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Fiktion im Theater. Fiktivität und Realität von Theaterstücken

Titel: Fiktion im Theater. Fiktivität und Realität von Theaterstücken

Hausarbeit , 2019 , 12 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Jonathan Geisler (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Theater enthält offensichtlich fiktive Elemente, wenn ein fiktives Werk gespielt wird. Und doch finden die Handlungen in der Realität statt. Wie ist also der Status des Theaters in der Realität einzuordnen und ist das Theaterstück immer dasselbe, egal welches Ensemble es spielt? Diese und andere Fragen werden diskutiert.

Das Theater ist seit jeher eine beliebte Form der Kunst. Was in der heutigen Zeit oft an uns und auch an der philosophischen Debatte um Fiktion vorbeigeht, ist, dass nicht nur Science-Fiction-Filme, Videospiele oder Fantasy Romane Werke der Fiktion sein können, sondern auch Theaterstücke. Wie wenig Beachtung dieser Tatsache geschenkt wird, zeigt schon eine kleine Google-Suche. So führt beispielsweise Wikipedia nur die Unterpunkte „Literatur“ und „Film“ unter „Fiktion im Verhältnis zu Gattungen und Genres“ auf.

In diesem Essay möchte ich daher die Fragen, die auftreten, wenn das Theater als fiktionale Kunstform wie ein Fantasy Roman angenommen wird, zu formulieren und wenn möglich, auch beantworten. Dafür werde ich erst einmal verdeutlichen, warum denn angenommen werden kann und sollte, dass Theater -beziehungsweise bestimmte Theaterstücke fiktive Werke sein können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Fiktion im Theater

1.1 Das Theater

1.2 Emotionen im Theater

1.3 Kunstgriffe im Theater

2. Die Natur des Theaters

2.1 Inhalt und Medium

2.2 Kriterien und Kunstgriffe

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die philosophische Einordnung des Theaters als fiktionale Kunstform kritisch zu hinterfragen und zu untersuchen, ob Theaterstücke analog zu Literatur oder Film als fiktive Werke klassifiziert werden können. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei insbesondere auf die Rolle des Live-Charakters der Aufführung sowie die Unschärfe des Inhaltsbegriffs bei ständiger Interpretation und Veränderung durch verschiedene Ensembles.

  • Vergleich von Theater mit anderen fiktionalen Medien
  • Die Problematik emotionaler Reaktionen auf fiktionale Inhalte
  • Einfluss von Inszenierung und Interpretation auf den Werkbegriff
  • Die Bedeutung theatraler Kunstgriffe für die Fiktionalitätsdebatte
  • Abgrenzung zwischen realen Schauspielenden und fiktiven Charakteren

Auszug aus dem Buch

1.1 DAS THEATER

Das Theater ist seit jeher eine beliebte Form der Kunst. Was in der heutigen Zeit oft an uns und auch an der philosophischen Debatte um Fiktion vorbei geht, ist, dass nicht nur Science-Fiction Filme, Videospiele oder Fantasy Romane Werke der Fiktion sein können, sondern auch Theaterstücke. Wie wenig Beachtung dieser Tatsache geschenkt wird, zeigt schon eine kleine Google-Suche. So führt beispielsweise Wikipedia nur die Unterpunkte „Literatur“ und „Film“ unter „Fiktion im Verhältnis zu Gattungen und Genres“ auf. In diesem Essay möchte ich daher die Fragen, die auftreten, wenn das Theater als fiktionale Kunstform wie ein Fantasy Roman angenommen wird, zu formulieren und wenn möglich auch beantworten.

