Interpretation des Goethe Gedichtes "Neue Liebe neues Leben"


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
3 Seiten, Note: 1

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Neue Liebe neues Leben

Das Thema des Gedichtes „Neue Liebe neues Leben“ von Johann von Goethe ist das Herz, beziehungsweise klagt das lyrische Ich das Seinige ob einer von ihm ungewollten Liebe zu einer offensichtlich bezaubernden Frau an; er hält Art Zwiesprache mit seinem Herz, dass allerdings wie kaum anders erwartet nicht antwortet.

Das Gedicht ist formal schlicht, der Aufbau ist überschaubar, er gliedert sich in drei Strophen mit jeweils acht Zeilen. Allerdings sei schon vorweg genommen, dass sich das Gedicht entsprechend der äußeren Form inhaltlich in drei Teile gliedert, die aufeinander aufbauen und einen klimaktischen Verlauf aufzeigen.

Um dem Leser seine emotional äußerst angespannte und verzweifelte Lage deutlich zu machen, benutzt der Dichter einige Mittel in seiner Sprachgestaltung, durch dessen hyperbolische Benutzung der empfundene Weltschmerz des Dichters auf eine durchaus amüsierende Weise auf den Leser wirkt.

Der Dichter leitet das Gedicht mit einer Frage an sein Herz ein, da er weiter mit diesem spricht, wirkt es personifiziert, gleichzeitig baut der Dichter zu dem Herz, was ja doch in seiner Brust schlägt hier eine gewisse Distanz auf, was übertragbar auf die inhaltliche Situation hinweist: das lyrische Ich liebt und verfällt einer wohl schattenumrandeten Frau, obwohl sein rationaler Verstand vehement gegen dieses wehrt. Verstand und Herz werden also verglichen und da das Herz - zu des Dichters Leidwesen - in seiner Auswirkung überlegen ist, wird festgestellt, dass Liebe nicht über logische Überlegung oder Kalkulation bestimmbar ist. Weiterhin sagt der Dichter, er erkenne sein Herz nicht mehr, was zu der Überlegung verleitet, dass er von dieser eben genannten Vorstellung bisher eingenommen war, nach seiner eigenen Aussage folglich nie richtig geliebt hat; dieser Rückbezug sagt einiges über das Wesen des Mannes aus, er hat bisher nicht geliebt und wehrt sich auch jetzt - nicht erfolgreich - dagegen, was dem Leser eine gewisse mathematische Herzenskälte des lyrischen Ichs vermittelt, was er durch die Phrase „Ach, wie kamst Du nur dazu!“ die auch mit einem Ausrufezeichen versehen ist, verstärkt.

In der Zweiten Strophe versucht der Dichter die Situation schon näher zu fokussieren, er probiert, ihr den konfusen, weil unverständlichen Charakter zu nehmen, indem er sein Herz nach den Gründen dieser scheinbar so unergründlichen Liebe fragt. Alle vermeintlich devilen Vorzüge der Frau werden aufgeführt, „Jugendblüte“, eine „liebliche Gestalt“ und der „Blick voll Treu und Güte“ scheinen sie so liebenswert zu machen. Der Dichter sagt weiterhin, dass er zwar eigentlich stark genug ist, diesen Versuchungen zu widerstehen, doch dies gelingt noch nicht einmal durch die versuchte Flucht. Der Dichter drückt hier seine Verzweiflung, die vielleicht allmählich schon in Resignation, eventuellem Einverständnis mündet, aus, indem er, bevor er von der ungewollten stetigen Rückkehr berichtet, ein „Ach“ setzt.

Wiederum beschreibt das Gedicht eine inhaltliche Wendung, als der Dichter sich in der Dritten Strophe unwillig und brummig der Situation, der Liebe, seinem Herz, der Frau ergibt. Durch das Wort „muß“ drückt seinen noch nicht gebrochenen Unmut aus, doch scheint er nun anzufangen mit den positiven Seiten der Situation zu liebäugeln, da er jetzt in „ihren Zauberkreisen“ durch genau diese gezwungen ist zu leben. Er scheint gegen Ende des Gedichtes kompromißbereit zu werden, da er sagt, dass nun eine Veränderung eingetreten ist, mit der er auf welche Weise auch immer, umgehen muß. Sein letzter Ausruf („Liebe! Liebe! Laß mich los!“) ist auf zwei Arten zu deuten, die eine, die ich dem Dichter zudenke, ist daß es ironisch gemeint ist, da der rationale Bann nun gebrochen ist; die zweite Deutung gäbe dem Gedicht eine andere Wendung, denn wenn den Ausruf wörtlich und ernst aufgefaßt, so meint dies einen nicht-gebrochenen Zwang, gegen sein Herz zu kämpfen und würde dem Dichter einen negativ beurteilenden Charakter geben, da er nicht auf sein Herz hört und somit eine große Liebe mißachtet.

