Digitale Medien in der Schule. Wie kann man SchülerInnen zu GestalterInnen der digitalen Welt machen?


Hausarbeit, 2020

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung Medien

3 Berührungspunkte und Lebenswelten
3.1 Zonenmodell nach Baacke
3.2 Familie
3.3 Freunde/Peers
3.4 Kindergarten/Schule

4 Medienpädagogik
4.1 Medienpädagogische Ansätze
4.1.1 Bewahrpädagogische Konzepte
4.1.2 Reparierpädagogische Konzepte
4.1.3 Aufklärende Konzepte
4.1.4 Alltagsorientierte, reflexive Konzepte
4.1.5 Handlungsorientierte, partizipatorische Konzepte
4.2 Medienkompetenz
4.2.1 Dimension nach Baacke
4.2.2 Medienpädagogische Kompetenz
4.3 Medienerziehung
4.3.1 Formen von Medienerziehung
4.3.2 Medienerziehung in der Schule
4.4 Mediendidaktik
4.4.1 Mediendidaktische Konzepte
4.4.2 Medien in Lehr-/Lernkontexten

5 Praxisbericht: Lernvideos
5.1 Aufgabenstellung und Rahmenbedingungen
5.2 Durchführung

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Corona-Krise hat uns fest im Griff. Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften bestimmen unseren Alltag, Schulen müssen schließen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Doch wie sollen SchülerInnen lernen, wenn die Schulen geschlossen haben? Die Antwort lautet mithilfe digitaler Medien. Diese bekommen, im Jahr 2020, noch einmal eine ganz neue Bedeutung für unseren Alltag. Sie dienen uns als Lernmittel, aber auch zur Kommunikation mit Lehrkräften, MitschülerInnen und Freunden.

Auch vor Corona waren Medien ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft. Kinder wachsen bereits wie selbstverständlich mit Medien auf. (Vgl. Wegener, 2016: 7) Sie kommen überall mit ihnen in Berührung. Ob Zuhause, bei Freunden oder in anderen Institutionen treffen Kinder auf digitale Medien. Dementsprechend sind Medien bereits Bestandteil der kindlichen Lebenswelt und nicht mehr von ihr zu trennen. (Vgl. Wegener, 2016: 7) Umso wichtiger ist es, dass Kinder den richtigen Umgang mit digitalen Medien lernen, um sie verantwortungsvoll und gewinnbringend nutzen zu können.

Genau darum soll es in dieser Hausarbeit gehen, dabei wird der Fokus vor allem auf die Schule und Lehrkräfte gelegt um folgende Frage zu beantworten: Wie kann Schule Schülerinnen und Schülern zu Gestalterinnen und Gestaltern der digitalen Welt machen?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen wird zunächst der Begriff der Medien bestimmt. Im Anschluss daran, wird erläutert wo und durch wen Kinder mit Medien in Berührung kommen. Dabei wird vor allem das Zonenmodell Baacke betrachtet. Zudem wird der Fokus auf die Medienpädagogik und ihre Bedeutung gelegt. Um einen Eindruck in die pädagogische und didaktische Praxis zu bekommen, wird ein Beispiel gezeigt, welches an einer Schule mithilfe von Tablets durchgeführt wurde. Zum Abschluss werden die gesammelten Informationen, in einem Fazit, zusammengefasst und reflektiert.

2 Begriffsbestimmung Medien

Der Begriff der Medien ist sehr vage formuliert. Es gibt dabei unterschiedliche Möglichkeiten auf was sich der Begriff beziehen kann. (Vgl. Kerres, 2018: 128)

Das Wort Medien stammt von dem lateinischen Wort Medium ab und bedeutet „Vermittler". Medien sind also eine Art Vermittler. Sie vermitteln zum Beispiel Informationen. (Vgl. https://www.seo-analyse.com/seo-lexikon/m/medien/, 20.11.20)

Zudem lässt sich eine Unterscheidung bei der Art des Mediums treffen. Eines der bekanntesten Medien ist das Buch. Jeder hatte schon mal eines in der Hand. Im Zeitalter der Digitalisierung kamen jedoch neue Medien, die sogenannten digitalen Medien, hinzu. Hierbei handelt es sich um elektronische Medien, wie zum Beispiel ein Laptop oder der geliebte Fernseher.

