Diese Arbeit befasst sich mit der Fallarbeit im Bereich des Familienmanagements und geht gesondert auf das Linking und Monitoring ein. Die Anfänge der Fallarbeit liegen in Amerika in den 1980-er Jahren. Ziel war es Kinder in problematischen Familiensituationen zu helfen. Genannt wurde dieses Verfahren "Child and Adolescent Service System Program (CASSP)". Auf dieser Basis wurde das heutige Fallmanagement in der Kinder- und Jugendhilfe erarbeitet. Festgelegt ist das im Sozialgesetzbuch (SGB) Achtes Buch (VIII), Kinder- und Jugendhilfe vom 26.06.1990. Paragraf 1 SGB VIII Recht auf Erziehung, Elternverantwortung und Jugendhilfe legen fest, dass "jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person hat".
Absatz zwei regelt "das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst Ihnen obliegende Pflicht dieser Erziehung und Förderung. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft". In Absatz drei werden die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe beschrieben. Diese sind die zum einen die Förderung junger Menschen, Eltern bei ihrer Arbeit zu unterstützen, Kinder und Jugendliche zu schützen und positive Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Dies ist die gesetzliche Grundlage für das Fallmanagement in der Kinder- und Jugendhilfe. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Adressatinnen und Adressaten freiwillig am Fallmanagement teilnehmen.
Die Aufgabe der Kindererziehung ist somit zwischen den Eltern, dem Staat, Bund und Ländern sowie den freien und öffentlichen Trägern aufgeteilt. Die freien und öffentlichen Träger übernehmen die oben genannten Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fallbeschreibung
3. Fallmanagement im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe
4. Linking
4.1. Vorbereitung
4.2. Vermittlung
4.3. Anpassung
4.4. Fallbezogene Vernetzung
5. Monitoring
5.1. Normaler Fallverlauf
5.2. Drohender Abbruch durch den Klienten
5.3. Fehlende Umsetzung der vereinbarten Leistungen durch einen Leistungserbringer
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung und die methodischen Herausforderungen des Fallmanagements in der Kinder- und Jugendhilfe. Anhand eines konkreten Fallbeispiels wird analysiert, wie die Prozessphasen des Linking und Monitoring dazu beitragen, komplexe Problemlagen in Multiproblemfamilien koordiniert zu bewältigen, Ressourcen zu aktivieren und Maßnahmen zielgerichtet anzupassen.
- Grundlagen des gesetzlich verankerten Fallmanagements im SGB VIII
- Strukturierte Analyse der Linking-Phase (Vorbereitung, Vermittlung, Anpassung, Vernetzung)
- Methodik des Monitoring bei positivem Fallverlauf und in Krisensituationen
- Umgang mit komplexen familiären Dynamiken und externen Störfaktoren
- Evaluation der zirkulären Prozesssteuerung in der sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
4. Linking
Nachdem in der dritten Phase der Serviceplan und die Ziele, die erreicht werden sollen, festgelegt wurden, beginnt jetzt die Phase des Linking. Es handelt sich um die tatsächliche, kontrollierte Durchführung der Maßnahmen. Für den oder die Klientin werden passende Angebote gesucht und vermittelt. Welche Leistungen das sind, wurden vorher im Serviceplan bereits festgelegt. Es kann sich sowohl um formelle, als auch um informelle Angebote handeln. Den Klienten soll Zugang zu Dienstleistungen verschafft werden, den sie eigenständig nicht erhalten hätten. Ziel ist es dem oder der Klientin wieder ein selbstständig gestaltbares Leben zu ermöglichen, indem Eigenständigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe gefördert wird. Der oder die Casemanagerin vernetzt und verwaltet sämtliche Maßnahmen. Eventuell werden die Klienten auch zu Maßnahmen begleitet. Die erstmalige Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Personen und die Terminvereinbarungen erfolgen durch den oder die Casemanagerin. Kommt es zu Problemen in dieser Phase, können Maßnahmen auch angepasst werden. Die Phase des Linking ist in vier Teilabschnitte gegliedert. Diese sind die Vorbereitung, die Vermittlung, die Anpassung und die Fallbezogene Vernetzung. Die einzelnen Phasen werden im folgenden anhand des obigen Fallbeispiels erläutert (Wendt, 2018, S. 159).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die historische Entwicklung des Fallmanagements, die gesetzlichen Grundlagen im SGB VIII und die spezifischen Herausforderungen bei der Arbeit mit sogenannten Multiproblemfamilien.
2. Fallbeschreibung: Es wird die exemplarische Situation der Familie Mustermann vorgestellt, die durch Depressionen, Suchtproblematik, Schulden sowie Verhaltensauffälligkeiten der Kinder geprägt ist.
3. Fallmanagement im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel skizziert den allgemeinen Ablauf der Phasen des Fallmanagements von der Zugangseröffnung über das Assessment bis hin zur Evaluation.
4. Linking: Hier werden die vier Teilphasen der praktischen Umsetzung von Hilfemaßnahmen detailliert anhand des Fallbeispiels erläutert, inklusive der Vorbereitung, Vermittlung, Anpassung und Vernetzung.
5. Monitoring: Dieser Abschnitt beschreibt die Kontrollfunktion des Fallmanagements, sowohl im normalen Verlauf als auch beim Umgang mit Abbruchtendenzen oder unvorhergesehenen Hindernissen wie der Corona-Pandemie.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Fallmanagement einen hochindividuellen und zirkulären Prozess darstellt, der trotz fachlicher Standards keine Erfolgsgarantie bietet.
Schlüsselwörter
Fallmanagement, Kinder- und Jugendhilfe, SGB VIII, Linking, Monitoring, Multiproblemfamilien, Sozialpädagogik, Hilfen zur Erziehung, Fallbeispiel, Casemanagement, soziale Arbeit, Kinderschutz, Familienhilfe, Netzwerkarbeit, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Umsetzung des Fallmanagements in der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere mit dem Fokus auf die Koordinationsphasen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unterstützung von Familien in komplexen Krisensituationen, die Vermittlung passgenauer Hilfsangebote und die Dokumentation und Anpassung von Hilfeprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den zirkulären Prozess des Fallmanagements anhand des Linking- und Monitoring-Konzepts zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie professionelle Fachkräfte komplexe Familiensysteme stabilisieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine fallbasierte Analyse angewandt, bei der theoretische Grundlagen des Case Managements auf ein konkretes Praxisbeispiel (Familie Mustermann) angewendet und reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der operativen Phasen des Fallmanagements, unterteilt in die praktische Umsetzung (Linking) und die kontinuierliche Überprüfung (Monitoring).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, SGB VIII, Monitoring, Linking und Multiproblemfamilien definiert.
Wie geht das Fallmanagement mit unvorhergesehenen Krisen wie einer Pandemie um?
Das Dokument zeigt am Beispiel der Corona-Pandemie, dass flexibles Handeln, die Nutzung digitaler Kommunikationswege und die kreative Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen essenziell sind.
Warum ist die Kooperation der Großmutter im Fallbeispiel so entscheidend?
Die Großmutter fungiert als wichtige Ressource im sozialen Netzwerk, die durch ihre Unterstützung bei der Alltagsbewältigung eine Stabilisierung des familiären Systems und die Teilhabe des Sohnes am Kindergarten ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Petra Rathmann (Autor:in), 2020, Bearbeiten einer Fallstudie. Linking und Monitoring in der Kinder und Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005493