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Auswirkungen der Corona-Krise auf das deutsche Insolvenzrecht. Sondergesetz COVINsAG

Título: Auswirkungen der Corona-Krise auf das deutsche Insolvenzrecht. Sondergesetz COVINsAG

Trabajo Escrito , 2020 , 10 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Philipp Schreiter (Autor)

Derecho - Derecho Civil - mercantil, de sociedades, comercial, de la competencia y económico
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Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Krise auf die deutsche Gesetzgebung in Bezug auf das Insolvenzrecht. Hierfür wird das Sondergesetz COVINsAG analysiert. Dabei wird zunächst die Aussetzung der Insolvenzpflicht betrachtet. Anschließend werden die Folgen der Aussetzungspflicht dargestellt. Im Fokus stehen hier die Milderung der Haftung von Geschäftsführern sowie die Privilegierung von Krediten und Gesellschaftsdarlehen. Abschließend werden die Einschränkungen von Gläubigerinsolvenzanträgen sowie die Risiken durch die Aussetzung der Antragspflicht behandelt.

Die aktuelle Corona-Pandemie gefährdet nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität von ganzen Branchen und damit einhergehend die Existenz von Unternehmen. Aufgrund der bedrohlich steigenden Fallzahlen von Covid-19 Infektionen und Todesfällen wurde zur Eindämmung der Ausbreitung ein 'Shutdown' der deutschen Wirtschaft veranlasst.

Die deutschen Behörden griffen zu drastischen Maßnahmen in Form von Ausgangssperren und der vorübergehenden Schließung von bestimmen Betrieben wie unter anderem der Gastronomie, Touristik, Luftfahrt, Friseure und mehr. Als Konsequenz aus diesen wirtschaftlichen Einschnitten brachen viele Geschäftsmodelle zusammen und Unternehmen erzielten schlagartig keine Umsatzerlöse mehr. Die Mehrheit der betroffenen Unternehmen hatte für eine derartige Krisensituation nicht ausreichend Rücklagen gebildet und leiden daher unter einer angespannten Liquiditätslage. Aus diesem Grund wurde eine massive Insolvenzwelle in Deutschland befürchtet.

Zur Vermeidung einer solchen Insolvenzwelle hat der Gesetzgeber entsprechend reagiert. Als Teil der Auffang- und Unterstützungsmaßnahmen wurde im Eilverfahren das "Gesetz zur Abmilderung der COVID-19-Pandemie im Insolvenz-, Zivil- und Strafverfahrensrecht" am 27. März verabschiedet. Hierbei handelt es sich um ein Artikelgesetz, welches mehrere Gesetze zusammenfasst.

Dessen Artikel 1 trägt den ebenfalls sperrigen Titel "Gesetz zur vorübergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und zur Begrenzung der Organhaftung bei einer durch die COVID-19-Pandemie bedingten Insolvenz", abgekürzt: COVINsAG. Mithilfe dieses Sondergesetzes sollen Unternehmen die Möglichkeit bekommen, ihr rechtliches Überleben in der derzeitigen Krisensituation sicherzustellen. Es beinhaltet wesentliche Auswirkungen auf das deutsche Insolvenzrecht und die Unternehmerlandschaft.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sondergesetz: COVInsAG

2.1 Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

2.2 Folgen der Aussetzungspflicht

2.2.1 Milderung der Haftung von Geschäftsführern

2.2.2 Priveligerung von Krediten und Gesellschafterdarlehen

2.3 Einschränkungen von Gläubigerinsolvenzanträgen

2.4 Risiken durch die Aussetzung der Antragspflicht

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die gesetzgeberischen Reaktionen auf die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise, insbesondere im Hinblick auf das deutsche Insolvenzrecht, um die Liquidität von Unternehmen zu sichern und eine Insolvenzwelle zu vermeiden.

  • Analyse des COVInsAG als Sondergesetzgebung.
  • Untersuchung der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht.
  • Haftungsprivilegien für Geschäftsführer und Kapitalgeber.
  • Einschränkung von Gläubigerinsolvenzanträgen zur Unternehmensrettung.
  • Kritische Würdigung der Risiken durch das Fortbestehen von Zombieunternehmen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Nach bislang geltendem Insolvenzrecht war gem.§15a InsO im Falle einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber innerhalb drei Wochen nach Eintritt der Insolvenzreife einen Eröffnungsantrag zu stellen.

Als zentrale Regelung des neuen Gesetzes wurde in §1 die vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September dieses Jahres festgelegt. Weil das COVInsAG rückwirkend zum 1. März 2020 verabschiedet wurde, bleiben bis zum 29. Februar gestellte Insolvenzanträge weiterhin antragspflichtig. Außerdem ist zu beachten, dass die Vorschrift des §1 nicht für jedes Unternehmen gilt. Denn die Aussetzung der Antragspflicht ist an zwei Voraussetzungen gekoppelt. Zum einen muss die Insolvenzreife des Unternehmens auf den Auswirkungen der Corona- Pandemie beruhen und zum anderen muss eine Aussicht darauf bestehen, die vorhandene Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen.