Da ich die erste Deutung favorisiere, scheint also von Strophe zu Strophe, und in der Letzen, von Zeile zu Zeile eine größere Bereitschaft auf das mit einem Feindbild behaftete Herz zu hören und die empfundene Liebe zu akzeptieren. Dieser Eindruck wird vom Titel des Gedichtes bestätigt, er sagt, dass, wenn man denn in der Lage zu lieben ist, ein neues Leben, meint oft gefürchtete Veränderungen einbegriffen, eingehen muß. Der Dichter scheint den Fakt, dass sein Herz anders empfindet als sein Kopf es ihm vorgibt zu akzeptieren, er kann logisch gesehen auch nicht anders, da ihm mit seinem rationaler Verstand bewußt sein müßte, dass die Emotionen des Herzes unabänderlich sind, und das Herz leider noch andere Aufgaben als die hier primär dargestellte, nämlich zu lieben, zu erfüllen hat. Um also seine Lebensfähigkeit aufrecht zu erhalten, muß er mit seinem Herz kompromißbereit umgehen, also die Liebesfähigkeit akzeptieren.

2 von 3 Seiten

Details

Titel
Interpretation des Goethe Gedichtes "Neue Liebe neues Leben"
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V100593
Dateigröße
324 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interpretation, Goethe, Gedichtes, Neue, Liebe, Leben
Arbeit zitieren
Susanne; Geillis Walpurga (Autor), 2001, Interpretation des Goethe Gedichtes "Neue Liebe neues Leben", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100593

Kommentare

  • Gast am 25.10.2001

    Nicht immer gleich "ins Blaue" interpretieren!.

    Liebe Susanne Freyling

    Haben Sie Sich auch nur ansatzweise mit der Entstehungsgeschichte dieses Gedichtes befasst?
    Mir ist es unverständlich, wie Sie angeblich eine 1 auf diese Hausarbeit bekommen haben!
    Ihre Interpretation ist polemisch und absolut am eigentlichen Hintergrund vorbeiinterpretiert!

  • Gast am 4.2.2002

    Kritik.

    also du hast den inhalt irgendwie nicht getroffen und nicht präzise formuliert.Steht nicht der Konflikt Ratio gegen animus im vordergrund ,und er befindet sich deshalb in einem zwiespalt? er müöchte zwar mit dieser frau leben, aber sie hindert ihn daran auf seine weise zu leben und deshalb möchte er sich doch trennen ,oder so ähnlich hab ich gedacht! bin auch kein checker mfg,stefan

  • Gast am 20.2.2002

    Hi.

    Erstmal danke !!

    Deine interpretation hat mir sehr
    gefallen und hat mir geholfen ich würde dich gerne bitten mir zurückzuschreiben; weil ich könnte deine hilfe immer gebrauchen!!

    Nochmals Dankeeeeeeeeeeeeeeeee!!!!!!!

    Ilker

  • Gast am 29.4.2002

    33.

    nicht gerade schön gegliedert aber doch
    viele aspekte genannt.
    respect

  • Gast am 4.5.2002

    LAso naja....

    Ich hatte genau dieses Gedicht in meiner Abiklausur und ich muss sagen, dass meiner Meinung nach eher das lyrische Ich versucht, die Liebe abzuschütteln, da es seine Fleiß und Ruh (vgl. erste Strophe) wieder haben möchte. Es ist übermannt von den Gefühlen seines Herzens und will sein altes Leben zurück, indem es den Ausruf zum Schluss des Gedichtes bringt. Denk mal drüber nach, bevor du voreilig was hierhin schickst!

  • Gast am 23.5.2002

    Das Leben ist Kitschig.

    Viel zu kitschig. Durch Ausschmückungen verliert die Interpretation ihre eigentliche Aussage. "nicht empfehlenswert"!!!

  • Gast am 14.12.2005

    der Dichter versucht ... *g*.

    Die Interpretation gefällt mir im ganzen recht gut.Für ne 1 feht auf jedenfall eine Angabe zur Metrik(es ist im Trochäus geschrieben)!
    Der größte Fehler der gemacht wurde ist eine Beleidigung an den Meister Goethe.Wie kann man in einer Goethe Interpretation schreiben,der Dichter versucht.
    Hallo?! Goethe ist der Meister der Feder schlechthin.

    Bei meinem Deutschlehrer wäre das keine "eins".
    Aber liest sich im ganzen recht "nett".

  • Gast am 23.5.2006

    naja, nicht meine meinung....

    Also ich musste heute über das gleiche gedicht eine interpretation schreiben, war insgesamt ganz gut , und das gedicht finde ich super, nur finde ich diese interpretation zu trocken , ok es soll ja nicht zu ausgeschmückt sein, aber in dieser interpretation kommt vom gedicht selbst nichts , aber wirklich nichts zum vorschein, bin kein experte selbst noch mit abi beschäftigt, doch sone arbeit würde ich nie verfassen, mal sehen was ich für eine bewertung bekomme. also liebe grüße, wenera

  • Gast am 28.5.2006

    Formale Fehler.

    Also allein die Analyse des Gedichtes kommt leider viel zur kurz. Die wichtigsten Stilmittel sollten doch genant werden (Metapher, Personifikation, Enjambement, Alliteration, Annapher, Hyperbaton, Klimax) sowie das Reimschemna ababccdd. Denn so ist die Interpretation leider wirklich ein Schuss ins Blaue...
    Wohl hoffentlich keine Uni-Arbeit...

  • Gast am 3.7.2006

    BEZUG ZU GOETHE???.

    Ich gehe fest davon aus, dass du darüber Bescheid wusstest, dass dieses Gedicht zu den "Sesenheimer Liedern" gehört (Zumindest war es sicherlich irgendwo vermerkt). Bei den "Sesenheimer Liedern" liegt es auf der Hand, dass das Gedicht Friederike Brion (der Pfarrerstochter von Sesenheim) gewidmet ist. Goethe hat alle seine Gedichte (mal mehr, mal weniger direkt) auf sein Leben bezogen!!! Also vorher auch mal die Biographie anschauen.

  • Gast am 3.7.2006

    BEZUG ZU GOETHE???.

    Ich gehe fest davon aus, dass du darüber Bescheid wusstest, dass dieses Gedicht zu den "Sesenheimer Liedern" gehört (Zumindest war es sicherlich irgendwo vermerkt). Bei den "Sesenheimer Liedern" liegt es auf der Hand, dass das Gedicht Friederike Brion (der Pfarrerstochter von Sesenheim) gewidmet ist. Goethe hat alle seine Gedichte (mal mehr, mal weniger direkt) auf sein Leben bezogen!!! Also vorher auch mal die Biographie anschauen.

  • Gast am 27.2.2007

    Aha.

    ich habe heute darüber ne klausur geschrieben udn hab das gedicht auch ganz anders interpretiert
    aber unserem lehrer kann man es eh nicht recht machen^^

  • Gast am 10.3.2007

    naja.

    hey eigentlich war deine Interpratation ja schon ganz gut aber du hast vergessen die Kadenzen und des Metrum des Gedichts zu schreiben. denn genau das habe ich eigentlich gesucht.

  • Gast am 7.4.2007

    interpretation.

    also ehrlich gesagt habe ich dieses gedicht ganz anders interpretiert und irgendwie finde ich, dass in dieser interpretation hier zu viel drum herum geredet wird.

  • Gast am 8.5.2007

    Schwachsinn.

    Schlechtes Deutsch und oberflächliche Interpretation

  • Gast am 26.2.2008

    "Friederiken-Gedichte".

    leider handelt es sich hier um die liebeslyrik um Lili Schönemann und nicht um Friederike Brion

  • Gast am 8.11.2008

    1 ??--4!!.

    dafür ne 1?
    da würds bei mir ne 4 geben und ich bin schon jahrelang lehrer

  • enemenemiste ! am 3.11.2010

    Wir haben das Gedicht im Deutschunterricht (Stufe 10) durchgenommen. Bei meinem Deutschlehrer hätte es für diese Interpretation ebenfalls keine eins gegeben, da die Deutungshypothese nach dem Einleitungssatz fehlt und insgesamt zu wenig Formales (Metrum, Kadenzen, Stilmittel...) analysiert wurde, obwohl sich die formale Gestaltung dieses Gedichts hervorragend auf den Inhalt beziehen lässt. Außerdem werden Zitate mit Versnachweis angegeben. Ich finde aber, die Interpretation ist sprachlich anspruchsvoll formuliert.

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