Dafür werde ich erst einmal verdeutlichen, warum denn angenommen werden kann und sollte, dass Theater -beziehungsweise bestimmte Theaterstücke- fiktive Werke sein können. So schreibt Rühling: „Fiktionalität und Poetizität verweisen jeweils auf Phänomene, die keineswegs ausschließlich auf die Literatur beschränkt sind. Darstellungen von erfundenen Figuren, Gegenständen, Ereignissen kommen auch in anderen Kunstgattungen vor, etwa im Film, auf der Bühne oder in der bildenden Kunst.“ (Lutz Rühling, Fiktionalität und Poetizität, 1969, S.26 zitiert nach Stephanie Metzger, Theater und Fiktion, 2009)

Als erstes kommt es da natürlich gelegen, dass der Großteil aller Theaterstücke nicht nur aufgeführt wird, sondern auch als Bücher veröffentlicht wurde. Die gängige Meinung der an dieser Debatte teilhabenden Philosophen ist, dass Bücher fiktiv sein können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, welche sich aber von Theorie zu Theorie unterscheiden. Nur warum sollte ein Theaterstück in Buchform fiktiv sein können, in aufgeführter Form aber nicht? Die einzige Antwort darauf ist, dass die Unterscheidung fiktiv/nicht fiktiv nicht allein vom Inhalt eines Werkes abhängt, sondern auch von der Schreibform beziehungsweise der Kunstgattung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fiktion im Theater: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, warum Theater oft in philosophischen Fiktionsdebatten vernachlässigt wird und diskutiert anhand theoretischer Ansätze die Herausforderungen der Genre-Bestimmung sowie das Paradoxon emotionaler Reaktionen auf das Bühnengeschehen.

2. Die Natur des Theaters: Hier wird der Fokus auf die Veränderbarkeit des Theaterinhalts durch verschiedene Inszenierungen und Ensembles gelegt, wobei die Kunstgriffe, wie das Durchbrechen der vierten Wand, als Mittel zur Hinterfragung der Grenze zwischen Fiktion und Realität analysiert werden.

3. Fazit: Das Kapitel schließt mit der These, dass das Theater aufgrund seiner stetigen Veränderbarkeit und der notwendigen Realität der Darstellenden eher als nicht-fiktive Kunstform zu verstehen ist, stellt diesen Standpunkt jedoch in den Kontext konträrer philosophischer Positionen.

Schlüsselwörter

Theater, Fiktion, Nicht-Fiktion, Fiktionalität, Aufführung, Inszenierung, Paradoxon, Emotionen, Kunstgriffe, Vierte Wand, Live-Charakter, Realität, Philosophie, Interpretation, Werkbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Theater als fiktionale Kunstform klassifiziert werden kann, analog zu Gattungen wie Roman oder Film.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Unterscheidung von Fiktion und Realität, der Einfluss der Live-Aufführung sowie die Rolle von Interpretation und Ensemble bei der Definition eines Theaterstücks.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Analyse, ob Theaterstücke trotz ihrer Buchform und fiktiven Inhalte aufgrund ihrer performativen, realen Natur als nicht-fiktiv eingestuft werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit philosophischen Fiktionstheorien und nutzt dabei zentrale Zitate renommierter Theoretiker wie Stacie Friend, Erika Fischer-Lichte und Georg Simmel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Paradoxon der emotionalen Reaktion auf Fiktion und die Besonderheiten theatraler Kunstgriffe erörtert, um anschließend die Instabilität des Inhaltsbegriffs im Theater zu beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Fiktionalität, Theater, Aufführung, Paradoxon, Vierte Wand und Inszenierung.

Wie unterscheidet sich die Aufführung eines Stücks von einem literarischen Text?

Während ein literarischer Text weitgehend statisch bleibt, wandelt sich ein Theaterstück durch jede Aufführung, da Regie, Ensemble und Live-Präsenz individuelle Ausprägungen des Inhalts erzeugen.

Warum hinterfragt der Autor die Fiktionalität des Theaters?

Der Autor argumentiert, dass die physische Präsenz der realen Schauspielenden und die Unmittelbarkeit der Aufführung dazu führen, dass die Grenze zur Fiktion im Theater wesentlich poröser ist als in anderen Medien.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fiktion im Theater. Fiktivität und Realität von Theaterstücken
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Autor
Jonathan Geisler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V1005982
ISBN (eBook)
9783346389435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fiktion theater fiktivität realität theaterstücken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonathan Geisler (Autor:in), 2019, Fiktion im Theater. Fiktivität und Realität von Theaterstücken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005982
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Leseprobe aus  12  Seiten
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