Emotionale Intelligenz. Entwicklung, Differenzierung und Bedeutung in der Gesellschaft


Seminararbeit, 2018

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1 Emotionen
2.2 Intelligenz
2.3 Emotionale Intelligenz

3. Entwicklungskonzepte von Emotionaler Intelligenz
3.1 Das ursprüngliche Konzept nach Salovey und Mayer (1990)
3.2 Das modifizierte Konzept nach Mayer und Salovey (1997)
3.3 Die erweiterte Konzeption nach Goleman und Bar-On

4. Die Integration und Differenzierung der Emotionalen Intelligenz
4.1 Die Integration der Emotionalen Intelligenz als Intelligenzart
4.2 Die Differenzierung zur Sozialen und Akademischen Intelligenz

5. Die gesellschaftliche Bedeutung der Emotionalen Intelligenz
5.1 Die Bedeutung der Emotionalen Intelligenz im Alltag
5.2 Die Bedeutung der Emotionalen Intelligenz im Berufsleben

6. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Das ursprüngliche Konzept nach Salovey und Mayer (Salovey und Mayer, 1990, S. 7).

Abb.2: Das modifizierte Konzept nach Mayer und Salovey (Mayer und Salovey, 1997, S. 37).

Tabellenverzeichnis

Tab.1: Die fünf Fähigkeitsbereiche nach dem Modell von Bar-On (modifiziert nach Bar-On et al., 2000; Mayer et al., 2000)

1. Einleitung

„Wer Erfolg im Leben haben will, muss klug mit seinen Gefühlen umgehen können und das emotionale Alphabet beherrschen. Was nützt ein hoher IQ, wenn man ein emotionaler Trottel ist?“

- Daniel Goleman, 1995, US-amerikanischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist

Daniel Goleman (1995) prägte das bis dahin überwiegend unbekannte Konstrukt über die Emotionale Intelligenz mit seinem Werk "Emotionale Intelligenz", welches Bezug auf den Emotionalen Quotienten eines Menschen nimmt und rasch Einzug in die Massenmedien fand. Kaum ein anderer psychologischer Begriff wurde so schnell in die Alltagssprache aufgenommen und zeigte einen ähnlich großen Einfluss (Schulze et al., 2006). Lange Zeit galt die Annahme, dass Intelligenz und Emotionen im Zusammenhang stehen würden, als paradox. Aufgrund dessen ist die Emotionale Intelligenz seit über 30 Jahren ein vielfach und kontrovers diskutiertes Forschungsthema unter den Psychologen1. Inzwischen nimmt jedoch ein großer Teil der Wissenschaftler die Emotionale Intelligenz als etabliertes Konstrukt an und bestätigt den engen Zusammenhang von Gefühl und Verstand mit dem in Verbindung stehenden Emotionalen Intelligenzquotienten (MacCann, Joseph, Newman und Roberts, 2014; Mayer, Caruso und Salovey, 2000). Unter vielen Psychologen wird die Meinung vertreten, dass die Emotionale Intelligenz einen relevanten Einfluss auf das gesellschaftliche Zusammenleben ausübt oder dieses sogar verbessern könnte und betrachten den Emotionalen Intelligenzquotienten sogar bedeutsamer als den Intelligenzquotienten (Mayer und Salovey, 1997; Mayer et al., 2000). Ein hoher Intelligenzquotient alleine ist keine Garantie für den Erfolg im Alltag oder im Berufsleben, obwohl der Intelligenzquotient bisher als der wichtigste Erfolgsmaßstab galt. Eine hohe emotionale Kompetenz ermöglicht die vollständige Ausschöpfung des geistigen Potenzials (Braun und Brockert, 1998). Aufgrund des populärwissenschaftlichen und relativ neuen Konstrukts der Emotionalen Intelligenz thematisiert die Arbeit die Entwicklungsmodelle, die Integration als Intelligenzart, die Differenzierung zu anderen Intelligenzen sowie die Bedeutung der Emotionalen Intelligenz in unserer Gesellschaft. Im ersten Kapitel findet zunächst eine Begriffserklärung über Emotionen, Intelligenz und Emotionale Intelligenz statt. Anschließend folgt diese Arbeit den Leitthemen bis hin zu einem Resümee und Ausblick.