In dieser Arbeit wird ein besonderes Augenmerk auf eben diese Medien, die digitalen Medien, gelegt.

3 Berührungspunkte und Lebenswelten

Wie bereits in der Einleitung erwähnt sind Medien ein natürlicher Teil unserer Umwelt geworden und lassen sich somit in unterschiedlichen Lebensbereichen finden. Im Folgenden wird das Zonenmodell nach Baacke erläutert und anschließend auf die unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern eingegangen, mit denen sie im Laufe ihres Lebens in Berührung kommen.

3.1 Zonenmodell nach Baacke

Baacke geht davon aus, dass unterschiedliche Medien je nach Lebensfeld für Kinder und Jugendliche von unterschiedlicher Bedeutung sind und sich damit auch die Funktion und Nutzung von Medien verändert. (Vgl. Wegener, 2016: 87) Baacke unterscheidet dabei vier ökologische Zonen.

Die erste Zone ist das ökologische Zentrum. Dieses ist vor allem für Kleinkinder von Bedeutung, da sie sich hauptsächlich darin bewegen. Mit dem ökologischen Zentrum ist dabei der Kreis der Familie gemeint. Die zweite Zone ist der ökologische Nahraum. Hier entwickeln sich weitere Beziehungen zu weiteren Familienmitgliedern und Gleichalterigen im nahen Umfeld, wie zum Beispiel der Nachbarschaft. Dabei entscheiden meist noch die Eltern mit wem ihre Kinder spielen. Mit Eintritt in die Schule entwickeln Kinder schließlich eigene Freundschaften. (Vgl. Wegener, 2016: 87f.) In der dritten Zone der ökologischen Ausschnitte handelt es sich um eine „funktionale Umgebung". (Wegener, 2016: 88) In dieser Zone geht es darum seine Rolle innerhalb der Gesellschaft zu definieren und die Regeln und Erwartungen, die an das Kind gestellt werden, zu erfüllen. Zu dieser Zone gehören Einrichtungen wie Kindergarten und Schule. (Vgl. Wegener, 2016: 88f.) Die ökologische Peripherie ist die letzte Zone, nach Baacke, und gehört eher zu den Ausnahmen. Hier handelt es sich beispielsweise um Kontakte und Erfahrungen bei Urlaubsreisen.

Es stellt sich nun die Frage, wie die einzelnen Zonen Einfluss auf den Umgang mit Medien nehmen und welche Bedeutung Medien in den Bereichen hat. Hierzu werden die Lebenswelten Familie, Freunde und Kindergarten bzw. Schule betrachtet.

3.2 Familie

Gerade für kleine Kinder spielt die Familie eine große Rolle. Die Eltern nehmen eine Vorbildfunktion ein und prägen durch ihr eigenes Verhalten und durch non-verbale Signale das kindliche Interesse. (Vgl. Wegener, 2014: 90) Dies zeigt sich auch im Umgang mit Medien. Umso mehr sich Eltern mit einem Medium beschäftigen, umso mehr wird das Interesse des Kindes dafür geweckt.

Medien haben im Familienalltag verschiedene Einsatzmöglichkeit. Sie werden zum Beispiel genutzt um den Eltern Freiräume zu verschaffen, in dem sie ihr Kind beispielsweise vor den Fernseher setzen, während sie selbst die Zeit nutzen, in der das Kind beschäftigt ist, und die Wäsche o.Ä. zu machen. Digitale Medien können aber auch zum Aufbau von Nähe genutzt werden, indem die Familie gemeinsam einen Film anschaut. Gerade für Jugendliche, die eher dazu geneigt sind sich von ihren Eltern abzugrenzen, kann eine gemeinsame Nutzung von digitalen Medien, wieder zu mehr Nähe führen. Zudem werden Medien häufig als Erziehungsmaßnahme eingesetzt. So dürfen Kinder eine Folge ihrer Lieblingsserie schauen, wenn sie vorher ihr Zimmer aufgeräumt haben oder haben Spielekonsolen-Verbot, wenn sie besonders frech waren. (Vgl. Wegener, 2016: 91f.)

