Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Maßnahmen der Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Eingangs wird die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung erläutert, um eine Grundlage für die folgende keynesianische Mengentheorie zu schaffen. Bei der keynesianischen Mengentheorie werden die Zusammenhänge auf dem Vermögens-, Güter- und Arbeitsmarkt erläutert, um anschließend die Geldpolitik der EZB sowie die Fiskal- und Lohnpolitik während der Corona-Krise zu analysieren. Schließlich wird ein Fazit zu den Maßnahmen getroffen.
Die Corona-Pandemie hat weitreichende humanitäre und wirtschaftliche Auswirkungen. Durch die hohe Anzahl an Erkrankten und Toten sinkt das Angebot an Arbeitskräften. Viel bedeutender sind noch die Maßnahmen vieler Staaten zur Eindämmung der Pandemie. Die massiven Einschränkungen in nahezu allen Branchen, legen Liefer- und Wertschöpfungsketten lahm und schwächen die inländische Produktion. Da nur schwer absehbar ist, wie lange die Einschränkungen für Unternehmen und Haushalte die wirtschaftlichen und sozialen Abläufe belasten, verbreitet sich zunehmend Unsicherheit. Dadurch sinkt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)
3 Keynesianische Mengentheorie
3.1 Vermögensmarkt
3.2 Gütermarkt
3.3 Arbeitsmarkt
4 Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen die Corona-Krise
4.1 Geldpolitik der EZB
4.1.1 Die Rolle als „Lender of Last Resort“
4.1.2 Aktuelle Anleihekäufe und Refinanzierungsgeschäfte
4.2 Fiskalpolitik
4.3 Lohnpolitik
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welche makroökonomischen Maßnahmen von der Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik ergriffen wurden, um die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen und wie effektiv diese Interventionen sind.
- Analyse der makroökonomischen Prozesse innerhalb der keynesianischen Theorie
- Untersuchung der Rolle der EZB als "Lender of Last Resort" während der Krise
- Bewertung nationaler und europäischer fiskalpolitischer Kriseninstrumente
- Diskussion der Bedeutung der Lohnpolitik für Beschäftigungssicherung und Konjunktur
- Einordnung der Maßnahmen in den Kontext von Stabilität und Strukturwandel
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Die Rolle als „Lender of Last Resort“
Ein funktionierendes und stabiles Banken- und Finanzsystem ist die Voraussetzung für die geldpolitischen Transmissionskanäle, um die Preisniveaustabilität zu gewährleisten. Um das Finanzsystem vor einem schwerwiegenden Schaden und Ansteckungseffekten zu bewahren, üben Zentralbanken während einer Krise die Rolle des „Lender of Last Resort“, übersetzt „Kreditgeber der letzten Instanz“, aus. Die Zentralbank ist die einzige Institution, die in einer Krise noch in der Lage ist, die Nachfrage nach sicheren und liquiden Anlagen zu bedienen, den Bankensektor zu stützen und die Stabilität des Finanzsystems wiederherzustellen. Da eine Zentralbank, aufgrund des ihr übertragenen Monopols zur Ausgabe des gesetzlichen Zahlungsmittels, niemals in ihrer eigenen Währung zahlungsunfähig werden kann, ist sie in der Lage, durch die Bereitstellung zusätzlichen Zentralbankgeldes die Auswirkungen einer Bankenkrise zu mildern.
Da es im Euroraum keine Institution gibt, die auf der einen Seite in der Lage ist, die Zuspitzung von Krisen und auf der anderen Seite die Gefahr des Auseinanderbrechens der Währungsunion zu vermeiden, sah sich die EZB gezwungen für Krisenländer als Lender of Last Resort aufzutreten. Dabei kaufte sie in der Vergangenheit Staatsanleihen der Krisenländer im Euroraum. Die starke Unabhängigkeit der EZB hemmt sie jedoch in ihren Aktivitäten, da ihre Maßnahmen durch die maximalen Verluste, die sie selbst zu verantworten hat, begrenzt sind. Sie muss sich also stärker als andere Zentralbanken gegen etwaige finanzielle Risiken aus den geldpolitischen Geschäften absichern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomischen Herausforderungen der Pandemie ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Effektivität politischer Gegenmaßnahmen auf Basis keynesianischer Theorie.
2 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR): Das Kapitel erläutert die Bedeutung der VGR als empirische Grundlage für gesamtwirtschaftliche Analysen und beschreibt die Zusammenhänge zwischen Entstehungs-, Verwendungs- und Verteilungsrechnung.
3 Keynesianische Mengentheorie: Hier werden die Funktionsweisen des Vermögens-, Güter- und Arbeitsmarktes im keynesianischen Paradigma dargelegt, wobei insbesondere die Unsicherheit und die Rolle des Geldes hervorgehoben werden.
4 Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen die Corona-Krise: Dieser Hauptteil analysiert die konkreten geld-, fiskal- und lohnpolitischen Reaktionen auf die Krise, einschließlich der Rolle der EZB und staatlicher Konjunkturprogramme.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die stabilisierende Wirkung der beschriebenen Maßnahmen für die Wirtschaft und den Euroraum.
Schlüsselwörter
Corona-Krise, Makroökonomie, Keynesianismus, Geldpolitik, EZB, Lender of Last Resort, Fiskalpolitik, BIP, Konjunkturpaket, Lohnpolitik, Kurzarbeit, Preisniveaustabilität, Finanzsystem, Anleihekäufe, Deflationsrisiken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik auf die wirtschaftlichen Schocks der Corona-Pandemie reagiert haben und welche Mechanismen zur Krisenbewältigung eingesetzt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die keynesianische Makroökonomie, die geldpolitische Rolle der EZB, staatliche Konjunkturmaßnahmen sowie die Bedeutung des Tarifsystems für die Beschäftigung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den konkreten Maßnahmen der Politik zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und bewertet deren Effektivität.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor nutzt einen theoretischen Rahmen basierend auf der keynesianischen Mengentheorie und der VGR, um aktuelle wirtschaftspolitische Interventionen kritisch zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die geldpolitischen Maßnahmen der EZB (wie das PEPP), die fiskalpolitischen Konjunkturpakete der Bundesregierung sowie die Rolle der Tarifpolitik während der Krise detailliert untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Corona-Krise, Geldpolitik, EZB, Fiskalpolitik, Keynesianismus, Kurzarbeit und Preisniveaustabilität charakterisiert.
Warum wird die Rolle der EZB als "Lender of Last Resort" als entscheidend angesehen?
Sie ist die einzige Institution, die in einer Krise Liquidität bereitstellen kann, um den Bankensektor zu stützen und das Finanzsystem vor dem Zusammenbruch zu bewahren, da sie in ihrer eigenen Währung nicht zahlungsunfähig werden kann.
Welche Rolle spielt die Tarifpolitik im Kontext der Corona-Krise?
Sie dient als differenziertes Regelungssystem, das einerseits Einkommen durch Kurzarbeit stabilisiert und andererseits in systemrelevanten Branchen trotz der Krise moderate Lohnerhöhungen ermöglicht.
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- Andreas Klein (Author), 2021, Corona-Krise. Welche Maßnahmen ergreift die Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005578