Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Gesundheit - Public Health

Arzt-Elterninteraktion bei der Impfaufklärung vor dem Hintergrund sozialer Distanz und Homophilie

Ein faktorieller Survey

Titel: Arzt-Elterninteraktion bei der Impfaufklärung vor dem Hintergrund sozialer Distanz und Homophilie

Forschungsarbeit , 2019 , 55 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M. Sc. David Reißig (Autor:in)

Gesundheit - Public Health
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf der Liste der aktuellen gesundheitsbezogenen Herausforderungen der World Health Organization (WHO) wird neben Klimawandel, Ebola und HIV die Impfzögerlichkeit als eine der bedeutendsten Bedrohungen für die globale Gesundheit benannt. Besonders in Bezug auf Kinderimpfungen führen sinkende Immunisierungsraten zu vermehrten Neuinfektionen und verhindern damit die Ausrottung diesbezüglicher Krankheiten. Kinderimpfungen stellen sich im öffentlichen Diskurs, wie alle Themen der Sicherheit von Kindern, als ein emotional aufgeladenes Thema dar.

Die Analyse der Arzt-Eltern-Interaktionen, in der die Impfentscheidung ausgeführt wird, bzw. die Wechselwirkung der demografischen Merkmale der daran beteiligten Personen, bietet die Möglichkeit tieferer Einblicke in Impfentscheidungsprozesse zu erlangen. Daher setzt sich die Forschungsarbeit mit der Frage auseinander, wie Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Ärzten und Eltern einerseits die Impfentscheidung und andererseits das empfundene Sicherheitsgefühl mit der getroffenen Entscheidung beeinflussen. Die empfundene Sicherheit mit der getroffenen Entscheidung ist hierbei wichtig, um differenziertere Aussagen über die soziale Interaktion treffen zu können.

Die diskutierten Gründe für stagnierende oder rückläufige Impfquoten sind vielfältig. Bedeuten beispielsweise Kombinationsimpfstoffe höhere Effizienz für das Gesundheitssystem und die Familien deren Kinder geimpft werden, werden diese von Impfkritikern, aufgrund der höheren Wirkstoffmenge, als riskanter wahrgenommen. Neben der Meinungsbildung im Internet werden auch demografische und kulturelle Merkmale von Eltern sowie Eigenarten der Risikokommunikation im Rahmen medizinischer Forschung als Einflussfaktoren diskutiert. Impfungen werden in Deutschland alleinig von Ärzten durchgeführt, welche auch für die direkte Impfaufklärung im Patientengespräch verantwortlich sind. Dadurch spielen neben den Entscheidungsträgern selbst auch Spezifika des durchführenden medizinischen Personals und das Setting in dem die Impfaufklärung stattfindet von Fall zu Fall eine besondere Rolle bei der Impfentscheidung, was deren nähere Untersuchung, für den Blick auf Impfquoten, besonders lohnenswert macht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hintergrund

2.1 Die Arzt-Eltern-Interaktion vor dem Hintergrund der Homophilie

2.2 Homophilie und soziale Distanz in Bezug auf Bildung, Alter und Geschlecht

3. Methodik

3.1 Das Studiendesign: Faktorieller Survey/Vignettenanalyse

3.1.1 Fragebogenvorstellung und -konstruktion

3.1.2 Die Vignettenebene

3.1.3 Die Personenebene

3.1.4 Datenerhebung

3.1.5 Datenaufbereitung, Umkodierung und Deskription der Variablen

3.2 Statistische Modellierung

3.2.1 Das multinominale logistische Regressionsmodell für die AV: Impfentscheidung

3.2.2 Das lineare Regressionsmodell für die AV: Impfsicherheit

4. Ergebnisse

4.1 Deskriptive Ergebnisse auf Personenebene

4.2 Deskriptive Ergebnisse auf Vignettenebene

4.3 Induktive Ergebnisdaten für die abhängige Variable Impfentscheidung

4.4 Induktive Ergebnisdaten für die abhängige Variable Impfsicherheit

5. Diskussion

5.1 Interpretation der Ergebnisse

5.2 Limitationen der Lehrforschungsarbeit und Fehlerreflexion

5.3 Ausblick und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit demografische Unterschiede und Gemeinsamkeiten (Homophilie) zwischen Ärzten und Eltern die Impfentscheidung sowie das damit verbundene Sicherheitsgefühl im Rahmen der Impfaufklärung beeinflussen.

  • Analyse von Impfentscheidungsprozessen in der Arzt-Eltern-Interaktion
  • Einsatz eines faktoriellen Surveys zur Untersuchung sozialer Distanzeffekte
  • Betrachtung der Merkmalsdimensionen Bildung, Alter und Geschlecht
  • Messung der Impfbereitschaft (MMR/MMRV) und der subjektiven Sicherheit
  • Anwendung multinominaler logistischer und linearer Regressionsmodelle

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Arzt-Eltern-Interaktion vor dem Hintergrund der Homophilie