Durch Medien lässt sich auch der Alltag einer Familie strukturieren, indem Rituale geschaffen werden. Kinder bekommen, vor dem Schlafen gehen, zum Beispiel eine Gute Nacht Geschichte vorgelesen, dürfen ein Hörspiel hören oder das Sandmännchen schauen. (Vgl. Wegener, 2016: 92)

Neben den Eltern spielen auch die Geschwister eine wichtige Rolle. Ähnlich wie die Eltern, nehmen ältere Geschwister eine Vorbildfunktion ein und leben ihren jüngeren Geschwistern vor, wie sie Medien nutzen. Das weckt das Interesse der jüngeren Kinder. (Vgl. Süss u.a, 2013: 149)

Es wird deutlich, dass die Familie einen großen Einfluss auf die Sichtweise auf Medien und deren Nutzung hat. Dennoch sehen Elter häufig keinen erzieherischen Bedarf im Hinblick auf die Entwicklung einer Medienkompetenz ihrer Kinder. (Vgl. Süss u.a, 2013: 149)

3.3 Freunde/Peers

Im ökologischen Nahraum gewinnen Freunde immer mehr an Bedeutung und werden eine wichtige Bezugsgruppe. (Vgl. Wegener, 2016: 96) Dabei schaffen bestimmte Medienvorlieben Gemeinsamkeiten. Kinder haben also ein Thema, wie zum Beispiel eine Serie, über die sie sich austauschen können. Der Austausch mit Peers fördert die Auseinandersetzung mit Handlungsmustern und Rollen. Dabei dienen Medien als Mittel zur Selbstverwirklichung. Durch soziale Medien erhalten Jugendliche Anerkennung von Gleichaltrigen. Zudem dienen digitale Medien dem Austausch von Information, so können sie in einer aufwühlenden Zeit in Kontakt bleiben und sich gegenseitig als Stütze dienen. Kinder und Jugendliche sind einem enormen Druck, durch die Gesellschaft, ausgesetzt. Gemeinsames Ausleben von Handlungsräumen, in Medien, fördert Entlastung und Entspannung. (Vgl. Wegener, 2016: 97) Freunde sind also ein wichtiger Faktor für Kinder und Jugendliche.

3.4 Kindergarten/Schule

Medienerfahrungen, die Kinder zuhause oder durch ihre Freunde machen werden zwangsläufig mit in den Kindergarten oder die Schule gebracht. (Vgl. Wegener, 2016: 97f.) Dementsprechend ist es notwendig, dass diese Themen auch im Schulkontext aufgegriffen werden und den Kindern das nötige Werkzeug mitgeben wird, damit sie verantwortungsbewusst mit digitalen Medien umzugehen wissen.

Trotz der Wichtigkeit werden Medien in Schulen eher als etwas Negatives betrachtet und finden deshalb nur wenig Beachtung im Schulalltag. (Vgl. Wegener, 2016: 97)

Im Verlauf der Hausarbeit wird auf das Thema Schule und Medien noch einmal näher eingegangen.

4 Medienpädagogik

„Die Medienpädagogik befasst sich mit den Möglichkeiten und Grenzen, die Medienkompetenz von Heranwachsenden zu fördern, kinder- und jugendgerechte Medienangebote zu erkennen und Medien produktiv in alle Lebensbereiche zu integrieren. Gleichzeitig ist damit das Ziel verbunden, Kinder und Jugendliche zu einem sicheren Umgang mit den Medien zu befähigen, d.h. dass sie lernen, wie sie Risiken vermeiden und wie sie mit Risiken umgehen können." (Süss u.a., 2013: 95)

Die Medienpädagogik ist ein bereites und wichtiges Feld im Zeitalter der Digitalisierung. In diesem Kapitel werden einige Teilbereich und Ansätze der Medienpädagogik vorgestellt.