2. Begriffserklärung

Für das bessere Verständnis hinter dem Grundgedanken der Emotionalen Intelligenz und der darauffolgenden Leitthemen ist zunächst eine Definition der beiden psychologischen Schlüsselbegriffe Emotion und Intelligenz notwendig (Salovey und Mayer, 1990).

2.1 Emotionen

Emotion leitet sich vom lateinischen Wort "movere" ab und bedeutet übersetzt "bewegen", unterdessen das Suffix "e" als "hinbewegen" zu interpretieren ist. Dem zu Folge geht tendenziell einer Handlung eine Emotion voran (Neuhaus, 2007). Umgangssprachlich wird der Obergriff "Gefühle" verwendet, welcher sowohl Stimmungen, Affekte als auch Emotionen umfasst. In der Wissenschaft wird jedoch der Begriff "Affekt" als Obergriff verwendet. Dieser beinhaltet Stimmungen und Emotionen. Als Emotionen werden starke Gefühle bezeichnet, die für eine Person oder einem Objekt empfunden werden. Stimmungen sind jedoch nicht zwingend auf eine Person oder einem Objekt gerichtet und müssen keine ursprüngliche Quelle haben. Im Vergleich zu den Emotionen sind Stimmungen kein singuläres Gefühl, sondern ein länger andauernder und mit geringerer Intensität empfundener Gefühlszustand (Werth, 2004). Goleman (1995) definiert Emotionen als ein auf Gedanken basiertes Gefühl mit entsprechenden Handlungsbereitschaften. So ergeben sich aufgrund der weitreichenden komplexen Verzweigungen eine Vielzahl von Emotionen mit entsprechenden Nuancen, Mutationen, Mischformen und Varianten, dass der Psychologie schlichtweg die Bezeichnungen für manche Emotionen fehlen.

Eine schon passende präsente Stimmung kann zu einer Verstärkung einer entsprechenden Emotion führen. Dies ist eine wertvolle Erkenntnis bei Handlungsempfehlungen und dem zwischenmenschlichen Umgang in unserer Gesellschaft, insbesondere bei der Formulierung und Mitteilung von Lob und Kritik (Werth, 2004). Beim Erleben und Empfinden von Emotionen werden vier verschiedene Ebenen unterschieden, die auch gemeinsam figurieren können. In diese vier Ebenen gehören die direkte Empfindungskomponente, welche im Prinzip das gute oder schlechte Gefühl beschreibt, die Verhaltenskomponente, die Kognition und die physiologische Reaktion (Werth, 2004).

Die Rolle der Emotionen im Alltag zeigt sich einerseits bei der Einflussnahme unserer Aufmerksamkeit und lenkt diese auf für uns relevante Umwelteinflüsse oder Gegebenheiten (Schultz, Izard und Abe, 2006). Andererseits können Emotionen auch Zeichen des inneren Zustandes zum Vorschein bringen und Hinweise bei bestimmten Veränderungen entsprechender Körpermerkmale liefern. So zeigt sich ein verstärkter Blutfluss in den Beinen, wenn die Emotion Angst empfunden wird, um so schnell wie möglich eine eventuelle "Fight-or-Flight" Reaktion auslösen zu können (Schultz et al., 2006). Des Weiteren beeinflussen Emotionen die Mimik und Gestik, die von anderen Menschen als Informationen und Signale wahrgenommen werden können. So ist beispielsweise ein Lächeln ein Zeichen für eine eher positive Stimmung (Schultz et al., 2006).

