuen Welle des Antisemitismus im Zusammenhang mit den sozialen Kämpfen, da den Juden die Verantwortung für allgemeine Missstände aufgebürdet wurden. Mitte des 19. Jh. entstand dann mit dem rassistischen Antisemitismus eine neue Qualität der Feindschaft gegen die nun als Rasse definierten Juden, die keine Möglichkeit der Assimilation in die christlich geprägte Mehrheitsgesellschaft mehr einräumte. In dieser Tradition stehend, verfolgte das nationalsozialistische Regime die Juden als rassisch minderwertig und staatsfeindlich. Nach 1933 wurden die Juden aus dem Beamtentum entfernt. Die »Nürnberger Gesetze« legalisierten 1935 die Diffamierung der Juden und verboten u. a. Ehen zwischen Juden und Nichtjuden. 1938 wurden Verfolgungen organisiert, bei denen fast alle Synagogen angezündet, jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört wurden (»Kristallnacht«), und den Juden eine Sondersteuer von 1 Mrd. RM auferlegt wurde. Sie wurden aus dem wirtschaftlichen und sozialen Leben völlig ausgeschaltet. 1941 wurde das Tragen des Judensterns befohlen. Manche deutsche Juden konnten rechtzeitig unter Zurücklassung ihres Vermögens auswandern. Nach 1940 wurden zwei Drittel der europäischen Juden (wahrscheinlich 6 Mio.) von den Nationalsozialisten und ihren Kollaborateuren im Rahmen der »Endlösung« ermordet.

- T. Herzl begründete seit 1896 den politischen Zionismus - der Zionismus fußt auf drei Grundannahmen:

1. Die Juden sind ein Volk, nicht nur eine Religionsgemeinschaft; die Judenfrage ist daher eine nationale Frage.
2. Der Antisemitismus und daraus folgende lebensbedrohende Judenverfolgung sind eine ständig und überall vorhandene Gefahr für die Juden.
3. Palästina (das ,,Land Israel") war und ist die Heimat des jüdischen Volkes. und forderte die Schaffung einer gesicherten Heimstätte in Palästina, die 1948 im Staat Israel verwirklicht wurde.

Daten zur Geschichte Israels

- 2200 v.Chr. wanderten die semitischen Amoriter, später die Kanaaniter und die Israeliten in Palästina ein

- 1000 v.Chr. einigte David von dem südlichen Stamm Juda aus ganz Palästina und eroberte das bisher noch kanaanäische Jerusalem

- 926 v. Chr. spaltete sich Israel in 2 Reiche: Juda und Israel

- 722 v. Chr. wurde das Nordreich Israel von den Asyrern vernichtet

- 621 v. Chr. wurde das Südreich Juda durch König Josia religiös erneuert

- 597 v. Chr. und 586 v. Chr. endgültig durch den babylonischen König Nebukadnezar zerstört, der Jerusalem eroberte und den Hauptteil des Volkes in die babylonische Gefangenschaft führte

- 538 v. Chr. kehrten die Israeliten aus der Gefangenschaft zurück, errichteten einen Priesterstaat und bauten einen neuen Tempel

- 70 n. Chr. Zerstörung des selbständigen jüd. Staates durch die Römer, Verstreuung der Juden über Vorderasien, Nordafrika und den Mittelmeerraum

- 135 n. Chr. wurde Israel Palästina genannt

- 1897 Erster Zionistenkongress in Basel mit Theodor Herzl, Gründung der zionistischen Bewegung

- 1917 versuchte Weizmann von der britischen Regierung bei der Schaffung einer jüdischen ,,nationalen Heimstätte" in Palästina Hilfe zu leisten

- 1923 Palästina wurde vom ursprünglichen Mandatsgebiet das Emirat Transjordanien abgetrennt

- 1930er Einwanderung der Juden auf Grund der Judenverfolgung in Deutschland

- 1936 kam es zu einem arabischen Aufstand der erst 1939 ein Ende fand, wobei die britische Regierung 1939 fast völlig auf die arabische Linie einschwenkte

- 1939 Beginn des Zweiten Weltkrieges. Sechs Millionen Juden werden von den Nazis ermordet. Eine Welle jüdischer Flüchtlinge erreicht Palästina

- 1947 Aufteilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in zwei Staaten (für Jerusalem internat. Status) laut UNO-Beschluss, arab. Staaten lehnen den Plan ab

- 1948 Am 14.5. wird der Staat Israel proklamiert, am 15.5. greifen Truppen Ägyptens, Transjordaniens, Libanons, Syriens und des Irak Israel an (1. Israelische-Arabische Krieg)

- 1949 Waffenstillstand, Israel behält besetzte Gebiete (Galiläa, Westjerusalem)

- 1956 Während der Suez-Krise greift Israel Ägypten an

- 1967 Ägypten, Syrien und Jordanien greifen im Juni Israel an (Sechstagekrieg), Israel schlägt die arab. Armeen und besetzt die Westbank, die Golanhöhen, den Sinai, den Gaza- Streifen und Ostjerusalem. - Die palästinensische Befreiungsbewegungen beginnen im September mit Terroraktionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1973 (Oktober) Im Jom-Kippur-Krieg wehrt Israel den ägyptischen und syrischen Angriff ab

- 1974 Die UN erkennen das palästinensische Recht auf ,,Souveränität und Unabhängigkeit" an

- 1979 Friedensvertrag mit Ägypten, Rückgabe der Sinai-Halbinsel an Ägypten

- 1982 Israelischer Einmarsch in den Libanon zur Bekämpfung palästinensischer Terrorgruppen

- 1987 Im Dezember Beginn der Intifada (Aufstände), Guerillakriege und des Terrorismus. Bei Zusammenstößen mit der Armee kommen während der nächste sechs Jahre rund 1000 jugendliche Palästinenser um

- 1991 Irakische Raketenangriffe auf israelische Städte während des 2. Golfkrieges

- 1992 I. Rabin wird Ministerpräsident

- 1993 (Mai) E. Weizmann wird Staatspräsident. Als ersten Schritt zum Frieden unterzeichnen Israel und die PLO ein Abkommen, dass die palästinensische Autonomie in ihren Grundzügen festsetzt

- 1994 Mai, das Gaza-Jericho-Abkommen wird unterzeichnet, das den Palästinensern weitgehende (1995 auf weitere Gebiete im Westjordanland ausgedehnt) Autonomie gewährt. Im Oktober 1994 Abschluss eines Friedensvertrages mit Jordanien

- November 1995 Rabin wird von einem rechtsextremen jüdischen Friedensgegner erschossen, daraufhin wird S. Peres Ministerpräsident

- 1996 wird B. Netanjahu Ministerpräsident. Mit rund 90% der Stimmen gewinnt Jassir Arafat die erste demokratische Wahl in den Palästinensergebieten.

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Geschichte der Juden
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V100535
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Juden
Arbeit zitieren
Sarah Pischke (Autor), 2000, Geschichte der Juden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100535

Kommentare

  • Gast am 3.6.2002

    Juden.

    Also ick find das thema über juden total interessant die gechichte der juden hat mich seit dem buch das tagebuch der anne frank total begeistert.

    mach weiter so

    Bye Stephanie

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