4.1 Medienpädagogische Ansätze

Wie mit digitalen Medien umgegangen werden soll und wie man Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang vermittelt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Aus diesen Ansichten wurden fünf Konzepte entwickelt, die sich eben genau diesem Thema widmen.

4.1.1 Bewahrpädagogische Konzepte

Dieser Ansatz nimmt vor allem den Schutz der Kinder und Jugendlichen in den Blick und möchte sie vor den negativen Einflüssen von Medien bewahren. Die Mediennutzung wird dabei durch „Verbote und Sanktionsdrohungen" (Süss u.a., 2013: 97) geprägt. Kinder haben somit keinen Zugang zu möglichen ungeeigneten Inhalten. Medien werden von diesem Konzept als etwas negativ Behaftetes betrachtet und für Probleme wie Übergewicht oder Haltungsschäden verantwortlich gemacht. (Vgl. Süss u.a., 2013: 98)

Ein Beispiel für den bewahrenden Ansatz sind Wahnhinweise und Altersempfehlungen auf Videospielen oder Filmen. Diese sollen verhindern, dass bestimmte Inhalte erst ab einem gewissen Alter zugänglich gemacht werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich je nach angewandtem System, zur Einschätzung der Altersempfehlung, Unterschiede ergeben können. (Vgl. Süss u.a., 2013: 101ff.)

4.1.2 Reparierpädagogische Konzepte

Wie bereits im Kapitel zu den Lebenswelten erwähnt, eigenen sich Kinder und Jugendliche Medieninhalte, in den meisten Fällen, außerhalb der Schule oder anderen pädagogischen Einrichtungen an. (Vgl. Süss u.a., 2013: 106) Dabei kann es passieren, dass diese einen negativen Einfluss auf sie haben. Der reparierende Ansatz setzt an dieser Stelle an und möchte Kindern und Jugendlichen helfen die Inhalte aufzuarbeiten und zu verarbeiten. Hierbei kann es hilfreich sein auf das Kind einzugehen und, durch Gespräche und Spiele, das Erlebte zu verarbeiten. Kritiker erachten diesen Ansatz allerdings nur als eine Art der Bekämpfung von Symptomen. (Vgl. Süss u.a., 2013: 107)

4.1.3 A ufklärende Konzepte

Bei diesem Konzept geht es darum zu verstehen, was sich hinter Medien verbirgt. Es soll durchschaut werden können, dass es gewisse Machtverhältnisse oder Manipulationsabsichten in Bezug auf Medien gibt. (Vgl. Süss u.a., 2013: 107) Es geht also darum einen kritischen Blick auf Medien zu gewinnen.

In schulischen Kontexten wird dies durch Inhaltsanalysen oder Besuchen bei Medienunternehmen thematisiert. (Vgl. Süss u.a., 2013: 107f.) Dabei gilt jedoch zu beachten, dass ein einfaches Durchführen von Aufgabenstellungen nicht zwangsläufig in den Alltag transferiert wird. Dieses Konzept erfordert also eine gute Ausarbeitung auf Seiten der Lehrkraft um SchülerInnen von Nutzen sein zu können. (Vgl. Süss u.a., 2013: 109)

4.1.4 Alltagsorientierte, reflexive Konzepte

Beim reflexiven Ansatz geht es vor allem darum seine Mediennutzung selbstständig zu reflektieren. Dabei sind die Bedürfnisse der Kinder von Bedeutung, das heißt es sollte betrachtet werden was für Medien sie nutzen und warum. (Vgl. Süss u.a., 2013: 110)

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Digitale Medien in der Schule. Wie kann man SchülerInnen zu GestalterInnen der digitalen Welt machen?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1006597
ISBN (eBook)
9783346419040
ISBN (Buch)
9783346419057
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung, digitale Medien, Schule, Hausarbeit
Arbeit zitieren
Lea Werner (Autor:in), 2020, Digitale Medien in der Schule. Wie kann man SchülerInnen zu GestalterInnen der digitalen Welt machen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006597

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