Emotionen können als überschwänglich und unkontrolliert erscheinen. Dieser Umstand ist evolutionär auf das limbischen System zurück zu führen, welches der Entstehungsort für Emotionen ist und um ein vielfaches älter ist als der für das rationale Denken zuständige Cortex (Werth, 2004). So offenbart sich das schnelle Aufkommen von Emotionen als eine Art „Frühwarnsystem“ und warnt uns rechtzeitig vor möglichen Gefahren. Das „Frühwarnsystem“ ist in der Lage bestimmte Emotionen wie Ekel auszulösen, das uns davor schützt ungenießbare oder giftige Dinge zu essen (Werth, 2004). Dabei findet die Freisetzung von Emotionen auf zwei verschiedenen Wegen statt. Zum einen findet sie durch eine Reizung der Sinnesorgane und zum anderen durch eine kognitive Auslösung, wie der reinen Vorstellung, statt. Mit der darauffolgenden Interpretation der aktuellen Situation wird die Emotion freigesetzt (Werth, 2004). Laut Abraham (2006) stellen Emotionen wie Leidenschaft, Freude, Langeweile und Sorgen in unserer Gesellschaft wesentliche Elemente dar. Positive Emotionen haben eine wesentliche Rolle bei der Zufriedenheit und dem Engagement und können demzufolge als Ursache für Kohäsion, Führung und Motivation betrachtet werden. Dies kann beispielsweise die freiwillige oder auch unentgeltliche Übernahme von Zusatzaufgaben sein. Je bedeutungsvoller und emotionaler die erfüllte Aufgabe wahrgenommen wird, desto stärker verankert sie sich im Gedächtnis und umso leichter fällt die Beteiligung bei der nächsten Aufgabe. Folglich ist das Gedächtnis keine reine Wissensleistung, sondern steht im direkten portionalen Zusammenhang mit der Bedeutung der Erinnerung und der damit verbundenen Emotion (Abraham, 2006; Ryback, 2000).

2.2 Intelligenz

In der Psychologie wird Intelligenz als Oberbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen benutzt (Rost, 2013). Für Neubauer und Freudenthaler (2006) und Rost (2013) ist Intelligenz und deren Tests zur Messung eine Erfolgsgeschichte in der empirischen Psychologie, sowie das am häufigsten untersuchte Forschungsgebiet im Bereich der interindividuellen Unterschiede. Aus diesem Grund erweisen sich Versuche kurze und ausführliche Definitionen zu formulieren mitunter als so abstrakt und vielfältig, dass sie für praktische Erklärungen und Anwendungen als unzureichend gelten. Die Operationalisierung mittels dem IQ-Test stellt sich als bewährt dar (Neubauer und Freudenthaler, 2006).

Rost (2013) bezeichnet Menschen als intelligent, wenn sie einen bestimmten Fundus haben sich rasch Wissen anzueignen und Strategien zur Problemlösung finden, sowie Personen, die das erlangte Wissen transferieren, generalisieren und differenzieren und aus bisher Erlebten lernen können. Auch Gottfredson (1997) sieht Intelligenz nicht als reines Fachwissen oder spezielle Begabung an, sondern vor allem als Fähigkeit die Umwelt wahrzunehmen und zu verstehen sowie einen entsprechenden Sinn zu erkennen, um bestimmte Handlungen ableiten zu können.

Schon im frühen 20. Jahrhundert entwickelten Psychologen Tests zur Erfassung und Messung von kognitiven Fähigkeiten, um das menschliche Handeln zu verstehen. Das Resultat war der standardisierte IQ-Test (Hughes und Terrel, 2012). Die Geschichte der Intelligenzforschung beginnt 1904 mit dem britischen Psychologen Spearman, der durch seine „Zweifaktorentheorie der Intelligenz“ Berühmtheit erlangte. Die Theorie umfasst die zwei Faktoren mentale Kraft, welche die allgemeine geistige Energie (g) ist, und den spezifischen Begabungsfaktor (s) (Spearman, 1904). Im Jahre 1938 entwickelte der US-Amerikanische Psychologe Thurstone das Primärfaktorenmodell, welches sieben Primärfähigkeiten beinhaltet. In Kombination dieser Fähigkeiten bildet sich daraus jede intellektuelle Leistung (Süß, 2003; Süß und Beauducel, 2011). Aufgrund der anfänglich kontrovers diskutierten Betrachtungen zwischen Spearman und Thurstone räumten sie als Kompromiss gegenseitige Akzeptanz ein, welche als Basis späterer Intelligenzmodelle zu sehen ist. Darauf aufbauend konnte sich das Zwei-Faktoren-Modell von Catell implementieren, welches die fluide und kristalline Intelligenz postulierte (Süß, 2003; Süß und Beauducel, 2011). Im Jahre 1993 wurde das Zwei-Faktoren-Modell von Catell durch die "Three-Stratum-Theory" von Carroll ergänzt. Das Cattell-Horn-Carroll-Modell stellt bis heute den aktuellen Stand dar (Rost, 2013). Ein weiterer Ansatz bildet die Theorie der multiplen Intelligenzen nach Howard Gardner. Aufgrund der Ansicht, dass die klassischen Intelligenztests nicht ausreichend sind, gliederte er die Intelligenz in acht voneinander unabhängige Bereiche. Die Begabung eines Menschen liegt in einem, keinem oder mehreren Bereichen. Hochbegabung lässt sich dabei meist nur in ein oder zwei Intelligenzbereichen feststellen (Stapf, 2004; Süß, 2003; Süß und Beauducel, 2011).

