Die Epoche Romantik. Voraussetzungen, Auswirkungen auf die Kunst und Literatur


Facharbeit (Schule), 2000
13 Seiten, Note: 12 P. (2+)

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Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeines

2. Politische Situation

3. Kultur

4. Literatur
4.1. Jenaer Romantik (Frühromantik)
4.2. Heidelberger Romantik (Hochromantik)
4.3. Schwäbische Romantik (Spätromantik)
4.4. Literarische Gattungen
4.5. Themen und Motive

5. Philosophie

6. Malerei

7. Musik
7.1. Epochen
7.2. Motive und Merkmale
7.3. Musikalische Merkmale

8. Biografie Novalis

9. Novalis - „Heinrich von Ofterdingen“

10. Ende der Romantik

Literaturverzeichnis

Quellen

1. Allgemeines

- Romantik: Zustand, der durch Betonung des Gefühls und der Phantasie gekennzeichnet ist und mit Mondschein, Naturerlebnis und Zivilisationsferne verbunden wird

➔ durch romantische Bewegung des 18. und 19.Jh. geprägt · Begriff: altfranzösisch „romanz“ = „in der Volkssprache“

- Bereiche: - bildende Kunst

- Malerei (Philipp Otto Runge, Caspar David Friedrich,

die Nazarener)

- Musik (Schumann, Schubert, Loewe)

- Literatur (zwischen 1790 und 1850)

- Verbreitung in ganz Europa

- Lord Bryon, Madame de Stael

- Beginn der Literaturepoche in Deutschland: Wanderung Ludwig Tiecks und Wilhelm Heinrich Wackenroders im Jahr 1793

- Auflösungserscheinungen: vor allem im Werk Heinrich Heines erkennbar

- Nachwirkungen bis über das 19.Jh. hinaus bis in unsere Zeit (Neuromantik um 1880, Surrealismus, Thomas Mann)

- Gegenströmung zum Klassizismus

2. Politische Situation

- Französische Revolution und Herrschaft Napoleons

➔ gewaltige Veränderungen in politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht in Europa

- anfangs Begeisterung für Revolution bei deutschen Intellektuellen

➔ Septembermorde, Hinrichtung Ludwig XVI.

➔ gewandelte Einstellung

- weitere Verunsicherung: - Auflösung des Heiligen Römischen Reiches

Deutscher Nation (Niederlegung der

Kaiserkrone durch Franz II.)

- Mediatisierung und Säkularisation

geistlicher und immediater weltlicher Herrschaftsbezirke

➔ mit der Zeit wurde die erst bewunderte Gestalt Napoleon zur Person, die es zu bekämpfen galt

- wachsender Nationalismus

➔ Ablehnung jeglicher Fremdherrschaft (z.B.: Kaisertum Bonaparte (seit 1804)) · Ablehnung der neuen Ordnung

(von Volk und legitimen Herrschern Europas ausgehend) ➔ Befreiungskriege (1813)

- Freiwilligenverbände (z.B. Studenten)

➔ traten für freie Selbstbestimmung des Deutschen Volkes ein

1

- Truppen Napoleons sehr schnell geschlagen

aber: militärische Erfolg konnte nicht in politisches Kapital verwandelt werden

- Wiener Kongress: - Wiederherstellung der alten vorrevolutionären Ordnung

(1814/15) (z.T. unter Einbezug Frankreichs)

➔ Deutscher Bund

- lockere Vereinigung deutscher Länder mit Österreich

- Instanz: Bundestag in Frankfurt am Main

- Vorsitz: Österreich

➔ restaurative Politik des österreichischen Staatskanzlers Fürst von Metternich (Karlsbader Beschlüsse 1819)

➔ Niederhalten der liberalen und nationalen Bewegungen

- Machtlosigkeit des Bürgertums und territoriale Zersplitterung

➔ z.T. Sehnsucht nach alter vorabsolutistischer, quasi naturgewollter politischen und gesellschaftlichen Ordnung

- Königsherrschaft und ständische Ordnung des Hochmittelalters

➔ Hochmittelalter = Fluchtpunkt bürgerlicher Sehnsüchte um 1815

3. Kultur

- philosophische Grundlagen für romantische Kunst: deutscher Idealismus mit Fichte (1762 - 1814), Schelling (1775 - 1854) und Hegel (1770 - 1831)

- religiöser Individualismus: Schleiermacher (1768 - 1834) · Romantik nicht auf Literatur beschränkt

➔ verschiedene Kunstformen beeinflussten sich gegenseitig

- z.T. Künstler, Maler und Dichter in einer Person (z.B. Runge) · Zuwendung zum Volkhaften (auch Wissenschaft) · Mentalitätswandel

- Gefühl wieder als wichtigste menschliche Fähigkeit ➔ Welt möglichst intensiv erleben

(möglich durch Romantisierung)

Novalis: „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein

geheimnisvolles Aussehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.“

(1)

4. Literatur

4.1. Jenaer Romantik (Frühromantik, 1795 - 1804)

- wichtigste Vertreter: Wackenroder, Tieck, Schlegel, Novalis (8)

- Beginn der romantischen Dichtung an Namen Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773 - 1798) und Ludwig Tieck (1773 - 1853) gebunden

- Wanderung durch die fränkische Schweiz im Jahre 1793

➔ Entdeckung des Mittelalters in Nürnberg

- nachhaltige Beeindruckung durch Religion und Kunst (vor allem fränkisches Barock und Katholizismus)

➔ Mittelalter wurde zur idealen Epoche

„goldenes Zeitalter“, das es wieder herzustellen galt

- ältere Romantik vorwiegend philosophisch ausgerichtet

- Hinwendung zum Volkstümlichen

Anregungen: - Herder

- Volkspoesie der Stürmer und Dränger

➔ Vertiefung durch Philosophie

- Johann Gottlieb Fichte (1762 - 1814)

- „Wissenschaftslehre“ (1794/95)

- subjektives Individuum = Mittelpunkt allen Seins

- kann durch begrenzte Wirklichkeit nicht zur vollkommenen

Entfaltung seines Wesens kommen

- Tendenz zur Unendlichkeit

- Hinwendung an die Vergangenheit

- Erwartung einer „neuen Religion“ (Spätromantik)

➔ Widerspiegelung in Literatur

(Inhalt verweist auf das Ganze, das jegliche Begrenztheit überschreitende)

- seit 1794 Lehrer an Universität Jena

➔ nahe dem Zentrum der klassischen Literatur (Weimar)

- persönliche Kontakte zwischen Vertretern der klassischen und romantischen

Dichtung (z.B. Schiller <--> Schlegel)

- Romantik erwuchs auf dem Boden der Klassik

➔ alte Goethe wurde Frühromantikern zu nachahmenswertem Vorbild

- Friedrich Schlegel (1772 - 1829)

- literarischer Ausdruck der Stimmung und Geisteshaltung (siehe Fichte)

= „Universalpoesie“

(„Willkür des Dichters“ ➔ dichten, wie er es für richtig hält)

- charakteristisches Mittel: romantische Ironie

- romantischer Dichter weiß um das Auseinanderfallen von

Phantasie und Erfahrung, von Ideal und Realität, von begrenzter Wirklichkeit und imaginierter Unendlichkeit

➔ Aufhebung dieser Grenzen mit Hilfe der Ironie

- verwebt Zeiten (Vergangenheit - Zukunft),

Bewusstseinsebenen (Verstand - Traum/Vision) und literarische Formen (klassisch geschlossen - fragmentarisch) miteinander oder hebt sie ganz auf

Novalis: „Die Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schlägt.

Der Sinn für Poesie hat viel mit dem Sinn für Mystizism gemein. Er ist der Sinn für das Eigentümliche, Personelle, Ungekannte, Geheimnisvolle, zu Offenbarende. Er sieht das Unsichtbare, fühlt das Unfühlbare. Schön, romantisch, harmonisch sind nur Teilausdrücke des Poetischen. Das ganze Menschengeschlecht wird am Ende poetisch. Neue goldene Zeit.“ (2)

- Übersetzungen ausländischer Literatur ➔ Kennen lernen anderer Kulturen

- Jena = Zentrum der frühromantischen Literatur

- Friedrich von Hardenberg (Novalis) gab Romantik ihr Symbol

„blaue Blume“ (aus Roman: „Heinrich von Ofterdingen“)

- August Wilhelm Schlegel (1767 - 1845): Übersetzungen von Shakespeare

- Ludwig Tieck: „Volksmärchen“ (1797)

- Dichter ließen sich stark von der Wissenschaft leiten

4.2. Heidelberger Romantik (Hochromantik, 1805 - 1814)

- wichtigste Vertreter: Arnim, Brentano (7), Eichendorff

- Heidelberg = Zentrum der Hoch- bzw. Spätromantik

- Beginn: Rheinfahrt von Achim von Arnim (1781 - 1831) und Clemens Brentano (1778 - 1842) im Jahre 1802

- Anregung vom Nachdenken über die politische Situation in Frankreich und in den deutschen Staaten (nach Zusammenfall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation)

➔ Sammlung von Volksliedern als Dokumente deutschen Nationalgeistes

- ältere mündlich überlieferte Lieder, zeitgenössische und einige im volksliedhaften Ton verfasste Gedichte

- Inspiration durch Volksliedsammlung Herders (1778)

- Vorbildfunktion für „Kinder- und Hausmärchen“ (Grimm; 1812/15) „Deutschen Volksbücher“ (3 Bände; 1836/37), ...

