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Zeugenschaft in "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft" von Swetlana Alexijewitsch. Untersuchung verschiedener Konzepte

Titel: Zeugenschaft in "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft" von Swetlana Alexijewitsch. Untersuchung verschiedener Konzepte

Hausarbeit , 2018 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nadja Usova (Autor:in)

Russistik / Slavistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Konzepten der Zeugenschaft. Das Phänomen der Zeugenschaft, des Zeugnisses und des damit auftretenden Zeugen ist in der Gesellschaft grundlegendste Quelle der wissenschaftlichen und kulturellen Praxis. Die Phänomene sind sehr vielfältig und lassen sich durch ebenso vielfältige, facettenreiche Herangehensweisen untersuchen und analysieren, je nachdem welchem Zweck die Untersuchung dient.

In dieser Arbeit wird speziell auf das Buch der Autorin Swetlana Alexijewitsch eingegangen, in den Interviews der von der Tschernobyl-Katastrophe betroffenen Zeitzeugen gesammelt und anschließend unter dem Titel: Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft veröffentlicht wurden.

Im Fokus wird zunächst die persönliche Einbindung der Zeugen in die Katastrophe stehen. Weiterhin auch einfach ihre Funktionen in der Gesellschaft und ihre damit verbundene Auffassung der Ereignisse. Die Gemeinsamkeit aller Zeugen besteht darin, dass alle die Katastrophe von Tschernobyl selbst erlebt haben und somit Zeugen sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeugenschaft & Zeugnis

2.1 Inhalte und Facetten

2.2 Wissen und Überzeugung

2.3 Zwei Perspektiven

2.4. Grundtypen der Zeugenschaft

3. Zeugenschaft im Buch von Swetlana Alexijewitsch: Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft

3.1 Hintergrund des Buches

3.2 Aufbau des Buches

4. Untersuchung der Zeugenschaftskonzepte an vier Monologen

4.1 Monolog über ein ganzes Leben, das auf einer Tür festgehalten ist

4.2 Monolog darüber, daß man mit Lebenden und Toten sprechen kann

4.3 Monolog über die Grenzenlose Macht eines Menschen über den anderen

4.4 Monolog über das Ewige und Verdammte: Was tun, und wer ist schuld?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Konzepte der Zeugenschaft anhand von Swetlana Alexijewitschs Werk "Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft", wobei der Fokus auf der Analyse ausgewählter Monologe von Zeitzeugen der Katastrophe liegt, um deren Motivationen, Wahrnehmungen und ihre Rolle innerhalb der Erinnerungskultur zu verstehen.

  • Grundlagen und Definition der Zeugenschaft
  • Differenzierung zwischen historischen, juristischen und moralischen Zeugen
  • Analyse der narrativen Strukturen in Alexijewitschs Interviews
  • Verarbeitung traumatischer Erlebnisse durch das Zeugnisgeben
  • Die Funktion der Zeitzeugen in der gesellschaftlichen Aufarbeitung

Auszug aus dem Buch

2.4. Grundtypen der Zeugenschaft

Im Folgenden sollen vier Grundtypen der Zeugenschaft beschrieben werden. Diese Darstellungen sind vor allem als abstrakte Generalisierungen zu verstehen, die sich aus historischen Fällen ergeben haben. In der Realität sind die Zeugenschaften nie ganz so detailliert trennbar und solcherlei Idealtypen zuzuordnen. Allerdings sind diese vier Grundtypen hilfreich, um vor allem die Mischformen und Übergänge des Aktes einer Zeugenschaft genauer untersuchen zu können. Sowohl die Unterschiedlichkeit als auch die Gemeinsamkeit dieser Konzepte ist vor allem in der Motivation der Zeugen zu sehen.