2.3 Emotionale Intelligenz

Obwohl es scheinbar schier unerschöpfliche Literatur und Kontroversen zum Konstrukt "Emotionale Intelligenz" existiert, herrscht im Bezug der Terminusentstehung weitestgehend Einigung. Im Jahre 1990 wurde der Begriff "Emotionale Intelligenz" zum ersten Mal in der Fachzeitschrift „Imagination, Cognition and Personality“ von den beiden Psychologen Salovey und Mayer vorgestellt (Blickle und Schütte, 2015; Ryback, 2000; Eickhoff, Vetter und Waldmann, 2015).

Emotionale Intelligenz wurde wie folgt definiert:

„We define emotional intelligence as the subset of social intelligence that involves the ability to monitor one´s own and others´ feelings and emotions, to discriminate among them and to use this information to guide one´s thinking and actions” (Salovey und Mayer, 1990, S. 5).

Demnach wird Emotionale Intelligenz als Fähigkeit definiert zum einen die eigenen Emotionen und Gefühle und zum anderen die Emotionen und Gefühle von anderen richtig zu verstehen, den Nutzen der Regulation daraus zu ziehen und passend darauf zu reagieren (Blickle und Schütte, 2015). Das Konzept der Emotionalen Intelligenz kann als realistische Interpretation der eigenen Person verstanden werden sowie der Einschätzung anderer Personen, weil neben den kognitiven Variablen auch affektive und motivationale Faktoren einfließen (Siebert, 2006). Schulze, Freund und Roberts (2006) postulierten in ihrem internationalen Handbuch den nützlichsten Ansatz einer Definition. Sie definieren Emotionale Intelligenz als das Merkmal über Emotionen rational urteilen, sowie diese als Unterstützung logischer Entscheidungen nutzen zu können. Sie erklären dies als die Fähigkeit des Verstehens, der korrekten Einordnung sowie der Umgang mit Emotionen bei sich selbst und bei Anderen und ihre gezielte Anwendung. Die Fähigkeit in menschlichen Beziehungen klug zu agieren wurde bereits 1938 von Thorndike als Soziale Intelligenz beschrieben, während der Terminus Emotionale Intelligenz erst 1990 entstand. Die Differenzierung wird im separaten Kapitel 4.2 erläutert.

3. Entwicklungskonzepte von Emotionaler Intelligenz

„Which Emotional Intelligence are we talking about?“ – diese Frage stellte sich Mayer auf den ersten Seiten des Buchs „Emotional Intelligence in everyday live“ (Ciarrochi, Forgas und Mayer, 2001, S. 3). Diese Frage formulierte er zu Recht, denn hinter dem Konstrukt "Emotionale Intelligenz" zweigen sich unterschiedliche Grundrichtungen der Konzeptualisierung ab. Denn laut Neubauer und Freudenthaler (2006) existieren mehrere unterschiedliche Modelle zur Emotionalen Intelligenz, wobei diese in zwei verschiedene Kategorien unterteilt werden. Zum einen gibt es die Kategorie der Fähigkeitsmodelle und zum anderen die Kategorie der gemischten Modelle. Sie unterscheiden sich angesichts ihrer Messinstrumente. Fähigkeitsmodelle benutzen leistungsbasierte Messverfahren, währenddessen die gemischten Modelle Selbstberichtsverfahren verwenden (Neubauer und Freudenthaler, 2006). Gemischte Modelle werden als solches bezeichnet, weil sie die Emotionale Intelligenz als Akkumulation von Eigenschaften und Fähigkeiten der Persönlichkeit mit Vorhersagekraft des beruflichen und privaten Erfolgs betrachten, wohingegen Fähigkeitsmodelle ausschließlich mentale Fähigkeiten beinhalten (Neubauer und Freudenthaler, 2006).

Im folgenden Abschnitt werden die Konzepte von Salovey und Mayer, die als Fähigkeitsmodelle einzuordnen sind, sowie die Konzepte von Goleman und Bar-On, welche gemischte Modelle sind, vorgestellt.