- ab 1805 Bildung einer romantischen Bewegung

(Achim von Arnim, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff (1788 - 1857), Joseph Görres (1776 - 1848), Karoline von Günderode (1780 - 1806), Brüder Jakob (1785 - 1863) und Wilhelm Grimm (1786 - 1859) · weniger theoretisch - philosophisch ausgerichtet ➔ vor allem volkstümliches Element

- Dichter wenden sich gegen französische Einflüsse auf die dt. Literatur, gegen Aufklärung und Klassizismus

- Pflege des Volksguts, Sammlung von Volksliedern und volksliedhaften Dichtungen, Volksmärchen, Sagen und Neuentdeckung der Volksbücher (Till Eulenspiegel,...)

- Gebrüder Grimm: - Sprachforscher (Grimmsches Wörterbuch)

- Begründer der Germanistik

- nach Protestschreiben des Amtes enthoben und des Landes verwiesen

4.3. Schwäbische Romantik (Spätromantik, 1815 - 1835)

- wichtigste Vertreter: Uhland, Hauff, Schwab, Hoffmann

- vorwiegend historisch orientiert

- Orientierung besonders an Geschichte und Kultur der Staufer, die sie auch

literarisch gestalteten

- Wilhelm Hauff (1802 - 1827)

- vor allem als Märchendichter in Erinnerung („Der kleine Muck“,...)

- Johann Peter Hebel (1760 - 1826)

- bedeutendstes Werk: „Schatzkästlein des Rheinisches Hausfreundes“

(Anekdoten und Novellen)

- Eduard Mörike (1804 - 1875)

- Einbeziehung des Dämonischen in seine Darstellung

➔ Schwelle zum Realismus

- Gustav Schwab (1792 - 1850)

- steter Sammler und Nacherzähler von alten dt. Sagen und Volksbüchern

- Ludwig Uhland (1787 - 1862)

- auch polit. Aktiv

- Stoffe für seine Dichtungen (Balladen und Romanzen) vorwiegend aus dem

Bereich der deutschen, romantischen und nordischen Sagen

- E.T.A. Hoffmann (1776 - 1822)

- Begründer der Kriminalgeschichte

- führte romantische Ironie auf ihren Höhepunkt

- Vorform der Kurzgeschichte

- weitere Zentren:

- Berlin

- Dresden

4.4. Literarische Gattungen

- Ziel der Dichter: Grenzen der Gattungen verwischen ➔ Wechsel zwischen Prosa und Vers

- Mittelpunkt: Roman (v.a. Frühromantik (Künstlerroman))

- beeinflusst von Goethes „Lehrjahren“

- Überzeugung, im Roman romantisches Literaturprogramm am besten

Verwirklichen zu können

➔ höchste Bewertung dieser Gattung

- trotzdem viele relativ unbedeutende Werke

- Versuch der Romantisierung des Lebens

➔ Auflösung typischer Romanformen

➔ märchenhafte oder lyrische Elemente (z.B. in Form von Erzählungen oder Gedichten) in epische Texte aufgenommen

- Novelle (v.a. Spätromantik)

- unerhörte Begebenheit zum Thema

➔ kommt antirationalistischer Tendenz der romantischen Bewegung nahe ➔ viele bedeutende Werke

- Märchen (Hochromantik)

- nicht Erzählung einer wirklichen Begebenheit, sondern spielt frei von allem

Gegenständlichen nur mit der Imagination des Lesers

➔ wichtige Gattung

- ähnlich: Anekdote

- Aufhebung der Grenzen zwischen Wirklichkeit und Unwirklichem

- Drama

- fehlender strenger Formwille der Romantiker

➔ nur geringe Aufmerksamkeit

- Schaffen der Vätergenerationen (v.a. Klassik und Sturm und Drang) zu

übermächtig und vollendet

➔ neue Ansätze eher behindert als gefördert

- einzig wichtige Bühnenautoren

- Heinrich von Kleist (Schaffen von romantischer Theorie aber nur

wenig beeinflusst)