Die Arzt-Eltern-Interaktion beim Impfaufklärungsgespräch spielt eine besondere Rolle bei der Erfüllung von Impfquotenzielen. Wie bei anderen medizinischen Eingriffen ist bei Impfungen die Einwilligung des/der Patienten/-in oder der gesetzlichen Vertretung erforderlich. Da Impfungen in der Bundesrepublik Deutschland seit 1982 freiwillig sind, müssen Ärzte/-innen über die Vor- und Nachteile aufklären, damit es eine informierte Zustimmung geben kann (Wiesemann 2001, 591ff.). Aspekte von Arztpraxen und von Ärzten/-innen selbst haben also direkten Einfluss auf das Impfverhalten (Jungbauer-Gans und Kriwy 2003, 465f.). Trotz des wachsenden medizinischen Wissens des oft zitierten „informierten Patienten“ (Thielscher und Schulte-Sutrum 2016, 8), haben die wenigsten Eltern Kenntnisse aus erster Hand bezüglich impfpräventabler Kinderkrankheiten (Gust et al. 2005, 105). Als Einflussgrößen auf die Entscheidungsfindung sind eine Vielzahl von Faktoren untersucht worden, wie etwa strukturelle Unzulänglichkeiten in Gesundheitssystemen, medizinisches Grundlagenwissen der Allgemeinbevölkerung oder die Auswahl der Vorab-Informationsquellen (Smith, Louise E. et al. 2017, 6059ff.). In Bezug auf Impffragen stellt dabei die ärztliche Expertise für die meisten Eltern die wichtigste Informationsquelle dar (Kriwy 2007, 102). Dabei kann davon ausgegangen werden, dass dieses in besonderem Maße für die Impfentscheidung am eigenen Kinde gilt, da junge Eltern mit Blick auf die Gesundheit ihrer Kinder die risikoärmste Entscheidung treffen wollen (Kriwy 2007, 52).

Die direkte Arzt-Eltern-Interaktion spielt zusätzlich eine besondere Rolle im Entscheidungsprozess, da sich hier an das Aufklärungsgespräch eine direkte Entscheidung anschließt, auch wenn die Entscheidungsfindung bereits vorher begonnen haben kann. Die Arzt-Eltern-Interaktion lässt sich als Aushandlungsprozess im sozialen Raum verstehen, da spätestens zur Schuleingangsuntersuchung eine Entscheidung gegen den empfohlenen Impfplan vor dem Schularzt verteidigt werden müsste (Kriwy 2007, 47). Auch bei einer grundsätzlichen Entscheidung für das Impfen können Informationsasymmetrien in der Interaktion zur Aushandlung von Teilfragen führen (Kriwy 2007, 56), wie etwa mögliche Nebenwirkungen oder ob gegen MMR oder MMRV geimpft werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung der Impfzögerlichkeit und begründet die Relevanz der Untersuchung von Impfentscheidungsprozessen sowie der Arzt-Eltern-Kommunikation.

2. Hintergrund: Dieses Kapitel führt theoretische Konzepte wie Homophilie und soziale Distanz ein und leitet daraus Hypothesen für den Einfluss demografischer Merkmale auf das Impfverhalten ab.

3. Methodik: Es wird das Forschungsdesign des faktoriellen Surveys beschrieben, inklusive der Vignettenkonstruktion, Stichprobengewinnung und der statistischen Modellierung mittels Regressionen.

4. Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die deskriptiven und induktiven Befunde der Untersuchung und veranschaulicht die statistischen Zusammenhänge zwischen den gewählten Variablen und den Impfentscheidungen.

5. Diskussion: Die Ergebnisse werden im Kontext der Literatur interpretiert, Limitationen der Studie kritisch reflektiert und ein Fazit für zukünftige Forschungsansätze gezogen.

Schlüsselwörter

Impfentscheidung, Arzt-Eltern-Interaktion, Homophilie, soziale Distanz, faktorieller Survey, Vignettenanalyse, Impfbereitschaft, Impfsicherheit, MMR-Impfung, MMRV-Impfung, Bildungsunterschiede, Gesundheitskommunikation, Public Health, Soziologie, Impfquote.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Faktoren, die das Impfverhalten von Eltern bei der medizinischen Aufklärung durch Ärzte beeinflussen, insbesondere unter dem Aspekt sozialer Unterschiede zwischen den Akteuren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind soziale Distanz, Homophilie (Ähnlichkeitsprinzip), Impfentscheidungsprozesse, Arzt-Patienten-Kommunikation und der Einfluss sozioökonomischer Merkmale auf medizinische Entscheidungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten (z.B. in Alter, Bildung oder Geschlecht) zwischen Eltern und Ärzten das Impfverhalten der Eltern und ihr Sicherheitsgefühl mit der Entscheidung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein faktorieller Survey (Vignettenanalyse) durchgeführt. Dabei wurden fiktive Szenarien von Impfaufklärungsgesprächen generiert und von 100 Befragten beurteilt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Homophilie), das Studiendesign (Vignettenkonstruktion), die statistische Modellierung (logistische und lineare Regression) und die detaillierten Ergebnisse der Befragung dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Impfentscheidung, Arzt-Eltern-Interaktion, Homophilie, soziale Distanz, faktorieller Survey und Impfsicherheit.

Warum spielt die MMRV-Impfung eine besondere Rolle in der Studie?

Die MMRV-Impfung ist eine neuere Empfehlung im Vergleich zur MMR-Impfung. Die Studie untersucht, ob Ressentiments gegen zusätzliche Impfstoffe oder soziale Distanzeffekte bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen.

Wie wirkt sich die soziale Distanz beim Bildungsgrad aus?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine höhere bildungsbezogene soziale Distanz zwischen Arzt und Eltern die Impfakzeptanz tendenziell erhöht, während geringe Distanz zu mehr Unsicherheit führen kann.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arzt-Elterninteraktion bei der Impfaufklärung vor dem Hintergrund sozialer Distanz und Homophilie
Untertitel
Ein faktorieller Survey
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Soziologie)
Note
1,3
Autor
M. Sc. David Reißig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
55
Katalognummer
V1006618
ISBN (eBook)
9783346406378
ISBN (Buch)
9783346406385
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arzt-Elterninteraktion Arzt Eltern Interaktion soziale Distanz Homophilie faktorieller Survey Vignettenstudie Impfaufklärung Impfen MMR MMRV
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. Sc. David Reißig (Autor:in), 2019, Arzt-Elterninteraktion bei der Impfaufklärung vor dem Hintergrund sozialer Distanz und Homophilie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006618
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  55  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum