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Die Vater-Tochter-Beziehung in Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti"

Titre: Die Vater-Tochter-Beziehung in Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti"

Dossier / Travail , 2020 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Michelle Müller (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die vorliegende Proseminar-Arbeit thematisiert die Vater-Tochter-Beziehung in Gotthold Ephraim Lessings Emilia Galotti.
Der Fragestellung liegt der Gegenstand zugrunde, dass das Vater-Tochter- Verhältnis bedingt wird durch den Übergang zwischen Patriarchat und Empfindsamkeit. Dieser Wandel vollzieht sich in der Aufklärung und hat deshalb auch Auswirkungen auf die Literatur und demgemäß auf den Konnex zwischen Emilia und Odoardo Galotti.
Das Vater-Tochter-Verhältnis und die damit verbundenen Probleme bilden ein beliebtes und vor allem gängiges Thema in der Literatur der Aufklärung. Aus diesem Grund hat auch die Literaturwissenschaft ein großes Interesse an dieser Motivik. Dieses breit rezipierte Forschungsfeld bildet dabei die Grundlage der vorliegenden Ausarbeitung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zwischen Patriarchat und Empfindsamkeit – Vater-Tochter-Beziehungen im Kontext der Aufklärung

1. Die Rolle des bürgerlichen Vaters

2. Die Rolle der bürgerlichen Tochter

III. Die Aspekte des Vater-Tochter-Verhältnisses in Lessings Emilia Galotti

1. Odoardo Galotti – Patriarch oder empfindsamer Vater?

2. Emilia Galottis Handlungsspielräume als Tochter

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vater-Tochter-Beziehung in Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti" unter Berücksichtigung des historischen Wandels zwischen Patriarchat und Empfindsamkeit im 18. Jahrhundert. Ziel ist es, die Ambivalenz des Verhältnisses sowie die Handlungsspielräume der Tochter im Kontext der bürgerlichen Moralvorstellungen zu analysieren.

  • Wandel der familialen Strukturen in der Aufklärung
  • Rolle und Selbstverständnis des bürgerlichen Vaters
  • Tugendbegriff und sexuelle Unschuld der bürgerlichen Tochter
  • Psychologische Auswirkungen väterlicher Autorität
  • Analyse des Scheiterns im bürgerlichen Trauerspiel

Auszug aus dem Buch

1. Odoardo Galotti – Patriarch oder empfindsamer Vater?

Odoardo Galotti versucht immer wieder dem „Typus des Patriarchen vom alten Schlag“ zu entsprechen, da er als „alter Degen; stolz und rauh“ (EG I,4) charakterisiert wird. Ferner erscheint Odoardo in erster Linie als „Repräsentant einer familialen und kulturellen Ordnung, die er um jeden Preis aufrechterhalten und an seine Tochter weitergeben möchte“. Diese Ordnung ist insbesondere geprägt durch einen starken Tugendrigorismus. So stellt Ursula Hassel heraus, dass diese restriktiven Tugendvorstellungen „sich zunächst auf die Tabuisierung weiblicher Sexualität und Sinnlichkeit und zum anderen auf eine vom Hof abgewandte Lebensführung [beziehen].“ Dies bedeutet, dass Odoardo typisch patriarchalische Auffassungen, die sich insbesondere auf die Tochter beziehen, vertritt.

Allerdings glänzt Odoardo im gesamten Stück vor allem durch seine Abwesenheit. Am Tag der Hochzeit kommt er nur vorbei, um nach dem Rechten zu schauen, ohne dabei Emilia zu sehen, denn Odoardo reitet wieder weg ehe sie von der Kirche zurück kommt (vgl. EG II,2). Dies zeigt, dass Odoardo weder den Kontakt zu seiner Tochter sucht, noch dass er ernsthaft an ihren Gefühlen interessiert ist. Diese patriarchalische Einstellung kann Odoardo allerdings nicht vollkommen realisieren, denn der Vater Galotti lebt getrennt von seiner Familie (vgl. EG II,4). Hierbei zeigt sich noch einmals das Fehlen der väterlichen Figur deutlich. Dadurch kann Odoardo „seiner Rolle als väterlicher Beschützer schlecht nachkommen“, denn diese „räumliche Trennung“, so argumentiert Brita Hempel weiter, „und de[m] damit einhergehenden Kontroll- und Kontaktverlust […] ist mit seiner traditionellen Patriarchenrolle schwer vereinbar“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Vater-Tochter-Beziehung in "Emilia Galotti" vor und erläutert den sozial- und literaturgeschichtlichen Ansatz.

II. Zwischen Patriarchat und Empfindsamkeit – Vater-Tochter-Beziehungen im Kontext der Aufklärung: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Übergang vom hierarchischen Patriarchalismus hin zur emotionalisierten Empfindsamkeit im 18. Jahrhundert.

1. Die Rolle des bürgerlichen Vaters: Hier wird der Vater als Repräsentant von Macht und als Hüter der familialen Normen innerhalb der bürgerlichen Ordnung dargestellt.

2. Die Rolle der bürgerlichen Tochter: Dieser Abschnitt analysiert das restriktive Rollenbild der Tochter, welches stark auf Tugend, Gehorsam und der Unterdrückung weiblicher Sinnlichkeit basiert.

III. Die Aspekte des Vater-Tochter-Verhältnisses in Lessings Emilia Galotti: Das Kapitel überträgt die theoretischen Grundlagen auf die konkrete Figurenkonstellation in Lessings Drama.

1. Odoardo Galotti – Patriarch oder empfindsamer Vater?: Diese Analyse zeigt Odoardos Scheitern in seiner Vaterrolle auf, bedingt durch seine Abwesenheit und seine starre Fixierung auf ein überhöhtes Tugendideal.

2. Emilia Galottis Handlungsspielräume als Tochter: Hier wird untersucht, wie die verinnerlichte Angst vor der eigenen Verführbarkeit Emilias Handlungsspielraum drastisch einschränkt und letztlich in die Opferung mündet.

IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ambivalente Vater-Tochter-Beziehung durch gegenseitige Bedingtheit und gesellschaftliche Indoktrination letztlich zum tragischen Scheitern beider Figuren führt.

Schlüsselwörter

Emilia Galotti, Gotthold Ephraim Lessing, Aufklärung, Vater-Tochter-Beziehung, Patriarchat, Empfindsamkeit, bürgerliches Trauerspiel, Tugend, weibliche Unschuld, Odoardo Galotti, Handlungsspielraum, Sexualmoral, Väterliche Autorität, Rollenbild, Familiäre Ordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe und oft ambivalente Vater-Tochter-Beziehung in Lessings Drama "Emilia Galotti" unter Berücksichtigung historischer Kontextfaktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Patriarchat und Empfindsamkeit, der Tugendbegriff des 18. Jahrhunderts und die daraus resultierenden Zwänge für Vater und Tochter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Erwartungen und väterliche Indoktrination die Handlungsspielräume der Tochter Emilia massiv einschränken und zum Scheitern führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen sozial- und literaturgeschichtlichen sowie hermeneutischen Ansatz, um den historischen Kontext mit dem dramatischen Werk zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die realen Gegebenheiten der bürgerlichen Familie im 18. Jahrhundert beleuchtet und anschließend auf die Charaktere Odoardo und Emilia Galotti angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Aufklärung, Tugendrigorismus, patriarchalische Autorität, Opferbereitschaft und die Verführbarkeit der Tochter.

Warum wird Emilia Galotti als "Produkt männlicher Imagination" bezeichnet?

Die Autorin argumentiert, dass Emilia durch den Maler, den Prinzen und ihren Vater idealisiert wird, wodurch sie ihre eigene Identität zugunsten eines männlich konstruierten Tugendbildes verliert.

Inwiefern scheitert Odoardo Galotti als Vater?

Odoardo scheitert, da er zwischen seiner Rolle als strenger Patriarch und dem empfindsamen Vater steht, gleichzeitig abwesend bleibt und seine väterliche Schutzfunktion letztlich nur durch den Mord an seiner Tochter "erfüllen" kann.

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Résumé des informations

Titre
Die Vater-Tochter-Beziehung in Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti"
Université
University of Cologne
Note
1,0
Auteur
Michelle Müller (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
21
N° de catalogue
V1005979
ISBN (ebook)
9783346389473
ISBN (Livre)
9783346389480
Langue
allemand
mots-clé
vater-tochter-beziehung gotthold ephraim lessings emilia galotti
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michelle Müller (Auteur), 2020, Die Vater-Tochter-Beziehung in Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005979
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Extrait de  21  pages
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