- Zacharias Werner („Der vierundzwanzigste Februar“ (1809)) ➔ Schicksalstragödie

- Lyrik

- nicht abstrakt analytisch und rational

- Vorliebe für gleichförmige Strophik und Reim

- keine Erlebnisdichtung

- dominant: volkstümliche Formen und Inhalte

➔ oft zum Kunstlied vertont (v.a. von Eichendorff)

- Gedichte (6)

- gefühlvoll

- enges Netz aus Symbolen und Leitmotiven

<--> trotzdem leicht verständlich ➔ konnten Volksgut werden („Das Wandern ist des Müllers Lust“)

- Spannungsfeld zwischen einer am Volkslied orientierten Schlichtheit und

höchster sprachlicher Virtuosität

4.5. Themen und Motive

Themen

- Sehnsucht nach nationaler Einheit

- Spannung zwischen Heimatliebe und Fernweh

- christliches Mittelalter

- Zusammenwirken der Künste

Motive

- Nachtmotiv

Novalis: „Trägt nicht alles, was uns begeistert, die Farbe der Nacht?“ (3)

- Sehnsucht

- Naturverbundenheit

5. Philosophie

- zerstörte Hoffnung der Intellektuellen auf bürgerliche Umgestaltung

- Mensch nur noch als ökonomischer Nutzwert gesehen (durch Einsetzen der Industrialisierung)

➔ Selbstverwirklichung nur noch außerhalb der Gesellschaft oder gegen dieselbe · Dichter als Außenseiter

- Sehnsucht als bestimmendes Gefühl

- kein benennbares Motiv

➔ kann nie Erfüllung finden

➔ speist sich aus sich selbst und kann hingebungsvoll und dauerhaft genossen werden

- Gegenposition zum Menschenbild der Aufklärung (Vernunft) ➔ gegen Rationalismus und Erkenntnisoptimismus

- mit der Zeit mehr und mehr okkulte Züge (auch Naturwissenschaften und Medizin beeinflusst)

- subjektivistische Weltsicht

- Einheit von Natur und Geist

- unsichtbarer Geist = Erscheinungsform der beseelten Natur · Wunsch nach Vermischung verschiedener Sinnesbereiche

- Natur als Spiegel subjektiven Erlebens

- bevorzugtes Motiv: Landschaft

- durch Ausschnitthaftigkeit Verdeutlichung der Unbegrenztheit des Universums (5)

- „Altdeutsches“ wurde zum Symbol des Künstlertraumes von einer guten alten Zeit

7. Musik

7.1. Epochen

1. Frühromantik

- 1810 - 1828

- Beethoven, Schubert

Schubert: „Musik ist die höhere Potenz der Poesie.“ (4)

2. Hochromantik

- 1828 - 1860

- Schumann, Mendelsson - Bartholdy

3. Romantischer Klassizismus

- Brahms

4. Romantischer Mystizismus

- Brucker

5. Spätromantik

- 1860 - 1910

- Wagner

7.2. Motive und Merkmale

Motive

- Illusion

- Gefühle/Phantasien · Unzufriedenheit

- Enttäuschung über Ausgang der Französischen Revolution

Merkmale

- subjektives Ausdrucksbedürfnis · märchenhafte Weltsicht · naturbezogene Idyllik

- freischaffende Komponisten mit Nebenberufen · Komponisten meist Dirigent und Solist

7.3. Musikalische Merkmale

- liedhafte Themen

- große Klangfarbenkontraste

- Ausdrücke des Fühlens und Erlebens des Menschen

8. Biografie Novalis

8.1. Leben

- eigentlich Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg

- geboren am 2.5.1772 als Sohn des Großgrundbesitzers und Salinendirektors

Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg im sächsischen Oberwiederstedt (Harz) ➔ adliger Herkunft

- in politischen, philosophischen und kunsttheoretischen Auffassungen reaktionär · in strengem Pietismus aufgewachsen

- 1790 - 1794: Studium von Jurisprudenz, Mathematik und Philosophie in Jena,

Leipzig und Wittenberg (von Schiller und Reinhold unterrichtet) ➔ erster Kontakt mit romantischem Gedankengut · zunächst für preußischen Staatsdienst vorgesehen

