Ehrenamtliches Engagement nimmt gesamtgesellschaftlich betrachtet einen großen Stellenwert ein und ist somit ein wichtiger Bestandteil unserer demokratischen Gemeinschaft. In dieser Arbeit soll herausgefunden werden, welchen Motiven Menschen im Ehrenamt folgen. Befragt werden Menschen, die sich für die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen engagieren.
Mit knapp 31 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen, zählt Deutschland zu den Ländern mit überdurchschnittlich hohem bürgerlichem Engagement. Das entspricht etwa einem Drittel der Bundesbürger, die ehrenamtlich tätig sind. Bereits mehr als 40% der über 14-Jährigen engagieren sich, das entspricht 15% mehr als noch vor 15 Jahren. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, stützen einen wichtigen Teil unserer Gesellschaft, denn viele Kommunen, Städte und Gemeinden sind auf die freiwillige Arbeit engagierter Menschen angewiesen. Das gesellschaftliche Leben und das Wohlergehen einzelner Menschen würde – ohne bürgerschaftlichen Einsatz – Nachteile erfahren und Lücken in der Versorgung oft durch Ehrenamtsarbeit geschlossen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition Ehrenamt
2.2 Begriffsklärung ASB-Wünschewagen
3 Qualitative Forschung
3.1 Theoretische Vorüberlegung
3.1.1 Aufarbeitung des Standes der Forschung
3.1.2 Integration theoretischer Vorüberlegungen: Hypothese
3.1.3 Methoden der qualitativen Forschung
3.1.4 Leitfragen und Forschungsfrage
3.2 Planung ‚Forschungsdesign‘
3.3 Wahl der Erhebungsmethode
3.3.1 Fokussiertes Interview mit narrativen Anteilen
3.4 Erstellung des Interviewleitfadens
3.5 Durchführungsphase
4 Datenauswertung und Analyse
4.1 Erläuterung der Forschungsmethodik
4.2 Die Auswahl der Interviewpartner
4.3 Kategorienbildung und Kodierung
4.4 Auswertung und Reflexion der Interviews
4.4.1 Persönliche Motive für das EA mit Sterbenden
4.4.2 Primäre Motivation/Hauptmotiv für die Begleitung Sterbender
4.4.3 Emotionen bei der Begleitung Sterbender
4.4.4 Motivationale Unterschiede zu anderen Ehrenämtern
4.4.5 Emotionale Unterschiede zu anderen Ehrenämtern
4.5 Qualitative Interpretation – Ergebnisse und Empfehlungen
4.6 Motivationale und emotionale Unterschiede ‚Merkmal Geschlecht‘
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Identifikation der motivationalen und emotionalen Unterschiede bei Ehrenamtlichen, die sich speziell für die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen engagieren. Hierbei wird untersucht, welche persönlichen Motive und emotionalen Aspekte diese Tätigkeit charakterisieren und wie sich diese vom Engagement in anderen ehrenamtlichen Bereichen abgrenzen.
- Analyse der Beweggründe für ein ehrenamtliches Engagement beim ASB-Wünschewagen.
- Untersuchung der emotionalen Belastungen und positiven Rückmeldungen bei der Begleitung sterbender Menschen.
- Erforschung, inwieweit motivationale Unterschiede im Vergleich zu anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten bestehen.
- Betrachtung geschlechterspezifischer Unterschiede in der Motivation und emotionalen Verarbeitung.
- Reflexion über Faktoren, die zu einer Beibehaltung oder einem potenziellen Motivationsverlust des ehrenamtlichen Engagements führen können.
Auszug aus dem Buch
4.4.2 Primäre Motivation/Hauptmotiv für die Begleitung Sterbender
Bei der Frage nach der primären Motivation für die freiwillige Tätigkeit, geben alle IP … „helfen zu wollen“ „etwas gut zu tun“, „etwas sinnvolles“, „dem Sterbenden letzten Wunsch zu erfüllen“ und die „Freude des Sterbenden“ als Hauptmotivation an. Weiterhin wollen alle IP mit anderen Menschen zusammenkommen, die Gesellschaft mitgestalten, das Leben der Sterbenden bereichern, dazu beitragen, dass die Krankheit des Sterbenden einen Tag in den Hintergrund tritt, das Glück des Sterbenden fördern, dem Sterbenden helfen kurzzeitig Krankheit, Schmerzen und den Tod zu vergessen und das Leben wieder – zumindest für die Zeit des Ausfluges – wieder in den Vordergrund zu holen. Ein IP gab an, dass man dem Sterbenden weder die Schmerzen noch den
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in der Gesellschaft und stellt die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit dar.
2 Theoretischer Hintergrund: Definiert die zentralen Begriffe "Ehrenamt" und erläutert die Rolle des ASB-Wünschewagens als soziale Organisation.
3 Qualitative Forschung: Erläutert das methodische Vorgehen, von den theoretischen Vorüberlegungen und Hypothesen bis hin zur Planung und Durchführung der Experteninterviews.
4 Datenauswertung und Analyse: Präsentiert die Ergebnisse der Interviewauswertung, inklusive Kategorienbildung, persönlicher Motive, emotionaler Aspekte und geschlechterspezifischer Unterschiede.
5 Fazit: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert kritisch über die Motivation der Ehrenamtlichen bei der Begleitung Sterbender.
Schlüsselwörter
Ehrenamt, ASB-Wünschewagen, Sterbebegleitung, Qualitative Forschung, Interview, Motivation, Emotionen, Lebensqualität, Sinnhaftigkeit, Geschlechtsunterschiede, Persönliche Motive, Ehrenamtliche Helfer, Soziale Unterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das ehrenamtliche Engagement von Menschen, die sich speziell für die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen im Rahmen des ASB-Wünschewagens entscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die persönlichen Beweggründe, emotionale Herausforderungen, motivationale Faktoren sowie die Rolle des Geschlechts bei diesem spezifischen ehrenamtlichen Einsatz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die motivationalen und emotionalen Unterschiede der Ehrenamtlichen in diesem Bereich im Vergleich zu anderen Formen des Engagements herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfadengestützten, fokussierten Interviews mit narrativen Anteilen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Einbettung, die methodische Planung, die konkrete Durchführung der Interviews sowie die detaillierte Auswertung und qualitative Interpretation der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ehrenamt, ASB-Wünschewagen, Sterbebegleitung, Motivation, Emotionen, Sinnhaftigkeit und persönliche Motive.
Wie unterscheiden sich die Motive bei diesem speziellen Ehrenamt von anderen?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Begleitung Sterbender eine besonders komplexe Mischung aus altruistischen Motiven und einer starken persönlichen Erfüllung durch das Erleben von Freude beim Sterbenden erfordert.
Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf die Motivation der Ehrenamtlichen?
Die Untersuchung zeigt, dass es nur geringfügige Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, wobei Männer tendenziell stärker technische und organisatorische Aspekte betonen, während Frauen stärker das Wohlbefinden und die emotionale Unterstützung in den Vordergrund rücken.
- Quote paper
- Sandra Waldermann-Scherhak (Author), 2021, Motivationale und emotionale Unterschiede im ehrenamtlichen Engagement. Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006589