Als erstes und gängigstes Beispiel einer Zeugenschaft ist der juristische Zeuge zu erwähnen. Dieser legt sein Zeugnis im Rechtextext ab, wobei er als Opfer oder als „dritter zwischen dem Urheber des Schadens und den Geschädigten“ auftritt. Der Zeuge übernimmt hierbei eine ihm sehr klar zugewiesene Rolle, die an ein „formalisiertes Verfahren“ gebunden ist, das der Urteils- bzw. Wahrheitsfindung dienen soll. Seine Äußerungen sind in diesen Kontext eingebunden. Das Zeugnis wird durch präzise Fragen, die nicht dialogisch angelegt sind, ermittelt. Idealerweise ist der juristische Zeuge unparteiisch und objektiv und hat das Bezeugende zuverlässig in seiner Erinnerung gespeichert. Seine Glaubwürdigkeit wird durch die unter Eid formulierten Fragen begründet, bzw. eine absichtliche Täuschung wird dadurch zusätzlich erschwert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Zeugenschaft ein und erläutert die Relevanz des Buches von Swetlana Alexijewitsch zur Untersuchung dieser Phänomene.

2. Zeugenschaft & Zeugnis: Es werden theoretische Grundlagen zu Zeugen, Wissen, Überzeugung sowie die unterschiedlichen Perspektiven und Typen der Zeugenschaft dargelegt.

3. Zeugenschaft im Buch von Swetlana Alexijewitsch: Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft: Dieser Abschnitt beschreibt den Hintergrund und den Aufbau des Werkes und ordnet es in den literarischen Kontext ein.

4. Untersuchung der Zeugenschaftskonzepte an vier Monologen: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse spezifischer Zeugenberichte und deren Einordnung in die Konzepte der Zeugenschaft.

5. Fazit: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und die zentrale Rolle der Zeitzeugen bei der Rekonstruktion von Geschichte durch subjektive Erlebnisse betont.

Schlüsselwörter

Zeugenschaft, Swetlana Alexijewitsch, Tschernobyl, Zeitzeuge, Trauma, Erinnerungskultur, Monolog, moralischer Zeuge, juristischer Zeuge, Katastrophe, Zeitgeschichte, Wahrnehmung, Aufarbeitung, Subjektivität, Dokumentation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Zeugenschaft und wie dieses in den literarisch aufgearbeiteten Zeitzeugenberichten von Swetlana Alexijewitschs Buch „Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft“ zum Ausdruck kommt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretische Bestimmung der Zeugenschaft, die Einordnung verschiedener Zeugentypen (historisch, juristisch, moralisch) sowie die Analyse der individuellen Motivationen von Zeitzeugen der Reaktorkatastrophe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die unterschiedlichen Konzepte der Zeugenschaft in den ausgewählten Monologen herauszuarbeiten und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Art und Weise des Zeugnisgebens aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Konzepte der Zeugenschaft auf ausgewählte, qualitative Textbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Zeugnisbegriffs und eine anschließende praktische Analyse von vier spezifischen Monologen aus dem Buch, ergänzt durch Informationen zur Entstehung des Werkes.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zeugenschaft, Zeitzeuge, Erinnerungskultur, Trauma und Katastrophenliteratur charakterisieren.

Wie unterscheidet sich der moralische Zeuge vom juristischen Zeugen?

Der juristische Zeuge ist an formale Verfahren und Objektivität gebunden, während der moralische Zeuge seine Rolle als Überlebender nutzt, um das Erlebte als Totenklage oder als Anklage gegen die Umstände vorzubringen.

Welche Rolle spielt die „Sprachlosigkeit“ im Zeugnis?

Die Sprachlosigkeit wird als zentraler Bestandteil des Zeugnisses identifiziert, da sie das Unvermögen ausdrückt, traumatische Erfahrungen in konventionelle Worte zu fassen.

Warum ist die Wahl der Monologe repräsentativ?

Die Monologe bieten laut Autorin einen repräsentativen Querschnitt, da sie die unterschiedlichen Motivationen und psychischen Zustände der Betroffenen – vom Physiker bis zur einfachen Bewohnerin – widerspiegeln.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zeugenschaft in "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft" von Swetlana Alexijewitsch. Untersuchung verschiedener Konzepte
Hochschule
Universität Hamburg  (Slavistik)
Note
1,3
Autor
Nadja Usova (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V1006317
ISBN (eBook)
9783346397973
ISBN (Buch)
9783346397980
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zeugenschaft tschernobyl eine chronik zukunft swetlana alexijewitsch untersuchung konzepte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadja Usova (Autor:in), 2018, Zeugenschaft in "Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft" von Swetlana Alexijewitsch. Untersuchung verschiedener Konzepte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006317
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Leseprobe aus  21  Seiten
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