➔ Aktuarius eines Kreisamtmanns

- 1794: Verlobung mit der 13-jährigen Sophie von Kühn ohne Wissen der Eltern

- 1797: plötzlicher Tod der Verlobten

➔ verstärkter Hang zur Mystik

- nach 1797: Studium von Bergwerkskunde, Chemie und Mathematik an der Bergakademie Freiberg

- 1798: 2. Verlobung (mit Julie von Charpentier, keine Hochzeit)

- nach 1800: erschwerte Lungenkrankheit (seit seiner Geburt; unheilbar)

- Tod am 25.3.1801 in Weißenfels

8.2. Schaffen

- Freundschaft zu Schiller, Tieck und Schlegel · beeinflusst von dt. Nationalismus · Suche nach „poetischer Wahrheit“

- geprägt vom Motiv der Nacht („Hymnen an die Nacht“)

- irrationalistische, mystische Jenseitssucht und Diesseitsfreude · intensive natur- und geisteswissenschaftliche Studien · strenger christlicher Glauben ➔ blindes Gottvertrauen · Ideal: verklärtes „dunkles“ Mittelalter und katholische Kirche ➔ kritiklose Darstellung und Idealisierung

- bildet den Höhepunkt des romantischen Künstlerromans (unvollendeter Roman „Heinrich von Ofterdingen“)

➔ gewann in wenigen Jahren sehr großen Einfluss auf die romantische Literatur ➔ bedeutendster Lyriker und Prosadichter der dt. Frühromantik

- weitere Werke: - „Die Lehrlinge zu Sais“ (1798)

- „Die Christenheit oder Europa“ (1802)

- Vorbilder der romantischen Erzählprosa:

- Goethe: „Wilhelm Meisters Lehrjahre“

- Heinse: „Die glückseligen Inseln“

„Ardinghello“

- populäres Verfahren: Einbindung mehrerer Erzählungen und Novellen in einen erfundenen Erzählrahmen

- Heranreifen des mittelalterlichen Dichters Heinrich (historisch nicht nachweis- bar) zum Minnesänger und zum Helden des Sängerwettstreits auf der Wartburg · träumt zu Beginn von der blauen Blume (erfuhr von Reisendem davon) · im weiteren Handlungsfortgang (dient zur Vervollkommnung des Helden): Heinrich trifft in der Person der Mathilde (Tochter des Dichters Klingsohr) auf das Mädchen seiner Traumvision, das er heiratet

- erster Teil des Romans („Die Erwartung“) vom Märchen Klingsohrs beendet (stellt den Beginn des Goldenen Zeitalters in Aussicht)

- zweiter Teil („Die Erfüllung“) aus Bruchstücken und Planskizzen erahnbar · Roman in das Genre des Bildungsromans einzuordnen · bewußte Nachfolge aber romantisches Gegenstück zu Goethes „Wilhelm Meister“

- Bezugspunkt des Helden: Universelles, göttliches Prinzip im

Unendlichen

➔ ermöglicht Überwindung seiner irdischen Beschränkungen

- Novalis gestaltet Bezug zur Unendlichkeit mit Hilfe von Leitmotiven und Symbolen aus („blaue Blume“)

- Entrückung des Protagonisten in die Welt des Mittelalters (idealisiert) ➔ gesellschaftspolitische Relevanz in Frage gestellt

10. Ende der Romantik

- um 1835

- meistens Unterwerfung unter den restaurierten Absolutismus von Staat und Kirche

aber: lange Nachwirkungen (bis in die Literatur der Gegenwart)

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Die Epoche Romantik. Voraussetzungen, Auswirkungen auf die Kunst und Literatur
Note
12 P. (2+)
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V100660
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Projekt zur Romantik (polit.Situation, Kultur, Literatur, Musik,...)
Schlagworte
Romantik
Arbeit zitieren
Sascha Oeser (Autor), 2000, Die Epoche Romantik. Voraussetzungen, Auswirkungen auf die Kunst und Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/100660

Kommentare

  • Gast am 1.10.2001

    zu deiner Arbeit "Romantik".

    Hi Sascha,

    eigentlich hatte ich ja grad vor mir deine Arbeit zu drucken! Aber irgendwas funktioniert da nicht ganz! Lässt sich einfach nicht drucken! Steht immer nur: einen kleinen Moment bitte da! Aber ich sitz jetzt schon 15 minuten davor und warte den kleinen Moment :-) Wäre nett wenn du dich mal bei mir meldest! Deine Arbeit ist nämlich echt gut und ich bräuchte sie ganz dringend für ein Referat!
    Schon jetzt mal ein ganz grosses DANKE!!!

    Bis dann!
    Nancy

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