3.1 Das ursprüngliche Konzept nach Salovey und Mayer (1990)

Das ursprüngliche bis dahin bekannte Konzept der Intelligenz war ausschließlich auf verbale und akademische Fähigkeiten bedingt und wies demzufolge enge Grenzen auf. Salovey und Mayer (1990) vermuteten bei zwischenmenschlichen Interaktionen neben der Akademischen Intelligenz andere Fähigkeiten, bei denen Emotionen eine wichtige Rolle spielen. Sie entwickelten daraufhin die Grundidee, dass das Erkennen und Verstehen von sowohl eigenen Gefühlen als auch Gefühle anderer intelligent sein könnte. Daraufhin entwarfen sie das erste und ursprüngliche Modell, dass die beiden Konzepte Emotion und Intelligenz miteinander vereinte, worin Intelligenz im engen Zusammenhang mit Emotionen steht. Dies bezeichneten sie als Emotionale Intelligenz (Siebert, 2006). Das Modell bildete ein Rahmenkonzept zu den bislang nicht zusammenhängenden Arbeiten über interindividuelle Unterschiede (Neubauer und Freudenthaler, 2006). In Abbildung 1 wird das Modell dargestellt, welches drei mentale Hauptbereiche, in denen emotionale Informationen mit eingeschlossen sind, beinhaltet. Die drei mentalen Hauptbereiche ergeben sich aus der "Beurteilung und Ausdruck von Emotionen", der "Regulation von Emotionen" und die "Nutzenbarmachung von Emotionen". Die Bereiche "Beurteilung und Ausdruck von Emotionen" und "Regulation von Emotionen" werden jeweils in Selbst und Andere unterteilt. Des Weiteren verzweigt sich der Prozess "Beurteilung und Ausdruck von Emotionen" in verbal und nicht-verbal bzw. in die nicht-verbale Wahrnehmung und Empathie (Salovey und Mayer, 1990).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Das ursprüngliche Konzept nach Salovey und Mayer (Salovey und Mayer, 1990, S. 7).

Der Hauptbereich "Beurteilung und Ausdruck von Emotionen" beinhaltet den Prozess der Informationsaufnahme, in dem Affekte bei sich selbst richtig wahrgenommen, erkannt und interpretiert werden. Als Instrumente werden in diesem Bereich sowohl die Sprache, als auch die nicht-verbale Kommunikation verwendet, weil vor allem Emotionen oft über diesen Kanal stattfinden. Der Parallelpfad umfasst die nicht-verbale Wahrnehmung von Emotionen bei anderen, in welcher interindividuelle Unterschiede vermutet werden. Das Instrument dieses Bereiches ist die Empathie, welche das Nachempfinden von Gefühlen und Emotionen anderer beschreibt (Salovey und Mayer, 1990; Siebert, 2006). Der zweite Hauptbereich "Regulation von Emotionen" umfasst das bewusste Steuern und Kontrollieren der eigenen Emotionen, z.B. durch Selbstinstruktion. Damit können Emotionen bei anderen Menschen gezielt beeinflusst werden, um z.B. ganz bestimmte Emotionen hervorzurufen oder zu unterdrücken (Salovey und Mayer, 1990; Siebert, 2006). Der dritte Hauptbereich "Nutzenbarmachung von Emotionen" beinhaltet das problemgerichtete und gezielte Einsetzen von Emotionen. Dieser klassifiziert sich in die Unterbereiche "flexibles Planen", "kreatives Denken", "umgeleitete Aufmerksamkeit" und "Motivation" (Salovey und Mayer, 1990; Siebert, 2006).

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet, nichtsdestoweniger gelten sämtliche Personenbezeichnungen gleichermaßen für Angehörige beiderlei Geschlechter.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Emotionale Intelligenz. Entwicklung, Differenzierung und Bedeutung in der Gesellschaft
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Institut für Psychologie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
28
Katalognummer
V1006590
ISBN (eBook)
9783346391339
ISBN (Buch)
9783346391346
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotionale Intelligenz, Gesellschaft, Psychologie, Public Health, Gerontologie, Gerontopsychologie, Daniel Goleman
Arbeit zitieren
David Reißig (Autor:in), 2018, Emotionale Intelligenz. Entwicklung, Differenzierung und Bedeutung in der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006590

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