In Bezug auf die Anwendung dieser Vorschrift ist es nicht einfach festzustellen, wann die eben genannten Voraussetzungen erfüllt gelten. Der Gesetzgeber hat diese Schwierigkeit erkannt und daher eine Vermutungsregel aufgestellt. Falls beim Unternehmen bereits am 31.Dezember 2019 eine Zahlungsunfähigkeit vorlag, ist davon auszugehen, dass die Insolvenz nicht auf die Covid 19 - Pandemie zurückzuführen ist. Das Datum wurde aufgrund des historischen Verlaufs der Pandemie gewählt. Da die ersten Infektionen in Deutschland erst Ende Januar 2020 auftraten, betrifft der festgelegte Stichtag einen Zeitpunkt, zu dem das Corona-Virus in Deutschland noch nicht ausgebrochen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beschreibt die wirtschaftliche Instabilität durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierende Notwendigkeit staatlicher Eingriffe zur Vermeidung einer Insolvenzwelle.

2. Sondergesetz: COVInsAG: In diesem Kapitel werden die zentralen Regelungen des COVInsAG erläutert, insbesondere die vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und deren rechtliche Voraussetzungen.

2.1 Aussetzung der Insolvenzantragspflicht: Es wird dargelegt, unter welchen Bedingungen die Antragspflicht ausgesetzt wird und wie der Gesetzgeber durch Vermutungsregeln zur Anwendbarkeit Klarheit schaffen wollte.

2.2 Folgen der Aussetzungspflicht: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Auswirkungen der Aussetzung, insbesondere für die Haftung von Führungspersonen und die Privilegierung von Finanzmitteln.

2.2.1 Milderung der Haftung von Geschäftsführern: Hier wird erläutert, wie durch das COVInsAG die persönliche Haftung von Geschäftsführern für Zahlungen während der Aussetzungsphase begrenzt wurde, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren.

2.2.2 Priveligerung von Krediten und Gesellschafterdarlehen: Der Abschnitt erläutert Anreize für Kreditgeber und Gesellschafter, Unternehmen während der Krise frisches Kapital zuzuführen, ohne Insolvenzanfechtungsrisiken befürchten zu müssen.

2.3 Einschränkungen von Gläubigerinsolvenzanträgen: Die Arbeit zeigt auf, wie durch zeitliche Schonfristen verhindert werden sollte, dass Unternehmen unverschuldet durch Gläubigeranträge in die Insolvenz getrieben werden.

2.4 Risiken durch die Aussetzung der Antragspflicht: Es werden die Gefahren diskutiert, die durch das Verbleiben zahlungsunfähiger Unternehmen ("Zombies") im Markt für andere Marktteilnehmer entstehen.

3. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das COVInsAG zwar kurzfristig wirksame Erleichterungen schuf, jedoch kritische Aspekte hinsichtlich der Marktgesundheit und Zombieunternehmen hinterlässt.

Schlüsselwörter

Corona-Pandemie, COVInsAG, Insolvenzrecht, Insolvenzantragspflicht, Unternehmenssanierung, Haftungsprivileg, Geschäftsführerhaftung, Kredite, Gesellschafterdarlehen, Gläubigerinsolvenzantrag, Zombieunternehmen, Liquiditätssicherung, Wirtschaftskrise, Sanierungskredit, Insolvenzreife.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der deutsche Gesetzgeber mit dem COVInsAG auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie im Bereich des Insolvenzrechts reagiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, der Milderung der Geschäftsführerhaftung, der Privilegierung von frischem Kapital sowie der Begrenzung von Gläubigerinsolvenzanträgen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Analyse der rechtlichen Maßnahmen, die Unternehmen in der Corona-Krise vor einer Insolvenz schützen und ihre Fortführungsmöglichkeiten sichern sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die gesetzliche Bestimmungen, den historischen Kontext der Pandemie sowie die theoretischen Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Aussetzungsregelungen, die rechtlichen Folgen für Organhaftung und Finanzierung sowie eine kritische Betrachtung der Risiken für den Markt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind COVInsAG, Insolvenzantragspflicht, Geschäftsführerhaftung, Sanierung und Zombieunternehmen.

Wie definiert der Gesetzgeber die Voraussetzung für die Aussetzung der Antragspflicht?

Die Insolvenzreife muss auf Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen und es muss eine realistische Aussicht auf Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit bestehen.

Warum war die Milderung der Geschäftsführerhaftung notwendig?

Sie war erforderlich, damit Geschäftsführer trotz drohender Insolvenz Zahlungen tätigen können, die zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs notwendig sind, ohne eine persönliche Haftung fürchten zu müssen.

Was ist das Risiko bei der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht?

Das Hauptrisiko besteht darin, dass insolvente Unternehmen am Markt bleiben ("Zombieunternehmen") und dadurch bei Gläubigern zu weiteren Ausfallrisiken und einer Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage führen können.

Final del extracto de 10 páginas  - subir

Detalles

Título
Auswirkungen der Corona-Krise auf das deutsche Insolvenzrecht. Sondergesetz COVINsAG
Universidad
Leuphana Universität Lüneburg
Calificación
1,3
Autor
Philipp Schreiter (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
10
No. de catálogo
V1006163
ISBN (Ebook)
9783346409744
Idioma
Alemán
Etiqueta
Insolvenzrecht Corona Krise Sanierung Insolvenz CovInsAG Corona Krise
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philipp Schreiter (Autor), 2020, Auswirkungen der Corona-Krise auf das deutsche Insolvenzrecht. Sondergesetz COVINsAG, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006163
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